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Inhaltsverzeichnis
Wein & Sekt:
Anbaugebiete u. Rebsorten:


Eichenfass Barrique Pièce

chronischer StressDiogenes sass in der Tonne
und sprach: So geht mir aus der Sonne!
Wars ihm zu tun um Sonnenschein,
was kroch er in die Tonne rein?
Er ist hineingekrochen,
weil sie nach Wein gerochen.

(Volkslied)

Eichenfass, Barrique, Pièce – kaum ein Ausbauthema löst in der Weinwelt mehr Diskussionen und Kontroversen aus. Eiche liegt zweifellos im Trend: Die weniger sensiblen Produzenten setzen das begehrte Aroma mit Essenzen und Spänen zu. Andere stürzen sich alljährlich in Unkosten und geben jedem Jahrgang mit neuen Eichenfässchen die gefragte, feine Buketnote mit auf den Weg.

Ein Wein, der im Eichenfass gelagert wird, nimmt den Duft und Geschmack des Holzes mehr oder weniger stark an. Ein typisches Beispiel dafür ist die Chardonnay-Traube, die sich geradezu mit Eichenholzduft voll saugen kann. Kleine Eichenfässchen – die berühmten Barriques mit nur 225 Litern Fassvermögen – prägen den Wein besonders stark. Je grösser und älter die Fässer werden, desto schwächer kommt in der Regel die Eiche zum Ausdruck.

Eiche ist nicht gleich Eiche

Für die Fassproduktion stehen hauptsächlich zwei Anbaugebiete in Konkurrenz: Amerika und Frankreich. Eiche aus Amerika ist für den Ausbau des Rioja begehrt, während die edlen französischen Hölzer aus Limousin oder Allier für die anderen Weine bevorzugt werden. Die feinste Eiche wächst in den Wäldern von Troncais (Allier). Holz für qualitativ gute Fässer – es stammt von 80-jährigen Eichen – muss der Küfer vor der Verarbeitung nochmals einige Monate lagern. Um die Dauben in die richtige Fassform zu bringen, werden sie innen geflämmt oder getoastet. Die Art der Stärke dieser Röstung spiegelt in der Duftnote wider.

Eichenfässchen: eine bedeutende Kostenfrage

Ein neues Barriquefass kostet 850 Franken. Der Eichenduft wird aber nur bei den ersten Lagerungen abgegeben. Je neuer das Behältnis ist, desto stärker duftet also das Holz. Wird ein Fass mehr als zweimal eingesetzt, verschwindet der begehrte Effekt. Eichenholzessenzen, Eichenstäbe oder Eichenspäne sind wesentlich günstiger als ein neues Fass. Expertinnen und Experten behaupten jedoch, das Resultat sei nicht das gleiche. Bei edlen Weinen lohnt sich deshalb die Nachfrage nach Länge der Fassreife, Alter des Fasses und vielleicht sogar Art der Eiche.

Vom Holz zum Bukett

Der seit einigen Jahren anhaltende Trend zu kräftigen, manchmal sogar herben Eichenholznoten führt wie bei allen Übertreibungen zu zweifelhaften Ausbautricks und Qualitäten: Starker Eichenduft wird oft mit Güte gleichgesetzt. Grosse Weine aber schaffen sich ihren Namen seit Generationen durch das Gegenteil: Der vorerst dominante Holzduft tritt mit zunehmendem Alter zurück und verbindet sich mit den anderen Substanzen zu einem harmonischen, komplexen Buket.

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