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An dieser Stelle finden Sie Nachrichten von Radio Vatikan vom 14.02.2000

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Redaktion: Clemens Behr

AUS UNSERER BERICHTERSTATTUNG:

5 Jahre Enzyklika Evangelium Vitae

Einer Kultur des Todes das Evangelium des Lebens gegenüberstellen – das war die Absicht von Papst Johannes Paul II, als er vor genau fünf Jahren die Enzyklika „Evangelium vitae" veröffentlichte. Der Jahrestag ist Anlass für eine Vollversammlung der Päpstlichen Akademie für das Leben, die seit Ende letzter Woche im Vatikan tagt. Bei einem Treffen ihrer Mitglieder mit der Papst erklärte dieser heute, mit der Enzyklika Evangelium Vitae habe er Zeichen der Hoffnung für die Menschen von heute setzen wollen. Denn in der modernen Welt entdecke er zunehmend Anzeichen von Verfall, nicht nur moralischer Art, sondern auch was Wirtschaft und Demographie angeht. Es ist nicht jene Mentalität im Recht, die eine lebensfeindliche Gesetzgebung verteidigt – wie z.B. Abtreibung, Euthanasie, Sterelisation oder andere Methoden der Geburtenkontrolle, die sich gegen das Leben und die Würde der Ehe richten. Zu Unrecht glaube man, dass solche Maßnahmen unvermeidlich und geradezu eine soziale Notwendigkeit seien, so der Papst. Im Gegenteil: diese bilden den Keim der Zerstörung der Gesellschaft und ihrer Fundamente. Solche Gesetze könnten deshalb niemals rechtmäßig sein und müssten deshalb geändert werden. Grundlage für eine lebensbejahende Gesellschaft sei die christliche Botschaft vom Leben, der Wahrheit und der Liebe, die in Jesus Christus verankert sei. Alle Mitglieder der Kirche, vom Bischof über die Pfarrei bis zu jeder Familie hätten die Aufgabe, diese Botschaft zu leben und zu verkünden. Eine überzeugende Pastoral für das Leben kann nicht einfach an sozial oder politisch engagierte Gruppierungen abgetreten werden, auch wenn deren Arbeit noch so wichtig ist: Sie muss eingebunden bleiben, in das Leben der gesamten Kirche – so der Papst. Denn eine Änderung der Gesetze könne einzig durch eine Änderung der gesamt-gesellschaftlichen Einstellungen und Gewohnheiten herbeigeführt werden. In der modernen Welt fehle es nicht an Ressourcen für alle – diese müssten nur gerechter verteilt werden. Nur so könnte diese Art von stiller und grausamer Selektion überwunden werden, mit der die Schwächsten eliminiert würden. Und er betonte: Die Kirche wird hier nichts unversucht lassen, nicht träge werden und kann ein schuldhaftes Schweigen niemals akzeptieren.

 

DIE NACHRICHTEN:

Vatikanstadt

Vatikansprecher Joaquin Navarro Valls hat freie Rückkehr für den kongolesischen Erzbischofs Emmanuel Kataliko in sein Bistum Bukavu gefordert. Dieser wurde wegen seiner kritischen Äußerungen zur politischen Lage in den besetzten Zonen des Kongo am Sonntag von Rebellen-Truppen an der Heimreise gehindert. Man werde alle diplomatischen Kanäle nutzen, um die Rückehr Katalikos in sein Bistum durchzusetzen, so der Vatikansprecher. Unterdessen warnt Caritas international vor einer weiteren Eskalation der Gewalt in Kongo-Kinshasa. Nach der Entführung von Bischof Kataliko und drei Monaten Generalstreik werde die Situation zunehmend prekär.

Der Vatikan könnte zwischen der Regierung und der Guerrilla in Kolumbien vermitteln. Das hat der Präfekt der vatikanischen Klerus-Kongregation, der Kolumbianer Dario Castrillon, bei einem Besuch in seiner Heimat bekanntgegeben. Eine Delegation der Regierung und der Kolumbianischen Revolutionstruppen ist derzeit auf Europa-Reise und will dabei auch mit einem Sondergesandten des Papstes zusammentreffen.

Zum Weltjugendtag im August werden bis zu 2 Millionen Jugendliche aus über 70 Ländern in Rom erwartet – so zumindest die neuesten Schätzungen der Organisatoren. Die meisten sollen bei römischen Familien untergebracht werden.

Europa

Deutschland

In Augsburg ist es zu Konflikten um die Besetzung eines Lehrstuhls an der Katholischen Theologischen Fakultät gekommen. Der von Bischof Dammertz bestimmte neue Professor entspreche nicht dem Wunschkandidaten der Fakultät, bemängelte die Leitung der Universität.

Österreich

Unterschiede zwischen Parteien fordern nicht zur „Ausgrenzung" sondern zur „demokratischen Auseinandersetzung" heraus, das betonte der Wiener Weihbischof Helmut Krätzl am Montag bei einer Messfeier im Stephansdom. In seiner Predigt erklärte er, es sei eine vorrangige Aufgabe von Christen zwischen unterschiedlich Denkenden Brücken zu bauen. Krätzl hatte in seiner Predigt biblische Aussagen zur Ausgrenzung der Aussätzigen und die Überwindung ihrer Ausgrenzung durch Jesus auf die aktuelle politische Sitution in Österreich übertragen.

Die Caritas der Diözese Granz-Seckau ist zum familienfreundlichsten Betrieb der Steiermark gewählt worden. Ausschlaggebend dafür waren knapp 80 % weibliche Beschäftigte, 60 % weibliche Führungskräfte, Weiterbildungsmaßnahmen und spezielle Förderungen für Frauen. Neben Flüchtlings- und Obdachlosenarbeit und verschiedenen Beratungen konzentriert sich die steirische Caritas auf Beschäftigungs- und Jugendprojekte, sowie mobile Dienste.

Mit zwei Millionen Schilling hat die Caritas der Diözese St. Pölten die Errichtung eines Altenpflegeheimes in der westrumänischen Stadt Oradea ermöglicht. Ab März werden in dem Haus 65 ältere und pflegebedürftige Menschen Aufnahme finden. Das teilte heute der Auslandsreferent der St. Pöltener Caritas mit. Die Caritas betreibt in Rumänien das landesweit größte Netz stationärer und mobiler Pflegeeinrichtungen.

Tschechien/Sklowakei

In der ehemaligen Tschechoslowakei sind wegen der kommunistischen Gewaltherrschaft zahlreiche Priester geheim geweiht worden. Aus kirchenrechtlichen Gründen ist nicht ganz klar, ob diese Weihen auch gültig sind. Am Montag hat der Vatikan eine Erklärung zu diesem Problem herausgegeben, in der jene Priester aufgefordert werden, ihre Weihe zu erneuern – falls das noch nicht geschehen ist. So sollen mögliche Zweifel über die Gültigkeit ihrer Messfeiern und Sakramentensprendung ausgeräumt werden.

 

Afrika

Kongo-Kinshasa

Vor einer weiteren Eskalation der Gewalt in dem zentralafrikanischen Land hat Caritas International gewarnt. In Freiburg erklärte ein Sprecher des Unternehmens, dass nach der Entführung des Erzbischofs von Bukuvu und einem seit drei Monaten anhaltenden Generalstreik die Situation zunehmend prekär werde. Die Zahl der Flüchtlinge habe sich in den vergangenen zwei Jahren auf über ein Million verfünffacht. Der Friedensvertrag von Lusaka werde weiter nicht erfüllt. Die Unruhen in der Region der großen Seen richten sich vor allem gegen Truppen aus Uganda, Ruanda und Burundi, die den Kampf der Rebellen gegen Präsident Laurant Kabila unterstützen.

 

Asien

China

In China ist erneut ein Bischof der Untergrundkirche festgenommen worden. Nach Berichten der Menschenrechtsorganisation Cardinal Kung Foundation wurde der 80-jährige John Yang Shudao bereits am Donnerstag unter dem Einsatz von 150 Polizisten verhaftet.

Ost-Timor

Der Bischof und Apostolische Administrator des ost-timoresischen Baucau, Basilio do Nascimiento, ist vom portogiesischen Präsidenten Jorge Sampaio mit dem „großen Orden der Freiheit" ausgezeichnet worden. Der Bischof hatte im vergangenen Jahr durch Verhandlungen mit der indondesischen Armee und pro-indonesischen Milizen die Zerstörung seiner Stadt verhindern können. Do Nascimiento erklärte, er nehme den Preis auch im Namen seiner Mitarbeiter, des Wiederstandes, und der lokalen Regierung auf Ost-Timor entgegen.

 

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