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Farbe des Rotweins

Farbe des Rotweins
vom Purpurrot zum Ziegelrot

Im Erscheinungsbild des Weines ist die Farbe von größter Bedeutung. Sie hängt von der Rebsorte, vom Herstellungsverfahren und vom Alter des Weines ab. Die Farbe ist so bedeutsam, dass sie die Grobeinteilung des Weines bestimmt: Wir kennen Rot-, Weiß- und Roséweine. Da sich die Farbe jedoch in verschiedensten Tönen zeigt, kann nie wirklich von weißen oder roten Weinen gesprochen werden. Die Weißweine sind gelb oder golden, die Rotweine purpurn oder rubinrot. Im Folgenden einiges zur Farbe der Rotweine.

Warum werden die Trauben rot?

Die Farbe befindet sich bereits in den Traubenhäuten. Wenn die Beeren weich werden, in unseren Breitengraden im August, schimmert die Farbe immer mehr durch, bis sie zur Reife ihren maximalen Wert erreicht hat. Der Schein trügt jedoch: Auf 1 kg Trauben kommen nur etwa 2 g Farbstoffe. Diese Farbe wird durch die Anthozyane gebildet. Sie weisen eine rote bis blaue Farbe auf und gehören zur gleichen Stoffgruppe wie die Tannine, nämlich zu den Polyphenolen. Die Akkumulierung dieser Anthozyane in den Beeren hängt eng mit dem Licht und der Temperatur während der Reife zusammen. Trauben brauchen Licht. Jene unter dem Blattwerk weisen eindeutig weniger Farbstoff auf, zu hohe und zu niedrige Temperaturen sind ebenfalls ungünstig für eine optimale Farbstoffeinlagerung. Für die Farbentwicklung sind warme Temperaturen am Tag und eine merkliche Abkühlung in der Nacht am besten.

Wie kommt die Farbe in den Wein?

Der Rotweinfarbstoff ist in mikroskopisch kleinen Zellen eingeschlossen und kann erst austreten, wenn diese zerplatzen. Durch eine mechanische Maischebereitung (Quetschen der Beeren) wird das erfahrungsgemäß nicht erreicht. Das Abtöten der Zellen kann durch den bei der Gärung gebildeten Alkohol und die dabei entstehende Wärme erfolgen. Aus diesem Grund lässt der Kellermeister den jungen Most zusammen mit den Beerenhäuten als Maische vergären. Durch mechanisches Bearbeiten der Maische wie Stoßen und Umwälzen, kann die Farbausbeutung beschleunigt werden. Maßgebend für die Gewinnung des Farbstoffes und seines Farbtons sind vor allem der Alkoholgehalt, die Gärtemperatur und der pH-Wert des Saftes. So bringen höherer Alkoholgehalt, erhöhte Gärtemperatur und tiefer pH-Wert eine tiefe Farbe im Wein.

Wie behält der junge Tropfen seine Farbe?

Das Anthozyan, das nun aus den Beerenhäuten herausgelöst in den jungen Wein gelangt, ist sehr anfällig für Oxidation (Sich-Verbinden mit Sauerstoff). Damit die gewonnene Farbe des Weins stabil bleibt, müssen sich nun die Anthozyane mit den ebenfalls herausgelösten Tanninen zu Komplexen verbinden. Dann erst wird die rote Farbe des Weins gesichert. Der jugendliche Tropfen weist eine purpurne Farbe auf, die er mit zunehmendem Alter in einen ziegelfarbenen Ton verändert, sein Teint wird mit der Reifung von braun-orangen Farbnuancen bestimmt.

So viele Farben, so viele Worte

Um die Farbe des Weines zu beschreiben, greift der Degustator zu einer ganzen Palette von Worten und Farbtönen. Sein Wortschatz ist beinahe unerschöpflich. So spricht er von rot, rötlich, hellrot, ziegelrot, karmin, kirschrot, blutrot, granat- und rubinrot, feuerrot, purpur, violett, ocker, blau, kaffeebraun und schwarz und meint damit „nichts anderes als Rotwein...“

Weingesundheit

Rotwein enthält eine Reihe von medizinisch äußerst wertvollen Wirkstoffen. An erster Stelle Resveratrol in der Haut der Traube, das einen ausgeprägten, vielfach nachgewiesenen Anti-Aging Effekt hat, krebsvorbeugend, entzündungshemmend und stoffwechselreinigend (Cholesterinsenkung) wirkt. Außerdem in den Traubenkernen die sog. OPC’s (Oligomere Proanthocyanine), die eine außerordentlich hohe antioxidative (100fach stärker als Vitamin E) und entzündungshemmende Wirkung aufweisen. Schließlich Quercetin, ein Antioxidans und effektives Anti-Krebsmittel.

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