CHRISTUS - Beten

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27. März
Rabbi Mosche Löb sprach: »Ein Mensch, dem nicht an jedem Tag eine Stunde gehört, ist kein Mensch.«
CHASSIDISCHE ERZÄHLUNGEN

28. März
Johannes der Evangelist unterhielt sich eines Tages damit, dass er ein Rebhuhn streichelte, als ein Jäger ihn besuchte: »Du bist jener Johannes, dessen weitverbreiteter Ruf auch mich herbeigelockt hat? Wenn du wirklich ein Heiliger wärest, warum ergötzt du dich an solch eitlem Zeitvertreib?« - »Was trägst du da in der Hand?« - »Einen Bogen, um Pfeile abzuschießen« - »Aber warum hältst du den Bogen nicht immer gespannt?« - »Wenn er immer gespannt wäre, würde er entweder zerspringen oder seine Spannkraft verlieren« - »Nun gut, dann ärgere auch du dich nicht über die geringe und kurze Erholung, die ich mir gönne. Würde der Geist in fortwährender Spannung erhalten, so müsste seine Kraft allmählich nachlassen und er könnte seine Obliegenheiten nicht mehr erfüllen, wenn es nötig wäre.«

29. März
Der Wert der Geistlichen Übungen liegt nicht im Inhalt, sondern in der Methode, weniger in dem, was sie an Fertigem bieten, als in dem, was sie auslösen.
M. BLONDEL

30. März

Als Rabbi Jizchak noch kaum dem Knabenalter entwachsen war, fragt ihn einmal sein Vater: »Wie verstehst du das Wort unserer Weisen: 'Wer sich bei Nacht mit der Lehre befasst, zu dem zieht Gott bei Tag einen Faden der Gnade hin?' Wir stehn doch immer mitternachts auf und befassen uns mit der Lehre, und doch sind wir bei Tag in großer Not und Bedrängnis. Wo ist da der Faden der Gnade?« Der Knabe antwortete: »Vater, dass wir dennoch ohne der Bedrängnis zu achten, Mitternacht um Mitternacht aufstehen und uns mit der Lehre befassen, eben das ist der Faden der Gnade.«
CHASSIDISCHE ERZÄHLUNGEN

31. März
Der Altvater lehrte: »Lerne den guten Lebenswandel durch eigene Erfahrung kennen und schrecke nicht davor zurück als vor etwa Unmöglichem.«
GEISTLICHE WIESE

1. April
Das beste Gebet ist dasjenige, in dem die meiste Liebe liegt.
CH. DE FOUCAULD

2. April
Ich weiß nicht, warum man sich denn scheut, sich dem innerlichen Gebet hinzugeben, vor was fürchtet man sich denn? ...

Jahrelang war es bei mir so, dass mich das Verlangen nach dem Ende der Gebetszeit, die ich mir festgesetzt hatte, und das Horchen auf den Schlag der Uhr stärker war und mich mehr beschäftigte als die guten Gedanken. Ich konnte mir keine so schwere Buße denken, die man mir hätte auferlegen können und die ich nicht lieber auf mich genommen hätte, als mich zum Gebet zu sammeln. Wirklich, die Gewalt, mit der mich der böse Feind oder meine schlechte Gewohnheit vom Beten abhalten wollte, und die Trübseligkeit, die mich beim Betreten des Oratoriums befiel, waren kaum zu ertragen. Man sagt mir nach, dass ich nicht wenig Mut habe, und tatsächlich habe ich es schon bewiesen, dass Gott mir viel mehr Mut verliehen hat, als man von Frauen zu erwarten pflegt. Und doch musste ich meine ganze Kraft zusammenraffen, um mich zum Beten zu zwingen, bis mir schließlich der Herr geholfen hat ... Ich möchte hier nur sagen, dass das innerliche Gebet die Tür zu den großen Gaben war, die mir der Herr erwiesen hat. Bleibt diese Tür verschlossen, so weiß ich nicht, wie der Herr solche Gnaden einer Seele mitteilen kann.
TERESA VON AVILA

3. April
Wenn nun einige Leute sich tagsüber drei- oder viermal versammeln, hohe Gedanken haben, beten, sich (darob) wohl befinden, Trost und Süßigkeit verspüren, so glauben sie, alles sei recht getan und sie seien recht gut daran. In Wahrheit sind sie (vom Ziel) noch unermesslich weit entfernt. Wir sind zu un-gemein großen Dingen geschaffen, gerufen und geladen, und der getreue Gott nimmt es (uns) gar sehr aufs höchste übel, dass wir uns an so kleinen Dingen genügen lassen, denn er gibt nichts so freigiebig und bereitwillig wie sich selbst, und das in starkem Maß in der höchsten und köstlichsten Weise. Und darum sollten wir bei jeder Gabe recht gedehnt und gespannt sein gegen Gott mit all unseren Sinnen und Kräften und Herzen, mit sehnendem Begehren und mit Qual wie nach Gott selbst und sollten all unser leibliches und seelisches Vermögen ausdehnen, derart, dass uns Geringeres (als Gott ) nicht genügte, nicht in sinnlicher, bildhafter, sondern in übernatürlicher Weise. Stets sollten wir dem göttlichen Abgrund zustreben, dem wir niemals so nah und so hoch kommen können, als dass wir nicht noch näher und höher kommen könnten.
JOHANNES TAULER

4. April
Mein einziges Bemühen besteht darin, in mein Inneres einzugehen und mich in die (nämlich die Trinität) zu verlieren, die dort sind.
ELISABETH VON DER HL. DREIFALTIGKEIT

5. April
Begraben Sie sich mit unserem verborgenen, unbekannten Herrn; das ist Ihre Berufung.
CH. DE FOUCAULD

6. April
Wenn wir nicht genug beten, dann sind wir verantwortlich für alles Gute, das wir durch unser Gebet hätten tun können, und das nun ungetan bleibt. Welch erschreckende Verantwortung!
CH. DE FOUCAULD

7. April
Gott sagt zum Beter: »Sis tu tuus, et ego ero tuus - Sei du dein, und ich werde dein sein!« Und der Beter antwortet: »Herr, Du hast es in meine Freiheit gelegt, dass ich mein sein kann, wenn ich es nur will. Gehöre ich darum nicht mir selbst, so gehörst auch Du nicht mir. Du machst die Freiheit notwendig, da Du nicht mein sein kannst, wenn ich nicht mein bin. Und weil Du in meinen Geist Entscheidung gelegt hast, zwingst Du mich nicht, sondern erwartest, dass ich mein eigenes Sein erwähle.«
NIKOLAUS VON CUES

8. April
Unser Beten ist nicht Ornament des Lebens, sondern Quintessenz. Ist mein Leben nicht in Ordnung, dann kommt das un-vermeidlich im Gebet zum Vorschein.
A. KIRCHGÄSSNER

9. April
Beten schließt immer ein, dass wir unser Leben ändern.
A. KIRCHGÄSSNER

10. April
Der ganze Mensch war nicht so sehr Beter als vielmehr selbst Gebet geworden.
FRANZ VON ASSISI

11. April
Der Raw fragte einst seinen Sohn: »Womit betest du?« Der Sohn verstand den Sinn der Frage: auf welche Betrachtung er sein Gebet gründe. Er antwortete: »Mit dem Spruch: Jeglicher Hochwuchs, vor dir neige er sich.« Dann fragte er den Vater: 
»Und womit betest du?« Er sprach: »Mit der Diele und mit der Bank.«
CHASSIDISCHE ERZÄHLUNGEN

12. April
Ich komme auf die zerstreuten Gedanken zurück, die mir solche Qual machten ... Für diejenigen, die den Weg des Gebetes gehen, ist es gut, ein Buch bei der Hand zu nehmen, damit sie sich durch Lesen rasch wieder sammeln können. Mir half es auch viel, wenn ich das Feld oder Wasser oder Blumen anschaute. Diese Dinge weckten mich auf und brachten mich zur Sammlung, ebenso gut wie ein Buch. 
TERESA VON AVILA



13. April
Unser Äußeres hat keinen geringeren Einfluss auf unser Inneres, wenn es geordnet ist und zu unserm Geiste passt und so nach seiner Art auf unsere guten Vorsätze antwortet.
WILHELM VON ST.-THIERRY

14. April
Denen, die das innerliche Gebet üben, besonders den Anfängern, möchte ich den Rat geben, die Freundschaft und den Umgang mit anderen zu suchen, die sich ebenso in der Meditation üben. 
TERESA VON AVILA

15. April
Ich habe mir als einzige Übung die Verpflichtung auferlegt, das Vaterunser jeden Morgen einmal mit unbedingter Aufmerksamkeit zu sprechen. Wenn meine Aufmerksamkeit unter dem Sprechen abirrt oder einschläft, und sei es auch nur im allergeringsten Grade, so fange ich wieder von vorne an, bis ich einmal eine völlig reine Aufmerksamkeit erreicht habe. Dann kommt es wohl mitunter vor, dass ich es aus reinem Vergnügen noch einmal von vorne aufsage, aber nur, wenn das Verlangen mich treibt. Die Kraft dieser Übung ist außerordentlich und überrascht mich jedes Mal, denn, obgleich ich sie jeden Tag erfahre, übertrifft sie jedes Mal meine Erwartung.
S. WEIL

16. April
Verlieren wir alles Geschaffene aus den Augen, nachdem wir am Morgen (im Gebet) alles getan haben, was wir tun können.
CH. DE FOUCAULD

17. April
Ich kann mich nur von der Wahrheit nähren. Aus diesem Grunde habe ich nie nach Visionen verlangt. Man kann auf Erden den Himmel, die Engel nicht so sehen, wie sie sind. Ich will lieber bis nach meinem Tode warten.
THÉRÈSE VON LISIEUX

18. April
Selig, wer Dich nie verliert, nicht einmal im Tempel.
M. BLONDEL

19. April
Man muss nach einem Ritus leben: tun wir alle Dinge mit Präzision, Ordnung, Würde. Wir sind Tempel, Priester. Wir sind Opfer, wir sind Gott.
M. BLONDEL

20. April
Ich habe keine Lust nach Lourdes zu gehen, um Ekstasen zu haben. Ich ziehe die Monotonie des Opfers vor.
THÉRÈSE VON LISIEUX

21. April
Ihr wisst ja: es liegt im Geiste meines kleinen Weges, dass man nichts zu sehen begehrt, dass ich gar oft dem lieben Gott, den Engeln und den Heiligen gesagt habe, meine Sehnsucht sei nicht, sie hienieden zu sehen.
THÉRÈSE VON LISIEUX

22. April

Er starb am Kreuz in Angstqualen, und doch war das der schönste Liebestod, den man je gesehen hat. Aus Liebe sterben heißt nicht, in Verzückung sterben.
THÉRÈSE VON LISIEUX

23. April
Dem Gottesdienst nichts vorziehen! 
BENEDIKT VON NURSIA

24. April
Wir jammern, dass sich uns Gott in den wenigen Minuten, die wir für ihn übrig haben, nicht zeigt. Wie steht es aber mit den dreiundzwanzigeinhalb Stunden, in denen Gott bei uns anklopft und wir ihm antworten: »Es tut mir leid, ich habe so viel zu tun?«
A. BLOOM

25. April
Man muss etwas mit Gott gemeinsam haben, um ihm begegnen zu können.
A. BLOOM

26. April
Herr Jesus, du betest für die, die dich kreuzigen, und du kreu-zigst die, die dich lieben.
L. BLOY

27. April
Ohne Zeitaufwand gibt es kein lebendiges Gebet. Aber nicht die Zeitdauer verbürgt das Gebet, sondern der Wert der Zeit: 



was wir anderes damit anfangen könnten, und dieser Wert variiert. 
M. DELBRÊL

28. April
Man soll sich beim Beten zuerst nach innen wenden, nicht zu einem Gott im Himmel oder in weiter Ferne. Gott ist uns näher, als wir es wissen. Sodann sollte man solche Worte zum Gebet wählen, die zu einem passen, deren man sich nicht zu schämen braucht, die das ausdrücken, was wir sind.
A. BLOOM

29. April
Gott ist bereit, von uns missachtet zu werden, unser Leben als Kreuz auf sich zu nehmen. Aber er geht nicht darauf ein, nur etwas in unserem Leben zu sein.
A. BLOOM

30. April

Wenn Sie die ganze Zeit sprechen, hat Gott gar keine Möglichkeit, auch ein Wort zu sagen ... Gehen Sie nach dem Frühstück auf Ihr Zimmer, bringen Sie es in Ordnung und stellen Sie Ihren Sessel so, dass Sie all die dunklen Ecken, in denen man Dinge versteckt, die man nicht sehen soll, gar nicht bemerken. Zünden Sie Ihre kleine Lampe vor der Ikone an und beobachten Sie einmal, was in Ihrem Zimmer ist. Setzen Sie sich einfach hin, blicken Sie umher und versuchen Sie, aufmerksam Ihre Wohnung zu betrachten. Denn ich glaube, die vierzehn Jahre hindurch, in denen Sie so viel gebetet haben, haben Sie Ihr Zimmer vergessen. Dann nehmen Sie Ihr Strickzeug und stricken Sie eine Viertelstunde lang vor dem lieben Gott. Ich verbiete Ihnen aber, auch nur ein einziges Gebet zu sprechen. Stricken Sie einfach und erfreuen Sie sich am Frieden Ihres Zimmers.
A. BLOOM

1. Mai
Es genügt jedoch nicht, Gebete auswendig zu lernen, man muss sie leben. Immer wieder und unermüdlich ein Wort im Lauf des Tages anwenden.
A. BLOOM

2. Mai
Keiner soll sich eher an das Reden machen, als er geschaut hat.
Darum, wenn du klug bist, mache dich zum Behälter und nicht zum Kanal. Denn ein Kanal nimmt auf und gibt fast zur gleichen Zeit wieder ab; ein Behälter aber wartet, bis er voll ist und teilt dann ohne eigenen Verlust von der Überfülle mit. Kanäle haben wir heute leider Gottes in der Kirche viele, Behälter aber wenige.
BERNHARD VON CLAIRVAUX

3. Mai
In der Predigt geht's nicht um die Frage: Wie macht man das?, sondern: Wie kann man das?: Wie kann der Mensch es überhaupt wagen, von Gott zu reden?!
K. BARTH

4. Mai
Die Arbeit an der Predigt vor dem aufgeschlagenen Text mit dem Gebet ... Dieses Gebet gehört zur sachlichen Ordnung der Predigtarbeit, nicht auf die erbauliche Seite.
D. BONHOEFFER


5. Mai
Der Heilige Geist ist wie ein Gärtner, der unsere Seele bearbeitet.
PFARRER VON ARS

6. Mai
Wir haben nur »ja« zu sagen und uns führen zu lassen.
PFARRER VON ARS

7. Mai
Täglich müsste man beten: 'Mein Gott, schicke mir deinen Geist, der mich erkennen lässt, was ich bin und wer du bist!'
Wenn man den Heiligen Geist besitzt, wird das Herz weit.
PFARRER VON ARS

8. Mai

Viele täuschen sich, wenn sie glauben, dass es vieler Dinge, vieler Methoden bedürfte, um das Gebet gut zu machen. Einige von ihnen findet man sehr eifrig bemüht, alle möglichen Mittel ausfindig zu machen, um eine bestimmte Kunst zu finden, die zu kennen ihnen notwendig erscheint, um es gut zu machen und, sie hören nie auf, an ihrem Gebet herumzutüfteln und zu klügeln, um zu sehen, wie sie es nach ihrem Wunsch machen könnten ... Ich sage nicht, dass man sich nicht bestimmter Methoden bedienen soll; aber man darf sich nicht an sie klammern und an ihnen hängen, so dass wir unser ganzes Vertrauen in sie setzen wie jene, die glauben, wenn sie nur stets ihre Erwägungen vor den Affekten machen, nicht aber, sich dermaßen an die eine oder andere Methode zu klammern, dass man denkt, alles hänge von unserer Betriebsamkeit ab. Um ein gutes Gebet zu verrichten, ist nur eines notwendig, nämlich Unseren Herrn in unseren Armen zu halten. Wenn das zutrifft, ist es immer gut gemacht, auf welche Weise wir es auch anstellen.
FRANZ VON SALES

9. Mai
Häufiger sind es auch die Frauen, denen Gott solche Gnaden mitteilt, als die Männer. Dies habe ich von dem heiligen Bruder Petrus von Alcantara gehört und selbst schon wahrgenommen. Jener sagte, dass weibliche Personen auf dem Wege des Gebetes weiter kommen als männliche, und er führt vortreffliche Gründe dafür an, die ich aber hier nicht zu sagen brauche; sie sprechen alle zugunsten der Frauen.
TERESA VON AVILA

10. Mai
Wie wir uns beim Gebete finden wollen, so müssen wir uns schon vor der Zeit des Gebetes verhalten
JOHANNES CASSIAN

11. Mai
Ich fasse also zusammen: Sie sollen sich der langen Gebete ent-kalten (aber ich nenne ein Gebet von dreiviertel oder einer halben Stunde nicht lang), sowie der gewaltsamen, ins Einzelne gehenden, langen Vorstellungen. Diese sollen vielmehr einfach, kurz sein und nur als Übergang aus der Zerstreutheit in die Sammlung dienen. Sie sollen sich auch der Anspannung des Verstandes enthalten, denn der Verstand soll nur die Affekte anregen, und die Affekte die Entschlüsse, und die Entschlüsse die Übung, und die Übung das Erfüllen des göttlichen Willens, in dem unsere Seele aufgehen und sich auflösen soll.
FRANZ VON SALES


12. Mai
Das beste Mittel, jeden Tag gut zu beginnen, ist: beim Erwachen daran zu denken, ob man nicht wenigstens einem Menschen an diesem Tag eine Freude machen könne. Wenn dies als ein Ersatz für die religiöse Gewöhnung des Gebetes gelten dürfte, so hätten die Mitmenschen einen Vorteil bei dieser Änderung.
F. NIETZSCHE

13. Mai
Deine ganze Lehre ist darin (d.h. im Gebet) enthalten, darum hefte deine ganze Aufmerksamkeit darauf.
SERAPHIM VON SAROW

14. Mai
Ich bitte Dich, Herr, um die große Kraft, diesen kleinen Tag zu bestehen, um auf dem großen Weg zu Dir einen kleinen Schritt weiter zu gehen.
E. GINSBERG

15. Mai
Ein Gebet, das nicht im Namen ganz Israels gesprochen wird, ist kein Gebet.
CHASSIDISCHE ERZÄHLUNGEN

16. Mai
Welche Verantwortung für uns! Wenn wir nicht genügend beten, sind wir verantwortlich für alles Gute, das wir durch das Gebet hätten tun können und versäumt haben. Welch furchtbare Verantwortung! Wie groß aber ist die Güte des Herrn, der 


uns gewissermaßen an seiner Macht teilhaben lässt, indem er unseren Gebeten einen solchen Wert gibt.
CH. DE FOUCAULD

17. Mai
Man muss beten. Ohne das Gebet wären 50 Gerechte nötig gewesen, um Sodoma zu retten: auf Grund des Gebetes eines einzigen hätten 10 genügt, wären sie in der sündigen Stadt zu finden gewesen.
M. BLONDEL

18. Mai
Wie das leibliche Brot in den ernährten Leib aufgenommen wird und in sein Wesen übergeht, so wird auch das 'lebendige, vom Himmel herabgestiegene Brot' - eben Gottes Wort - in den Geist und die Seele aufgenommen und teilt dem, der sich seiner Speise darbietet, seine eigene Kraft mit ... Ihr, die ihr den heiligen Geheimnissen beiwohnen durftet, wisst es: Wenn man euch den Leib des Herrn reicht, so hütet ihr ihn mit aller Sorgfalt und Verehrung, damit kein Krümchen auf die Erde falle. Wenn ihr aber so große Sorgfalt anwendet, seinen Leib zu bewahren - und ihr tut es mit Recht -, wie könnt ihr dann glauben, es sei eine geringere Schuld, das Wort Gottes zu vernachlässigen als seinen Leib?
ORIGENES

19. Mai

Wenn aber dein Begehren danach steht, dieses Streben liebevoll in ein Wort einzuschließen, damit du es besser fassen kannst, nimm ein kurzes Wort, mit einer einzigen Silbe; das ist besser als eines mit zwei Silben, denn je kürzer es ist, desto besser stimmt es mit dem Werke des Geistes überein. So ein Wort ist das Wort GOTT oder auch das Wort LOB. Wähle welches du willst, oder auch ein anderes, wenn es dich freut, kurzum welches einsilbige Wort dir am besten gefällt. Kette dieses Wort an dein Herz, so dass es nie von dort weg kann, was immer auch geschehe. Dieses Wort soll dein Schild sein und dein Speer, magst du im Kriege stehen oder im Frieden. Mit diesem Wort sollst du in die Wolke und die Dunkelheit über dir stoßen. Mit Hilfe dieses Wortes sollst du alle Arten von Gedanken so sehr unter die Wolke des Vergessens hinabschleudern, dass du einem Gedanken, der sich herandrängt und dich fragt, was du willst, mit keinem anderen Wort als diesem einen antwortest. Und wenn er dir sein großes Wissen anbietet, um dir das Wort auseinander zusetzen und dir zu schildern, was es alles enthält, sag ihm, dass du es lieber als ein ganzes hast, nicht zerlegt oder gar zerstört. Hältst du an diesem Vorsatz fest, dann kannst du sicher sein, dass er nicht lange bei dir verweilen wird.
WOLKE DES NICHTWISSENS

20. Mai
Gehend oder kommend, sitzend oder stehend, bei der Arbeit oder in der Kirche - immer sollen deine Lippen flehen: O Herr Jesus Christus, sei mir Sünder gnädig. Mit diesem Gebet im Herzen wirst du den inneren Frieden und die Keuschheit von Leib und Seele finden.
SERAPHIM VON SAROW

21. Mai
Wenn du dieses Gebet beginnst, ziehe alle inneren Kräfte deines Geistes zusammen und verknüpfe sie mit denen deines Herzens und verharre aufmerksam, bis der Herr dein Herz mit seiner Gnade erwärmen und sich in dir zu einem einzigen Geist vereinigen wird. SERAPHIM VON SAROW