GOTT - Liebe

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8. Januar
Sieh Mich an, so wie Ich dich sehe, und erkenne Mich, so wie Ich dich erkenne, liebe Mich, so wie Ich dich liebe; sei glücklich in Mir, wie Ich in dir glücklich bin; so wie Ich dein bin, ungeteilt und vollkommen ganz, so will Ich, dass du Mein seiest, ungeteilt und ganz.
JAN VAN RUUSBROEC

9. Januar
Ich habe dich von Ewigkeit her gesehen vor aller Geschaffenheit in Mir und eins mit Mir und als Mich selbst; da habe Ich dich erkannt, geliebt, gerufen und auserwählt. Ich habe dich geschaffen zu Meinem Bild und Gleichnis. Ich habe deine Natur angenommen und Mein Bild ihr eingeprägt, damit du eins seiest mit Mir in der Glorie des Vaters. 
JAN VAN RUUSBROEC

10. Januar
Ich habe deine Seele mit ihren Kräften geschaffen und erfüllt mit allen Gaben, um eurem und meinem Vater, eurem und Meinem Gott dienen zu können und gehorsam zu sein in unserer gemeinsam besessenen Menschheit mit allem, was Ich vermochte, bis hin zum Tod; und aus Meiner Fülle von Gnaden und Gaben habe Ich deine Seele und deine Kräfte erfüllt, damit du Mir gleich seiest und in Meiner Kraft fähig würdest, durch Meine Gaben unserem Gott zu dienen, ihm zu danken, ihn zu loben in Ewigkeit ohne Ende. 
JAN VAN RUUSBROEC


11. Januar
Wir sind also doch irgend etwas Großes, denn der liebe Gott, der uns erschaffen und erlöst hat, legt doch Wert auf uns.
PFARRER VON ARS

12. Januar
Gott besitzt die höchste Demut, und so liebt er dich mit höchster Demut, indem er dich darin mit sich selber gleichsetzt, sich selber dir entschleiert, in Freudigkeit und vermittels all seiner Erkenntnisse, mit seinem Antlitz voller Gnaden [...] sagt er dir: Ich bin froh, der zu sein, der Ich bin, um dir so zu gehören und Mich dir zu geben.
JOHANNES VOM KREUZ

13. Januar
O mein Gott! Mein Gott! Wie sehr hast du uns doch geliebt!!!
Der liebe Gott will unser Glück.
PFARRER VON ARS

14. Januar
Wir sind alle ein Leben in Gott, in unserem ewigen Urbild ... Doch daher sind wir auch von Gott verschieden und können nicht eins (identisch) mit ihm werden, sondern müssen in unserer Verschiedenheit bleiben, in uns selbst verharren, jeder in seiner eigenen Person.
JAN VAN RUUSBROEC

15. Januar

Was Gott der Seele unmittelbar von sich mitteilt, bleibt immer geheim und unsagbar [...], und die Seele ist immer wie einer, der etwas zum erstenmal sieht und nie etwas Ähnliches gesehen hat: er versteht, er genießt, und kann ihm doch keinen Namen geben ... So ist die Art der Sprache Gottes.
JOHANNES VOM KREUZ

16. Januar
Die Seele erfährt sich wie das Wachs, das den Eindruck des Siegels aufzunehmen begann und nicht vollends geformt wurde, und sie erkennt, dass sie wie die erste Skizze eines Bildes und nur eine Zeichnung ist. Sie ruft dem, der dies zeichnete, dass er zu Ende male und bilde.
JOHANNES VOM KREUZ

17. Januar
Gott sucht und will haben einen demütigen und sanftmütigen Menschen, einen armen und lauteren Menschen, einen gelassenen Menschen, der in Gleichmut verharre. Das bedeutet nicht, dass man sich niedersetzen soll und ein Fell über das Haupt ziehe; wahrlich, ihr Lieben, nein, nein! Aber du sollst Gott dich suchen lassen, dich drücken und vernichten, damit Du Demut lernst in allen Lebenslagen, wo oder durch wen es komme. 
JOHANNES TAULER

18. Januar
Wer ein verlorenes Ding sucht, sucht es nicht nur an einem Platz, sondern an vielen Orten, da und dort, so lange, bis er es findet. Sieh, so muss dich Gott auf mannigfache Weise suchen. Lass dich nur finden in all den Weisen, in all den Schickungen, die auf dich fallen, wo es auch herkommt, durch wen er es will, in welcher Geringschätzung, in welcher Erniedrigung; all dies auf als von Gott gesandt: auf solche Weise sucht er dich.
JOHANNES TAULER

19. Januar
Gott lässt uns weniger aus den Augen als eine Mutter ihr Kind, das zu gehen anfängt.
PFARRER VON ARS

20. Januar
Gott hat kein Wort, um zu seinem Geschöpf zu sagen: Ich hasse dich.
S. WEIL

21. Januar
Es ist leicht zu begreifen, dass wir das Werk eines Gottes sind. Aber dass die Kreuzigung eines Gottes unser Werk sein soll, das ist unbegreiflich.
PFARRER VON ARS

22. Januar
Gott wartet wie ein Bettler, der reglos und schweigend vor jemandem steht, der ihm vielleicht ein Stück Brot geben wird. Die Zeit ist dieses Warten. Die Zeit ist das Warten Gottes, der um unsere Liebe bettelt.
S. WEIL