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Stellung der Frau in der kirchlichen Hierarchie

Weitaus die meisten Zuschriften beschäftigen sich mit diesem Aspekt. Den vielen Möglichkeiten der Frau in der Gesellschaft und (bedingt) in der Gemeindearbeit stehen nur minimale Möglichkeiten in den kirchlichen Leitungs- und Amtsstrukturen gegenüber. Frauen sind hier absolut unterrepräsentiert, sie haben keine Entscheidungsbefugnis, Berufs- und Berufungsmöglichkeiten klaffen auseinander. Das alles erleben Frauen als Zurückweisung und Diskriminierung. Um so entschiedener setzen sie sich für einen gleichberechtigten Platz in der Kirche ein.

Wir tun alles, doch Verantwortung dürfen wir nicht tragen. (G171-285-0)
Es besteht ein eklatantes Mißverhältnis zwischen der Bedeutung der Frauen für das Funktionieren der alltäglichen Arbeit an der kirchlichen Basis und ihre Vertretung in der ''Kirchenspitze''. (G363-868-0)
Frauen identifizieren sich stark mit ihrer Kirche und engagieren sich hier. Zugleich erfahren sie eine Zurückweisung, die mehr ist als vereinzelte und zufällige Verweigerung, an den Entscheidungsprozessen und Leitungsstrukturen teilzuhaben. (VV-023-220)
In kirchlichen Entscheidungsgremien haben sie (die Frauen) ohne Amt keine Mitwirkungsmöglichkeit. (G367-923-0)

Das Thema Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Kirche beschäftigt viele; die Glaubwürdigkeit von Kirche steht mit deren Verwirklichung auf dem Spiel. Ohne dieselben Rechte können sich vor allem junge Frauen nicht in der Kirche wiederfinden. Die bisherigen Mitwirkungsmöglichkeiten (z.B. als Lektorin, Kommunionhelferin, Pastoralreferentin) werden zwar begrüßt, reichen aber nicht aus. Begründet wird die Forderung nach Gleichstellung häufig mit Jesu Verhalten gegenüber Frauen und mit der gesellschaftlichen Gleichstellung von Mann und Frau, die von einigen als Zeichen der Zeit für das Wirken des Geistes Gottes gedeutet wird.

Wie glaubwürdig ist Kirche, wenn sie der Frau ihren gleichberechtigten Platz verweigert, obwohl es biblisch-theologisch kein Hindernis gibt? (G351-804-0)
Die Jüngeren meinen, sich ohne Teilhabe an der Macht auch nicht in dieser Kirche wiederzufinden. Für sie ist diese Frage eine Frage der Glaubwürdigkeit von Kirche. Hier erleben sie Kirche eindeutig negativ - und das ihr Leben lang. (G142-183-0)
Die Stellung zur Frau (in der latent uralte Männerängste noch immer vorherrschen) ist skandalös. Wie leer wären unsere Kirchen, wie ohne Gott die Kinderherzen, wären die Frauen und Mütter nicht präsent und 'gehorsam' (aber für alle Zeiten??)! ... Wenn die Frauen aus der Kirche hinausgehen, dann nehmen sie auch ihre Kinder mit. Das ist nach unserer Ansicht eine zentrale Überlebensfrage! (G343-788-0)
Es wäre wünschenswert, daß die Kirchenoberen deutlich und ehrlich unterscheiden zwischen geschichtsbedingter, gesellschaftlicher Einschätzung der Frauen in den nachchristlichen Jahrhunderten und der spezifisch christlichen Haltung gegenüber Mann und Frau, und nur letzteres dürfte unserer Meinung nach für den Umgang mit der Frau in der Amtskirche maßgebend sein. (G232-476-0)
Das Evangelium wendet sich gleichermaßen an Frauen und Männer. Alle Menschen hat Jesus in seine Nachfolge berufen. (G313-709-0)
Pastoralreferentinnen, Meßdienerinnen und Lektorinnen können erst ein Anfang sein. (G262-647-0)


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HTML von F. Seiffert 24/9/1996
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