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Einschätzungen der Votanten

Reflexionen, Kritik, Beurteilung, Genese, Fragen

Das Ehrenamt ist in einer Krise, die in deutlichem Zusammenhang mit dem sog. Priestermangel gesehen wird. Dessen Folgen überfordern nicht nur die verbliebenen Priester, sondern auch die ehrenamtlich in der Kirche Engagierten.
Letztere sind bereit, ihr Bestes zu geben, aber es mangelt oft an konkreter Unterstützung von seiten derer, die sie unterstützen wollen oder an spezifischen Kenntnissen.
Die Bereitschaft, vor allem im Hinblick auf den Erhalt der überschaubaren Gemeinde, sich weiterhin zu engagieren, wird trotz des oben Dargelegten als sehr hoch eingeschätzt. Viele Voten sind von der Überzeugung getragen, daß es ein bedeutendes Potential an Mitarbeitern gibt, das es zu erschließen gilt: Die Begabungen in einer Gemeinde zu entdecken ist schwer, aber nicht unmöglich. Schwer ist es, die Menschen davon zu überzeugen, diese Gaben in der Gemeinschaft einzubringen. (G311-670-0) Die Aufgabe wird aber als umso dringlicher eingeschätzt, je deutlicher sich die Überforderung der Ehrenamtlichen abzeichnet. Immer mehr Arbeit lastet auf einem immer kleiner werdenden Kreis. Es werden kaum neue Mitarbeiter für eine kontinuierliche Gemeindearbeit hinzugewonnen. (G251-562-0)
Besondere Herausforderungen an die Mitarbeit von Laien tun sich da auf, wo durch bisher gute personelle Ausstattung oder/und bestimmte traditionelle Formen kirchlichen Lebens, z.B. in manchen ländlichen Pfarreien, der Weg von einer versorgten zu einer selbstsorgenden Gemeinde noch kaum beschritten worden ist. Da zwingt der Personalmangel nun zu einer schnelleren Gangart.
Ermutigend ist, daß die geschilderte Problematik nur wenig bejammert und daß kaum Resignation festzustellen ist. Obwohl die Kapazitäten zumeist erschöpft sind, nicht selten überstrapaziert, zielen die Voten auf Abhilfe und Auswege, nicht auf Rückzug.

Wir sind in unserer Gemeinde auf dem Weg, Verantwortung übernehmen zu lernen und umzusetzen. So erfahren wir Akzeptanz und man schenkt uns das Gefühl des Zu-Hause-Seins in der Gemeinde. Diese gemeinsame Verantwortung ist nur möglich durch ehrlichen und solidarischen Umgang miteinander. (G132-136-0) Unser Anliegen ist Ermutigung und Befähigung von Laien.(G311-677-0)
Die große Bereitschaft zur ehrenamtlichen Tätigkeit muß unterstützt werden durch höhere Sachmitteletats und wirkungsvolle Mitarbeit kompetenter hauptamtlich tätiger Fachleute.(G313-709-0)
Von der versorgten Gemeinde müssen wir zur mitsorgenden Gemeinde kommen. (G343-772-0)
Bei umfangreichen Aufgaben lassen sich Überforderungen erheblich reduzieren, wenn die Aufgaben arbeitsteilig geplant und von den Beteiligten in eigener Verantwortung durchgeführt werden (d.h., die Gruppe sorgt dafür, daß niemand überfordert wird). (G181-308-0)
Aufgrund der geringer werdenden Zahl an Ehrenamtlern kommt es zu einer Überlastung der Aktiven (dazu zählen auch die Hauptamtlichen). (G214-421-0)
Die Kirche lebt von ehrenamtlichen Mitarbeitern. Es bleibt die ständige Aufgabe, neue Laien für die ehrenamtliche Mitarbeit zu gewinnen. Das gelingt fast nur durch die persönliche Ansprache. Man sollte auch deutlich befristete Aufgaben anbieten. (G181-308-0)
Begrenzter, überschaubarer Einsatz motiviert zum Einbringen der unterschiedlichen Begabungen, Demotivation durch Überforderung. (G225-495-0)
Betroffenheit engagierter Mitarbeiter durch Kritiksucht von außen (''Amtskirche'', ''Verbotskirche'') und innen (übersteigerte Erwartungshaltung von Gemeindemitgliedern). G342-772-0)
Wer der Lebens- und Glaubenskompetenz der Menschen an der Basis (besonders der ''kleinen Leute'') traut, wird reich beschenkt und kann sich selbst neu erfahren. (VS-001-330)
Wir sehen im Streben nach persönlicher Vollkommenheit und Heiligkeit unabdingbare Voraussetzungen für ein glaubwürdiges und wirksames Zeugnis in der Welt, aber auch für die situationsbedingte Übernahme haupt-, neben- und ehrenamtlicher Dienste im seelsorglichen Bereich der Kirche. (VD-014-110)
In der Altenarbeit sind die Zeiten überwiegend betreuender Aktivitäten vorüber. Ältere nehmen ihre Belange verstärkt selber wahr. Dabei dokumentieren sich in ehrenamtlichen Handlungsfeldern gesellschaftliche Veränderungen (Strukturwandel der Ehrenamtlichkeit). Ehrenamtliches Engagement ist eine Ressource, auf die selbstverständlich zurückgegriffen wird. ... Mitverantwortung Älterer in Gremien der Gemeinde ist zu sehen als das Zur-Verfügung-Stellen wertvoller Kompetenz und Lebenserfahrung. Höheres Lebensalter ist kein Anlaß, sich aus Gremien zurückzuziehen. (VD-011-110)


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HTML von F. Seiffert 24/9/1996
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