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Hier finden Sie unsere Nachrichten vom 13.03.2000

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Redaktion: Clemens Behr

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AUS UNSERER BERICHTERSTATTUNG:

In aller Welt beachtet wurde am Sonntag das Schuldbekenntnis des Papstes für die Vergehen der Kirche. Am Montag berichten alle italienischen Tageszeitungen auf den Titelseiten davon und bringen farbige Fotos dazu. Zurückhaltender sind die Reaktionen nördlich der Alpen. Viele Sprecher jüdischer Organisationen zeigen sich enttäuscht, dass der Holocaust nicht eigens vom Papst genannt wurde. Gleichzeitig drücken sie die Hoffnung aus, dass der Papst dies in der kommenden Woche in Israel nachholen werde, wenn er auch die Holocaustgedenkstätte Jad Vashem besuchen wird. So auch der israelische Oberrabbiner Meir Lau. Er meinte, der Papst hätte die Wannseekonferenz, bei der die Ausrottung der Juden beschlossen worden sei, erwähnen sollen. Insgesamt hat der Papst jedoch im Vorfeld seiner Israelreise in Jerusalem und Tel Aviv eine positive Presse. Ähnlich wie die Sprecher der Juden in Israel drückt sich die Repräsentanz der Juden in Frankreich aus. Der britische Jude Lord Janner ist mit den Papstworten zufrieden, hofft aber gleichzeitig, dass der Vatikan seine Archive für die Forschung über die Judenverfolgung weiter öffnen möge. Der Vorsitzende der deutschen Bischöfe Karl Lehmann verteidigte, dass der Papst keine einzelnen Gruppen genannt hatte: Dies sei längst in fast 100 Stellungnahmen des Papstes geschehen. Kardinal Martini von Mailand rief die Gläubigen auf, nicht nur in die Vergangenheit zu schauen, sondern in Gegenwart und Zukunft, damit das Schuldbekenntnis einen Nutzen habe.

Zum Tod des chinesischen Kardinal Kung im US-amerikanischen Exil

Mit einem langen Beileidstelegramm hat Papst Johannes Paul II. dem Bischof von Bridgeport der Diözese Connecticut sein tiefes Mitgefühl über den Tod des am Sonntag verstorbenen chinesischen Kardinals Ignazo Kung Pin-Mei ausgedrückt. Der 98-jährige Würdenträger lebte seit 1987 in den USA im Exil. Zuvor hatte er 33 Jahre in Arbeitslagern in China verbracht und galt dort als herausragende Figur der Untergrundkirche. „Edler Sohn Chinas und der Kirche", so nannte der Papst Kardinal Kung Pin-Mei in seinem Schreiben. Seine Treue zu Christus sei während der Verfolgung und Inhaftierung „heroisch" gewesen, sein Zeugnis der Einheit mit der Universalkirche „ausserordentlich". Bei der Gelegenheit erneuerte der Papst sein Versprechen, für die Kirche in China zu beten, die dem Kardinal so sehr am Herzen gelegen habe. Kung war über 25 Jahre als Seelsorger und Bischof tätig gewesen, bevor er im September 1955 von den Kommunisten festgenommen worden und später zu lebenslanger Haft verurteilt worden war. Erst vor zwölf Jahren war er vom Pekinger Regime ins Us-amerikanische Exil entlassen worden. Auch dort, so berichtet der vatikanische Informationsdienst Fides, sei er immer Ansprechpartner für die Belange und Sorgen der Untergrundkirche gewesen. Kung kämpfte weiter für die Freiheit seiner Kirche. Als 1997 Jang Zemin in die USA kam, forderte Kung von ihm die Freilassung aller inhaftierten Priester in der Volksrepublik. Im Februar 1998 wurde er nochmals vom Amt für religiöse Angelegenheiten in Peking als Krimineller bezeichnet – ein Jahr darauf wurde ihm der Pass abgenommen. Wie Fides unter Bezug auf öffizielle Kirchenkreise in China berichtet, könnte der Tod des Kardinals den Weg zu einer Vereinigung der offiziellen und der Untergrundkirche bedeuten. Wie es weiter heisst, hinterfragten viele Bischöfe und Priester der Amtskirche seit der Ordinierung von fünf Bischöfen im Januar ohne offizielle Bestätigung durch den Papst ihr Verhältnis zur staatlich anerkannten Kirche. Der neue Bischof von Baoding Su Changshan habe gestanden, er fühle sich hintergangen, da er davon ausgegeangen war, die Ordination sei legitim, also von Rom bestätigt gewesen.

Zur Heilig-Jahr-Feier der Rotarier

Am vergangenen Freitag und Samstag hat der Rotary Club in Rom das Heilige Jahr gefeiert. Wir haben darüber berichtet. Die Rotarier verstehen sich selbst als weltanschaulich neutral. Was haben sie dann eigentlich mit dem Christentum zu tun? Wir haben nachgefragt beim Sprecher der Rotarier in Deutschland, Rudolf Hilker in Lübeck: "Unser Ziel ist die Dienstbereitschaft im täglichen Leben. Und wir versuchen, dieses Ziel zu erreichen durch Pflege der Freundschaft als einer Gelegenheit, sich anderen nützlich zu erweisen, durch die Anerkennung hoher ethischer Grundsätze bei allen Handlungen, durch die Förderung verantwortungsbewusster geschäftlicher und öffentlicher Betätigungen und durch den Beitrag zur Verständigung und zum Frieden zwischen den Völkern. Wir sind absolut im Einklang mit den christlichen Werten. Wir europäische Rotarier nehmen den christlichen Glauben sehr ernst und wir verstehen uns als Rotarier aus dem christlichen Glauben heraus. Wir sind, gerade wie es die katholische Kirche in den letzten Jahren definiert hat, anderen Religionen in jeder Weise gegenüber tolerant und erwarten diese Toleranz auch von den anderen Religionen gegenüber uns Rotariern."

DIE NACHRICHTEN:

Vatikanstadt

Papst Johannes Paul II. hat den Angehörigen der Opfer des Minenunglücks in Lougansk in der Ukraine sein Beileid ausgesprochen. In einem Telegramm des vatikanischen Staatssekretärs Angelo Sodano heisst es, der Papst nehme im Gebet Anteil am Schmerz der trauernden Familien und vertraue Gott die Toten und Schwerverletzten an.

Europa

Deutschland

Der Malteser Hilfsdienst hat beschlossen, drei weitere Helfer in die Krisenregion nach Mosambik zu fliegen. Sie verstärken damit das Team der medizinischen Notfallhilfe in der Hochwasserregion. Dem Maltester Hilfsdienst zufolge sinke der Wasserstand endlich, doch damit steige auch die Seuchengefahr akut an. Spenden zu weiteren Hilfsmaßnahmen werden dringend erbeten.

Frankreich

Die Abbe-Pierre-Stiftung beklagt, dass durch den Mangel an Sozialwohnungen immer mehr Bedürftige in Notunterkünfte gedrängt würden. Die Stiftung erklärte französischen Zeitungsangaben zufolge, dass der Bestand an Altbauten zwar ständig modernisiert werde, jedoch in der Regel mit Mieterhöhungen verbunden sei. Gleichzeitig habe die Zahl der Sozialwohnung abgenommen. So lebten jetzt über 600.000 Menschen in Wohnungen, die die sanitären Mindeststandards nicht erfüllten.

Afrika

Madagaskar

Zwei Unwetterfronten haben großen Schaden angerichtet und mehrere hundert Menschen getötet. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation FAO sei der Infrastruktur des Landes, besonders der Landwirtschaft, damit ernsthafter Schaden zugefügt worden. Mehrere 10.000 Menschen wurden obdachlos, die Versorgung wird aufgrund zerstörter Straßen und Brücken erschwert.

Nahost

Israel

Bei der bevorstehenden Pilgerreise wird Papst Johannes Paul II. auch den vermutlichen Ort der Taufe Jesu aufsuchen. Wie israelische Behörden mitteilen, sei ein Abstecher an die Stelle an der West-Bank am Ufer des Jordan mit in das Programm aufgenommen worden. Die Region sei teilweise vermint und werde von israelischem Militär kontrolliert.

Asien/Ozeanien/Australien

China

Die Polizei hat Anfang März 16 protestantische Christen in Zentralchina verhört. Nach Angaben eines Informationszentrums für Menschenrechte und Demokratie in Hongkong seien die Verhöre Teil einer Kampagne zur Beseitigung häretischer Kulte. Die Evangelische Gemeinschaft Chinas, die eine halbe Million Mitglieder zählt, habe sich zuvor bei dem chinesischen Parlament über Repressionen beschwert, insbesondere gegenüber Mitgliedern, die Hausgottesdienste feiern. Bereits in der Vergangenheit hätten die Behörden den Protestanten, die die offizielle Kirche nicht anerkennen, unter dem Vorwurf, eine Sekte zu sein, schwere Gefängnisstrafen auferlegt.

Vietnam

Aus Ostasien meldet der katholische Sender "Antenne Vietnam" in diesen Tagen größten Erfolg. Die Rundfunkanstalt der Oblaten Mariens erreiche immer mehr Hörer und es gebe durch sie auch geistliche Berufungen. Bei der Gründung vor 7 Jahren hatte sich die Missionare in Ostasien die Evangelisierung Vietnams vorgenommen. Ihre Arbeit wird teilweise von vietnamesischen Studenten in Frankreich unterstützt.

Australien

Der Führer der sozialistischen Opposition Kim Beazley hat den australischen Premierminister aufgefordert, dem Beispiel des Papstes zu folgen und die Aboriginies um Verzeihung zu bitten. John Howard solle sich entschuldigen für das Unrecht, das den Aboriginies in zwei Jahrhunderten der Kolonialisierung durch die Weissen angetan wurde, so der Oppositionsführer. Besonders wichtig sei eine Entschuldigung bei den 100.000 hellhäutigen Ureinwohnern, die zwischen 1910 und 1970 ihren Müttern weggenommen und mit dem Ziel der Assimilation in die europäische Kultur Instituten und Familien anvertraut wurden.

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