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Hier finden Sie unsere Nachrichten vom 9.3.2000

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Redaktion: Eberhard v.Gemmingen

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AUS UNSERER BERICHTERSTATTUNG:

Heilig-Jahr-Feier des Papstes mit dem Klerus der Diözese von Rom

Rom ist nicht nur das Zentrum der katholischen Christenheit, es ist auch Bistumsstadt. Im Bistum Rom wirken fast 8.000 Priester. Viele waren heute in der Petersbasilika zu ihrer Heiligjahrfeier zusammengekommen. Zuvor hatten sie sich um den Obelisken auf dem Petersplatz versammelt, um in einer Prozession - singend und betend - durch die Heilige Pforte in den Dom zu gehen.

Die Feier hatte eine starke Prägung der Bekehrung und der Busse. Die Priester feierten zunächst einen Bussgottesdienst, bevor ihr Bischof, Papst Johannes Paul II., eindringliche Worte an sie richtete. "Das Durchschreiten der Heiligen Pforte, das Glaubensbekenntnis und vorallem das Sakrament der Versöhnung bezeugen vor allen, dass der Priester, der das Sakrament der Versöhnung spendet, selbst die Vergebung nötig hat. Als Verwalter der göttlichen Geheimnisse muss er als Erster vor seinen Gläubigen als "Erlöster" erscheinen, so der Papst. Weiter forderte Johannes Paul die Priester dann nachdrücklich auf, in ihren Gemeinden gerade jene aufzusuchen, die am Rande stehen, um ihnen durch Zuhören und Gespräche aus der Einsamkeit und der Anomymität zu helfen.

"Wir müssen uns mit besonderer seelsorglicher Nächstenliebe den Familie widmen, die in Schwierigkeiten sind, die fern der Kirche leben und moralische oder Glaubensprobleme haben. Der Papst erwähnte auch die Familien, die dramatische Situationen durchlebten , etwa weil die Ehepartner getrennt sind oder wegen der Probleme mit den Kindern." Das Heilige Jahr - so der Papst - biete allen die Möglichkeit, sich zu versöhnen und die Barmherzigkeit Gottes zu erfahren, auch da, wo alles unwiderruflich verloren scheint.

"Auch darf die Sorge der ganzen Bistumsgemeinschaft für die Armen nicht fehlen, die in unserer Stadt zahlreich sind." Neben den Armen legte Papst Johannes Paul II. den Priestern seiner Diözese auch die Jugendlichen ans Herz. Schließlich forderte er sie zur Einheit untereinander und mit ihrem Bischof auf. Vor allem lud er zum Dialog mit den ehemaligen Geistlichen, sowie zur Hilfe für die alten und kranken Mitbrüder ein.

DIE NACHRICHTEN:

 

Vatikan

Rund 35.000 Handwerker werden am 19. März zu ihrer Heilig-jahr-Feier mit dem Papst erwartet. Das teilten die Organisatoren heute der Presse in Rom mit.

Das Treffen beginnt am Vorabend mit einer Gebetswache in der römichen Lateran-Basillika. Höhepunkt ist am Sonntag, dem Fest des heiligen Joseph, dem Patron der Arbeiter ein grosser Gottesdienst mit Johannes Paul II. Weitere Jubiläen der Arbeitswelt stehen an: Am 1. Mai, das der Arbeiter und Angestellten zu dem mehreren hunderttausend Menschen erwartet werden. Am 12. November dann die Feier der in der Landwirtschaft Tätigen.

Der hat den Wirbelstumropfern von Madagskar sein Beileid und seine Solidarität ausgesprochen. In einer Mitteilung an den Kardinal von Antananarivo begrüßte der Papst, die bereits eingeleiteten Hilfe der Kirche.

Deutschland

Die evangelische Hilfsaktion „Hoffnung für Osteuropa" hat im vergangenen Jahr 2,6 Millionen Mark gesammelt. Damit sei das Spendenaufkommen seit Beginn der Aktion im Jahr 1994 auf über 12 Millionen Mark gestiegen. Das teilte die Direktion im Diakonischen Werk der Ev.,Kirche in Deutschland heute der Presse mit. Mit den Spenden seien mehr als 120 Projekte in Mittel und Osteuropa finanziert worden.

Deutschland

Der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung hat gegen die Fernseh-Sendereihe Big Brother protestiert. In einer Presseerklärung von heute werden die Verantwortlichen von RTL 2 zur sofortigen Einstellung der als „geschmacklos und widerwärtig" bezeichneten Form menschenverachtenden Handelns zum Zwecke höherer Einschaltquoten aufgefordert.

Deutschland

Mit einer Mahnwache vor der Deutschen Bank in Düsseldorf hat die Initiative „Ordensleute für den Frieden" gestern gegen die auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich protestiert. Das Geldinstitut sei ein Symbol unserer kapitalistischen Wirtschaftsordnungund bestimme über Erhalt oder Schließung von Firmen und damit über Arbeitsplätze, heißt es in einem dabei verteilten Flugblatt.

Deutschland

Erstmals seit 1991 sind in der Bundesrepublik im vergangenen Jahr wieder mehr Ehen geschlossen worden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die 430.100 Eheschließungen des Jahres 99 mit 3,2 Prozentpunkten über denen des Jahres 1998 .

Deutschland

Bundespräsident Johannes Rau wird am Sonntag an den Millenniums-Feiern der polnischen Stadt Gnesen teilnehmen. Auf Einladung von Staatschef Aleksander Kwasniewski wird Rau dort an die historische Begegnung zwischen dem deutschen Kaiser Otto III. und dem späteren polnischen König Boleslaw I. vor 1000 Jahren erinnern.

Deutschland

Der Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Michel Friedman, hat die Vergebungsbitte des Papstes kritisiert. Die von der Theologenkommission am Dienstag vorgestellte Erklärung sei zur Judenfrage und vor allem zur Rolle der Kirche im Dritten Reich „halbherzig" und „enttäuschend", sagte Friedmann im privaten Berliner Radiosender hundertsechs. Er hält das Schreiben für sehr spät und nicht erschöpfend.

Österreich

Der Wiener Alt-Erzbischof, Kardinal Franz König, hat sich für eine Intensivierung des ökumenischen Dialogs ausgesprochen. Wenn die Kirchen an der geistigen Neuorientierung Europas mitarbeiten wollten, dann könnten die Christen untereinander nicht uneins bleiben, betont König in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift, Ost West. Europäische Perspektiven.

Österreich

Der ökumenische Rat der Kirchen Österreich hat Einspruch gegen das Gen-Patent eingelegt, das die Manipulation der menschlichen Keimbahn ermöglicht. Mit dem Patent sei ein „ungeheurer Bruch ethischer Tabus„ verbunden, heißt es in einer Erklärung des ÖRKP, dem 14 christliche Krchen angehören.

Schweiz

Die katholischen Bischöfe des Landes wollen in einer Erklärung Versäumnisse der Kirche gegenüber dem jüdischen Volk eingestehen. Als Vorbild soll dabei die für Sonntag angekündigte Vergebungsbitte des Papstes dienen. Das sagte der stellvertretende Vorsitzende der schweizerischen Bischofskonferenz, Kurt Koch heute vor der Presse in Bern.

Europa

Italien

Gegen die bevorstehende Seligsprechung von Papst Pius IX. Hat sich die Vereinigung der israelitischen Kultusgemeinden in Italien ausgesprochen. Auch wenn die katholische Kirche noch soviele Gründe hätte, ihn zur Ehre der Altäre zu erheben, würden sich die römischen Juden nur mit Grauen an Pius IX. erinnern. Er hätte sie wieder in ihr altes Ghetto eingeschlossen und auch die Entführung eines heimlich getauften jüdischen Kindes zugelassen. Edgardo Mortara sei seinen Eltern weggenommen und später zum Priester geweiht worden.

Rußland

Kommunistenführer Gennadi Sjuganow hat sich von der Religionsverfolgung unter dem Sowjetregime distanziert. Sjuganow , der bei den Präsidentschaftswahlen am 26 März kandidiert, versicherte in einem Rundfunkinterview , daß sich mit ihm als Staatschef derartige Irrtümer nicht wiederholen würden.

Irland

Für das „skandalöse Verhalten" von bestimmten Priestern und Ordensleuten hat sich der Erzbischof von Dublin, Desmond Connell, entschuldigt. Ohne die Fälle von sexuellem Mißbrauch von Kindern durch Priester und Ordensleute zu erwähnen, erklärte Connell in einem Zeitungsinterview: Wir, die wir gesündigt haben, müssen Gott folgen und das Leid, das unsere Brüder und Schwestern verursacht haben, im Geist der Vergebung annehmen. Für diese Versöhnung biete die Fastenzeit eine besondere Gelegenheit.

Afrika

Mozambik

Die Flutkatastrophe in dem afrikanischen Land hat viele Organisationen mobilisiert. So hat das bischöfliche Hilfswerk Misereor eine Soforthilfe in Höhe von einer Million Mark bereit gestellt. Das Kindermissionswerk stellt aus der Sternsingeraktion 50 000 Mark zur Verfügung. Das Päpstliche Hilfswerk Cor Unum schickte 300 000 Mark. Doch ist mit der Bereitstellung der materiellen Hilfe noch nicht alles getan. Nach Einschätzung der Caritas ist die Versorgung der Flutopfer schwierig. Zahlreiche Menschen würden unentdeckt umherirren. Zudem gäbe es Koordinationsprobleme bei der Verteilung der Hilfsgüter, so eine Caritasmitarbeiterin.

Nahost

Israel

Erstmals ist an einer irsaelischen Hochschule, an der Hebräischen Universität in Jerusalem, ein Studienzentrum für die Erforschung des Christentums eingerichtet worden. Das Zentrum, das eine enge Zusammenarbeit mit christlichen Institutionen in aller Welt plant, wird von einer belgischen katholischen Familie finanziert. Seine Leitung liegt in den Händen von Guy Stroumsa, bereits Professor für vergleichende Religionswissenschaften an der Hebräischen Universität .

Israel

Einer Gruppe ultraorthodoxer Rabbiner ist es gelungen, in der Jerusalemer Altstadt eine Kirchenruine aus der Zeit der Kreuzritter zu kaufen. Agenturmeldungen zufolge ist der Kauf jedoch illegal, da sich das verfallene Gotteshaus in einer unter Denkmalsschutz stehenden Zone befindet. Eine endgültige Entscheidung kann nur Premierminister Ehud Barak treffen.

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