Stichwortsuche
Archiv
Programmvorschau
Freundeskreis
Real Audio
www.kath.de

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie Nachrichten von Radio Vatikan aus der Zeit von 11.01. bis 13.01.00

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Aus unserer Berichterstattung:

Jetzt ist es offiziell, der Vatikan hat am Mittwoch bestätigt, daß Papst Johannes Paul II. sich Ende März zu einer Pilgerreise ins Heilige Land begeben wird. Vom 20.-26 März wird er sich aus Anlaß des Heiligen Jahres in Jordanien, Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten aufhalten, so die Erklärung des vatikanischen Pressesaals. Sein erstes Ziel ist der Berg Nebo in Jordanien, der Ort also, von dem Moses das Land seiner Väter sah, bevor er starb. Johannes Paul II. wird dann im Stadium von Amman eine Messe halten. Weiter geht die Reise nach Bethlehem, nach Jerusalem, auf den Berg der Seligpreisungen in Galiläa und nach Nazareth, zur Verkündigungsbasilika. Einer der Höhepunkte der Reise soll ein ökumenisches Treffen mit Führern der christlichen Kirchen des Heiligen Landes sein. Die Reise wird aber auch interreligiöse Akzente setzten. So möchte der Papst die Klagemauer besuchen, die westliche Stützmauer des salomonischen Tempels also, die zum Hauptgebetsplatz der Juden geworden ist. Und er möchte in die Al Aksha Moschee auf dem Tempelberg, einer der wichtigsten muslimischen Gebetsstätten überhaupt. Auf politischer Ebene sind Treffen mit dem jordanischen König, sowie dem israelischen Präsidenten und Premierminister und schließlich dem Präsidenten der palästinensichen Autonomiebehörde geplant.

Îndes hat der israelische Ministerpräsident Ehud Barak seine Überzeugung ausgesprochen, daß die Papstvisite den Nahostfriedensprozess stärken werde. Der Papst habe einen wesentlichen Beitrag im Kampf gegen den Antisemitismus geleistet. Sein Zusammentreffen mit den Großrabbinern in Jerusalem werde die Zusammenarbeit in diesem Kampf kräftigen.

Der Lateinische Patriarch im Heiligen Land, Michel Sabbah, unterstrich, daß dieReise vor allem einen spirituellen Charakter habe. Es sei eine Pilgerfahrt an die heiligen Stätten des Landes. Die Politiker müßten die prophetische Stimme des Papstes hören, damit sie ihre politischen und einseitigen Visionen überwinden.

Der apostolische Delegat in Jerusalem gab bekannt, der Papst werde auch die Holokaust-Gedenkstätte Jad Vashem und ein palästinensisches Flüchtlingslager besuchen.

Die Nachrichten:

Vatikanstadt

Rudolf Scharping, Verteidigungsminister der rot-grünen Regierung in Deutschland, ist am Montag zu Gesprächen mit dem vatikanischen Außenminister Erzbischof Jean Louis Tauran zusammengetroffen. Dabei soll es um den europäischen Einigungsprozess gegangen sein, um Sicherheitsfragen und besonders um die Situation im Kosovo. Auch der Friedensprozess im Nahen Osten sei Thema gewesen, hieß es hinterher. Vor dem Gespräch hatte Scharping den Petersdom und die Sixtinische Kapelle besichtigt. Zwei Tage lang ist er in Rom, vorwiegend allerdings für Gespräche mit der italienischen Regierung.

Seit diesem Mittwoch unterhalten das Golf-Emirat Bahrain und der Vatikan diplomatische Beziehungen. Wie die beiden Außenministerien gleichzeitig mitteilten, sollen damit die Bestehenden Beziehungen der Freundschaft und des ggenseitigen Respekts gestärkt werden.

Bahrain ist das 174. Land, das diplomatische Beziehungen zum Vatikan unterhält. Rund 90 % der etwa 600.000 Bahrainer sind muslimisch. Bei den 30.000 Christen des Landes handelt es sich hauptsächlich um Gastarbeiter.

Europa

Deutschland

Der bundesweite Verein Donum Vitae hat den Status der Gemeinnützigkeit zuerkannt bekommen. Die Laienbewegung, die die katholische Schwangerenkonflikberatung fortführen will, ist gestern vom Finanzamt Bonn als mildtätiger Verein registriert worden. Damit ist Donum Vitae ein Verein bürgerlichen Rechts und nicht dem Kirchenrecht unterworfen. Indessen hat der Arbeitskreis Erneuerung der Kirche im Bund Neudeutschland die deutschen Bischöfe aufgefordert, den Verein Donum Vitae mit Kirchensteuermitteln zu unterstützen. Das bisher zur Schwangerenkonflikberatung zur Verfügung gestellte Geld solle jetzt den Institutionen zukommen, die die entstandene Lücke im staatlichen System schliessen wollen.

Katholische Laien, die sich für den Verein Donum Vitae engagieren, mussen nicht mit kirchlichen Sanktionen rechnen. Dieser Meinung ist der Freiburger Kirchenrechtler Hartmut Zapp. Seiner Aufassung nach erging die Weisung PJP II , aus der staatlichen Schwangerenkonfliktberatung auszusteigen, nur an die Bischöfe. Für Laien sei kein kongretes Verbot ausgesprochen worden.

Als "Supergau der Kirchen" hat der Erfurter Theologe Eberhard Tiefensee den Rückgang der Christen in den neuen Bundesländern bezeichnet. Bei einer Kolping-Tagung im mecklenburgischen Salem erklärte Tiefensee: "Der Osten ist so areligiös wie Bayern katholisch ist." Innerhalb von zwei Generationen sei der Anteil der Christen in Ostdeutschland von 94 auf 30 % zurückgegangen. Die Zahl der Konfessionslosen habe sich verzehnfacht. Es gebe somit eine dritte Konfession in Deutschland, die nur noch keinen Namen habe. Als Hauptursache der Religionslosigkeit bezeichnet Tiefensee den Verlust der religiösen Sprache.

Das Kinderhilfswerk terre des hommes hat das Ausmass des Kinderhandels in Westafrika als alamierend bezeichnet. Zehntausende Kinder würden illegal über die Staatsgrenzen gebracht und als Zwangsarbeiter verkauft. Vor allem Mädchen aus Togo und Benin würden in den Ölstaaten

Nigeria und Gabun unter entwürdigenden Bedingungen ausgebeutet. Das ergab eine von der Organisation in Auftrag gegebene Recherche.

Das Bundesverfassungsgericht wird möglicherweise erst 2001 über die Frage des Religionsunterrichtes in Brandenburg entscheiden. Wie eine Sprecherin in Karlsruhe erklärte, sei unsicher ob die bereits 1996 eingereichten Klagen von Kirchen, Eltern und der CDU/CSU-Bundestagsfraktion noch in diesem Jahr abschließend behandelt werden könnten.

Die Klagen richten sich gegen die Regelung des brandenburgischen Schulgesetztes, wwonach Religionsunterricht kein ordentliches Lehrfach, und "Lebensgestaltung, Ethik-Religionskunde" - kurz LER - Pflichtfach ist. Die Kirchen kritisierten, daß eine Entscheidung immer noch nicht absehbar sei.

Sophie Scholl, Mitglied der "Weißen Rose" und 1943 von den Nationalsozialisten hingerichtete Wiederstandskämpferin ist von den Leserinnen und Lesern der Zeitschrift "Brigitte" zur Frau des 20. Jahrhunderts gewählt worden. Sie erhielt ein Viertel der rund 10.000 abgegebenen Stimmen.

Österreich

Mehr Mitsprache der Ortskirche bei Bischofsernennungen wünscht sich der Innsbrucker Diözesanbischof Alois Kothgasser. Gegenüber dem Nachrichtenmagazin "News" räumte Kothgasser ein, daß man in der Vergangenheit in Österreich mehr Transparenz und mehr Mitbeteiligung an der Erarbeitung von Vorschlägen erwartet habe. Kothgasser betonte: "Es wäre wichtig, daß Bischofskandidaten auf Grund einer umfassenden Konsultation durch den Apostolischen Nunitus, die Bischofskonferenz und die Diözesanbischöfe im je eigenen Bereich ermittelt werden". Kothgasser leitet im "Dialog für Österreich die Arbeitsgruppe, die sich mit Bischofsernennungen befaßt.

Ohne den Beitrag der Orthodoxie wäre Europa "nicht vollständig" - das hat Kardinal Christoph Schönborn beim traditionellen "ökumenischen Empfang" in Wien gesagt. Zugleich betonte er, dass Ost und West nur in dem Maß zusammenfinden könnten, wie sie sich gemeinsam auf die jüdischen Wurzeln des Christentums besinnen.

Schweiz

Die Bischofskonferenz hat dem 84-jährigen Theologen Herbert Haag das Vertrauen entzogen. In einer heute in Fribourg veröffentlichten Erklärung heißt es, Haag vertrete unhaltbare Thesen. Ein Theologe, der die Grundlagen des Kirchenverständnisses für falsch erkläre, könne nciht mehr als wissenschaftlich seriöser Theologe angesehen werden. Der in Luzern lebende emeritierte Professor für Altes Testament ist unter anderem der Auffassung, daß für die Feier der Eucharistie Priester nicht nötig sind. Außerdem verurteilt er die hierarchische Struktur der Kirche. Wie der Sprecher der Bischofskonferenz, Nicolas Betticher erklärte, ziehe die Erklärung der Bischöfe keine kirchenrechtlichen Konsequenzen nach sich. Der Präsident der Bischofskonferenz, Bischof Amedée Grab verstehe die Erklärung vor allem als Brief an die Gläubigen, die sich durch die Aussagen Herbert Haags verunischert fühlten.

Die Schweizer Bischofskonferenz hat den Flugzeugabsturz einer Cross Air-Maschine in der Nähe von Zürich mit Bestürzung zur Kenntnis genommen. Zusammen mit den deutschen Bischöfen sprach sie den Angehörigen der 10 Opfer ihr Beileid aus. Sie läd alle Gläubigen ein, für diese und andere Katastrophenopfer zu beten.

Belgien

Die christdemokratische Opposition des Landes hat eine Volksbefragung zum geplanten Euthanasie-Gesetz gefordert. Der umstrittenen Gesetzentwurf akzeptiert unter bestimmten Bedingungen auch aktive lebensbeendende Massnahmen. Belgien wäre somit das einzige europäische Land, in dem auch aktive Sterbehilfe unter Umständen straffrei ist.

Frankreich

Erstmals hat am 13.1. Staatspräsident Jaques Chiraq eine Delegation des Islam empfangen. Teilnehmer an dem Treffen sprachen anschließend von einem "historischen Ereignis". Die Französische Regierung sucht derzeit nach einem repräsentativen Ansprechparnter der 4 Millionen Muslime in Frankreich.

Spanien

Der Bischof von San Sebastian ist überraschend von seinem Amt zurückgetreten. Bischof José Marie Setien stand der bewaffneten Separatistenbewegung ETA nahe. Setiens Bemerkung, der Friede im Baskenland koste einen hohen Preis, hatte in politischen und kirchlichen Kreisen Kritik ausgelöst.

Jugoslawien

Im Kosovo geraten zunehmend auch albanische Katholiken ins Visir islamistischer Extremisten. Das meldet der vatikansiche Nachrichtendienst Fides unter Berufung auf den Koordinator des Jesuit Refugee Service, Mate Jakovic. Demnach sind mehrere Häuser angezündet und die katholischen Friedhöfe von Prizren und Pec geschändet worden.

Bosnien-Herzegovina

Mit einem Notprogramm will die Erzdiözese Sarajewo Priestern die Rückkehr in die kriegszerstörten Pfarreien des Bistums erleichtern. Allerdings sei man dafür auf finanzielle Hilfe angewiesen, so der Generalökonom des Bischöflichen Ordinariats und Koordinator für die Verteilung von Hilfsleistungen, Anton Jelic. Derzeit zahle das Ordinariat in Sarajewo jedem zurückkehrenden Priester rund 200 Mark Existenzhilfe. Aber auch für den Wiederaufbau der zum Teil völlig zerstörten Kirchen und Pfarrzentren seien zusätzliche Gelder notwendig.

 

Afrika

Hunderte von ehemaligen Kindersoldaten sind mit Hilfe von Spendengeldern freigekauft worden. Das hat der Bischof von Makeni, Giorgio Biguzzi am 13.1. bekanntgegeben. Die Kinder werden vorläufig in Caritaslagern untergebracht.

 

Asien

Die Weltorthodoxie steht zur ökumenischen Bewegung. Es sei anzustreben, die kirchliche Einheit so wiederherzustellen, wie sie im ersten christlichen Jahrtausend bestanden hat - das betonen die Oberhäupter der autokephalen und autonom orthodoxen Kirchen in einem in Jerusalem veröffentlichten Abschlusskommuniqué zu ihrem Treffen in der vergangenen Woche. Einmütig lehnen die orthodoxen Kirchenführer jedoch auch die Abwerbung von Gläubigen in traditionell orthodoxen Ländern ab. An der Versammlung in Jerusalem nahmen alle Oberhäupter der orthodoxen Kirchen mit Ausnahme der Patriarchen von Alexandrien und Antiochien teil.

Indonesien

Die Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen auf den Molukken-Inseln wirken sich nach einem Jahr immer stärker auch auf das politische Klima in der indonesischen Hauptstadt Jakarta aus. Präsident Abdurrahman Wahid hat die Anhänger der Islamisten-Bewegung davor gewarnt, auf die Molukken zu reisen. Es sei ihm gleichgültig, ob ihr Motiv der Heilige Krieg sei, sagte der Staatschef, der selber Moslem ist. Er bezog sich auf die großen Demonstrationen vom Wochenende: Dabei hatten an die 300 000 Islamisten den Heiligen Krieg gegen die Molukken ausgerufen. Diesen Drohung wurde aber inzwischen von Islamisten-Führern abgeschwächt: Es handle sich nicht um einen blutigen Heiligen Krieg, sondern um die Unterstützung der betroffenen Muslime durch Fasten und Gebet.

Philippinen

Ein Bischof des Landes hat allen Angestellten der Diözese ihre Schulden bei kirchlichen Einrichtungen erlassen. Mit diesem Schritt wolle er den von Papst Johannes Paul II. angeregten Schuldenerlass zum heiligen Jahr verwirklichen. Seiner Meinung nach müsse die Kirche mit gutem Beispiel vorangehen, wenn sie reiche Nationen zum Schuldenerlass auffordere.

Die Kirche auf den Philippinen will die Errichtung eines weiteren Spielkasinos durch Protestdemonstrationen verhindern. Nach einer Meldung der KNA gibt es in Manila bereits mehrere Casinos, und die Kirche sei grundsätzlich gegen Glückspiele.

Amerika

Vereinigte Staaten

Zur Bekämpfung von Aids in Afrika wollen die USA umgerechnet rund 300 Millionen Mark bereitstellen. Das hat der US-Vertreter vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen angekündigt. Es handelte sich um die erste Sitzung zum Thema Gesundheit in der Geschichte des Sicherheitsrates. Die Aids-Epedemie wird somit von den Vereinten Nationen als Bedrohung der internationalen Sicherheit betrachtet. Die Immunschwächekrankheit gilt in Afrika bereits als die häufigste Todesursache.

Venezuela

Die Bischofskonferenz will Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen durch Sicherheitskräfte während der Flutkatastrophe prüfen. Nach Angaben des Vorsitzenden, Erzbischof Baltasar Porras-Cardozo habe die Menschenrechtsorganisation PROVEA stichhaltige Hinweise für derartige Verbrechen in Vargas vorgelegt. Demnach hätten Polizei und Militär mehrere Männer, denen Plünderungen vorgeworfen wurden, ohne Prozeß exekutiert. Gleichzeitig hätten sich die Sicherheitskräfte selbst an Plünderungen beteiligt. Augenzeugen seien mit dem Tode bedroht worden, so Porras-Cardozo weiter. Er betonte, daß die Ermittlungen sich nicht gegen die Regierung richteten. Bei der Flutkatastrophe in Venezuela sind im Dezember mindestens 20.000 Menschen ums Leben gekommen, 200.000 wurden verletzt oder verloren ihr Hab und Gut.

 

Man hört Radio Vatikan täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A, durch Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog) und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Tel.:0039 06 6988 4101, Fax: 0039 06 6988 3844

Post:Radio Vatikan-sezione tedesca,I-00120 Citta del Vaticano

E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

top