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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie Nachrichten von Radio Vatikan aus der Zeit vom 25.-27.01.2000

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Redaktion: Clemens Behr

Aus unserer Berichterstattung:

Kock: Symbolische Anerkennung des Papstamtes durch die Protestanten möglich

In seiner Ökumene-Enzyklika „Ut unum sint" hat Papst Johannes Paul II. zu einer tieferen Erforschung und Diskussion um das Papstamt aufgerufen. Denn das ist im ökumenischen Dialog ein schwieriges Thema. Einen Vorstoß hat Präses Manfred Kock von der Evangelischen Kirche in Deutschland, EKD, gewagt.

Gegenüber der italienischen katholischen Tageszeitung „Avvenire" erklärte Kock, daß er eine symbolische Anerkennung des Papstamtes durch die Protestanten für möglich halte. Aber dafür möchte er auch ein Entgegenkommen Roms in einer anderen Frage.

Der entscheidende Differenzpunkt, der im Moment zwischen den Konfessionen steht, ist das Papsttum. Das sagt zumindest EKD-Präses Manfred Kock. Aber damit finde er sich nicht ab, sondern er mache aus seiner Not eine Tugend. Er erklärte: Der Papst könnte eine „symbolische Einheitsgestalt" sein.

Darunter versteht der EKD-Präses so etwas wie einen „Primus inter Pares", einen Ersten unter gleichen, der für die Weltchristenheit eine – Zitat – „nach außen gewendete Symbolkraft" hat. Allerdings muß dafür erst eine Voraussetzung geschaffen werden: Um überhaupt im Dialog weiterzukommen, müsse Rom endlich anerkennen, daß es sich auch bei den evanglischen um „Kirchen" und nicht nur um „kirchliche Gemeinschaften" handle, so Kock. Und wörtlich: „Das wäre ein erster Schritt zur Überwindung der Trennung, danach kann man auch über eine symbolische, einheitliche Repräsentanz reden".

Zur Situation in Albanien

Der Krieg ist zuende. Doch die Lage im Kosovo ist so prekär, dass sich selbst die amerikanischen Außenministerin Madelaine Albright gestern veranlasst sah, vor einer zunehmenden Krisensituation zu warnen. Vor dem Europäischen Institut in Washington beklagte sie, dass die Hilfsversprechen der internationalen Gemeinschaft nicht eingelöst seien. Folglich fehle es an den grundlegenden Mitteln zur Wiederherstellung der Stromversorgung, für die Organisation von Wahlen und für Anstöße zur Belebung der Wirtschaft.

Albanien als Nachbarland hatte der menschlichen Tragödie als erstes die Tore geöffnet. Noch heute ist es fast allein die katholische Kirche, die dort mit ihren Einrichtungen Flüchtlingshilfe leistet. Anlass für den Erzbischof von Skutari in Albanien, Angelo Massafra, einen eindringlichen Appell an das Ausland zu richten.

Heute gehe es weniger darum, Erste Hilfe zu leisten, sondern wichtig sei es, durch Investitionen Arbeitsplätze zu schaffen. So der Aufruf des Erzbischofs bei einer Pressekonferenz im Vatikan. Als Gast des pästlichen Rates Cor unum berichtete Massafra vom Dank der Bevölkerung für den Einsatz der Caritas. Dank der kirchlichen Hilfsorganisation gibt es ein Flüchtlingszentrum in Fjerze, eine Erstehilfestation in Tropoja und in Skutari kümmert man sich um alleinstehende Alte und Familien mit Behinderten. Wichtig erschien dem Oberhirten der Hinweis, durch die Präsenz nicht nur materielle Hilfe zu geben, sondern auch zur Versöhnung beizutragen. Aufklärung sei da besonders wichtig, da von Christen viel Böses angerichtet worden sei. Als ein 13 Jähriges Mädchen sein Bischofskreuz als Zeichen des Bösen verstand, habe er versucht, der jungen Albanerin zu erklären, dass nicht alle Christen böse sind und was der Zweck seiner Mission sei. Sie hätten sich daraufhin als Freunde getrennt. Jeden Tag habe er ähnliche Szenen erlebt, in denen die Kirche durch Ihre Präsenz vor allem Hoffnung spenden konnte, so Erzbischoff Massfara.

Zur Situation der Pressefreiheit auf der Welt

Am Montag hatte Papst Johannes Paul II. seine Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel im voraus veröffentlicht. Und die internationale Vereinigung Reporter ohne Grenzen hatte berichtet, dass die Zahl der in Ausübung ihres Berufes getöteten Medienleute im vergangenen Jahr auf 36 angestiegen sei und sich damit im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt habe. Was steckt hinter dieser Zahl? Wie steht es um die Pressefreiheit?

Den Anstieg der getöteten Journalisten führt die internationale Vereinigung Reporter ohne Grenzen darauf zurück, dass die bewaffneten Konflikte zugenommen hätten. 28 der Medien-Profis seien in Kriegs- oder Krisengebieten umgekommen: 10 in Sierra Leone, wo die Rebellen der Revolutionären Front Anfang 1999 regierungsnahe Journalisten regelrecht hingerichtet hätten; 6 in Jugoslawien, darunter Gabriel Grüner und Volker Krämer vom deutschen Magazin Stern; ebenfalls 6 in Kolumbien; 3 in Tscheschenien, 2 in Ost-Timor und einer im Libanon. Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen sei die Zahl der gefangengenommenen Journalisten gegenüber dem Vorjahr hingegen geringfügig zurückgegangen. Zu den Ländern, die häufig Journalisten einsperren, um sie zumindest zu verhören, zählen zum Beispiel die Demokratische Republik Kongo, Kuba und die Türkei. In der Türkei seien 4 Presseleute gefoltert worden. Je etwa zehn Journalisten sind unter zum Teil zweifelhaften Bedingungen eingesperrt in Burma, Syrien, China und Äthiopien. Die Reporter ohne Grenzen haben festgestellt, dass die Pressefreiheit vor allem in Kriegszeiten eingeschränkt oder kontrolliert wird, wie zum Beispiel in Jugoslawien unter Milosevic. In den ersten Tagen des neuen Jahres haben erneut zwei Journalisten ihr Leben lassen müssen, und rund 80 sitzen gegenwärtig hinter Gittern.

Die Nachrichten:

Vatikanstadt

Die letzte Hürde für die Seligsprechung von Papst Johannes XXIII. ist überwunden. Die Heiligsprechungskongregation hat heute in Gegenwart von Johannes Paul II. verkündet, dass auf Fürsprache seines 1963 verstorbenen Vorgängers, ein Wunder gewirkt wurde. Es betrifft die medizinisch nicht erklärbare Heilung einer heute noch lebenden italienischen Ordensschwester. Dies gab der vatikansiche Pressesaal bekannt. Das Wunderdekret war der letzte formale Schritt vor der Seligsprechung des Konzilspapstes.Außerdem wurden Dekrete über acht weitere künftige Selige bekannt. Einziger Deutscher ist der 1819 in Füssen geborene und 1867 in New Oreleans verstorbene Redemptoristenpater Franz Xaver Seelos, der unter den deutschen Amerika-Auswanderern wirkte.

Europa

Deutschland

Das Komitee zum Heiligen Jahr 2000 hat einen Literaturwettbewerb für Kinder und Jugendliche ausgeschrieben. Heranwachsende können in drei Altersgruppen mit schriftlichen Werken in Prosa und Lyrik an dem Wettbewerb teilnehmen, teilte die Zentralstelle Medien der deutschen Bischofskonferenz in Bonn mit.

Der 29. Evangelische Kirchentag im Jahr 2001 in Frankfurt wird unter dem Leitwort „Du stellst meine Füsse auf weiten Raum" stehen. Das Programm werde sich in weitere Themenbereiche aufgliedern, teilte die Leitung des Kirchentages in Frankfurt mit. Sie heissen „In Vielfalt glauben" – „In Würde leben" – und „In Freiheit bestehen."

Junge Juden haben nach Ansicht des Historikers und Publizisten Günther Ginzel auch im Talkshow-Zeitalter keine Chance, öffentlich wahrgenommen zu werden. In den Medien seien Extreme gefragt. Juden seien nur dann beliebte Talk-Gäste, wenn sie entweder die Deutschen als Nazis beschimpften oder den „neudeutschen Juden" mimten, so Ginzel. Die meisten jüdischen Jugendlichen seien aber nicht extrem.

Österreich

Die Grazer Katholisch-Theologische Fakultät hat den 89-jährige Priester Johann List mit dem Goldenen Ehrenring ausgezeichnet. Sie verlieh damit ihrem ehemaligen Absolventen ihre höchste Auszeichnung. List war im Zweiten Weltkrieg vom NS-Regime verfolgt worden. Die Ehrung erfolge stellvertretend für viele Angehörige der Theologischen Fakultät, die Opfer des Nationalsozialismus wurden, hiess es in der Laudatio. Der steirische Bischof Johann Weber sagte, List habe nach dem Krieg unermüdlich gearbeitet, um „aus den Trümmern neu ein Haus der Hoffnung und des Glaubens zu bauen".

Der neue steirische Superintendent, Hermann Miklas schätzt viele Fragen, die im ökumenischen Dialog zwischen den Kirchen stehen, als theologisch bedeutungslos ein. In Graz erklärte Miklas, daß soziologische oder Mentalitätsprobleme nicht mit theologischen verwechselt werden sollten. Dafür dürfe man in gravierenden Fragen, wie jener des Papstamtes, des Frauenpriestertums oder der Rechtfertigungslehre nicht müde werden, miteinander zu sprechen. Als Ziel der Ökumene bezeichnete Miklas ein Miteinander in versöhnter Gemeinsamkeit. Es gehe nicht darum, dem anderen die Identität zu nehmen.

Schweiz

Der Bischof von Freiburg, Genf und Lausanne hat einen neuen Bischofsvikar für den deutschsprachigen Teil der Diözese ernannt. Kurt Stutz ist im Moment Pfarrer von Murten/Kerzers und Dekan des deutschsprachigen Dekanates St. Petrus Kanisius. Der 60jährige Priester folgt damit auf den amtierenden Bischofsvikar Thomas Perler, der seinen Rücktrittswunsch eingereicht hatte. Stutz wird sein neues Amt am ersten September antreten.

Grossbritannien

Die Anglikanische Kirche will unter bestimmten Bedingungen Geschiedenen eine Wiederheirat ermöglichen. Entsprechende Richtlinien hat eine Arbeitsgruppe von Bischöfen unter der Leitung des Bischofs von Winchester ausgearbeitet. Die Richtlinien sollen die bisherige Gesetzgebung von 1957 ersetzen und eine verbindliche Regelung für die gesamte Kirche von England ermöglichen. Bedingung für eine Wiederheirat soll unter anderem ein klarer zeitlicher Abstand zur ersten Ehe sein. Ausserdem soll die Wiederheirat beispielsweise mit Blick auf die Kinder verantwortlich, umsichtig und emotional weise sein. Die neuen Bestimmungen sollen zuerst in Pfarreien diskutiert und dann der Generalsynode im Jahr 2002 zur Verabschiedung vorgelegt werden.

Tschechien

Der tschechische Bischofskonferenz hat am Dienstag den Erzbischof von Olmütz Jan Graubner zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Der 51jährige Metropolit aus Mähren löst damit den Prager Kardinal Miloslav Vlk ab, der nach zwei Amtsperioden nicht erneut kandidieren konnte. Der Vorsitzende der tschechischen Bischofskonferenz wird traditionsgemäss abwechselnd von einem böhmischen und einem mährischen Bischof besetzt.

Italien.

Die Anzahl der Moslems in Italien wächst. Sie sei im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent angestiegen, wie die Fondazione Migrantes und die Caritas in Rom mitteilten. Der Anstieg sei auf die Einwanderer aus vorwiegend islamischen Staaten zurückzuführen. Unter den Einwanderern aus Osteuropa und Nordamerika hingegen seien viele Angehörige protestantischer Kirchen. Aufgrunddessen sei die Anzahl der Protestanten in Italien auf eine halbe Million angestiegen.

Frankreich

Der Europarat in Strassburg hat eine Kampagne gestartet für einen verbesserten Schutz religiöser Stätten. Neben religiösen Gebäuden und Kunstwerken sollen auch kulturelle Ausdrucksformen wie Musik, Traditionen und Pilgerfahrten aufgenommen werden, teilte ein Koordinator in Strassburg mit. Der Bevölkerung Europas solle durch gemeinsame Initiativen das reiche religöse Erbe ihrer Kultur nahegebracht werden.

Afrika

Nigeria

Das islamische Gesetz ist im nördlichen Bundesstaat Zamfara in Kraft getreten. In drei weiteren Regionen wurden bereits Maßnahmen zur Einführung der Scharia ergriffen. Zamfara ist der erste Bundesstaat, in dem dieses Gesetz wieder gültig ist. Die britische Kolonialregierung hatte es am Ende des vergangenen Jahrhunderts in Nigeria abgeschafft.

Naher Osten

Israel

Oberrabbiner haben Vorbehalte gegen eine Begegnung mit Papst Johannes Paul II. während dessen für März geplanten Reise ins Heilige Land. Nach einem Bericht der Tageszeitung Haarets ist der Ort eines Treffens zwischen dem Papst und den höchsten religiösen Autoritäten in Israel noch unklar. Hinter der protokolarischen Frage stehe angeblich der Unwille zweier Oberrabbiner, dem Oberhaupt der katholischen Kirche überhaupt zu begegnen.

Asien

China

Die Polizei hat am Sonntag einen Priester der katholischen Untergrundkirche verhaftet. Wie erst am Dienstag bekannt wurde, bestätigte ein Sprecher der Ordnungshüter außerdem die Festnahme von Bischof Han Dingxiang im etwa 200 Kilometer von Peking entfernten Hebei. Die Kardinal Kung Stiftung mit Sitz in den USA hatte erklärt, der Bischof sei bereits seit 1. Dezember inhaftiert worden.

Amerika

Vereinigte Staaten

Vertreter der Religionen der Indianer fordern eine Entschuldigung von Seiten des Vatikan. Die internationale Gemeinschaft indigener Religionen hat an den Papst einen Brief geschrieben, in dem sie fordern, beim Mea Culpa des Heiligen Jahres für die Rolle der katholischen Kirche in der Inquisition mitberücksichtigt zu werden. Der in Washington bekanntgewordene Brief klagt erzwungene Bekehrungen, die Entweihung heiliger Stätten, die Verbreitung falscher Informationen über die Gebräuche und Überzeugungen und die Mitarbeit an der Verfolgung der Heiden während der Inquisition an. Das Schreiben haben unter anderem über 200 religiösen Führer indigener Völker unterzeichnet.

Ecuador

Die katholische Kirche hat den Regierungsumsturz verurteilt und sich gleichzeitig hinter den Interimspräsidenten Gustavo Noboa gestellt. Der Präsident der ecuadorianischen Bischofskonferenz Mario Ruiz Navas sagte am Dienstag, der Schlag gegen Präsident Mahuad sei unannehmbar und schwäche die Demokratie. Ruiz Navas kritisierte die radikalen Flügel sowohl der Indio-Bewegung als auch des Militärs. Er forderte die Bevölkerung auf, mitzuhelfen, das Vertrauen in die Demokratie wiederherzustellen.

Mexiko

Menschenrechtsorganisationen haben gegen die Versetzung von Bischof Raul Vera aus dem Chiapas protestiert. Dieser Schritt beeinträchtige den Friedensprozess in der Region, hieß es am Rande eines Kongresses zu Ehren von Bischof Samuel Ruiz, der sich aus Altersgründen aus der Diözese San Cristobal de las Casas im Chiapas zurückzieht. Vera war bis Ende letzten Jahres Weihbischof des Bistums gewesen.

Guatemala

Staatspräsident Alfonso Portillo hat das Verteidigungsministerium angewiesen, im Fall des 1998 ermordeten Bischofs Juan Gerardi Ermittlungen gegen Militärangehörige einzuleiten. Das verlautete aus offizieller Quelle. Zwei Mitglieder der Armee wurden am Wochenende unter dem Verdacht der Beteiligung an der Ermordung festgenommen. Auch die frühere Köchin von Gerardi befindet sich derzeit in Haft.

Kuba

Die Regierung in Havanna hat den brasilianischen Dominikaner Frei Betto mit der Medaille der Freundschaft geehrt. Er ist der erste katholische Ordensmann, der diese Medaille erhält. Wie erst am Dienstag bekannt wurde, hatte eine entsprechende Zeremonie bereits am vergangenen Freitag stattgefunden. Die Ehrung hatte der Staatsrat unter dem Vorsitz von Fidel Castro bestimmt.

Man hört Radio Vatikan täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A, durch Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog) und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Tel.:0039 06 6988 4101, Fax: 0039 06 6988 3844

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