Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie Nachrichten von Radio Vatikan vom Sonntag, 19.03.00

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Redaktion: Gabi Verbeek

Aus unserer Berichterstattung über die Heiligjahrfeiern für die Handwerker:

Der Festtag des heiligen Joseph gab am Sonntag den liturgischen Anlass für das Sonderjubiläum seiner Berufskollegen: der Handwerker. Rund 40.000 Menschen waren am Sonntag zur Heiligen Messe mit Papst Johannes Paul II. auf dem Petersplatz versammelt. Die große Mehrheit kam aus Italien, wo noch immer ca. ein Fünftel der arbeitenden Bevölkerung im Handwerk tätig ist, und zwar zunehmend auch wieder junge Leute. An die 5.000 der Pilger kamen aus dem Ausland. Viele von ihnen waren in den traditionellen Trachten ihrer jeweiligen Innung gekommen.

In seiner Predigt stellte der Papst die beiden großen Vaterfiguren des alten Bundes und der Kirche in den Mittelpunkt seiner Betrachtung: Abraham, der durch seinen unbedingten Gehorsam zum Vater des Glaubens wurde, und Joseph, den er als demütiges und unermüdliches Abbild des himmlischen Vaters bezeichnete: "An der Seite des Heiligen Joseph begegnet ihr dem Sohn Gottes, der unter seiner Anleitung die Kunst des Tischlerns lernt und so 30 Jahre lang selber das "Evangelium der Arbeit" lebt. Darin spiegele sich bereits die Botschaft von der Erlösung durch Kreuz und Auferstehung. Das ist die Lektion, die jede Generation aufs neue lernen muss. Jede Generation - auch die unsere! Auch die Mühe und die Last der täglichen Arbeit erhalten durch den Glauben an den gestorbenen und auferstandenen Christus eine neue Verheißung. Sie gehören untrennbar zu dem Heilsplan, den der Vater durch das Kreuz des Sohnes entwirft. In diesem Bewusstsein könnt ihr, liebe Handwerker, die Werte wiederbeleben, die eure Arbeit immer gekennzeichnet haben: Sorgfalt, Unternehmergeist, die Förderung künstlerischer Fähigkeiten, Freiheit und Kooperation, das richtige Verhältnis zwischen Technik und Umwelt, die enge Verbindung mit der Familie und die gute Nachbarschaft."

Der Papst erinnerte an bewundernswerte Synthese von Kultur und Glaubensleben, die das Handwerk vergangener Jahrhunderte geschaffen habe und forderte die Gläubigen auf, in die Schule der Heiligen Familie von Nazareth zu gehen. Dort könnten sie lernen, wie das christliche Leben mit Gebet und Arbeit im Alltag gelebt werden könne.

Auch im weiteren Verlauf der Liturgie stand die Welt der Arbeit im Mittelpunkt von Danksagung und Fürbitten. Zur Gabenbereitung trugen Handwerker in Trachten neben Brot und Wein verschiendste Produkte aus ihrer Arbeit zum Altar, einen Ziegelstein, eine Lampe und das Paneel einer Restauratorenwerktstatt.

Im Anschluss an die Eucharistiefeier betete der Papst mit den Gläubigen das Angelusgebet und forderte sie auf, den besonderen Gebets- und Fastentag am kommenden Freitag nicht zu vergessen: Die Kirche wolle an diesem Tag besonders die Missionare denken, vor allem an jene, die ihren Glauben mit dem Blut bezeugt haben. Außerdem bat er alle Gläubigen um ihre besondere Begleitung im Gebet während seines Besuchs im Heiligen Land: "Mit tiefer Bewegung werde ich jene Orte besuchen, an denen das Wort Fleisch geworden, gelebt hat, gestorben ist und auferstanden zu unserem Heil. Möge dieser Besuch, der ausschließlich religiöse Motive hat, reiche Frucht für die ganze Kirche bringen.

Die Nachrichten:

Vatikanstadt

Der Päpstliche Rat für die Migranten und die Menschen unterwegs feierte am Sonntag sein 30-jähriges Bestehen. Er wurde am 19. März 1970 von Papst Paul VI. ins Leben gerufen. Der Rat ist im Vatikan nicht nur für die Probleme von Ein- und Auswanderern zuständig, sondern z.B. auch für Reisende und die Berufssparte Tourismus.

Europa

Deutschland

Der Münchner Kardinal Friedrich Wetter hat an die Katholiken appelliert, ihr christliches Profil deutlicher zu entwickeln. In einem zunehmend multikulturellen Umfeld msüssten sich Christen zu einer Antwort auf die Frage herausfordern lassen, wer sie seien, schreibt Wetter in seinem am Wochenende in den Gemeinden verlesenen Hirtenwort zur Fastenzeit. Zu den sichtbaren Seiten der Gemeinschaft mit Gott gehöre zum Beispiel, dass man dem Gottesdienst bei der Planung des Sonntags den Vorrang einräume.

Das deutsche Notärztekomitee Cap Anamur sieht keinen Grund für eine Entwarnung in Mosambik. Andauernde Regenfälle und die durch die Überschwemmungskatastrophe zerstörte Ernte erforderten weitere Hilfsmaßnahmen, teilte die Organisation mit. Gestern ist ein von Cap Anamur gechartertes Schiff mit mehr als 200 Tonnen Lebensmitteln in Richtung Mosambik.

Die Veranstalter der am Wochenende zuende gegangenen Behindertenwerkstätten-Messe in Offenbach haben eine positive Bilanz gezogen: 131 Werkstätten hätten sich an der dreitägigen Messe beteiligt. Zu Publikumszeiten seien fast 4.500 Besucher gezählt worden.

Italien

Der deutsche Jesuit Peter Gumpel hat gegen ihn erhobene Antisemitismus-Vorwürfe energisch bestritten. Der in einem Interview mit dem kanadischen Fernsehen gefallene Satz "Die Juden haben Jesus getötet" sei aus dem Zusammenhang gerissen worden, sagte Gumpel. Von dem insgesamt zweistündigen Interview sei nur dieser eine Satz verwendet worden. Der Antisemitismusvorwurf treffe ihn persönlich besonders, da auch Mitglieder seiner Familie von den Nationalsozialisten umgebracht worden seien, so Gumpel.

Die Franziskaner von der Grabeskirche des Heiligen Franziskus in Assisi wollen die Pilgerreise PJPII ins Heilige Land mit einer einwöchigen Gebetswache begleiten. Damit kommen sie einem besonderen Wunsch des Papstes nach, der eine Delegation des Konvents bei einer Audienz um das besondere Gebet am Grab des Franzikus gebeten hatte, heißt es aus Assisi.

Nordirland

Zwei Kardinäle haben eindringlich an die Konfliktparteien im Land appelliert, den Friedensprozess nicht scheitern zu lassen. Der in der US-amerikanischen Bischofskonferenz für ausländische Angelegenheiten zuständige Bernhard Law mahnte alle Seiten, im Einsatz für den Frieden trotz allen Problemen nicht aufzugeben. In den Gesprächen sei man derart weit gekommen, dass sich ein Fehlschlag geradezu verbiete. Der ehemalige irische Primas, Kardinal Daly, appellierte an das Verantwortungsbewusstsein sowohl der Protestanten als auch der Katholiken.

Der Vorsitzende der Ulster Unionist Party, David Trimble, war mit seinem jüngsten Vorstoß zu neuen Friedensverhandlungen auf beiden Seiten auf Skepsis gestoßen.

 

Afrika

Uganda

Die Zahl der Sektenmitglieder, die sich in der Nacht zum Samstag bei einem Massenselbstmord in ihrer Kirche verbrannt haben, ist wohl weit höher als zunächst angenommen. Die Agenturen sprechen inzwischen von bis zu über 600 Todesopfern. Die Sekte hatte laut Polizei-Ermittlungen Verbindung zur Rebellengruppe "Widerstandsarmee des Herrn". Die Mitglieder der endzeitlichen Sekte "Verbindung der zehn Kommandanten Gottes" hatten sich am Freitag abend in ihrer Kirche verbarrikadiert und das Gebäude während des Gottesdienstes angezündet. Unklar ist noch, ob der Anführer der Sekte sich unter den Toten befindet oder ob er sich ins Ausland abgesetzt hat

 

Asien

Israel

Unmittelbar vor der Pilgerreise des Papstes ins Heilige Land ist der für den Papstbesuch vorgesehene Hubschrauber-Landeplatz bei Jerusalem verwüstet und mit anti-Papst-Parolen beschmiert worden. Die Polizei vermutet jüdische Extremisten als Urheber. Obwohl Umfragen in Israel eine große Unterstützung für den Papstbesuch zeigen, haben einige extremistische Gruppen ihren Widerstand angekündigt.

China

Die Staatsführung hat elf muslimische Separatisten hinrichten lassen. Das Todesurteil war wegen einer verbotenen Versammlung unter freiem Himmel im der autonomen Region Xinjiang verhängt worden.

 

Amerika

Argentinien

Die acht evangelischen Kirchen des Landes haben eine gerechtere Verteilung der Güter in der Welt gefordert. In einem Brief an die bei der Weltbank für Südamerika zuständige Direktorin beklagen die Kirchenvertreter die wachsende Verelendung ganzer Bevölkerungsschichten aufgrund einer ungerechten Wirtschaftspolitik. Das für Argentinien registrierte Wirtschaftswachstum der letzten Jahre habe für die Bevölkerung keine Fortschritte gebracht, schreiben sie.

 

Man hört Radio Vatikan täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A, durch Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog) und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

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