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Rebschnitt

Rebenschnitt - WeinlexikonWenn im Februar oftmals der Winter sich nochmals mit grimmiger Kälte zeigt, dann beginnt für den Winzer die verantwortungsvollste Arbeit im Rebberg.

Der Rebschnitt erfordert höchstes Können und gilt seit ältesten Zeiten als eine besondere, für die Qualität der Trauben und des Weines maßgebliche Kunst. Sein Grundprinzip besteht darin, die Trageelemente der letzten zwei Jahre so wegzuschneiden, dass immer eine der knospentragenden Verästelungen stehen bleibt. Der Winzer nennt diese Knospen, die im letzten Frühjahr nicht geöffnet und später von Rinde überwachsen wurden, „schlafende Augen“. Aus ihnen bilden sich dann im nächsten Wachstumszyklus die neuen, traubentragenden Sommertriebe.

Auch der Boden wird gepflegt.

So werden in den ersten Märztagen die Weinberge mit organischen Mitteln wie Mist, Kompost, Trester, Stroh, Traubenreste und Hefe oder mineralischen Substanzen genährt. Der Winzer erhofft sich so nebst der Nährstoffzufuhr eine Verbesserung der Bodenstruktur, vor allem der Wasserführung, um, so beste Lebensbedingungen für die zahlreichen Organismen zu erreichen, die zusammen mit den Pflanzen das ökologische System aufrecht erhalten. Da Monokulturen durch das Ansiedeln einer einzigen Pflanzenart den Boden definitiv zerstören können, begrünt der Winzer seine Weinberge. Einsaaten verschiedenster Kleesorten, Gräser, Wicken, Sonnenblumen, Lupinen und Malven werden zwischen den Rebstöcken untergepflügt. Sie entwickeln sich im Laufe des Jahres zu stattlichen Pflanzen und führen dem Boden den notwendigen Stickstoff zu, der wiederum von den wurzeln der Reben aufgenommen wird. Diese bunten Pflanzen im Rebberg sind nebst der Erhaltung des ökologischen Gleichgewichtes auch für das menschliche Auge eine Genuß, sieht man doch oft - im konventionellen Weinbau - eintönige Rebreihen inmitten schönster Landschaften.

Im April beginnen die Reben auszuschlagen. Das richtige Leiten und spätere Eindämmen des reichlichen Neuwuchses ist sehr wichtig, um das gute Gleichgewicht eines Weinstockes und die ausreichende Belichtung der Trauben zu garantieren. Im Mai werden die jungen Triebe erlesen, die grüne Flut wird gelichtet, damit nur die kräftigsten Schöße weiter wachsen und im Juni in den verschiedensten Formen aufgebunden, bez. erzogen werden können.

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