of KRA - Veranstaltungen

064
Feb 2017

DİTİB

Ein Außenposten
des türkischen Staates
in Deutschland?


Podiumsgespräch
mit
Dr. Andreas Gorzewski
Religionswissenschaftler
Freier Journalist
Autor von
›Die Türkisch-Islamische Union im Wandel‹
Wiesbaden 2015
Dr. Zekeriya Altuğ
Abteilungsleiter für Außenbeziehungen
der DİTİB
Vorstandsmitglied
DİTİB NRW
Köln

Moderation
Dr. Bernd Wacker

Termin
Do 2 Feb
19 Uhr

Ort
Karl Rahner Akademie

Gebühr
€ 11 / 5,50
bei Voranmeldung
€ 8 / 4

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Köln, so hat man gesagt, ist die inoffizielle Hauptstadt des Islam in Deutschland. Hier leben ca. 120.000 Mus­lime. Die meisten der mehr als 40 Moscheen und Gebets­räume sind in Hinterhöfen oder umgebauten Wohn- und Gewerbegebäuden über die Stadt verteilt. In Ehrenfeld ent­steht, von heftigen Diskussionen, aber auch mit viel Ver­trauensvorschuß begleitet, seit 2009 die neue reprä­sen­tative Moschee, und hier hat auch deren Bauherr, die ›Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.‹ (DİTİB), ihre deutsche Zentrale.
Seit der Gründung der DİTİB im Jahre 1985 hat sich vieles gewandelt. Deutsche und Türken sind sich, trotz der
ent­setzlichen Verbrechen des NSU, näher gekommen. Viele der ehemaligen Arbeitsmigranten haben sich fest in Deutschland niedergelassen und finden hier, ohne die Verbindungen in ihr Herkunftsland gänzlich zu kappen, als deutsche Staatsbürger muslimischen Glaubens Anerkennung und Respekt. Bei diesem Prozeß haben sie von der DİTİB, ihrem Dachverband, den Landesverbänden und den ört­lichen Moscheevereinen in religiös-kultureller, sozialer aber auch politischer Hinsicht vielerlei Unterstützung erfahren.
Dennoch begegnen viele Bürgerinnen und Bürger in Deutschland der DİTİB mit großen Vorbehalten. Das hat vor allem mit den nicht zu leugnenden personellen und insti­tu­tionellen Bindungen der DİTİB an die türkische Religions­behörde Diyanet zu tun, eine Verbindung, die einem fremden Staat Einfluß auf wichtige Teile des gesellschaftlich-politischen Lebens (z.B. auf den Religionsunterricht, die Theologenausbildung u.a.) in Deutschland einzuräumen scheint.