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Gemeindliche Verkündigung in der Sakramentenkatechese

 

Wahrnehmung: Die Aussage ''Wir stecken in einer intensiven Suche nach neuen Wegen in der Sakramentenpastoral'' bildet den Grundtenor dieses Kapitels. Der bisherige, eher selbstverständliche Zugang zu den Sakramenten ist vielfach verschüttet, weil immer weniger Vorerfahrungen und Kenntnisse anzutreffen sind. Die notwendige Zusammenarbeit mit den Eltern wird immer schwieriger. Diese entwickeln teilweise massive Widerstände gegen Einbeziehung und Beteiligung.

Ansätze zu neuen Wegen in der Katechese sind erst zaghaft sichtbar. Grundsätzlich ist die gegenwärtige Zeit von einem intensiven Suchen nach solchen neuen Wegen gekennzeichnet, hat sich die Ausgangslage in den letzten 20 Jahren doch erheblich geändert. Die bisherigen traditionellen Zugänge lassen sich nur noch unter Schwierigkeiten aufrecht erhalten. (G162-369-0)
Was aber die Arbeit in jüngerer Zeit deutlich erschwert, ist, daß das Glaubenswissen sowohl der vorzubereitenden Kinder und Jugendlichen wie der neu hinzukommenden Eltern deutlich geringer ist als früher. Grundlegende Gebete und Zeichen, liturgische Verhaltensweisen und Formen, die früher vorausgesetzt werden konnten, müssen nun bei Kindern und (!) Eltern erst grundlegend erarbeitet werden. (G143-197-0)
Der Vorbildcharakter der Eltern in der Glaubensvermittlung ist von entscheidender Bedeutung für die religiöse Entwicklung des Kindes. Die Eltern sind durch diese Aufgabe aber inzwischen oft überfordert und vielfach hilflos. (G117-093-0) Gleichwohl schien es den Teilnehmern am Pastoralgespräch angesichts der Bedeutung der Sakramente als unverzichtbar, ein gewisses Elternengagement einzufordern. (G251-562-0)

Einschätzung: Bei aller Wertschätzung der Arbeit durch ehrenamtliche Katecheten/innen wird jedoch in den Voten sehr deutlich, daß eine Erneuerung der Sakramentenpastoral nicht ohne die stärkere Mitwirkung der Eltern möglich ist. Die Einbeziehung der Eltern ist mühsam, auf Dauer aber unerläßlich. Es bleibt die schmerzliche Frage, wie der Zugang zu den Sakramenten glaubensstiftender gestaltet werden kann, wohl wissend, daß man derzeit kaum Kinder von der Erstkommunion zurückweisen kann.

Die Begleitung der Mütter und Väter der Kommunionkinder, und je nach Alter auch der Firmlinge, muß vordringlichste Arbeit in der Vorbereitung auf die Sakramente sein. Noch so begeisterte Kinder und Jugendliche fallen in ein Loch, wenn sie zu Hause auf kein Verständnis stoßen. (G363-868-0) Sollten überhaupt KatechetInnen die Kinder vorbereiten oder sollten nicht die Eltern selbst befähigt und unterstützt werden, ihre Kinder selbst vorzubereiten?
Eine Begleitung der Erstkommunionkinder und Firmlinge durch die Katecheten/innen über das jeweilige Fest hinaus sollte zur Gewohnheit werden. (G181-308-0)

Perspektiven: Um der Ernsthaftigkeit der Sakramente, daß es sich dabei nämlich um Gaben für das Leben handelt, eine Chance zu geben, wird eine Intensivierung der Vorbereitung gefordert, gekoppelt an eine zeitgemäße Elternarbeit. Es wird auch darauf verwiesen, daß die starke Nachfrage nach Sakramentenempfang als Brücke zu einer Fernstehenden-Pastoral verstanden werden könne, denn wenn die Gemeinden als offen und einladend erfahren werden, kann dies zu einer neuen Entdekung von Glaube und Evangelium führen.

Eltern miteinbeziehen, verantwortlich machen (Konzept ''Bihler''), kein Jahrgangsanmelden, sondern nach Reife entscheiden. (G312-696-0) Wir wünschen uns hier neue Überlegungen zur Sakramentenpastoral, prüfende und vorbereitende Elterngespräche vor der Anmeldung und Elterngesprächskreise. (G262-647-0)
Wir sehen die starke Nachfrage nach kirchlichen Feiern, wie der Erstkommunion, auch als Chance der Fernstehendenpastoral. Die Feier der Erstkommunion sollte darum die Gemeinde als einladende Gemeinschaft erfahrbar werden lassen. (G171-287-0)




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HTML von F. Seiffert 24/9/1996
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