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Sonntagsgottesdienste ohne Priester

Zu der brisanten Frage ''sonntäglicher Wortgottesdienst vor Ort oder Fahrt zu einer zentralen Eucharistiefeier'' gingen 86 Voten ein. Die deutliche Mehrheit der Votanten (61 Nennungen) spricht sich dafür aus, am Sonntag einen Wortgottesdienst mit oder ohne Kommunionspendung zu feiern, wenn in ihrer Gemeinde keine Eucharistiefeier möglich ist. Der Wert der Gemeinschaft, die sich versammelt, um Gott zu loben und ihm zu danken und sich gegenseitig zu stärken, hat für diese Zusender den Vorrang vor ihrem individuellen Bedürfnis nach Teilnahme an der Hochform des Gottesdienstes. Weil nach Ansicht dieser Votanten der Ernstfall (ein- oder zweimal monatlich vor dieser Alternative zu stehen) aufgrund des Priestermangels bald eintreten wird, fordern sie Hilfen und Signale vom Bistum. Laien, die ihre Bereitschaft erklären, sollen zur Leitung und Durchführung von Wortgottesdiensten befähigt und beauftragt werden.

Die Versammlung am Ort zu einem Wortgottesdienst hat Vorrang vor dem Besuch einer zentralen Eucharistiefeier ohne Gemeindebezug. Ebenso kann ein Priester, der nur für die Feier der hl. Messe in die Gemeinde kommt, keine Beziehung zur Gemeinde aufbauen und wird daher auf Dauer nicht gemeinschaftsfördernd sein. (G342-766-0)
Priesterlose Sonntagsgottesdienste können in Zukunft nötig sein, wenn es immer weniger Priester gibt. Problem: Motorisierte würden die Gemeinden verlassen, um einen vollwertigen Gottesdienst mitzubekommen. Die Gemeinden würden auseinanderfallen, die Nicht-Motorisierten blieben auf der Strecke, insbesondere die Alten. Von der Amtskirche muß der Wert eines Wortgottesdienstes anerkannt werden. Die Gemeinden sind auf die Priester fixiert, die Struktur der Kirche ist auf den Priester ausgerichtet. (G213-401-0)
Wir wollen nicht auseinanderlaufen, wenn uns der Bischof eines schlechten Tages unseren Pfarrer zu 75% entzieht. Das böse Wort vom ''Sakraltourismus'' klingt an. Es bedeutet das Hinterherfahren hinter unserem Pfarrer, dahin, wo er gerade die Messe liest. Wir fühlen uns in unserer Kirche zu Hause! Dieses Denken und Fühlen darf nicht zugunsten einer vermeintlichen Erfüllung der ''Sonntagspflicht'' abhanden kommen, als deren fatale Folge das Aufsuchen einer Kirche mit ''richtiger'' Eucharistiefeier stehen könnte. (G161-260-0)
Da die Gottesdienste unserer kleinen Landpfarrei hauptsächlich von älteren Menschen besucht werden, hat ein Wortgottesdienst mit Kommunionausteilung Vorrang vor der Fahrt zu einer zentralen Eucharistiefeier. Älteren Menschen, besonders Frauen, fehlt in der Regel die Fahrmöglichkeit. (G251-571-0)
Da auf Dauer nicht sicher ist, daß die sonntäglichen Eucharistiefeiern stattfinden können, sollte es Aufgabe des Bistums sein, Laien durch geeignete Kurse zu befähigen und zu ermutigen, Wortgottesdienste verschiedenster Art zu gestalten und zu leiten. (Im Bistum Limburg soll es so etwas schon geben.) (G133-142-0)
Wir wünschen, daß Laien in unserer Gemeinde zu Wortgottesdienst- und Kommunionhelfern zugelassen werden. Deshalb bitten wir, daß bei der Priesterausbildung und dem Priesterrat Einfluß genommen wird, daß Laien dazu ausgebildet werden. (G227-520-0)

Die restlichen 25 Zusendungen votieren uneinheitlich und zerfallen in drei Gruppen: 10 Votanten sprechen sich für eine Eucharistiefeier in einer anderen Kirche aus. Die zentrale Bedeutung der sonntäglichen Meßfeier für ihr Leben ist bei dieser Gruppe der entscheidende Grund für ihr Votum, bei dem sie auch die erkannten Nachteile (Mühen einer Fahrt, Verzicht auf die vertraute Gemeinschaft) in Kauf nehmen. 9 Zusender nehmen die Alternative ''Wortgottesdienst oder zentrale Eucharistiefeier'' nicht an. Für sie ist erklärtermaßen die sonntägliche Eucharistiefeier in der Gemeinde unverzichtbar. Das Bistum hat dafür zu sorgen, daß sie stattfinden kann. Als Hilfen werden veränderte Zulassungsbedingungen zum Priesteramt genannt. 6 Votanten teilen keine Entscheidung bzw. ein Unentschieden mit. In ihren Pastoralgesprächsgruppen war je die Hälfte der Teilnehmer für die eine oder die andere Lösung.

Die hl. Messe ist das zentrale Sakrament, in dem Christus selbst gegenwärtig ist. Selbst wenn sie in der Nachbarpfarrei gefeiert wird, ist ihr der Vorrang vor einem bloßen Wortgottesdienst zu geben. Das Meßopfer ist wichtiger als das örtliche Gemeinschaftsgefühl! (VD-021-180)
Fahrt zu einer zentralen Eucharistiefeier hat Priorität. (Das Gefühl der Gemeinde - Gemeinschaft - geht aber verloren). (G342-772-0)
Wir wollen keine Versorgung. Es geht um wesentlich mehr. Brotbrechen ist essentiell für den sonntäglichen Gottesdienst in der, in unserer Gemeinde. Die sonntägliche Eucharistiefeier ist Pflicht, gar unter Androhung schwerer Sünde (Neuer Katechismus). Daraus resultiert auch eine Pflicht unserer Kirche. Deshalb hat die Gemeinde für priesterlose Sonntagsgottesdienste oder Fahrten zu zentralen Eucharistiefeiern kein Verständnis. Wir lehnen diese Lösung strikt ab. Es gibt viele und klare Alternativen. Die Kirche muß endlich den Mut haben, diese aufzugreifen. Jede Gemeinde braucht ihren eigenen Priester! Deshalb der Wunsch auf ''dringende Beseitigung des Priestermangels''. (G225-498-0)
Wir sind aber der Meinung, daß Fahrten zu zentralen Eucharistiefeiern langfristig zu einer Auflösung der Gemeinden führen und die Distanz beschleunigen werden. Die Pflicht der Kirchenleitung, dafür zu sorgen, daß Eucharistie gefeiert werden kann, ist wichtiger als Festhalten am traditionellen Priesterbild. Wir befürworten daher eine konsequente Öffnung des Zugangs zum Priesteramt. (G184-362-0)
Wenn nur noch zweimal im Monat eine Messe am Ort angeboten wird, würde die eine Hälfte der TeilnehmerInnen den Wortgottesdienst am Ort besuchen, die andere Hälfte eine Eucharistiefeier in einer anderen Gemeinde vorziehen. (G314-716-0)


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HTML von F. Seiffert 24/9/1996
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