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Hier finden Sie unsere Nachrichten vom 16.3.2000

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Redaktion: Eberhard v.Gemmingen SJ

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AUS UNSERER BERICHTERSTATTUNG:

Die Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe ist heute zuende gegangen. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Schwangerenkonfliktberatung, die staatliche Rechtsstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren, die Präimplantationsdiagnostik, Reform der Alterssicherung und die Professio fidei. Einzelheiten von Pater Eberhard v. Gemmingen SJ.

In der Schwangerenberatung werden die deutschen Diözesen zunächst unterschiedliche Wege gehen. Sie müßten flexibel nach angemessenen Lösungen suchen, sagte Bischof Lehmann vor der Presse. Erst mittelfristig könne man ein gemeinsames Konzept finden. Die Meinungen der Oberhirten bezüglich Donum Vitae gehen auseinander. Die Bischöfe lehnen- nach Angaben von Bischof Lehmann- ferner ein Rechtsinstitut für gleichgeschlechtliche Partnerschaften ab, das diese der Ehe annähert oder sie ihr gleichstellt. Die Ehe müsse in ihrer besonderen, ja einzigartigen Stellung als Gemeinschaft geschützt werden. Das bedeute aber keinerlei Zurücksetzung homosexuell orientierter Menschen. Zur Präimplantationsdiagnostik sprechen die deutschen Oberhirten ein klares Nein, denn dabei werde das absolute Lebensrecht mißachtet. Als Grund erkennen sie auch den Wunsch der Eltern nicht an, ein gesundes Kind zu bekommen. Unumgänglich halten die deutschen Bischöfe aber eine Reform der staatlichen Alterssicherung. Diese müsse berechenbar bleiben und dürfe die aktive Generation nicht überfordern. Mit Blick auf die sogenannte Professio fidei haben sich die Bischöfe jetzt darauf verständigt, die von Rom vorgegebene deutsche Übersetzung zu benutzen. Man habe den Versuch aufgegeben, eine eigene zu erstellen.

 

 

Nach wochenlangem Tauziehen haben die britische Regierung und die Kirchen des Landes ihren Streit um den Sexualkundeunterricht an den Schulen beigelegt. Heute wurden die neuen Richtlinien in London vorgelegt.

Der Streit zwischen Staat und Kirchen hatte sich daran entzündet, dass der Staat einen Paragraphen abschaffen wollte, der verbot, die Homosexualität zu fördern. Dagegen hatten verschiedene Glaubensgemeinschaften, darunter auch Juden und Muslime sowie Hindus, protestiert. Sie sahen in dieser vorgesehenen Regelung einen Angriff auf die Moral und die Institution der Ehe. Der neue Kompromiss hält jetzt zwar an der Aufhebung des Gesetzesabschnittes fest. Doch müssen künftig die Schulen über den Wert der Ehe und andere auf Dauer angelegte Partnerschaften informieren. Ausserdem sollen Minderjährige vor sexuellen Beziehungen gewarnt und so wörtlich, „unangemessenes oder explizites Unterrichtsmaterial" erboten werden. Kinder sollen lernen, sich selbst zu respektieren sowie anhand korrekter Informationen Unterschiede anzuerkennen und keine Vorurteile aufkommen zu lassen, wird präzisiert.

Der Kompromiss muss nun noch vom britischen Oberhaus gebilligt werden.

Vatikanstadt

 

Europa

Deutschland

Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands startet am 17.März ein eigenes Internet-Angebot. Wie dazu heute in Hannover mitgeteilt wurde, seien zunächst Informationen über deren Arbeit abrufbar. In Kürze würden dann auch die Einrichtungen der Vereinigten Kirche, darunter das Liturgiewissenschaftliche Institut in Leipzig und das Theologische Studienseminar in Pullach über die Webseite präsentiert.

Immer mehr Schüler nehmen am freiwilligen evangelischen Religionsunterricht in Brandenburg teil. Nach Angaben der evangelischen Kirche besuchten derzeit 19.100 Kinder und Jugendliche das Fach. Damit finde der Religionsunterricht trotz der massiven Ausdehnung des staatlichen Pflichtfaches Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde immer grösseren Zuspruch.

Am kommenden Samstag ist das „Kojenteam" gleich zweimal im Einsatz. Von 9 bis 16 Uhr sind die Kojensucher im Hamburger Rahlstedt-Center und von 11 bis 15 Uhr im Elbe-Einkaufszentrum unterwegs, um Bettenmeldungen für die Teilnehmer des Katholikentags entgegenzunehmen. Unter dem Motto „Kojensuche" bemühen sich die Organisatoren des Katholikentags in Hamburg um rund 10.000 Unterkünfte für Familien und ältere Teilnehmer.

Das Rostocker Kulturschiff „MS Stubnitz" präsentiert beim Hamburger Katholikentag zusammen mit dem Borromäus-Verein 25 musikalisch-literarische Programmpunkte. Geplant sind dabei unter anderem Konzerte mit elektronischer Musik und Folk-Songs, Aufführungen eines russischen Marionettentheaters und Lesungen aus Werken zeitgenössischer Schriftsteller.

 

Am kommenden Wochenende sollen in allen katholischen Gottesdiensten in Deutschland die Besucher gezählt werden. Seit 1969 lässt die Bischofskonferenz jeweils am zweiten Fastensonntag diese Zahl in den Gemeinden ermitteln, um die Kirchenstatistik zu aktualisieren.

Der Kirchenbesuch lag 1998 bei rund 17 Prozent und ist seit mehreren Jahren rückläufig.

Österreich

Der als Ketzer verbrannte Jan Hus könnte zu einer Brücke zwischen den getrennten Kirchen werden. Diese Ansicht vertrat der Prager Kardinal Miloslav Vlk bei einem Symposium in Wien. Er sehe es als eine grosse ökumenische Aufgabe, Rolle und Anliegen des tschechischen Reformators im Licht der neuesten wissenschaftlichen Forschungen zu sehen.

Die Vergebungsbitte des Papstes im Petersdom am vergangenen Sonntag könne nur ein erster Schritt sein. Diese Überzeugung äusserten der Alt-Erzbischof von Wien, Kardinal Franz König und der Prager Kardinal Miloslav Vlk in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Kathpress. Die Geste des Papstes müsse auf allen Ebenen und in der gesamten Christenheit fortgesetzt werden.

Der Kärntner Diözesanbischof und Europareferent der Bischofskonferenz, Egon Kapellari, hat dazu aufgerufen, die blauschwarze Regierung arbeiten zu lassen . Bei einer Fernsehdiskussion am Mittwochabend sagte er, der Versuch, die neue Regierung wegzufegen, brächte noch grösseren Schaden für Österreich, für Europa und darüberhinaus.

 

Schweiz

Unter dem Motto „Colours" wird am Sonntag den 9. April in Chur das zweite Bistumsjugendtreffen organisiert. Rund 200 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 25 Jahren werden erwartet. Ziel ist es, das Bistum besser kennenzulernen und auch mit dem Bischof ins Gespräch zu kommen.

Portugal

Papst Johannes Paul II. wird am 13.Mai, Festtag der Muttergottes von Fatima, die Seherkinder im dortigen Marien-Heiligtum seligsprechen. Wie dazu heute aus portugiesischen Kirchenkreisen bekannt wurde, will der Papst während seiner zweitägigen Portugal-Reise neben Fatima auch die Hauptstadt Lissabon besuchen.

 

Afrika

Sudan

Drei Mitarbeiter des Entwicklungsdienstes der Evangelischen Kirche in Deutschland sind im Süden des Landes beinahe Opfer eines Bombenattentats geworden. Wie dazu heute in Hannover mitgeteilt wurde, hatte die Delegation in diesen Tagen eine aus Kirchenmitteln unterstützte Grundschule im Nimuligebiet besucht. Während sie sich darin aufhielten, schlug in der Nähe des Gebäudes eine Splitterbombe ein, durch deren Explosion aber niemand verletzt wurde.

Nahost

Israel

Orthodoxe Rabbiner haben vor Antipapst-Demonstrationen gewarnt. Der Knesseth-Abgeordnete, Rabbi Avraham Ravitz rief im Namen aller orthodoxen Rabbiner im israelischen Rundfunk dazu auf, den Papst in einer würdigen Form zu empfangen. Dennoch weigern sich die Ultra-Orthodoxen, die Vergebungsbitte des Papstes anzunehmen. Für Rabbi Henri Kahn stelle das mea culpa eine „tragische Farce" dar.

Die Palästinenser fühlen sich vom Papstbesuch im Heiligen Land ausgeschlossen. Hunderte von palästinensischen Christen dürften nicht zur Messe mit dem Papst nach Nazareth fahren, erklärte der Generaldirektor des Orienthauses, dem Sitz der PLO in Jerusalem, Faisal Husseini. Auch seien alle palästinensischen Schulen, sowie zahlreiche Geschäfte in Jersualem während der am Dienstag beginnenden Papstvisite geschlossen.

Die Jerusalemer Regierung will in der kommenden Woche, anläßlich der islamischen Eid al-Adha Feiern, 50 palästinensische Häftlinge vorzeitig entlassen. In den Genuß der als sogenannte „Good will action" bezeichneten Amnestie kommen dabei nicht nur zum größten Teil wegen Autodiebstahls verurteilte Kriminelle sondern auch wegen Verbrechen gegen den Staat Israel inhaftierte Palestinenser.

 

Asien/Ozeanien/Australien

 

Amerika

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