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Barrique

Barrique WeinlexikonDas Barrique-Fass, vor 20 Jahren in den meisten Kellern noch unbekannt, hat sich zum festen Bestandteil der Kellereinrichtung entwickelt.

Als Barrique werden Eichenholzfässer mit einem Fassungsvermögen von ca. 225 Liter (max. 350 Liter) bezeichnet, die nicht wie ein traditionelles Holzfass «weingrün», also geschmacksneutral gemacht werden. Stattdessen röstet («toasted») man die Fässer von innen, ein Vorgang, der zu einer Art Karamelisierung der stärkehaltigen Holzbestandteile (Zellulose) führt.

Andere organische Substanzen im Holz wandeln unter Hitzeeinwirkung ihre chemische Struktur. Es entstehen Aldehyde, die das spätere Aromenbild der Weine beeinflussen. Je nach Stärke der Toastung treten Aromen wie Vanille, Karamell, Kokos, Kaffee oder Tabaknoten unterschiedlich stark auf. Diese Geruchseindrücke sollen, gepaart mit typischen Holzaromen, an den Wein abgegeben werden und diesen noch facettenreicher gestalten. Da die Tannine und Aldehyde nur in einer bestimmten Menge im Eichenholz vorhanden sind und mit jedem neuen Wein aus dem Holz ausgewaschen werden, kann ein Barriquefass höchstens drei Mal mit Wein «belegt» werden, wenn seine geschmackliche Besonderheit eine Rolle spielen soll. Bei weiterer Verwendung sinkt die Konzentration oft unter die Wahrnehmungsschwelle.

Bedenkt man, dass die Anschaffungskosten für ein solches Eichenholzfass bei bis zu 600 € liegen, so wird schnell klar, warum Barriqueweine immer in der gehobenen Preiskategorie zu finden sind. Außerdem braucht es für den Barrique-Ausbau Weine ausgesprochen hoher Qualität. Ziel des Barrique-Ausbaus ist immer, einen Wein mit opulenten Aromen und kräftigem Alkohol noch größer und vielschichtiger zu machen. Dabei ist außerdem zu beachten, dass ein BarriqueFass im Vergleich zu seinem Inhalt natürlich eine deutlich größere atmungsaktive Oberfläche hat als etwa ein Fuder (1000 Liter) oder Stückfass (1200 Liter). Dadurch wird die Reife der Weine beschleunigt.

Überraschend ist dabei, dass die Intensität des Barriquearomas nicht proportional zur Lagerdauer zunimmt. Weine, die nur drei oder vier Monate gelagert wurden, schmecken härter und unharmonischer als Weine, die ein bis zwei Jahre gelagert wurden. Das hat darin seinen Grund, dass bei längerer Lagerdauer die Tannine aus dem Holz harmonisch in das Aromengefüge des Weines eingebettet werden. Die Reife des Weines durch den Sauerstoff tut ihr übriges.

Bei Weißweinen ist es üblich, eine Vergärung des Mostes in der Barrique durchzuführen und die Weine zur Reife auf der Hefe (sur lie) liegen zu lassen. Da das Geruchs- und Geschmacksbild eines Weines erst während der alkoholischen Gärung endgültig entsteht, werden die Tannine direkt in die Aromenstruktur eingebaut und wirken weniger aufgesetzt, sondern butterig weich und rund.

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