Verehrte Internet-Benutzer und -Benutzerinnen!

An dieser Stelle finden Sie Nachrichten von Radio Vatikan vom 18.02.2000

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Redaktion: Gabi Verbeek

AUS UNSERER BERICHTERSTATTUNG:

Der Mensch als Kunstwerk der Schöpfers und dieser wiederum als derjenige, der dem Menschen seine eigene Schaffenskraft einhaucht – diese beiden Leitgedanken standen über dem Sonderjubiläum für die Künstler, dessen Höhepunkt am Freitag die gemeinsame Feier der Eucharistie war. Rund 4000 Maler, Bildhauer, Architekten, Schauspieler, Tänzer und Musiker waren dazu in den Petersdom gekommen.

Kurien-Kardinal Roger Etchegaray sagte in seiner Predigt, Künstler sei man nicht von Beruf sondern von Geburt. Gott habe seine Schöpfung nicht alleine vollenden wollen – so nehme der Künstler Anteil an der Leidenschaft des Schöpfers, und damit auch an seinem Opfer und seinem Enthusiasmus.

Das ist aber nicht alles, so Etchegaray weiter: Nicht nur Licht und Leben sprechen aus euren Werken - mehr als andere konfrontiert ihr euch auch mit dem Tod. Für den Christen jedoch trage der Tod bereits die Züge des Auferstandenen – dieser sei das eigentliche Licht, das die Kunst zum leuchten bringe.

Im Anschluss an die Messfeier richtete Papst Johannes Paul II noch einige Grußworte an die Versammelten und schlug dabei den Bogen zwischen der Kunst und der Botschaft des großen Jubiläums, das alle Menschen zu Umkehr und Buße auffordere: In gewisser Weise geht es darum, den Stein unseres Herzens meißeln zu lassen, so der Papst. So sei das Werk unserer Bekehrung ein Gemeinschaftswerk zwischen dem Heiligen Geist und unserer Freiheit. Zwischen der Kunst, sich selbst zu formen, und jener die sich in der Gestaltung der Materie ausdrückt, gibt es eine enge Verbindung. In der Sehnsucht nach der vollkommenen Schönheit drücke sich die Sehnsucht des Menschen nach der Fülle Gottes aus, so Johannes Paul II. schließlich.

Er erinnerte daran, wie sehr das Verhältnis zur Kunst die 2000-jährige Geschichte der Kirche befruchtet habe. Der Petersdom selbst und die Pietà von Michelangelo direkt neben der Heiligen Pforte seien ein sichtbarer Ausdruck davon. Diese fruchtbarte Allianz zwischen Kirche und Kunst auf dem 2000-jährigen Weg des Christentums gelte es jetzt wieder zu knüpfen.

 

DIE NACHRICHTEN:

Europa

Deutschland

Der Trierer Sozialethiker Wolfgang Ockenfels hat vor einem „allzu dick aufgetragenen Wahrheit-Fanatismus" gewarnt. Aufklärung brauche Sachlichkeit und Abstand, sagte der Dominikaner-Pater in einem Zeitschriften-Interview. Allerdings müssten sich manche CDU-Politiker schon fragen, ob sie das „C" für christlich noch zu Recht beanspruchten, so Ockenfels.

Zum Abschluss der ARD-Reihe „2000 Jahre Christentum" haben die Macher der Serie eine positive Bilanz gezogen. Das 13-teilige Projekt von bis zu 2,5 Millionen Zusachauern gesehen worden, das entspreche zirca 10 Prozent des Marktanteiles, so ein Sprecher der Redaktion der Sendereihe. Viele Zuschauerbriefe und Reaktionen im Internet hätten gezeigt, dass die Sendungen vor allem Jugendliche und „mittelalte Erwachsene" angesprochen haben. Wiedrhohlungen in diesem Jahr seien in den dritten Programmen geplant.

 

Grossbritannien

Der Erzbischof von Canterbury, George Carry weigert sich, zwei rechtmäßig geweihte Bischöfe anzuerkennen. Wie der Nachrichtensender BBC heute berichtete, lehnt Carey die beiden für die USA geweihten Bischöfe ab, weil diese aus Protest gegen die liberale Haltung ihrer Kirche zur Homosexualität bestellt worden seien.

Carey ist nur Ehrenoberhaupt der anglikanischen Kirche, ohne Rechtsbefugnis. In seinem Schreiben an alle Bischöfe hatte Carey die Weihen als unverantwortlich bezeichnet. Derzeit gibt es Disonanzen über die liberale Haltung vieler Anglikaner zur Homosexualität.

 

Afrika

Algerien

Der islamische Fundamentalismus im Lande wird nach Ansicht des katholischen Bischofs Gabriel Piroird auf lange Sicht keine Zukunft haben. Er sieht die Ursache dieser Radikalisierung vor allem in der Globalisierung der Wirtschaft, die auf Grund ihres Ausmasses und ihrer Unverständlichkeit Angst mache.

Unterdessen haben die Bischöfe der nordafrikanischen Staaten Algerien, Libyen, Marokko und Tunesien gemeinsam ihren Willen zum Dialog mit dem Islam bekräftigt. In ihrer Botschaft „ Die Kirche Nordafrikas im Jahr 2000" bekennen sie auch Fehlverhalten in der Vergangenheit an.

 

Nahost

Ägypten

Der Imam der Al Azar Universität, der wichtigsten Lehreinrichtung des Islam, will mit dem Papst zusammentreffen.

Wie Scheich Mohamed Sayed Tantaoui gegenüber der franzöischen Nachrichtenagentur AFP erklärte, begüße er den Dialog. Das Gespräch mit dem Pontifex könne die Beziehungen zwischen den Religionen positiv beeinflussen, zumal beide für das Wohl der Menschheit und die Förderung der Werte eintreten, so der Imam.

 

Asien

Ost-Timor

UN Generalskretär Kofi Annan zeigte sich nach seinem Besuch auf der Halbinsel bestürtzt über das Ausmass der Verwüstung. Falls Indonesien die Verantwortlichen nicht strafrechtlich verfolge, bestehe noch immer die Möglichkeit, ein Internationales Kriegsverbrechertribunal einzusetzen, so der UN Generalsekretär. Der 24-stündige Aufenthalt in Ost-Timor war Annans erster Besuch des Kriesengebietes.

 

Amerika

Vereinigte Staaten

Papst Johannes Paul II. hat um die Begnadigung des im US-Bundesstaat Texas zum Tode verurteilten Odell Barnes gebeten. Der 31-jährige Scharze ist wegen Mordes an seiner Freundin zum Tode verurteilt, beteuert jedoch seine Unschuld. Die Bischöfe von Texas unterstützen das Schreiben des Papstes und haben den texanischen Gouverneur George Bush aufgefordert, alle Hinrichtungen auszusetzen.

Bush hat seit seinem Amtsantritt vor fünf Jahren 119 Hinrichtungen vorgestanden und setzt sich nach wir vor entschieden für die Beibehaltung der Todesstrafe ein.

 

Radio Vatikan sendet täglich um 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle: 1530 Khz

Kurzwelle: 5880, 7250, 9645 Khz

! ! ! Im Heiligen Jahr 2000 bringt Radio Vatikan Sondersendungen im Stadtgebiet von Rom:

Täglich um 8.35 und 19 Uhr (sonn- und feiertags um 8.45) auf UKW 96,3 und MW 1260 ! ! !

Radio Vatikan ist ferner zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital).

· World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr, auf Euromax über MTV-deutsch, Tonunterträger 7.38 MHz .

Das Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02 / 2 30 31 Fax: 0 21 02 / 2 14 13

Post: Radio Vatikan - sezione tedesca, I-00120 Citta del Vaticano

Tel.: 0039-06-6988 4101, Fax: 0039-06-6988 3844

E-mail: deutsch@vatiradio.va