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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie Nachrichten von Radio Vatikan aus der Zeit vom 18.-20.01.2000

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Redaktion: Clemens Behr

Aus unserer Berichterstattung:

 

Die Öffnung der vierten Heiligen Pforte

Die Einheit der Christen, das ist eine der grossen Hoffnungen, die der Papst für das neue Jahrtausend hegt - und das Heilige Jahr 2000 soll hier einen wichtigen Impuls setzen. Einen Auftakt gab es heute: Die Öffnung der vierten und letzten heiligen Pforte, in Sankt Paul vor den Mauern, fand im Beisein der größten ökumenischen Versammlung seit dem 2. Vatikanischen Konzil statt. Denn die Veranstaltung war gleichzeitig offizieller Beginn der Gebetswoche für die Einheit der Christen, die noch bis zum 24. Januar andauert. Mit der Zeremonie in St. Paul wollte der Papst den ökumenischen Charakter des Heiligen Jahres betonen. Vertreter von über 20 Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften waren gekommen. Aus der Orthodoxie, den altorientalischen Kirchen und der evangelischen Christenheit. Es war ein eindruckdsvolles Miteinander verschiedener Sprachen und Gewänder.

Der traditionelle Ritus der Pfortenöffnung wurde begleitet von einer großen ökumenischen Geste: Gemeinsam mit dem Papst stießen der anglikanische Primas George Carey und der Vertreter des ökumenischen Patriarchen in Konstantinopel, Athanasius, die Pforte auf. Dann verharrte der Papst für einen Moment des Gebets kniend auf der Schwelle der Heiligen Pforte. Was nicht vorgesehen war: Mit ihm zusammen knieten auch George Carey und Athanasius nieder.

Anschließend zogen die Versammelten in die Basilika ein. Als Zeichen für das gemeinsame Fundament der Christen wurde das Evangeliar hocherhoben den Gläubigen gezeigt und schließlich aufgeschlagen auf einen Thron gestellt. Zusätzlich zu den Bibellesungen wurden zwei Texte von nicht-katholischen Theologen vorgetragen, darunter einer des deutschen evangelischen Priesters und Märtyrers Dietrich Bonhoeffer.

Tenor der Predigt von Papst Johannes Paul II. war die Gemeinsamkeit aller Christen. Das Durchschreiten der Pforte solle diese symbolisieren. "Kann ein Leib getrennt sein? Kann die Kirche, der Leib Christi getrennt sein? Sei den ersten Konzilien haben die Christen die Kirche als eine einzige, heilige und apostolische bekannt." Die Trennung der Kirchen bezeichnete der Papst als Sünde. "Wir bitten Christus um Vergebung für alles, das in der Geschichte der Kirche die Einheit gestört hat. Mit Vertrauen bitten wir ihn als unsere Pforte zum Leben, zum Heil und zum Frieden, daß er unsere Schritte unterstützt, damit das, was wir erreichen von Dauer ist. Wir bitten ihn um die Unterstützung seines Geistes, bis unser Bemühen um Einheit immer wirklicher und erfolgreicher wird."

Aus dem Stehgreif endete der Papst seine Predigt mit einer Aufforderung: In Bukarest hätten die Gläubigen ihn mit dem Ruf nach "Einheit" empfangen. Diesen Ruf "Einheit / Unitá" sollten die Anwesenden auch heute wiederholen.

 

Zur Weltgebetswoche für die Einheit der Christen

Auf ein baldiges Ende der Kirchenspaltung hofft der Münchner Kardinal Friedrich Wetter. Es gebe "neue Bewegung in der Ökumene", sagte der Erzbischof bei der zentralen deutschlandweiten Eröffnung der Gebetswoche für die Einheit der Christen im Münchner Liebfauendom. Wetter war Gastgeber für Delegierte von 17 christlichen Kirchen und Gemeinschaften, die mehr als 64 Millionen in Deutschland lebende katholische, evangelische und orthodoxe Christen vertreten. In der Münchner Frauenkirche warnte der Bischof der evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, Walter Klaiber, vor der Versuchung, im Bemühen um Einheit das eigene "Kirchtum" zu lobpreisen oder auch die ökumenische Bewegung in den Vordergrund zu stellen. Die wirkliche Einheit würden die Christen nirgends anders finden als in Gott und in dem was er in Christus für die Menschen getan habe. Klaiber forderte in seiner Predigt die Gläubigen dazu auf, sich grundsätzlich als Gesprächspartner anzuerkennen, sich aber gleichzeitig auch einzuladen und sogar herauszufodern, die gemeinsamen Grundlagen des Glaubens "theologisch zu präzisieren". Entscheidend bleibe, dass die Christen nicht das letzte Urteil überienander sprächen. Ein solches Urteil werde nicht aus Rom, nicht vom Ökumenischen Kirchenrat in Genf und nicht von Unterschriftenlisten deutscher Theologieprofessoren erwartet. Aus dem gemeinsamen Gebet müsse immer wieder die "Anerkennung des anderen" wachsen.

 

Die Nachrichten:

Europa

Vatikan

Nach der Ankündigung der historischen Papstvisite ins Heilige Land ist am Donnerstag heute vom vatikanischen Pressesaal das Programm für den Ägypten-Besuch von Papst Johannes Paul II. Ende Februar bekanntgegeben worden. Danach wird der Papst neben Kairo auch auf den Berg Sinai fahren, wo der Tradition nach Moses von Gott die zehn Gebote erhielt. Die vom 24. bis 26. Februar geplante Reise erfolgt genau einen Monat vor dem Besuch des Kirchenoberhauptes in Israel, Jordanien und den Palästinensergebieten. Höhepunkt der dreitägigen Reise wird am 26. F ebruar ein Wortgottesdienst im Katharinen-Kloster sein. Begrüßt werden wird der Papst vom agyptischen Präsidenten Hosni Mubarak. Außerdem macht er Höflichkeitsbesuche beim koptischen Patriarchen Schenuda III. und bei der islamischen Al Aszar Universität.

Der Papst hat seine Betroffenheit über den plötzlichen Tod des früheren italienischen Ministerpräsidenten Bettino Craxi bekundet. In einem von Kardinalstaatssekretär unterzeichneten Beileidstelegramm an die Witwe ging der Papst auf die politische Laufbahn Craxis ein. Für denVatikan war die vierjährige Amtszeit von Craxi zwischen 1983 und 1987 wegen der Revision des Konkordats von großer Bedeutung. Danach ist die Kirche in Italien nicht mehr Staatsreligion. Außerdem wurden Regelungen zur Eheschließung und zur Kirchenfinanzierung neu gefaßt. Weiter wurde der bislang verpflichtende Religionsunterricht an Italiens Schulen freigestellt.

Rund 6000 Polizisten aus allen Teilen Italiens haben am Donnerstag, dem Festtag ihres Schutzpatrons, dem heiligen Sebastian, an einer besonderen Heiligjahrfeier ihrer Berufsgruppe im Vatikan teilgenommen. Nach einer feierlichen Messe im Petersdom, die vom römischen generalvikar Camillo Ruini zelebriert wurde, wurden sie mittags von Johannes Paul II. in Audienz empfangen .Der Papst dankte dabei den Ordnunghütern für ihren unverzichtbaren Einsatz. Mit der Feier für die Ordnungshüter wurde eine Reihe von speziellen Heiligjahrtreffen für einzelnene Berufsgruppen eingeleitet. Am 18. Februar sind Künstler und am 19. März Handwerker eingeladen. Auch für Ordensleute, Diakone und Kranke sind im Februar eigene Zusammenkünfte geplant.

 

Deutschland

In Berlin hat der deutsche Bundespräsident Johannes Rau den Neujahrsempfang für das Diplomatische Corps abgehalten. Dabei skizzierte Rau die "Kultur der guten Nachbarschaft" als Muster der Außenpolitik. Er forderte gemeinsame Werte, die für alle Nationen und Religionen verbindlich sind, als politische Motivation. Der apostolische Nuntius in Deutschland, Giovanni Lajolo erklärte in seiner Ansprache zu diesem Anlaß, dass nach einem blutigen Jahrhundert das Bewußtsein von der Notwendigkeit des Dialogs zwischen den Kulturen und Religionen zugenommen habe. Das Wachstum der Weltbevölkerung, so Lajolo, solle niemanden beunruhigen. Man müsse dem allerdings auch mit einem Anwachsen der Menschlichkeit begegnen.

Mehrere deutsche Jugendverbände werden bei der Weltausstellung EXPO 2000 mit einem eigenem Pavillon vertreten sein. Unter der Regie des Deutschen Bundesjugendrings soll ein 35 Meter hohes Indianerzelt als Ideenbörse und Experimentierfeld für Kinder und Jugendliche aufgestellt werden, das kündigte die Vorsitzende der Organisation, Gaby Hagmans, am Dienstag in Berlin an. Mit einem vielfältigen Programme sollen die Visionen von Jugendlichen im Mittelpunkt stehen, so Hagmanns weiter.

Die Sternsinger haben mit rund 58 Millionen Mark erneut ein Rekordergebnis erzielt. Nach einer ersten Hochrechnung kamen 2,6 Millionen Mark mehr als im Vorjahr zusammen. Das ließ das päpstliche Kindermissionswerk wissen, das die Aktion in jedem Jahr organisiert. Mit dem Erlös können etwa 2900 Projekte unterstützt werden.

Der neue Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, hat die Politik zur Finanzhilfe für die jüdischen Gemeindem aufgefordert. Sonst drohten Schließungen bei Einrichtungen wie Kindergärten oder auch ganzer Gemeinden. Das sagte Spiegel der "Allgemeinen jüdischen Wochenzeitung". Politiker wiesen des öfteren mit Zufriedenheit darauf hin, dass Deutschland wieder eine starke jüdische Gemeinschaft habe. Wenn dem wirklich so sei, müsse man auch helfen, die in den letzten Jahren angefallene Arbeit zu bewältigen, so der Nachfolger des im Sommer verstorbenen Ignaz Bubis.

Der Präsident des Lutherischen Weltbundes, Landesbischof Christian Krause, hat von allen Kirchen mehr ökumenische Sensibilität gefordert. Bei ihrem jeweiligen Tun müssten sie stets mitbedenken, was dies für die anderen Kirchen bedeute, so Krause nach seiner Rückkehr aus Rom. In einer am Mittwoch in Hannover veröffentlichten Erklärung wies er darauf hin, dass die Ablassfrage weder beim ökumenischen Gottesdienst in St. Paul vor den Mauern, noch unter den Kirchenvertretern Thema gewesen sei. Es verdiene Anerkennung, dass es dem Papst gelungen sei, die historischen Kirchen zusammenzurufen, so die Erklärung weiter.

Italien

Die Basisgemeinschaft Sant Egidio hat Römer und Stadtverwaltung dazu aufgerufen, Obdachlosen warme und geschützte Unterkünfte bereitzustellen. Sie reagierte damit auf den Tod von sieben Wohnungslosen, die in den vergangenen zwei Wochen in Rom erfroren waren. Gerade während des Heiligen Jahres, in dem die Römer immer wieder zur Gastfreundschaft gegenüber den Pilgern aus aller Welt aufgefordert würden, müssten auch den Ärmsten der Stadt die Türen offen stehen - so Sant Egidio.

Die Günderin und Präsidentin der weltweit verbreiteten Fokolar-Bewegung, Chiara Lubich, feiert am Samstag ihren 80 Geburtstag. Lubich erhielt für ihr Schaffen zahlreiche Auszeichnungen. Am Samtag soll sie Ehrenbürgerin Roms werden.

Russland

Die Haltung des amtierenden Präsidenten Wladimir Putin zur Religion ist nach Ansicht eines katholischen Bischofs ambilavent. Man dürfe sich nicht von äußeren Zeichen der Religiosität blenden lassen, so der für Sibirien zuständige Oberhirte Joseph Wirth. Er könne nur hoffen, dass Putin die in den vergangenen Jahren erreichte relative Religionsfreiheit in Russland nicht wieder einschränke, meinte Wirth. Ende vergangenen Jahres hatte Putin Religion und Kultur als "Grundwerte der Gesellschaft" bezeichnet.

Grossbritannien

Der Londoner christliche Radiosender First Christian Radio hat am Donnerstag eine Beichtgelegenheit über Internet gestartet. Nach eigenen Angaben soll es die erste ihrer Art sein. Der Beichtende soll so eine Gelegenheit haben, zu bereuen und es wird versichert, dass durch die Gnade Gottes die am Internet verbrachte Zeit bedeutende Konsequenzen haben werde.

Afrika

Ruanda

Der Völkermord-Prozess gegen den katholischen Bischof von Gikongoro, Augustin Misago, ist mit einer Zeugenvernehmung durch die Verteidigung wieder aufgenommen worden. Bisher haben drei Zeugen zur Entlastung des Bischofs ausgesagt. Die Verteidigung will insgesamt 20 weitere Entlastungszeugen beibringen. Das Verfahren war Anfang Dezember für eineinhalb Monate unterbrochen worden.

Asien

China

Das internationale Rot-Kreuz-Komitee hat dazu aufgerufen, den durch die Erdbeben von letzten Samstag obdachlosgewordenen Menschen zu helfen. Etwa 120.000 Personen hätten bei den beiden Beben am letzten Samstag im Süd-Westen des Landes ihre Unterkunft verloren. Da die Temperaturen nachts auf bis zu 6 Grad minus fallen, werden neben Nahrungsmitteln dringend Wintermäntel und Decken gebraucht. Das teite das Rote Kreuz am Donnerstag in Peking mit.

Saudi Arabien

Der islamische Weltbund hat die Gewalt gegenüber Muslimen in verschiedenen Teilen der Welt beklagt. Besonders erwähnt wurde die Verfolgung von Muslimen in Indonesien und im Süden der Philippinen. Gleichzeitig rief die Organisation zum verstärkten Dialog zwischen den Anhängern der verschiedenen Religionen auf.

Der islamische Weltbund gehört zur Organisation der Islamischen Konferenzen und hat seinen Sitz in Mekka.

Indonesien

Australien hat wegen anhaltender Religionsunruhen rund 50 Touristen von der indonesischen Ferieninsel Lombok evakuiert. Gleichzeitig empfahl die Regierung in Sydney allen Bewohnern ihres Landes, die Insel zu meiden. Bei schweren Unruhen war anfang der Woche ein Mensch zu Tode gekommen. Islamische Extremisten setzten insgesamt elf Kirchen in Brand. Oppositionelle Abgeordnete übten inzwischen Kritik am Vorgehen der Sicherheitskräfte. Sie hätten zu spät eingegriffen. Außerdem hätte die Regierung dem Ausbruch der Gewalt durch Verhandlungen mit den Streitparteien zuvorkommen müssen, hieß es.

 

Man hört Radio Vatikan täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A, durch Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog) und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Tel.:0039 06 6988 4101, Fax: 0039 06 6988 3844

Post:Radio Vatikan-sezione tedesca,I-00120 Citta del Vaticano

E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

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