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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie Nachrichten von Radio Vatikan aus der Zeit vom 28.-31.01.2000

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Redaktion: Clemens Behr

Aus unserer Berichterstattung:

Die orthodoxe Kirche in Griechenland empfängt erstmals offiziell katholischen Bischof

Zu einem Durchbruch bei den Beziehungen zwischen katholischer und orthodoxen Kirchen ist es nach Aussage von Bischof Joseph Homeyer gekommen. Der Hildesheimer Oberhirte äußerte sich nach seiner Rückkehr von einer fünftägigen Reise nach Griechenland und Rumänien optimistisch über eine künftige Zusammenarbeit. Um Fragen der sozial-ethischen Gestaltung Europas, der Grundrechte, der europäischen Verfassung und der Verantwortung des Alten Kontinents im Prozess der Globalisierung ging es bei der Visite. Homeyer besuchte in Athen den griechisch-orthodoxen Erzbischof Christodulos und in Bukarest den rumänischen Patriarchen Teoctist. Der Durchbruch in den beiderseitigen Beziehungen äußerte sich auch durch einen äußeren Umstand: In Griechenland wurde Homeyer als erster katholischer Bischof offiziell von der orthodoxen Kirche empfangen. Für das Jahr 2001 kündigte der Bischof eine Konferenz orthodoxer und katholischer Bischöfe an. Auf der Arbeitsebene vereinbarte er regelmäßige Treffen in Brüssel. Europa endet nicht dort, wo die Orthodoxie anfängt, so Homeyer. Erst nach dem Beitritt der östeuropäischen Länder könne wirklich von einem geeinten Kontinent gesprochen werden.

Grundsatzerklärung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich zur Regierungsbildung

Der Ökumenische Rat der Kirchen in Wien hat - mit Blick auf die umstrittene Regierungsbildung in Österreich - eine Grundsatzerklärung herausgegeben. Ohne im Einzelnen auf die Koalitionsgespräche zwischen der rechtsnationalen FPÖ und der Volkspartei ÖVP einzugehen, warnen die Kirchen darin vor jeder Art von Fremdenfeindlichkeit. "Wir ersuchen alle Mitbürger dringend und mit besonderem Nachdruck, dem Gift des Rassismus und der Intoleranz zu widerstehen" - zu diesem Appell sieht sich der Vorstand des Ökumenischen Rates wegen der derzeitigen politische Entwicklung gedrängt. Die FPÖ-Politik sei von Fremdenfeindlichkeit beeinflusst, heißt es in der Erklärung. In einer Zeit der zunehmenden Verunsicherung sei es zwar durchaus psychologisch zu erklären, wenn Menschen ihre Ängste auf Fremde projizierten und diese zum Sündenbock machten. Dieser Mechanismus löse jedoch keine Probleme, sondern tue nur Unrecht. Statt dessen spricht der Ökumenische Rat sich für eine umfassende Information und Aussprache zwischen den einzelnen Volksgruppen aus, um eine gerechte und menschenwürdige Gesellschaft aufzubauen.

Rotes Kreuz: In Grosny sind tausende Zivilisten in Lebensgefahr

In der tschetschenischen Hauptstadt Grosny sitzen 20.000 bis 40.000 Zivilisten in der Falle. Tausende Personen seien wegen der Kämpfe verwundet oder getötet worden, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mit. Die verbleibende Zivilbevölkerung sei in Lebensgefahr. Zu Lebensmitteln, Wasser, medizinischer Pflege sowie Strom oder Gas habe sie nur beschränkten Zugang. Das IKRK sorgt sich besonders um die Situation der 8.000 älteren und schwachen Personen, die bis zum Oktober vergangenen Jahres durch ein Rot-Kreuz-Programm unterstützt worden waren. Auch in anderen Regionen Tschetscheniens seien Zivilsten dringend auf Schutz angewiesen. Das IKRK forderte, das die Bevölkerung in den Konfliktzonen ein Minimum an Unterstützung erhalten oder in sichere Gebiete gehen kann. Die betroffenen Behörden erinnerte die Hilfsorganisation zudem an ihre Verpflichtungen im Rahmen der Genfer Konvention. Auch Katholiken sind vom Tschetschienien-Krieg betroffen. Sie seien aus Grosny geflohen, teilte das Hilfswerk "Kirche in Not" mit. Das Gemeindeleben sei allerdings bereits nach dem ersten Krieg vor vier Jahren fast völlig zum Erliegen gekommen. Die katholische Pfarrkirche in Grosny liege seitdem in Trümmern. In dem Konflikt im Nordkaukasus säßen religiöse Minderheiten zwischen den Stühlen. Umgeben vom Hass der Extremisten würden sie von der Gewalt aufgerieben, so "Kirche in Not weiter"

Die Nachrichten:

Vatikanstadt

Alle Taten der Nächstenliebe sind prophetische Zeichen unserer Zeit. Das betonte Papst Johannes Paul II. heute bei einer Begegnung mit Ordensleuten. Gerade im Heiligen Jahr 2000 müsse in der ganzen Kirche der caritative Dienst verstärkt werden. Es gelte, die großen Zahl der Armen in der heutigen Gesellschaft freundlich zu begegnen. Die konkrete Hilfe für die Armen wirke schließlich auch zurück auf die Strukturen der Gesellschaft. Diese seien oft der Grund für Ungerechtigkeit und Unterdrückung.

Papst Johannes Paul II. hat den deutschen Erzbischof Georg Zur zum neuen Botschafter des Vatikans in Moskau ernannt. Der aus Görlitz stammende Zur übernimmt damit eines der wichtigsten und zugleich schwierigsten diplomatischen Vertretungen des Heiligen Stuhls. Der 69-jährige trat bereits 1962 in den diplomatischen Dienst des Vatikans ein und leitete dort zuletzt die Diplomatenausbildung.

Der Papst hat das neue Parkhaus in der Nähe des Vatikans auf dem Berg Gianicolo eingeweiht. Es hat 6 Ebenen und bietet Platz für fast einhundert Busse und über 700 Autos. Damit wächst die Hoffnung, dass sich die Verkehrssituation für Pilger und Touristen in Rom beruhigt, zumindest rund um Sankt Peter. Auch für die Fussgänger soll es auf der Via della Conciliazione demnächst angenehmer werden, auf der Strasse, die auf den Petersdom zuführt: Ein Assessor für öffentliche Arbeiten der Stadt Rom sagte bei der Gelegenheit, es werde weiter an einem Projekt gearbeitet, das den Fussgängern mehr Platz lässt.

Europa

Deutschland

Die Aufklärung der Parteispendenaffäre muss nach Ansicht des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD - ohne Ansehen der Person erfolgen. Bei der Offenlegung der Finanzverhältnisse der Parteien handle es sich um elementare Funtkionsbedingungen der Demokratie. Diese müsse geheime und ungezügelte finanzielle Einflüsse ausschließen, so die EKD. Die Demokratie rechne allerdings damit, dass Menschen gerade in politischen Ämtern Versuchungen ausgesetzt sind. Darin entspreche sie dem christlichen Menschenbild. Inhaber politischer Ämter brauchten daher nach Ansicht der EKD Machtbegrenzung und Kontrolle.

Der Brandenburgische Kultusminister Wolfgang Hackel hat sich für eine baldige Unterzeichnung des Staatsvertrages zwischen dem Land Brandenburg und der katholischen Kirche ausgesprochen. Allerdings müsse zuerst die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes über den Religionsunterricht abgewartet werden. Diese wird aber möglicherweise erst im Jahr 2001 fallen. Die Kirche will den Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach im Vertrag festschreiben. Strittig ist bei den Verhandlungen außerdem noch die Höhe der finanziellen Zuwendungen für die Kirche, die das Land im vergangenen Jahr auf 1,6 Millionen Mark gekürzt hatte. Die Kirche fordert hingegen drei Millionen Mark Unterstützung jährlich. Brandenburg hat als einziges Bundesland die Beziehungen zur katholischen Kirche noch nicht auf eine vertragliche Basis gestellt.

Österreich

Der Präsident der Wiener ökumenischen Stiftung "Pro Oriente", Alfred Stirnemann, ist am Donnerstag im Alter von 61 Jahren gestorben. Er erlag den Folgen einer schweren Gehirnblutung. In seinem Einsatz für die Verständigung mit den orthodoxen und altorienatlischen Kirchen war Stirnemann ein geschätzter Gesprächspartner und Mann des Vertrauens vieler östlicher Kirchenführer. Stirnemann hatte seit 1965 in der Leitung der Stiftung Pro Oriente mitgearbeitet.

Die Gründerin der Schwesterngemeinschaft "Caritas Socialis", Hildegard Burjan hat jenen Geist der Frau zum Ausdruck gebracht, von dem Papst Johannes Paul II. eine Lösung der sozialen Probleme erwartet. Das betonte der diplomatische Vertreter des Vatikans in Österreich, Erzbischof Donato Squicciarini. Er nahm an einem Gottesdienst in Wien zum Jahrestag der Geburt Hildegard Burjans teil.

Schweiz

Die Deutsch-schweizer Ordinarienkonferenz-Jugendverbände hat Pläne für eine neue katholische Jugendzeitung diskutiert. Das teilte der Schweizer Jugendbischof Martin Gächter nach einem Treffen des Gremiums in Solothurn mit. Derzeit würden verschiedene Vorstudien gemacht. Für das Jahr 2001 beschloss die Ordinarienkonferenz-Jugendverbände ein größeres Treffen Verantwortlicher in der katholischen Jugendarbeit.

Katholiken aus der Innerschweiz wollen dem Churer Bischof finanziell unter die Arme greifen. Dazu wurde eine Spendenaktion unter dem Titel "Aktion Pro Curia - Solidarität mit dem Bistum Chur und Bischof Amédée Grab" ins Leben gerufen. Laut Informationen des Churer Generalvikars klafft in der Bistumskasse ein Loch von mindestens 900 000 Franken. Der Bischofsrat hatte deshalb angekündigt, die Theologische Hochschule Chur möglicherweise aus Mangel an Geld und Studierenden zu schließen. Die Initiatoren der Spendenaktion wollen verhindern, dass Geldnot der Grund für Änderungen in der Kirche ist.

Frankreich

Zwei Bischöfe aus dem Großraum Paris wollen am Dienstag eine Delegation von illegalen Einwanderern treffen. Rund 300 sogenannte "sans papiers" hatten am Sonntag für mehrere Stunden die Kirche Saint Ambroise in Paris besetzt. Sie wollten damit nach eigenem Bekunden gegen Not und Armut der Ausländer ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung protestieren. Diese würden von skrupellosen Arbeitgebern als Sklaven ausgebeutet.

Litauen

Die katholische Kirche in Litauen hat am Donnerstag ein Zeichen der Umkehr gesetzt und sich für begangenes Unrecht der Vergangenheit entschuldigt. Sie hat um Vergebung dafür gebeten, dass sie in der Zeit der sowjetischen Besetzung des Landes mit dem Geheimdienst KGB zusammengearbeitet habe. Das geht aus einer in der Hauptstadt Vilnius veröffentlichten Erklärung der Bischöfe hervor. Darin werden die betroffenen Priester aufgefordert, ehemalige Verbindungen zum KGB offen zu legen. Zudem sollten sie die zuständige staatliche Kommission über ihre Aktivitäten für den Geheimdienst informieren. Doch nicht nur die Zeit unter sowjetischer Besetzung will die litauische Kirche aufarbeiten, sondern auch den Zweiten Weltkrieg. In der Erklärung kündigte die Bischofskonferenz an, bis April ein Dokument zu erarbeiten, in dem sie um Verzeihung für ihre Rolle im Holocaust während des Zweiten Weltkriegs bitten werde.

Schweden

Der US-Vertreter bei der internationalen Holocaust-Konferenz in Stockholm hat den Vatikan und Russland aufgefordert, ihre Archive zum Holocaust zu öffnen. Es gäbe für kein Land und keine Institution eine Entschuldigung, Dokumente nicht freizugeben, erklärte Stuart Eizenstat zum Abschluss der Konferenz am Donnerstag in Stockholm. Der Vatikan habe zwar eine Expertenkommission einberufen, diese habe aber keinen Zugang zu den Archiven, so Eizenstat.

Russland

Der russisch-orthodoxe Patriarch Alexij II. hat sich am Samstag mit UNO-Generalsekretär Kofi Annan getroffen. Bei dem Gespräch habe er die Position Russlands in Bezug auf Tschetschenien dargelegt, erklärte Alexij nach dem Treffen. Zugleich habe er die Bedeutung der Friedensmission der russisch-orthodoxen Kirche betont. Sie müsse in der russischen Gesellschaft als eine versöhnende Kraft wirken, so Alexij.


Türkei

Die Regierung in Ankara hatte am Donnerstag für die traditionellen Feritagsgebete eine Predigt für Tolleranz und Frieden angeordnet. Die moslemischen Geistlichen sollten einen Text der staatlichen Behörde für religiöse Angelegenheiten verlesen, der Gewalt im Namen des Islam verurteilt. Hintergrund sind die Entdeckung von mehreren Dutzend toten Opfern der islamistischen Extremistengruppe Hisbollah in den letzten Tagen in der Türkei.

Belgien

Die katholische Friedensbewegung Pax Christi International setzt sich gegen die Sklavenarbeit in Brasilien ein. Das internationale Sekretariat in Brüssel rief die nationalen Mitgliedsverbände am Montag auf, eine entsprechende Kampagne der brasilianischen Landpastoral CPT zu unterstützen. Diese wirft den Behörden vor, keine ausreichenden Kontrollen gegen sklavenähnliche Arbeiten durchzuführen.

Zwei Krankenhausärzte aus Lüttich sind wegen Sterbehilfe am falschen Patienten unter Anklage gestellt worden. Rundfunkberichten zufolge hatten sie die Zustimmung eines Patienten und seiner Familie für die Verabreichung lebensbeendender Mittel erhalten. Danach hätten sie die Präparate jedoch einem anderen Kranken gegeben, der daraufhin gestorben sei. Die Ärzte seien wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt worden hieß es.

Afrika

Äthiopien

Acht Millionen Menschen sind in dem ostafrikanischen Land von einer Hungersnot bedroht. Aus diesem Grund appellierte die UNO an die internationale Gemeinschaft, Hilfsgüter im Wert von 190 Millionen Dollar zur Verfügung zu stellen. Die drohende Hungersnot ist nach UNO-Angaben eine Folge des Krieges mit dem Nachbarland Eritrea. Zudem hielten sich viele Flüchtlinge aus dem Sudan und Somalia in Äthiopien auf.

Asien

China

Der Vatikanische Nachrichtendienst Fides hat eine offene Verfolgung der katholischen Untergrundkirche in China angeprangert. Mit den Verhaftungswellen der vergangenen Monate und der verstärkten Unterdrückung romtreuer Bischöfe, Priester und Laien solle die Untergrundkirche offenbar gewaltsam in die offizielle Chinesische Patriotische Kirche eingegliedert werden, so Fides. Dutzende von Priestern und Bischöfen seien in Haft. Romtreue katholische Familien würden etwa durch Schulverbot für ihre Kinder unter Druck gesetzt.

Indonesien

Die Unruhen zwischen Christen und Muslimen auf den Molukken-Inseln haben seit Ende vergangenen Jahres rund 1.700 Tote gefordert. Das gab der Provinzgouverneur der Nord-Molukken bekannt. Seit Beginn der Auseinandersetzungen vor einem Jahr auf Ambon kamen nach offiziellen Angaben weit über 2000 Menschen ums Leben. Die beiden Konfliktparteien gehen von einer weit höheren Zahl an Opfern aus.

Amerika

Mexiko

Nach offiziellen Schätzungen sind in der Hauptstadt des Landes mehr als 5000 Straßenkinder Opfer von Prostitution und Pornographie. Das berichtet die Missionsnachrichtenagentur Misna. Besonders Touristen- und Geschäftsviertel seien die Hochburgen der Kinderprostitution. Mehrere Politiker forderten von der mexikanischen Regierung die Einrichtung von Büros der Staatsanwaltschaft speziell für die Probleme der Minderjährigen.

 

Man hört Radio Vatikan täglich um 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle: 1530 Khz

Kurzwelle: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital).

· World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog) und ZDF (7.56 MHz digital).

!!! Im Heiligen Jahr 2000 sendet Radio Vatikan Sondersendungen im Stadtgebiet von Rom:

Täglich um 8.35 und 19 Uhr, sonn- und feiertags um 8.45 auf UKW 96,3 und MW 1260 !!!

Das Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02 / 2 30 31 Fax: 0 21 02 / 2 14 13

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