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An dieser Stelle finden Sie unsere Nachrichten vom 07.03.2000

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Redaktion: Clemens Behr

AUS UNSERER BERICHTERSTATTUNG:

Internationale Theologenkomission veröffentlicht Dokument über die Schuld der Kirche im Laufe der Geschichte

Am Dienstag hat die Internationale Theologenkomission das Dokument über die Schuld der Kirche im Laufe der Geschichte im Vatikan vorgestellt. Es trägt den Titel "Erinnern und Versöhnen, die Kirche und die Verfehlungen in ihrer Vergangenheit". Als Hauptpunkte nennt es die Kirchenspaltungen, die Gewalt gegen Häretiker, das Verhalten der Christen gegenüber den Juden sowie die Übel der heutigen Zeit. Die Theologen unterstreichen die Schuld der Kirchenmitglieder und bedauern, dass das Evangelium Christi auch mit Gewalt verbreitet worden sei. Wörtlich: "Verwerflich war jede Form der Gewaltausübung im Kampf gegen Irrtümer." Die Theologen verweisen darauf, dass es auch ungeeignete Formen der Evangelisierung gegeben habe und dass den Christen oft das Gespür für die kulturellen Werte der Völker und der Respekt vor ihrem Gewissen gefehlt habe. Zur Shoa meint das Dokument, sie sei zwar unmittelbar in der heidnischen Ideologie des Nationalsozialismus gegründet, habe aber auch Wurzeln in antijüdischen Vorurteilen von Christen. Die Theologenkomission führt aus, dass die subjektive Schuld zwar mit dem Tod einer Person erlösche, eine böse Tat jedoch in der Geschichte destruktiv fortwirke und das Gewissen sowie das geschichtliche Gedächtnis der Nachfahren belaste. Die Bitte um Vergebung sei der Versuch, aus dem gemeischaftlichen Bewusstsein alle Formen von Ressentiments und Gewalt zu überwinden.

China äussert Interesse an offiziellen Kontakten zum Vatikan

Taiwan oder China? Welches der beiden Länder diplomatisch anerkennen? Das ist immer wieder eine Frage von politischer Brisanz. Für China ist Taiwan nur eine rebellische Region. Und tatsächlich unterhalten die meisten Länder und Organisationen diplomatische Beziehungen zum chinesischen Festland, nicht aber zu Taiwan. Der Vatikan ist einer von 29 Staaten, die es andersrum halten, zumindest bis jetzt. Denn im Gespräch ist immer wieder die Verlegung der vatikanischen Nuntiatur von Taipeh nach Peking. Nach Ansicht des taiwanesischen Botschafters beim Heiligen Stuhl, Raymund Dai, will nun China zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit dem Vatikan drängen. In einem Interview der "United Daily News" vom Dienstag erklärte der Botschafter, dass es bereist Kommunikationskanäle zwischen Peking und dem Heiligen Stuhl gebe, und dass offizielle Kontakte in naher Zukunft hergestellt würden. Und in Peking erklärte am Dienstag ein Regierungssprecher, dass die Aufnahme offizieller Kontakte im wesentlichen vom Vatikan abhänge. China jedenfalls sei daran interessiert. Allerdings müssten gewisse Bedingungen eingehalten werden. Die sind bereits in der Vergangenheit klar definiert worden: China verlangt, dass der Vatikan die Beziehungen zu Taiwan abbricht und dass Rom sich nicht in die inneren religiösen Angelegenheiten des Landes einmischt. China hatte 1957 die diplomatischen Beziehungen zum Vatikan abgebrochen und den Katholiken des Landes jeglichen Kontakt zum Vatikan verboten.

DIE NACHRICHTEN:

Europa

Deutschland

Die "Orthodoxe Kirche in Deutschland" ist neues Mitglied der deutschen Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen. Von nun an würden alle orthodoxen Bistümer in Deutschland gemeinsam als EINE orthodoxe Kirche und als Vollmitglieder des Zusammenschlusses gelten, so die Ökumenische Zentrale in Frankfurt. Bisher waren nur die Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland und die Russisch-Orthodoxe Diözese für Berlin und Deutschland vertreten.

Einen verbesserten asylrechtlichen Schutz verfolgter Frauen fordert die Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge „Pro Asyl". In einer Erklärung zum morgigen Weltfrauentag verlangt Pro Asyl von der Bundesregierung eine entsprechende Gesetzesinitiative. Massive Menschenrechtsverletzungen seien in Deutschland bisher unerheblich, solange sie nicht von einem Staat ausgingen, heißt es in dem am Dienstag in Frankfurt veröffentlichten Text.

Eine schnelle humanitäre Eingreiftruppe ist nach Ansicht des Leiters von Caritas International, Martin Salm, kein Allheilmittel für internationale Hilfe. Unter Bezug auf die Überschwemmungskatastrophe in Mosambik betonte Salm am Dienstag in Freiburg, dass der Aufbau ziviler Strukturen ausschlaggebend für eine schnelle Reaktion und wirksame Hilfe sei. Caritas Mosambik habe vom ersten Tag der Flutkatastrophe an geholfen, lange bevor diese vom Ausland ernst genommen wurde.

Zu einem verstärkten Vorgehen gegen kriminellen Menschenhandel hat die Organisation "Solidarität mit Frauen in Not" aufgerufen. Gerade mit ausländischen Frauen und Mädchen habe die Ausbeutung in den letzten Jahren einen menschenverachtenden Ausdruck angenommen. Die Organisation forderte, Mädchen, die von der Polizei in den Bordellen aufgegriffen würden, nicht in ihre Heimatländer abzuschieben, sondern ihnen Hilfe und Unterstützung für ein neues Leben in Deutschland zukommen zu lassen.

Österreich

Der Wiener Caritasverband hat in erster Instanz einen Prozess gegen die FPÖ gewonnen. Dabei wurden die Wiener Freiheitlichen wegen übler Nachrede zu einer Geldstrafe verurteilt. Sie hatten die Caritas-Heime als Keimstätte illegalen Drogenhandels bezeichnet.

Papst Johannes Paul II. hat die österreichischen Frauenorden zur Zusammenarbeit mit den Laien in der Kirche ermutigt. Die gemeinsame Arbeit von Laien und Ordensfrauen solle nicht nur projektorientiert sein, sondern als Verwirklichung der wahren kirchlichen Gemeinschaft gelten. Im Rahmen der Jahrestagung der Frauenorden Österreichs wurde die Botschaft am Dienstag vom Apostolischen Nuntius im Rahmen eines Gottesdienstes vorgelesen.

Kann man Beten lernen? Für den ehemaligen Innsbrucker Generalvikar, Klaus Egger, besteht daran kein Zweifel. Gemeinsam mit einem Seelsorgerteamwill er in zweiwöchigen „Gebetsschulen" Menschen den „Geschmack des Betens" vermitteln. Dabei verpflichten sich die in Kleingruppen aufgeteilten Teilnehmer zu einer täglichen Gebetszeit von 30 Minuten und zu einem Tagesrückblick.

Der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, will umfassend über die aktuelle Lage in Österreich informieren. Er gab bekannt, dass er das in Verbindung mit den Vorsitzenden der europäischen Bischofskonferenzen und mit europäischen Politikern tun wird. Es sei eine Herausforderung für die Kirche, in der jetzigen Situation genau auf die Sprache zu achten, die Tatsachen im Auge zu behalten und sich besonders deutlich auszudrücken, wo es um „Recht und Würde" von Menschen gehe. So Schönborn vor dem Wiener Pastoralrat.

Schweiz

Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen und Missionen der Schweiz HEKS hat seinen Beitrag für Sofort- und Wiederaufbauhilfe für Mosambik und Simbabwe auf 500 000 Franken erhöht. Damit reagiert das Werk auf die Flutkatastrophe in Mosambik, die laut seiner Vertreter mehr Schaden angerichtet hat als sechzehn Jahre Bürgerkrieg.

Polen

Für die Gründerin der Fokolar-Bewegung, Chiara Lubich, hat erst das Zweite Vatikanische Konzil die Laien aus ihrer "Proletarierrolle" in der Kirche befreit. Auf einer Pressekonferenz in Warschau betonte Frau Lubich, dass nicht nur in Italien, sondern überall auf der Welt neues Leben in der Kirche sichtbar wird. Nur Laien könnten die Botschaft des Evangeliums in der Welt von Politik, Wirtschaft und Kultur sichtbar machen.

Russland

Der Heilige Synod der russisch orthodoxen Kirche ist am Dienstag unter dem Vorsitz des Moskauer Patriarchen Alexej II. zu einer dreitägigen Konferenz zusammengetreten. Agenturmeldungen zufolge dürften dabei innere Probleme der Kirche sowie die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten des Jubiläumsjahres 2000 im Mittelpunkt der Arbeiten stehen.

Jugoslawien

Die serbisch orthodoxe Kirche hat zum Gebet für die Meinungsfreiheit aufgerufen. Priester und Gläubige sollten während der Fastenzeit regelmäßig darum bitten. Nur so könne es zur Gesundung der serbischen Gesellschaft und zur Beendigung der internationalen Isolierung kommen, heißt es in einer in Belgrad veröffentlichten Mitteilung des Heiligen Synods.

Afrika

Uganda

Elf Tote hat ein Überfall auf eine katholische Missionsstation gefordert. Nach Angaben des Missionsnachrichtendienstes Misna sind am Montag Rebellen des Befreiungsheeres LRA in die Station von Padibe nahe der nordugandischen Stadt Kitgum eingedrungen. Bei dem dreistündigen Angriff sind auch zwei Soldaten ums Leben gekommen. Die anderen Opfer sind Frauen und Kinder. 20 Personen wurden verletzt. Der Überfall fand nur zwei Tage nach der Entführung von zwei italienischen Missionaren in der Region statt.

Amerika

Brasilien

Dürfen Marienbilder bei Karnevalsumzügen mitgeführt werden? Über diese Frage ist es zu scharfen Auseinandersetzungen zwischen der brasilianischen Bischofskonferenz und den Samba-Schulen des Landes gekommen. Eine von ihnen wollte das in Rio verehrte Bild „Unserer Lieben Frau der Hoffnung" im Umzug mitführen, der im Zeichen des 500. Jahrestags der Entdeckung und Christianisierung Brasiliens steht. Wie der Streit zwischen den Bischöfen und den Veranstaltern des Karnevalsumzugs ausging, wurde bisher nicht mitgeteilt.

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