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Aufgaben und Chancen des Religionsunterrichtes

Wahrnehmung: Der Religionsunterricht, so wird festgestellt, ist in vielen Fällen für Schüler die erste wirkliche Begegnung mit Grundthemen und Fragen des kirchlichen Glaubens und Lebens, zumal solches das Elternhaus oft nicht leisten könne.

Da Schule oft eine erste Begegnung mit dem Christentum darstellt, kann der RU mit Unterstützung der Ortsgemeinde für Kinder eine erste Ebene darstellen, Kirche überhaupt kennenzulernen und dann Gemeindeleben persönlich zu erfahren. (D-312)
Nicht zu vergessen sind die oftmals schlechten Rahmenbedingungen im Elternhaus; christliche Grundwerte wie sonntäglicher Kirchgang, Empfang der Sakramente und häusliches Gebet werden immer seltener vorgelebt. (SB-343-C)
Ausdrücklich wurde die Qualität des Religionsunterrichtes an den Schulen bemängelt.(G227-531-0)

Einschätzung: Es wird mehrfach betont, daß der Religionsunterricht ein wichtiger Dienst an Kindern und Jugendlichen ist, in dem ihnen ein differenziertes Wirklichkeitsverständnis und grundlegende Werte vermittelt werden. Die Suche nach Lebenssinn wird als Chance einer Begegnung mit christlichen Lebensentwürfen betrachtet. Einerseits wird eine Orientierung des Religionsunterrichtes an heutigen Themen und Fragen gefordert, andererseits werden die sog. ''Modethemen'' als dem Religionsunterricht abträglich bewertet.

Wir sehen den Religionsunterricht grundsätzlich als diakonale Aufgabe an unseren Kindern und Jugendlichen. Der Dienst, a) ein differenziertes Wirklichkeitsverständnis aufzubauen, b) grundlegende Werte zu vermitteln, fällt in vielen anderen, pädagogisch relevanten Bereichen (bes. Elternhaus) häufig aus, so daß für viele Kinder und Jugendliche der Religionsunterricht der einzige Ort dieser Erziehung ist. (D-313)
Oberstes Ziel des Religionsunterrichts muß die Vermittlung unseres Glaubens sein - weniger im Sinne der Dogmatik, sondern der Fundamentaltheologie, ... um den Schülern eine Ahnung von dem Geheimnis Gottes zu vermitteln. (G184-362-0)

Perspektiven: Eine Grundforderung zielt auf die Aufwertung des Religionsunterrichtes durch Überarbeitung der Curricula, damit es gelingen kann, die Lebensthemen der Jugendlichen mit religiösen Grundlagen in Verbindung zu bringen. Vereinzelt wird ein restriktives Vorschreiben von Religionsbüchern erwartet. Es wird von einigen Votanten darauf verwiesen, daß eine Kooperation mit der evangelischen Kirche erstrebenswert sei, und gelegentlich wird ökumenischer Religionsunterricht gefordert.

Der RU muß wieder an allen Schulen aufgewertet werden. Dazu bedarf es keiner zusätzlichen Stunden, sondern die Curricula sind so zu überarbeiten, daß sie als Grundlage eines für Jugendliche ansprechenden Unterrichts dienen können. (D-184)
... daß der Religionsunterricht eine stärkere handlungsorientierte Ausrichtung erhält. Hier kann auch religiöse Sprache von jungen Menschen neu gefüllt werden mit Erfahrungen aus ihrem eigenen Leben. (G171-283-0)
Einen gemeinsamen Religionsunterricht in Schulen, wo evangelischer und katholischer Religonsunterricht mangels Schüler oder Lehrer nicht getrennt möglich ist. (G132-139-0)


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HTML von F. Seiffert 24/9/1996
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