Medienvielfalt schützt die Demokratie

Wenn Medien nicht frei berichten können, ist es nicht möglich, dass sich Bürger:innen und Politiker:innen informieren können. Es fehlt das „ganze Bild“. Daher hat die „Initiative 18“ eine Kampagne gestartet, die sich dafür einsetzt, dass freie und unabhängige Medien als 18. Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen festgeschrieben werden.

Derzeit gibt es 17 „Sustainable Development Goals“ der Vereinten Nationen. Die „Initiative 18“ schlägt vor, diese um ein 18. Ziel zu erweitern. Das neue SDG 18 „Free, Safe & Sustainable Media“ soll deutlich machen, „dass unabhängige Medien eine unverzichtbare Grundlage für Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit sind“.

Gleichzeitig sollen „Maßnahmen zum Schutz von Journalistinnen und Journalisten vor Bedrohung und Zensur, zum Erhalt der Medienvielfalt, zum Kampf gegen Desinformation, zur Förderung von Medienkompetenz sowie für faire rechtliche und wirtschaftliche Bedingungen für journalistische Arbeit“ initiiert werden.

Als Beleg für den Zusammenhang zwischen Medienvielfalt, Pressefreiheit und Demokratie verweist die „Initiative 18“ auf statistische Daten: „In Ländern mit sinkender Pressefreiheit werden parallel fallende Demokratiewerte verzeichnet.“ Als Beispiele werden die Türkei und Polen angegeben. Zudem stufte auch das „World Economic Forum“ Desinformation als eines der am schnellsten wachsenden globalen Risiken ein Link.

Papst Leo XIV.: „Die Wahrheit suchen und berichten.“

Anlässlich des „Tag der Pressefreiheit“ betonte auch Papst XIV. seinen Appell zum Schutz der Presse-/ Meinungsfreiheit. „Leider wird dieses Recht oft verletzt. Manchmal ganz offen, manchmal auch in verborgener Weise. Denken wir an die vielen Journalisten und Reporter, die Opfer von Kriegen und Gewalt werden!“ Der Pontifex forderte erneut die Freilassung inhaftierter Journalisten, „weil sie die Wahrheit suchen und berichten“.

„Manifest für den Erhalt der Medienvielfalt und zur Stärkung der Demokratie“

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) unterstützt die „Initiative 18: Manifest für den Erhalt der Medienvielfalt und zur Stärkung der Demokratie“ ebenfalls und betonte dazu am 20. Juli in einer Stellungnahme Link: „Mit unserer Unterstützung wollen wir bekräftigen, dass freier und unabhängiger Journalismus kein Randthema nachhaltiger Entwicklung ist. Er ist eine Voraussetzung dafür, dass Menschen informiert entscheiden und demokratische Debatten möglich sind“, so DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster.

Die Gesellschaft Katholischer Publizistinnen und Publizisten Deutschlands e. V. (GKP) hatte bereits anlässlich des „Tages der Pressefreiheit“ (2. Mai) davor gewarnt, dass es „keinen Grund zum Feiern gebe“, da „vor allem Bedrohungen und Übergriffe auf Journalistinnen und Journalisten“ die Pressefreiheit – auch in Deutschland – einschränken Link.

Fazit: „Wir brauchen das ganze Bild“

Im Zeitalter von Deepfakes und massenhaft durch Künstliche Intelligenz erstellten Nachrichten wird es immer wichtiger, „das ganze Bild zu sehen“. Unverfälscht und unabhängig verifiziert. Denn dies berührt den Kern journalistischer und medienethischer Verantwortung, der sich auch kath.de verpflichtet sieht (und sich daher auch durch den Deutschen Presserat freiwillig „überwachen“ lässt).

Eine Verankerung von Medienfreiheit als neues SDG – Ziel 18 „Free, Safe & Sustainable Media“ der Vereinten Nationen – würde ein Signal setzen, das über symbolischen Wert hinausgeht. Weil es Pressefreiheit und Medienvielfalt als Voraussetzung – nicht als Nebenprodukt – für nachhaltige Entwicklung sieht und gleichzeitig verdeutlicht:

Medienvielfalt schützt die Demokratie

Lesetipp: kath.de – Kommentar zum Thema „Freiheit der Informationen schützen“ Link

Christian Schnaubelt (Chefredakteur und Herausgeber von kath.de)

Hinweis: Die Redaktion von kath.de sowie der herausgebende Verein publicatio e. V. aus Bochum unterstützen die „Initiative 18: Manifest für den Erhalt der Medienvielfalt und zur Stärkung der Demokratie“. Weitere Informationen dazu auf Link.