Ephräm der Syrer

gesamten Text ausdrucken
Weil ich dich bekannt habe, o Herr, bekenne du mich.
Das Gefäß füllte sich, floss über - und es bekannte seine Ohnmacht. Hemme, o mein Herr, in deiner Güte die Flut deiner Gabe. 
Der Weg des Ohres ebne sich, der Blick des Auges reinige sich, das Denken des Herzens heilige sich, das Reden des Mundes läutere sich!
Groß ist dein Tag, mein Herr; er möge nicht klein werden durch uns!
Unser Gebet werde zu einem Spiegel vor deinem Antlitz!
Nur aus deinem Schatz, mein Herr, kann ich - dir opfern.
Die Kette der Seele ist die Sorge.

Hymnus auf die Geburt Christi (I):
Moses wünschte die Herrlichkeit Gottes zu sehen, vermochte ihn aber nicht so zu sehen, wie er wünschte. Er mag heute kommen und ihn sehen, denn er liegt in einer Krippe in Windeln. Damals wagte es kein Mensch zu hoffen, er könne Gott sehen und am Leben bleiben; heute sind alle, die ihn gesehen haben, vom zweiten Tod zum Leben erstanden ... Gott rief im Dornstrauch mit lauter Stimme Moses zu, seine Schuhe von den Füßen zu lösen; der Stern lud die Magier schweigend ein, zu dem heiligen Ort zu kommen. Moses konnte Gott nicht sehen, wie er ist; die Magier jedoch traten ein und sahen den menschgewordenen Gott ... Wer sollte nicht gern dem Wunder lauschen, dass Gott sich herabließ, geboren zu werden?

Hymnus auf die Geburt Christi (V):
Weil der Gütige sah, + dass arm und niedrig / das Menschengeschlecht sei, + schuf er die Feste / als Schatzhäuser, + und öffnete sie / für die Trägen, + damit das Fest antreibe / den Trägen, + aufzustehen und sich zu bereichern. Siehe, sein Fest + hat wie ein Schatzhaus / der Erstgeborene uns aufgetan. + (Dieser) eine Tag, / der volle im Jahr, + nur (er) öffnet / dieses Schatzhaus. + Kommt, regen wir uns, / bereichern wir uns daraus, + bevor man es schließt.
Selig die Wachenden, + denn sie raubten daraus / Lebensbeute. + Große Schmach ist es: / jemand sieht + seinen Genossen, wie er schleppt / und Schätze herausträgt, + und er selber, inmitten der Schätze / sitzt er schlafend, + um leer auszugehen.
An diesem Fest + bekränze jeder / die Tür seines Herzens! + Es möge nach seiner Tür sich sehnen - der Heilige Geist! + Er möge eintreten und wohnen / und darin Heiligkeit spenden! + Denn siehe, er geht umher / an allen Türen, + (schauend) wo er wohnen könne.