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An dieser Stelle finden Sie Nachrichten von Radio Vatikan vom 02.03.2000

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Redaktion: Clemens Behr

AUS UNSERER BERICHTERSTATTUNG:

Grabesritter aus Anlass des Heiligen Jahres beim Papst

Papst Johannes Paul II. hat am Donnerstag eine Abordnung des päpstlichen Ordens der Ritter zum Heiligen Grab in Jerusalem empfangen. In seiner Rede rief der Papst dabei die Bedeutung des unaufhörlichen Glaubenszeugnisses und die Solidarität mit den Christen im Heiligen Land in Erinnerung: "Dank eures grosszügigen spirituellen und karitativen Einsatzes zugunsten der Heiligen Stätten und dem lateinischen Patriarchat in Jerusalem war es möglich, viel für die Bewertung des kostbaren Kulturschatzes zu tun, der im Heiligen Land bewahrt wird." Die heutige Gesellschaft bringe diesem Kulturgut erneutes Interesse entgegen, sagte der Papst weiter. Zwar sei die Gesellschaft technologisch weit entwickelt, habe aber mehr denn je spirituelle Werte und Anreize nötig. Der Orden der Grabesritter, der seit jeher in der Gunst der Päpste stand und als Ehrengarde des Heiligen Grabes wirkte, war 1874 von Papst Pius IX. reorganisiert worden. Damals wie heute sei der Auftrag der weltweit rund 20 000 Mitglieder gleich: "Das Christusgrab wird nicht mit Waffengewalt verteidigt, sondern mit dem Wert eines ständigen Glaubensbekentnisses und der Solidarität mit den Christen, die vor Ort leben." Aus Anlass des Heiligen Jahres, zu dem die rund 4.000 Grabesritter aus der ganzen Welt nach Rom gekommen sind, sollen sie über ihre drei charakteristischen Tugenden des Ordens nachdenken: In dieser Gesellschaft des Überflusses Verzicht üben, sich für die Schwachen und Wehrlosen einsetzen und mutig für Gerechtigkeit und Frieden kämpfen.

DIE NACHRICHTEN:

Vatikanstadt

Papst Johannes Paul II. hat sehr viel Sympathie für den Libanon gezeigt. Dies sagte der libanesische Ausenminister, Salim Hoss, im Anschluss an eine 15-minütige Unterredung mit dem Papst am Donnerstag Vormittag. Gegenüber der Presse äusserte sich der libanesische Minister sehr pessimistisch über die weiter Entwicklung der Beziehungen mit Israel. Die israelische Besetzung des Südlibanon sowie der Friedensprozess standen im Mittelpunkt der Gespräche des Ministers mit dem Papst.

Europa

Deutschland

Spenden per Internet ist in Zukunft auch in Deutschland einfacher. Das meldete am Donnerstag die Katholische Nachrichten Agentur. Der gemeinnützige Münchner Verein HelpDirect bietet derzeit die einzige deutschsprachige Informationsplattform, auf der nationale und internationale Institutionen sich und ihre Aktionen kostenlos darstellen können. Vorstandsvorsitzender Harald Meurer erklärte, das Ziel des Vereins sei es, dem Spender verschiedene Initiativen vorzustellen, daraus auszuwählen, und dann konkret für ein Projekt zu spenden.

Bedenken gegen eine „Green-Card" für ausländische Pflegekräfte aus Nicht-EU-Ländern gibt es beim Deutschen Caritasverband. In der Altenpflege seien gute Sprachkenntnisse erforderlich, um die Bedürfnisse der Betreuten zu verstehen. Auch müssten die Pflegerinnen und Pfleger in der Kultur der alten Menschen zu Hause sein. Das sagte die Altenhilfe-Referatsleiterin der Caritas, Ursula Wetzel, am Donnerstag auf Anfrage.

Österreich

Der bisherige Leiter der Abteilung für Flüchtlings- und Migrationsfragen der Caritas Österreich, Bruno Kapfer, wird Anfang April seine Tätigkeit als „Migration Officer" der Caritas Europa in Brüssel aufnehmen. Dort wird er für die Koordination der europäischen Caritas im Bereich Flüchtlingsarbeit und Arbeit mit Migranten zuständig sein und diese Fragen auch mit den politischen Institutionen der EU erörtern.

Grossbritannien

Die anglikanische Staatskirche hat die Regierung in London aufgefordert, mehr Hilfen für Bauern zur Verfügung zu stellen. Die derzeit tagende anglikanische Generalsynode ermahnte die Regierung, eine Langzeitstrategie zur Verbesserung der agrarischen Infrastruktur vorzulegen. Damit solle dem ständig fortschreitenden Bauernsterben ein Ende gesetzt werden.

Kosovo

Der serbisch orthodoxe Bischof des Kosovo, Artemije, hat die internationale Staatengemeinschaft aufgefordert, rasch die albanischen Extremisten und ihre ethnische Säuberung der Provinz zu stoppen. Andererseits fürchtet er ein Scheitern der Kosovo-Mission.

In einer Rede vor dem Helsinki-Ausschuss des US-Kongresses kritisierte der Bischof, dass die jetzigen Vergeltungakte der Albaner gegen nichtalbanische Zivilisten in keiner Weise gerechtfertigt oder geduldet werden könnten.

Afrika

Mosambik

Angesichts der dramatischen Lage im Land will die internationale Gemeinschaft ihre Hilfe für die Opfer der Flutkatastrophe verstärken. Die Vereinigten Staaten sowie Grossbritannien wollen Hubschrauber entsenden. Der Maltheser Hilfsdienst will sich vor allem auf die medizinische Versorgung konzentrieren. Auch die EU-Kommission will ihre finanziellen Hilfen aufstocken.

Nahost

Israel

Der Bürgermeister von Nazareth, Ramez Geraisi, hat der israelischen Regierung im Hinblick auf den Papstbesuch „rassistische Politik" vorgeworfen. Seine arabische Stadt habe von der Regierung für die Vorbereitung des Besuchs lediglich umgerechnet 125.000 Mark erhalten. Jüdische Städte wie Jerusalem und Tiberias hätten dagegen Zuschüsse in Millionenhöhe einkassiert. So Geraisi gegenüber der Tageszeitung „Maariv". Zuversichtlich drückte sich dagegen Polizeiminister Schlomo Ben Ami aus. Wie er im israelischen Rundfunk sagte, werde der Papst in Nazareth „normale Verhältnisse" vorfinden. Er stehe auch mit den Islamisten in Verbindung und könne deshalb versichern daß es wegen des geplanten Moschee-Baues in der Nähe der Verkündigungsbasilika keine „Zwischenfälle" geben werde.

Der Grossrabbiner Israel Meir Lau hat vor Demonstrationen von Juden während des Besuches von Papst Johannes Paul II. im Heiligen Land gewarnt. Dies könne das Leben von Juden in aller Welt, insbesondere in überwiegend katholischen Ländern, in Gefahr bringen, sagte Lau im israelischen Rundfunk. Der Führer der extremistischen anti-arabischen Kach-Partei kündigte unterdessen an, dass alles getan werde, um den Besuch zu sabotieren.

Saudi Arabien

Über eine halbe Million Mekkapilger aus aller Welt sind bereits in der Nähe der heiligen Stätten eingetroffen um die Eröffnung der diesjährigen Maj-Wallfahrt Mitte März zu erwarten. Wie dazu das Pilgerbüro in Riyadh mitteilte, werden zu der sogenannten Maj-Prozession, eine der fünf Säulen des Islam, rund 2 Millionen Gläubige erwartet.

Amerika

Vereinigte Staaten

Der wegen Mordes zum Tode verurteilte Odell Barnes ist heute nacht durch eine Giftinjektion hingerichtet worden. Trotz der Intervention von Papst Johannes Paul II. und Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac wurde das Urteil an dem 31-jährigen Schwarzen vollzogen. Er ist des Mordes an seiner Freundin für schuldig befunden worden. Der Angeklagte hatte bis zuletzt seine Unschuld beteuert. Die Bischöfe von Texas hatten Gouverneur George Bush unlängst aufgefordert, Hinrichtungen generell auszusetzen. Schon mehrere Todeskandidaten im Staat Texas waren nachträglich für unschuldig befunden worden und mussten freigelassen werden.

Die Abgeordneten des US- Bundesstaates Maryland planen, sich für die Sklaverei in der Geschichte ihres Landes zu entschuldigen. Berichten der US- Presse zufolge soll Gouverneur Parris Glendening die Vergebungsbitte am 22. September offiziell vortragen. Dies ist der Jahrestag der Sklavenbefreiung durch Abraham Lincoln. Der schwarze Abgeordnete und Pastor Emmet Burns begründete diesen Schritt mit der Feststellung, ihm gegenüber hätte nie jemand die Unrechtsmäßigkeit der Sklaverei eingestanden. Präsident Clinton hatte bisher eine offizielle Entschuldigung der USA vermieden, da er Entschädigungsklagen der Nachfahren gegen die Regierung befürchtet.

Der Erzbischof von New York, Kardinal O`Connor, soll mit der Goldmedaille des amerikanischen Kongresses ausgezeichnet werden. Der Senat fasste gestern einstimmig den Beschluss, dem schwer an Krebs erkrankten Kardinal diese höchste zivile Ehrung zuzuerkennen. Besonders gewürdigt wurden die Verdienste des O`Connors um die Akzeptanz gesellschaftlicher Randgruppen sowie um die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und dem Vatikan.

Vereinte Nationen

Das UN-Flüchtlingswerk UNHCR hat sich besorgt über die wachsenden Spannungen zwischen Serben und Kososvo Albanern in Südserbien gezeigt. Seit Juni vergangenen Jahres seien zwischen 5.000 und 6.000 albanischstämmige Menschen in das benachbarte Kosovo geflohen, hieß es heute aus Genf. In übereinstimmenden Aussagen sei von Einschüchterungen, Beschlagnahmung von Häusern und Repressionen berichtet worden.

Radio Vatikan sendet täglich um 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle: 1530 Khz

Kurzwelle: 5880, 7250, 9645 Khz

! ! ! Im Heiligen Jahr 2000 bringt Radio Vatikan Sondersendungen im Stadtgebiet von Rom:

Täglich um 8.35 und 19 Uhr (sonn- und feiertags um 8.45) auf UKW 96,3 und MW 1260 ! ! !

Radio Vatikan ist ferner zu hören bei:

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