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Hier finden Sie unsere Nachrichten vom 17.3.2000

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Redaktion: Elisabeth Gsell

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AUS UNSERER BERICHTERSTATTUNG:

 

Start der Papstreise nach Israel am Montag

 

Am kommenden Montag tritt Papst Johannes Paul II. seine lang erwartete Reise nach Israel an. Von Juden aus aller Welt, aber auch von palästinensischer Seite werden große Hoffnungen an diese Reise geknüpft. Die verschiedenen Seiten wünschen sich durch den Paspt eine Stärkung ihrer politischen Situation. Das birgt Gefahren für die Reise. Der Papst kommt als Pilger ins heilige Land, er hat eine rein spirituelle Zielsetzung. Doch die Umstände erschweren das. Denn was er auch tut, es hat einen politischen Rahmen. Ob er auf streng israelischem Staatsgebiet betet oder auf Land, das die Palästinenser beanspruchen, es wird als Zeichen verstanden. Ob er auf einem Hubschrauberlandeplatz ankommt, der auf den erhofften Staat der Palästinenser gehört, oder auf einem sicher israelischen, es hat nicht nur Zeichenkraft, sonder kann später als Rechtstitel gewertet werden. Der Papst wohnt bei all seinen Reisen in der päpstlichen Nuntiatur, wo er Herr im Haus ist. Die vatikanische Nuntiatur in Israel ist aber in Tel Aviv, wo alle Botschaften sind, weil die Staatengemeinschaft Jerusalem nicht als Hauptstadt des Landes anerkennt. Der Nuntius in Israel ist aber gleichzeitig auch päpstlicher Delegat für die Kontakte zu allen kirchlichen Stellen. Als solcher hat er eine Residenz in Jerusalem und zwar auf einem Gebiet, das die Palästinenser für ihren zukünftigen Staat beanspruchen. Wenn nun Regierungschef Barak den Papst als Staatsoberhaupt hier besuchte, könnte dies als Anerkennung eines eigenen palästinensischen Staates ausgelegt werden. Daher macht Barak dem Papst in Nazareth eine Visite, weil dies originär israelishes Gelände ist. Diese Beispiele mögen zeigen, wie schwer es ist, päpstlicher Pilger zu sein auf vermintem Gelände

 

DIE NACHRICHTEN:

 

Vatikanstadt

Der Präsident des päpstlichen Familienrates, Kardinal Lopez-Trujillo hat den Europarates scharf kritisiert, der das Recht von homosexuellen Paaren auf rechtliche Anerkennung forderte. Ehe und Familie seien notwendige Güter für die Gesellschaft. Sie dürften nicht durch die rechtliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren untergraben werden. Lopez-Trujillo betonte, es sei nicht nur eine rein katholische Lehre, daß der Staat auf der Familie gründe.

 

Europa

Deutschland

Der Tübinger Theologe Bernd Jochen Hilberath hat den Diözesen vorgeworfen, sie vertrauten zu sehr den technischen Organisatoren. Daher würden Pfarreien zu leichtfertig zu Seelsorgseinzheiten zusammengefaßt, wenn man Personalengpässe sehe. Hilberath meinte bei einem Studientag für pastorale Berufsgruppen, dadurch entstünden Notlösungen, die die Zukunft verbauten.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hat die Initiative der Bundesregierung kritisiert, EDV- Spezialisten aus Indien für einen begrenzten Zeitraum anzuwerben. Die entwicklungspolitische Sprecherin des Komitees, Barbara Krause, bemerkte, daß mit der Aktion betroffenen Ländern ausgerechnet qualifizierte Arbeitskräfte abgezogen würden, welche dort entscheidend zur Entwicklung beitragen könnten. Der Mangel an qualifizierten EDV- Spezialisten in Deutschland stelle, nach Meinung des Verbandes, auch eine deutliche Anfrage an die Planungskompetenz der Industrie.

Der internationale Rat der Christen und Juden hat der Vergebungsbitte von Papst Johannes Paul II. großen Respekt gezollt. Der Papst hatte eine der sieben Bußbitten der Schuld gegenüber dem jüdischen Volk gewidmet und betone, der Vereinigung zufolge, damit erneut die besonderen Beziehungen zwischen der Kirche und dem Judentum.

Der Sozialdienst katholischer Frauen ist enttäuscht darüber, dass die Bischöfe auf ihrer Frühjahrsvollversammlung keine Stellengarantie für die SKF-Beraterinnen in den katholischen Beratungsstellen abgegeben haben. Damit würden die Beraterinnen erneut verunsichert, sagte eine Sprecherin. Der Trierer Bischof Spital hatte erklärt, die Bischöfe könnten eine solche Garantie nicht abgeben, weil es sich formalrechtlich um eine eigene Firma handle.

Der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich ist neuer Catholica-Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-lutherischen Kirche Deutschlands. Friedrich tritt die Nachfolge von Bischof Hans Christian Knuth an, der im Oktober zum Leitenden Bischof der Evangelisch-lutherischen Kirche gewählt worden war. Der Catholika-Beauftragte ist speziell für den Dialog mit der römisch-katholischen Kirche zuständig.

Gegen eine Vorliebe von Bistumsverwaltungen für Organisationsentwickler hat sich der Tübinger Theologe, Bernd Jochen Hilberath, ausgesprochen. Die in vielen Diözesen verbreitete Zusammenfassung von Pfarrgemeinden zu Seelsorgeeinheiten, zeige, daß vorschnell auf Personalengpässe reagiert werde. Dabei bestehe die Gefahr, mit Zwischen- und Notlösungen Zukunft zu verbauen. Das sagte Hilberath gestern bei einem Studientag für pastorale Berufsgruppen in Hildesheim.

In Nordrhein-Westfalen ist der Verein „Frauen beraten / Donum Vitae e.V. NRW" gegründet worden. Ziel des neuen Vereins ist die Fortführung der gesetzlichen Schwangerenkonfliktberatung in der Trägerschaft von Katholiken. Dabei soll vor allem die „Fachkompetenz"des Caritasverbandes und des Sozialdienstes Katholischer Frauen SKF in die künftige Tätigkeit des Vereins einbezogen werden.

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat dazu aufgerufen, mit aller Härte gegen Rechtsradikale vorzugehen. Wo Rechtsradikalismus sich offen zeige, müßten Polizei und Justiz die einschlägigen Strafgesetze mit aller Deutlichkeit anwenden. Das betont der Kanzler in einem Interview der Leipziger Volkszeitung.

Österreich

Die Katholische Frauenbewegung der Erzdiözese Wien, hat der ältesten Niederösterreicherin, Frau Erna Zabranski aus Reichenau an der Rax, heute zu derem 108. Geburtstag gratuliert. Die Jubilarin hat sich vierzig Jahre lang für die Frauenbewegung engagiert und zugleich auch viele Jahre lang als Pfarrleiterin gearbeitet

Schweiz

 

Frankreich

Für eine rechtlich verbindliche Grundrechtscharta der Europäischen Union hat sich das Europaparlament in Straßburg ausgesprochen. Das meldet am Freitag die KNA. In der Charta, die in den EU- Vertrag aufgenommen werden soll, fordern die Abgeordneten unter anderem die sozialen Grundrechte in der EU zu verstärken.

Ein internes und externes Kontrollsystem für das Europäische Patentamt in München hat die christdemokratische EVP-Fraktion im Europaparlament gefordert. Anlaß dafür ist die umstrittene Erteilung eines Patentes auf menschliche Stammzellen teilte die EVP-Bioethik-Arbeitsgruppe am Donnerstag dazu in Straßburg mit.

 

Belgien

Das Parlament hat einstimmig ein Gesetz verabschiedet, wonach Ehepaare schon nach zwei Jahren Getrenntlebens geschieden werden können. Die bisherige Grenze lag bei fünf Jahren. Der KNA zufolge begründeten die Abgeordneten ihre Entscheidung damit, daß damit Streitverfahren bei Scheidungen vermieden werden können, welche besonders zu einer Belastung betroffener Kinder geführt hatten.

 

Afrika

 

Nahost

Saudi- Arabien

Über 2,7 Millionen Moslems sind in diesem Jahr nach Mekka gepilgert - das gaben offizielle Stellen heute bekannt. Demnach kamen knapp 500.000 der Pilger aus Saudiarabien selbst, die restlichen aus aller Welt. Die Wallfahrt verlief in diesem Jahr vergleichsweise ruhig. Zwei Todesopfer gab es lediglich bei einem starken Gedränge an der heiligen Quelle Zamzam.

Liberia

Pressemeldungen zufolge hat die Regierung in Monrovia zwei katholische Rundfunksender geschlossen. Polizeikommandos hätten am Mittwoch die Schließung der beiden Sender „Radio Veritas" und „Star Radio" wegen angeblicher Bedrohung der Sicherheit und des Versöhnungsprozesses vollzogen.

 

 

Asien/Ozeanien/Australien

 

Amerika

Auf scharfen Protest ist eine Kampagne gestoßen, den Vatikan aus der UNO zu drängen. Deren Initiatoren sind gegen den Vatikan, da sie die Haltung der katholischen Kirche zu Familienplanung und Abtreibung ablehnen. Der Vatikan ist, wie die Schweiz, nicht UN- Mitglied, sondern hat den Status eines ständigen Beobachters. Mehrere Politiker sprachen sich für ein Verbleiben des Vatikans aus, da es andernfalls zu schweren Verstimmungen im Verhältnis zwischen den USA und den Vereinten Nationen kommen könnte.

 

Der Jüdische Weltkongreß hat Österreich aufgefordert, alle noch lebenden Juden oder deren Erben , deren Besitz während des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmt wurde, zu entschädigen. Wie dazu der Direktor des Kongresses, Elian Steinberg, mitteilte, beläuft sich der Wert der damals eingezogenen Güter auf über eine Milliarde US Dollar.

Vereinte Nationen

Die UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung FAO hat die internationale Gemeinschaft zur Hilfe für die Mongolei aufgerufen. Wie dazu am Donnerstag in Bangkok mitgeteilt wurde, ist deren Bevölkerung von einer Hungersnot , deren Ausmaße noch nicht abzusehen sind, bedroht. Ernte und Viehbestände sind einem Jahrhundertwinter zum Opfer gefallen, bei dem Temperaturen bis minus 45 Grad verzeichnet wurden. Als Soforthilfe werden vor allem Lebens- und Arzneimittel sowie Bekleidung benötigt.

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