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An dieser Stelle finden Sie Nachrichten von Radio Vatikan vom 13. Februar 2000

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Redaktion: Ludwig Waldmüller

AUS UNSERER BERICHTERSTATTUNG:

Informations-Offensive der Schweizer Bischöfe zum Heiligen Jahr

Die katholische Kirche sei in den Medien der Schweiz zwar präsent, doch seien die Meldungen nicht immer ganz präzise.
Das beklagte der Pressesprecher der Schweizer Bischofskonferenz, Nicolas Betticher, am Freitag in Bürglen bei
Fribourg. Deshalb wollen die Schweizer Bischöfe im Heiligen Jahr die Öffentlichkeitsarbeit intensivieren.

Um den Aufklärungsbedarf zu decken, wird die Pressestelle künftig jede Woche Informationen an die Medien verschicken.
Ausserdem soll es drei Fachtagungen zu bestimmten Themen geben, die der Presse die nötigen Hintergrundinformationen für ihre
Arbeit liefern soll. Geplant sind Fachtagungen zum möglichen UNO-Beitritt der Schweiz, zum Umweltschutz und zur Ökumene.
Wenngleich die Schweizer Bischöfe in erster Linie den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bedienen wollen, verschliessen sie dennoch
einem privaten Fernsehsender nicht die Tür: Der neue französische Kirchensender KTO soll in einigen Monaten über Satellit auch in
der Schweiz zu empfangen sein. Aus Anlass des Heiligen Jahres wollen die Bischöfe schwerpunktmässig über Wallfahrten informieren.
Dabei denken sie an zwei besondere Treffen in Rom: Den Weltjugendtag im August, an dem voraussichtlich 1.500 Schweizer
teilnehmen werden. Und den "Tag der Schweizer" im Rahmen der Nationalwallfahrt im September, zu dem rund 10.000 Personen
nach Rom reisen werden. Aber auch an Wallfahrten innerhalb der Schweiz ist gedacht: Die Bischofskonferenz hat eine Liste mit 46
Orten herausgegeben, wo Gläubige die besonderen Gnaden des Heiligen Jahres erwerben können.

DIE NACHRICHTEN:

Vatikanstadt

Die nationalen Wallfahrten zum Heiligen Jahr nach Rom sind an diesem Wochenende von den Pilgern aus der Slowakei
eröffnet worden. Rund 5000 Slowaken unter der Leitung des Bischofs von Nitra, Frantisek Rábek, folgen in Rom einem dichten
Programm, dessen Höhepunkt am Dienstag eine Audienz bei Papst Johannes Paul II. sein wird.

Palästinenserpräsident Yassir Arafat wird laut Angaben der palästinensischen Autonomiebehörde am kommenden
Dienstag in den Vatikan reisen. Bei den Gesprächen soll es um die Pilgerreise Papst Johannes Pauls II. ins Heilige Land gehen.
Außerdem werde Arafat den Papst über die Hindernisse für den Friedensprozess im Nahen Osten informieren, hieß es.

Rund 60.000 Gläubige haben am Freitag Abend an einer Kerzenprozession zum Petersplatz teilgenommen und damit die
Hauptfeiern zum Heiligen Jahr für die Kranken abgeschlossen. In einer kurzen Ansprache von seinem Appartment aus zog
Papst Johannes Paul II. die Verbindung zwischen Rom und Lourdes, wo der 142. Jahrestag der Marienerscheinungen gefeiert wurde.
Beendet wurde der Tag mit einem Fest der Lichter. Als nächste Großveranstaltung stand am Samstag Abend „ein Fest der Freude
und der Hoffnung" mit Auftritten von behinderten Künstlern auf dem Programm.

Im Vatikan tagt seit Freitag die Päpstliche Akademie für das Leben. Sie steht diesmal unter dem Thema "Evangelium
Vitae: 5 Jahre Auseinandersetzung mit der Gesellschaft". Unter anderem geht es dabei um Abtreibung, Bioethik, Todesstrafe
und Euthanasie. Der vatikanische Außenminister Jean Louis Tauran begrüßte dabei die Entscheidung der UNO-Konferenz von Kairo,
die Abtreibung nicht als Mittel zur Geburtenkontrolle anzunehmen. Besorgt zeigte er sich darüber, dass statt dessen nun über die Pille
danach im Gespräch sei.

Zwischen der Volksrepublik China und dem Vatikan gibt es inoffizielle Kontakte. Das hat Kardinalstaatssekretär Angelo
Sodano bestätigt. Beim traditionellen Empfang zum Jahrestag der Lateranverträge erklärte er, der Kontakt biete die Möglichkeit, die
gegenseitigen Positionen zu klären.

Europa

Deutschland

Nach dem Rückzug des Sozialdienstes Katholischer Frauen aus der Schwangerenkonfliktberatung will der Verein Donum
Vitae so schnell wie möglich in die Beratung einsteigen. Die Vorsitzende der Laien-Initiative, Rita Waschbüsch, sieht dabei den
größten Handlungsbedarf in Diözesen, die bereits keine Scheine mehr ausstellen oder diesen Schritt in Kürze tun wollen.

Der koptische Bischof in Deutschland, Damian, hat den bevorstehenden Besuch von PJPII in Ägypten als historisches
Ereignis gewürdigt. Für die ökumenischen Beziehungen sei die Reise außerordentlich wichtig, so Damian. Zwar gebe es noch
Misstrauen wegen des Proselytismus, aber von Deutschland aus werde versucht, wieder Vertrauen aufzubauen.

Die Kirche muss sich gegenüber den Medien mehr öffnen – dieser Ansicht ist der Freiburger Religionssoziologe,
Michael Ebertz. In einer zunehmend pluralen Gesellschaft dürfe sie sich nicht in selbstgeschaffene Nischen zurückziehen.
Zuverlässige Studien zeigten, dass die Kommunikation der Kirche mit der Gesellschaft nicht nur von Vorurteilen, sondern auch von
erheblichen Ängsten und von Misstrauen belastet sei. Ebertz empfiehlt unter anderem, Predigten so zu schreiben, dass sie
Nachrichtenwert erhielten. Dann hätten sie auch die Chance, als Meldungen in die Redaktionen zu gelangen.

Die CSU hat gefordert, umstrittene Talk-Shows sollten künftig nur noch am Abend laufen. In einem Interview mit dem
Magazin Focus sagte der Vorsitzende der CSU-Medienkommission, Markus Söder: Sollte nachmittags bei RTL käuflicher Sex
angeboten werden, dann sei die Grenze erreicht. Die Medienaufsicht dürfe nicht nur ein „Papiertiger" sein. Allerdings kommt eine
Verlegung der Sendungen auf den Abend pratisch einem Verbot gleich, da Talk-Shows in den Abendstunden kaum ausreichende
Einschaltquoten erreichten, so der Politiker weiter.

Die Gesellschaft Katholischer Publizisten hat gegen die fristlose Entlassung des Leiters der bischöflichen Pressestelle
Würzburg, Werner Häußner, protestiert. Der Vorgang sei kein Einzelfall und belaste das ohnehin angespannte Verhältnis
zwischen Kirche und Medien, so die Vorsitzende der Gesellschaft, Michaela Pilters. Journalisten wie Häußler hätten dazu beigetragen,
die Arbeit der Pressestellen zu professionalisieren und Vertrauen aufzubauen.

Das Würzburger Generalvikariat gibt als Grund für die Entlassung des Pressechefs u.a. ein gefälschtes Zeugnis an. Häußler streitet den
Vorwurf ab und hat rechtliche Schritte angekündigt.

Der frühere Bosnienbeautragte der Bundesregierung, Hans Koschnick, hat vor drohenden Kriegen in den Ländern der
ehemaligen Sowjetunion gewarnt. Damit es etwa in Georgien oder Armenien nicht zu gewaltsamen Auseinandersetzungen wie in
Tschetschenien komme, seien jetzt Friedensmaßnahmen notwendig. Andernfalls müsse mit neuen Flüchtlingsströmen gerechnet
werden, so Koschnick bei einer Tagung der Katholischen Akademie Freiburg.

Der zur Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche" gehörende Verein Frauenwürde hat einen Landesverband in
Rheinland Pfalz gegründet. Er will dort eine Schwangerenkonfliktberatung katholischer Laien aufbauen. Dieser Schritt sei nach
Gesprächen mit dem rheinland-pfälzischen Familienministerium erfolgt, heißt es aus Verbandskreisen.

Großbritannien wird der Stadt Dresden zum 55. Jahrestag der Zerstörung der Altstadt durch die aliierten Bomber ein
großes goldenes Kreuz schenken. Bei den Angriffen am 13. und 14. Februar 1945 starben rund 35.000 Menschen im
Bombenhagel. Das Geschenk wurde von einem britischen Goldschmied angefertigt, dessen Vater eines der aliierten Flugzeuge
gesteuert hat. Diese Tage hätten seinen Vater bis aufs Sterbebett verfolgt, so der Künstler. Das Kreuz ist die Kopie eines Originals
aus dem 18. Jahrhundert und soll an der Spitze der Dresdner Frauenkirche angebracht werden.

Österreich

Der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät in Innsbruck, Raymund Schwager, hat die EU-Sanktionen gegen die
neue Regierungskoalition kritisiert. In einer demokratischen Ordnung sollten nur Tagen bestraft werden, und nicht Vermutungen,
was in Zukunft geschehen könne, so Schwager.

Die Kirchen Österreichs haben an die Glaubensgemeinschaften in anderen europäischen Ländern appelliert, das Land
nicht zu isolieren. Vielmehr sei es wichtig, den Christen in geschwisterlicher Verbundenheit zur Seite zu stehen

Afrika

Nigeria

Die Katholiken in aller Welt brauchen eine gemeinsame Theologie – das hat der Wiener Kardinal Christoph Schönborn
bei seinem Afrika-Besuch unterstrichen. Er sprach vor 800 Priesterseminaristen aus Nigeria im größten Priesterseminar der Welt
im nigerianischen Enugu. Dabei hob Schönborn die Verbindung hervor, die der gemeinsame christliche Glaube zwischen Menschen
verschiedener Kulturen schafft.

Sudan

Die Islamische Konferenz sucht nach der Schließung ihrer Zentrale in Khartoum einen neuen Sitz. Nach Angaben eines
Sprechers wurde die Zentrale der internationalen Organisation von der sudanesischen Regierung auf Drängen von verschiedenen
Ländern geschlossen, die dem Islam feindlich gegenüber stünden. Die Islamische Konferenz sieht sich nun in anderen Ländern nach
einer Genehmigung um.

Kongo

Erzbischof Emmanuel Kataliko von Bukavu ist von Rebellen aus seinem Bistum vertrieben worden. Nach Angaben des
Bistums wurde Kataliko während der Rückkehr von einer Bischofsversammlung in der Hauptstadt Kinshasa auf dem Flughafen von
Militärs festgenommen und an der Weiterreise gehindert. Inzwischen soll er gewaltsam in eine andere Stadt gebracht worden sein.
Grund sind laut Angaben der Rebellen kritische Äußerungen des Erzbischofs zur Lage in der besetzten Region. Sein Erzbistum im
Osten der Demokratischen Republik hat gegen den Übergriff protestiert und vorerst alle gottesdienstlichen und sozialen Tätigkeiten
der Kirche ausgesetzt.



Nahost

Israel

Die katholische Kirche im Heiligen Land hat Christen, Muslime und Juden aufgefordert, gemeinsam für Frieden und
Gerechtigkeit zu sorgen. Sie selber wollten dafür ihre Zusammenarbeit verstärken, hieß es am Ende der gemeinsamen Synode der
katholischen Kirchen im Heiligen Land, die am Samstag in Betlehem zu Ende gegangen ist. Rund 130 Bischöfe und Äbte haben daran
teilgenommen, außerdem rund 200 Laien-Delegierte. Eingeladen waren auch die Repräsentanten anderer christlicher Kirchen sowie
der Muslimen und der Juden.

Nach Ansicht des Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Michel Sabbah, wird PJPII bei seinem Besuch im Heiligen
Land die Rechte der palästinensischen Flüchtlinge verteidigen: "Er wird ihnen sagen, dass sie die gleiche Würde und die
gleichen Rechte haben, wie alle anderen Menschen", erklärte Sabbah am Ende einer Bischofssynode in Betlehem.

Asien

Ost-Timor

Portugals Präsident hat der vom Bürgerkrieg zerstörten einstigen portugiesischen Kolonie Wiederaufbauhilfe
versprochen. In der Hauptstadt Dili führte Jorge Sampaio am Sonntag Gespräche mit der Führung der ost-timoresischen
Unabhängigkeitsbewegung und mit Vertretern der offiziellen Verwaltung. Bereits am Samstag hatte er sich mit Bischof Carlos Belo
beraten. Während eines Gottesdienst dankte Belo der internationalen Staatengemeinschaft für ihr Eingreifen auf Ost-Timor.

China

Der chinesische Präsident Jang Zemin hat die Falun-Gong-Bewegung mit der polnischen Bewegung Solidarnos
verglichen. Sie sei für die Volksrepublik ebenso gefährlich, wie es Solidarnos für Polen gewesen sei, erklärte er bei einem Treffen
der Kommunistischen Partei. Nach Agentur-Angaben sind seit einer Woche etwa 2000 Mitglieder der Falun-Gong-Bewegung
verhaftet worden.





Korea

Im Olympiastadion von Seoul hat am Sonntag eine gigantische Hochzeitsfeier stattgefunden: Rund 20.000 Mitglieder der
Moon-Sekte. haben dabei geheiratet. Weitere 40.000 erneuerten ihr Ehebündnis. Einige der neuverheirateten Paare lernten sich
erst während der Zeremonie kennen, die von dem Gründer der Moon-Sekte, Sun Myung Moon, selbst geleitet wurde.





Radio Vatikan sendet täglich um 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle: 1530 Khz

Kurzwelle: 5880, 7250, 9645 Khz

!!! Im Heiligen Jahr 2000 bringt Radio Vatikan Sondersendungen im Stadtgebiet von Rom:

Täglich um 8.35 und 19 Uhr (sonn- und feiertags um 8.45) auf UKW 96,3 und MW 1260 !!!

Radio Vatikan ist ferner zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und
ZDF (7.56 MHz - digital).

· World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr, auf Euromax über MTV-deutsch, Tonunterträger 7.38 MHz
.

Das Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02 / 2 30 31 Fax: 0 21 02 / 2 14 13

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