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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie Nachrichten von Radio Vatikan aus der Zeit vom 13.-17.01.2000

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Redaktion: Clemens Behr

Aus unserer Berichterstattung:

Zum Besuch des kubanischen Aussenministers im Vatikan

Mit der Forderung nach mehr Religionsfreiheit in Kuba hat Papst Johannes Paul II. am Montag den kubanischen Außenminister Felipe Perez Roque empfangen. Dieser hat mit seinem Besuch im Vatikan eine 10-tägige Europareise begonnen. Bei den Gesprächen hätten sich aber auch Gemeinsamkeiten gezeigt, so Vatikansprecher Joaquin Navarro Valls anschließend. Besonders bei der Bewertung von Themen der internationalen Politik gebe es Übereinstimmungen zwischen dem kommunistischen Kuba und dem Vatikan. So habe man gemeinsam die Notwendigkeit einer größeren Solidarität für die ärmsten Länder gefordert. Außenminister Perez habe auch den Willen seiner Regierung bekundet, die Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche auszubauen. Dieser hatte außerdem schon vorher angekündigt, er wolle den Vatikan um Vermittlung im Streit mit den USA um den Flüchtlingsjungen Elian Gonzales bitten. Dieser lebt seit seiner Rettung aus einem Schiffunglück bei Verwandten in Florida. Regierung und Kirche in Kuba fordern die Rückkehr des Jungen zu seinem leiblichen Vater in der Heimat.

Zum Richtfest des Vatikan-Pavillons auf dem Expo-Gelände bei Hannover

Beim Pavillon des Vatikan wurde am Freitag morgen der Richtbaum hochgezogen. Das von der Deutschen Bischofskonferenz finanzierte Gebäude ist der erste Bau, bei dem das Richtfest bereits im Inneren stattfindet. Der Beitrag des Vatikans zur Expo 2000 steht unter dem Motto "Jesus Christus - Gestern, Heute und in Ewigkeit". Mit dem Pavillon soll das Eintreten von Papst und Kirche für Frieden und soziale Gerechtigkeit auf der Welt thematisiert werden. Während der Weltausstellung ist in dem ringförmigen Gebäude aus Glas und Holz eine Ausstellung geplant, die mit Veranstaltungen umrahmt werden soll. Der Nuntius in Deutschland, Erzbischof Giovanni Lajolo, sagte bei der Feier, mit diesem Ausstellungsbeitrag wolle der Heilige Stuhl, die Aufmerksamkeit darauf lenken, daß trotz des wirtschaftlichen und technischen Fortschritts immer noch ein großer Teil der Menschheit in Armut und Krankheit lebt. Bischof Karl Lehmann betonte, daß die EXPO entschieden mehr sein wolle als eine bloße Leistungsschau von Wirtschaft und Technik oder ein großer Unterhaltungspark. Nach der Weltausstellung wird das Gebäude einer katholischen Gemeinde im lettischen Liepaja als Gemeindezentrum geschenkt.

Die Nachrichten:

Vatikanstadt

Am Freitag hat in dem Pilgerhaus "Domus Mariae" in Rom ein Treffen von Beauftragten verschiedener Bischofskonferenzen für die Jugendpastoral begonnen. Diese Zusammenkunft soll der Vorbereitung des 15. Internationalen Jugendtreffens dienen, das im August in Rom stattfinden wird. Die 300 Teilnehmer des Treffens aus allen Teilen der Welt werden sich mit inhaltlichen und technischen Fragen des Welttreffens .

Die internationale Gemeinschaft muss mehr Mittel für den Kampf gegen die Lepra-Krankheit bereitstellen. Das forderten die Teilnehmer einer Tagung zum Thema "Lepra", zu der Fachleute aus aller Welt im Vatikan zusammengekommen sind. Sie diskutierten über Möglichkeiten, die Krankheit einzudämmen und Wege, betroffenen Menschen zu helfen.

PJPII hatte in einer Botschaft zum Welttag der Lepra-Kranken am 31. Januar vergangenen Jahres gefordert, jede Form der Ausgrenzung der Betroffenen zu überwinden.

Europa

Deutschland

Als Konsequenz aus dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes zum Wehrdienst der Frauen hat die katholische Friedensbewegung Pax Christi eine sofortige Abschaffung des Wehrdienstes gefordert. Der Zugang von Frauen zur Bundeswehr entziehe der allgemeinen Wehrplicht die Grundlage, so die deutsche Sektion von Pax Christi, und biete eine Chance zu neuen Abrüstungsschritten. Die Friedensbewegung sieht die allgemeine Wehrpflicht grundsätzlich als ein Instrument zur Militarisierung der Gesellschaft.

Bundesfrauenministerin Christine Bergmann will Tagesmüttern den Zugang zum gesetzlichen Rentensystem ermöglichen. Es müssten Wege gefunden werden, um Frauen abzusichern, die anderen Frauen eine Erwerbstätigkeit ermöglichen. Das sagte Bergmann dem Nachrichtenmagazin "Focus". Länder und Gemeinden sollten diese Art von Kinderbetreuung finanziell unterstützen und auf eine sichere landesrechtliche Grundlage stellen, so die Ministerin. In den westlichen Bundesländern gebe es nach wie vor einen eklatanten Mangel an Betreuungsmöglichkeiten für Kinder unter drei und über sechs Jahren, fügte sie hinzu.

Politikerinnen von SPD und Grünen haben sich in einem Interview mit der BILD-Zeitung für eine kostenlose Verteilung der "Pille danach" nach französischem Vorbild auch an deutschen Schulen ausgesprochen. In Frankreich ist das Präparat an den Schulen ohne Rezept von der Schulkrankenschwester kostenlos zu bekommen. Der Mainzer Moraltheologe Johannes Reiter kritisiert die Forderungen der Politikerinnen als Verharmlosung.

Der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky hat sich hinter die Forderung nach einer Amnestie 2000 für Strafgefangene gestellt. Wenn diese klug überlegt und sorgfältig durchgeführt wir, kann die Gesellschaft ein wenig humaner werden, begründete Sterzinsky sein Position am Samstag im Sender Freies Berlin. Vergeltungsdenken eröffne keine Perspektiven und gnadenlose Strafe könne weitere Verhärtung herbeiführen, so der Kardinal. In dieser Frage seien aber nicht nur Politiker angesprochen, gab Sterzinsky zu bedenken. Die Menschen müssten ermutigt werden, entlassenen Gefangenen einen Neubeginn zu ermöglichen.

Die katholischen Gefängnisseelsorger in Deutschland hatten anlässlich des Jahres 2000 zu einer einmaligen Amnestie aufgerufen.

Der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZDK), Stefan Vesper, hat alle Bischöfe ausdrücklich in Schutz genommen, die nach Möglichkeiten für einen Verbleib der katholischen Kirche in der staatlichen Schwangerenkonfliktberatung suchen.

Als "unerhört" bezeichnete er die Art und Weise, wie diese Oberhirten in den vergangenen Monaten "verunglimpft" worden seien. Nachdrücklich wehrte sich der ZDK-Generalsekretär beim Neujahrsempfang des Diözesankomitees katholischer Verbände gegen Vorwürfe, Beratung und Ausstellung von Beratungsscheinen seien in erster Linie dazu da, Abtreibungen zu erleichtern.Vesper verwies außerdem darauf, dass der von katholischen Laien gegründete Verein "Donum Vitae" keinerlei kirchliche Anerkennung anstrebe. Der Verein wolle nur dort aktiv werden, wo Caritas und Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) aufgrund bischöflicher Weisungen nicht mehr im staatlichen Schwangerenberatungssystem sind.

Unterdessen will der SkF schwangere Frauen weiter beraten. Ein Ausstieg aus der Konfliktberatung sei nicht mit dem Selbstverständnis des SKF vereinbar, sagte die Generalsekretärin des Verbandes, Annelie Windheuser, der "Bild am Sonntag". Nach Angaben des Blattes droht der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, dem SkF für diesen Fall mit einem Entzug von Finanzmitteln.

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner sprach sich derweil gegen den Plan aus, im Rahmen des von katholischen Laien gegründeten Vereins Donum Vitae weiter eine katholische Konfliktberatung anzubieten. Die Weisung aus Rom zum Ausstieg aus dem staatlichen System gelte nicht nur für Bischöfe und Priester, sondern auch für katholische Laien.

Österreich

Das Christentum - welcher Konfession auch immer - ist aus dem Judentum geboren worden, aus dem Volk Israel. Am Montag ist in Österreich erstmals ein "Tag des Judentums" begangen worden. In Italien gibt es einen solchen Gedenktag bereits seit 11 Jahren. Der ökumenische Rat der Kirchen in Österreich hatte dafür eigens ein Gottesdienstformular ausgearbeitet. In dem Geleitwort dazu heißt es: "Die jahrhundertelange Verfolgung der Juden durch Christen macht es notwendig, das auf dem Weg der Buße und der Neubesinnung eine Haltung gegenüber den Juden heranreift, die dem Evangelium entspricht."

Einen "nationalen Standard" für die Betreuung von Sterbenden hat der Wiener Kardinal Christoph Schönborn gefordert. Jeder Bürger habe das Recht auf Sterbebegleitung, erklärte Schönborn. Er warnte allerdings vor allen Formen der aktiven Strerbehilfe und der Forderung nach "Tötung auf Verlangen". Die politisch Verantwortlichen sollten sich stattdessen zur Hospizarbeit bekennen und diese durch den Ausbau der stationären und der mobilen Hospizbetreuung, so der Kardinal.

Schweiz

Im Basler Münster hat am 13.1. eine Trauerfeier zum Gedenken an die 10 Opfer des Absturzes des Cross-Air-Flugzeuges stattgefunden. An dem Gottesdienst nahmen neben den Angehörigen, Vertreter der Fluggesellschaft sowie Politiker teil.

Polen

Erstmals seit 100 Jahren will die orthodoxe Kirche des Landes eine neue Kathedrale bauen. Das Gotteshaus für die orthodoxe Militärseelsorge soll auf einem Gebiet des Verteidigungsministeriums in Warschau entstehen.

Afrika

Ägypten

Zwei Wochen nach den Zusammenstößen zwischen Muslimen und koptischen Christen mit 21 Toten in El-Koscheh haben die Sicherheitskräfte bisher mehr als 100 Personen, überwiegend Moslems, festgenommen. Vertreter der Ermittlungsbehörden bestätigten am Wochenende in Kairo die Festnahme von 59 weiteren Muslimen und Christen. Dazu zähle auch der koptische Bischof Gabriel Abdel Maseeh, dem vorgeworfen werde, Gewalttäter angestachelt zu haben. Maseehs Sohn war bei den Ausschreitungen getötet worden. Bei den Unruhen in dem 250 Kilometer südlich von Kairo gelegenen Ort waren auch zahlreiche Menschen verletzt und mehr als 30 Geschäfte koptischer Besitzer in Brand gesteckt worden. Es handelte sich um den seit Jahren schlimmsten Zusammenstoß zwischen Christen und Muslimen in Ägypten.

Nach Angaben eines Regierungssprechers wird der Papst am 25. und 26. Februar Ägypten besuchen. Während des zweitägigen Aufenthalts soll er mit Staatspräsident Mubarak und Religionsvertretern zusammentreffen. Außerdem sei ein besuch im Katherinenkloster auf dem Sinai geplant. Aus dem Vatikan gibt es bisher keine offizielle Bestätigung für eine Papstreise nach Ägypten.

Kongo

Amnesty International beklagt massive Menschenrechtsverletzungen in der Demokratischen Republik Kongo. Mord, Folter und das Verschwindenlassen von Personen seien an der Tagesordnung, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Montag in Bonn und London. Seit 1998 rebellieren kongolesische Truppenteile gegen Präsident Kabila. In dem Konflikt dächte keine der bewaffneten Gruppen daran, unbeteiligte Zivilisten zu schonen. Tausende Kongolesen würden verfolgt, Hunderttausende seien auf der Flucht. Amnesty International berichtete von zahlreichen Massakern in den vergangenen Monaten.

Nigeria

Als fünfter Bundesstaat will jetzt auch Niger das islamische Recht, die Scharia einführen. Der Gouvaneur Abdoul Kadir Kore erklärte, er werde dem Regionalparlament bald die entsprechende Gesetzesinitiative vorlegen. Allerdings befürchten gemässigte Politiker der Zentralregierung dadurch eine Destabilisierung im heiklen sozio-kulturellen Gleichgewicht. Bei Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen in Nigeria sind in den letzten zehn Jahren mehr als 1.000 Menschen ums Leben gekommen.

Asien

Indonesien

Erneute Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen auf den Molukken haben am Wochenende drei Todesopfer gefordert. Auf der Insel Lombok setzten aufgebrachte Muslime eine christliche Kirche in Brand. Der indonesische Präsident Abdurrahman Wahid hatte zuvor angekündigt, die Regierung sei mit ihrer Geduld am Ende und werde nun drastische Mittel zur Befriedigung der Unruhe-Provinz einsetzen. Bei den seit einem Jahr immer wieder aufflammenden Agressionen sind nach offiziellen Angaben bisher rund 1.700 Menschen ums Leben gekommen.

Taiwan

Erzbischof Josef Cordes vom päpstlichen Hilfswerk Cor Unum hat in Taiwan eine Ehrenmedaille erhalten. Präsident Lee Teng-hui überreichte ihm die Auszeichung am Montag zum Abschluss seines einwöchigen Aufenthalts als Dank für die Unterstützung der internationalen Hilfsprojekte Taiwans. Cordes war nach Taiwan geflogen, um die Überlebenden des grossen Erdbebens vom September letzten Jahres im Namen von Papst Johannes Paul II. zu besuchen.

Amerika

Kolumbien

Guerillakämpfer haben am Freitag Polizeiquartiere sechzig Kilometer östlich der Hauptstadt Bogota angegriffen. Insgesamt sind bei mehreren Anschlägen in Kolumbien am Wochenende mindestens siebzig Menschen ums Leben gekommen. Die Guerilla-Aktionen treffen mit dem Besuch der US-Aussenministerin Madeleine Albright in Kolumbien zusammen. Diplomatische Quellen in Bogota gehen davon aus, dass die gewaltsamen Zusammenstösse kein Hindernis für die Friedensgespräche zwischen den Guerillas und der Regierung darstellen.

Vereinigte Staaten

Mit einem Festbankett zu wohltätigen Zwecken hat der New Yorker Kardinal John O'Connor seinen 80. Geburtstag begangen. Die Feier fand im großen Ballsaal des Hotels Waldorf Astoria in New York statt. Der Erlös von umgerechnet gut 7,6 Millionen Mark kommt katholischen Wohltätigkeitsorganisationen zugute. Heute morgen fand zu Ehren O'Connors in der Saint-Patrick's-Kathedrale der Stadt eine Messe statt.

Man hört Radio Vatikan täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A, durch Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog) und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Tel.:0039 06 6988 4101, Fax: 0039 06 6988 3844

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