Stichwortsuche
Archiv
Programmvorschau
Freundeskreis
Real Audio
www.kath.de

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie Nachrichten von Radio Vatikan aus der Zeit von 07.01.00 bis 10.01.00

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Redaktion: Gabi Verbeek

Aus unserer Berichterstattung:

Die Ansprache des Papstes beim Neujahrsempfang des Diplomatischen Corps im Vatikan

Neujahrsempfang am Montag früh beim Papst für die beim Heiligen Stuhl akreditierten Diplomaten - ein Termin, auf den die internationale Öffentlichkeit immer etwas genauer schaut, weil Johannes Paul II dort die Grundsätze der internationalen Politik anzusprechen pflegt. 171 Staaten-Vertretet waren am späten Vormittag im vatikanischen Palast versammelt. Der Papst stellte den Aufruf zum Frieden und den Jahrhundertwechsel ins Zentrum seiner Ansprache.

"Das ausgehende Jahrhundert ist von einzigartigen wissenschaftlichen Fortschritten geprägt, die das Leben und die Gesundheit des Menschen ganz offensichtlich verbessert haben. Die modernen Medien haben die Entfernungen schrumpfen lassen, so dass wir über das Leben unserer Mitmenschen auf dem Laufenden sein können. Eine Frage stelle sich aber doch: Wird dieses Jahrhundert auch dasjenige der Brüderlichkeit gewesen sein?"

Darauf wird die Antwort schon schwieriger, meint der Papst. So werfen die neuen Technologien auch die Frage nach den Grenzen der Machbarkeit auf. Die wirtschaftliche Globalisierung hat dazu geführt, dass viele Menschen auf der Strecke geblieben sind. Deshalb scheine es ihm, dass das neue Jahrhundert ein Jahrhundert der Solidarität sein müsse: "Niemals werden wir ohne einander glücklich und im Frieden leben. Und gegen einander noch viel weniger".

Die Rolle des Staates, so der Papst weiter, habe sich in der modernen Welt gewandelt: Der Bürger sei immer mehr politischen Leben beteiligt. Die Menschen des 21. Jahrhunderts müssten so einen Sinn für Verantwortung entwickeln. Politische Passivität zerstörte genauso wie Korruption und organisiertes Verbrechen die Demokratie.

Im neuen Jahrhundert müssten die modernen Götzen fallen, forderte Johannes Paul II - diese seien etwa das persönliche Glück um jeden Preis und die Wissenschaft als einziger Weg zur Wahrheit. Nur einer dürfe den ersten Platz im Leben des Menschen einnehmen - nämlich Gott.

Dann forderte der Papst konkrete Schritte für eine solidarische Wel: Das Teilen von Fortschritt und Wohlstand. Respekt vor den Menschenrechten. Konflikten vorbeugen, Kriege vermeinden. Und der Dialog zwischen Völkern und Religionen. Einiges sei auf diesen Gebieten zwar bereits geschehen, wie etwa der Friedensprozess im nahen Osten zeige. "Aber leider wiederholen wir aber auch immer wieder die Fehler der Vergangenheit. Was sehen wir am Beginn des Jahres 2000?": Konflikte und Kriege auf fast allen Kontinenten. Gerade bei der Bewahrung des Friedens komme der Diplomatie eine wichtige Rolle zu.

Der Papst erinnert an die Charta der Vereinten Nationen, die nach dem 2. Weltkrieg ausdrücklich kommende Generationen vor der Geißel des Krieges bewahren wollte. Deshalb stellt er fest: "Was fehlt sind nicht neue Gesetze sondern der politische Wille, die umzusetzen, die es bereits gibt!" Und schließlich spielte der Papst auf die Heilige Pforte an: "Worauf es jetzt ankommt, ist: die Schwelle zu überschreiten, um uns auf den Weg zu machen. Auf diesem Weg geht Gott uns voran und zeichnet uns die Richtung vor, damit wir zu ihm gelangen. Nichts kann uns aufhalten! Für uns beginnt eine neue Geschichte, und die Völker, die ihr vertretet, werden sie mit ihrem Leben schreiben. Es ist eine Geschichte, in der die Menschheit heute wie eins ein Rendez-vous mit Gott hat. Also sage ich Ihnen allen: Gute Reise!"

 

Reaktionen auf die Bischofsweihen in Peking

Für Irritationen hat die Weihe von Bischöfen bei der Katholischen Patriotischen Vereinigung in China geführt. Ohne Zustimmung des Vatikans wurden am Donnerstag in der Kathedrale der Hauptstadt Peking fünf Priester zu Bischöfen geweiht. Mit diesem Akt sind die ohnehin schwierigen Beziehungen zwischen dem Vatikan und China erneut vor eine harte Probe gestellt. Sprach man doch in den letzten Monaten von einem Tauwetter im frostigen Verhältnis zwischen Peking und Rom. Manche sahen gar die Wiederaufnahme offizieller diplomatischer Beziehungen in greifbare Nähe gerückt. Offiziell hält sich der Vatikan bedeckt mit seinem Urteil über die Bischofsweihen in China. "Verwundert und enttäuscht" sei man, so Vatikansprecher Navarro-Valls in einer kurzen Erklärung. Die Aktion störe den gegenwärtigen Prozess der Annäherung der beiden Seiten. Das chinesische Außenministerium kritisierte diese Äußerungen als Einmischung in innere Angelegenheiten. Die regimetreue katholische patriotische Vereinigung bergündete die Weihen mit religiösen Notwendigkeiten. Ein Vertreter der Organisation kündigte weitere Bischofsweihen in nächster Zukunft an. Der Episkopat sei überaltert. Kritiker der Vorgänge in China sehen in den jüngsten Bischofsernennungen den Versuch, vor der Aufnahme der Beziehungen mit dem Vatikan, möglichst viele Posten mit regimetreuen Bischöfen zu besetzen. Im November erst war ein Geheimdokument der kommunistischen Partei Chinas an die Öffentlichkeit gelangt. Darin wird erklärt, man wolle die staatlich kontrollierte patriotische Vereinigung stärken und die romtreue Untergrundkirche zerschlagen.

 

 

Die Erklärung von katholischer und reformatorischer Kirche in Tschechien über Jan Hus

Es ist noch nicht so lange her, dass sich Theologen verschiedener Kirchen in der römischen Lateranuniversität zu einer Tagung über den böhmischen Reformator Jan Hus trafen. Nun haben der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Tschechien, Pavel Smetana, und der Kardinal von Prag, Miroslav Vlk, eine gemeinsame Erklärung über den Reformator verfaßt. Hus könne für die tschechische Gesellschaft und die Kirchen wichtige versöhnende Impulse bringen, heißt es darin. Vorträge und Gespräche bei dem Symposium im Dezember hätten viel zu einer Annäherung in der Bewertung der Person von Jan Hus beigetragen, heißt es in der Erklärung. Damit habe die Tagung zu einer Aussöhnung in jahrhunderte alten Differenzen beigetragen. Der 1415 in Konstanz auf dem Scheiterhaufen als Ketzer verbrannte Reformator habe sich "in der Zeit einer grossen Krise für die Neuordnung der gespaltenen Kirche des Westens und des Papsttums" eingesetzt. Sein Leben und seine Impulse für die Theologie könnten heute zu einer "Inspiration der ökumenischen Gemeinschaft der Kirchen werden". Wesentlich sei, dass Hus die Autorität der Bibel betont habe, Gewalt in Glaubensangelegenheiten grundsätzlich ablehnte und dass er nach der göttlichen Wahrheit gesucht habe, die die letzte Norm des Lebens der Kirche und der Gesellschaft ist. Die beiden Kirchenführer erinnern auch an die Worte der Entschuldigung PJPIIs während des Symposiums in Rom. Der Papst hatte damals den gewaltsamen Tod des Reformators und die "nachfolgende Wunde", die zu einer Quelle von Konflikten und Spannungen geworden ist, bedauert.

 

 

Die Nachrichten:

Vatikanstadt

 

Papst Johannes Paul II hat am Sonntag 18 Kinder getauft. In der Sixtinischen Kapelle im Vatikan spendete er 14 kleinen Italienern sowie je einer Brasilianerin, einem Spanier, einem Amerikaner und einem Schweizer das Sakrament der Taufe - 8 Mädchen und 10 Jungen. Seit vielen Jahren gehört die Kindertaufe am ersten Sonntag des Jahres, dem Fest der Taufe Jesu, zum festen Programm des Papstes.In seiner kurzen Ansprache beim Taufgottesdienst brachte er seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Kleinen im Glauben wachsen und bald aktiv am Leben der Kirche teilnehmen können. Die Eltern und Taufpaten forderte er auf, ihr Taufversprechen zum Glauben und gegen das Böse zu erneuern.

 

Europa

Deutschland

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, hat Medienberichte zurückgewiesen, laut derer er den Papst zum Rücktritt aufgefordert hätte: Es handle sich dabei um eine völlige Verfälschung eines Interviews, das er am Sonntag im Deutschlandfunk gegeben hatte, sagte er. Er habe darin lediglich grundsätzlich die Frage, ob der Papst zurücktreten könne, mit ja beantwortet. Hinzugefügt habe er aber auch, seiner Ansicht nach wäre der Rücktritt weder nötig noch erwünscht. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa hatte dieses Interview am Sonntag falsch übersetzt. Die Fehlmeldung hat in den italienischen Medien für erheblichen Wirbel gesorgt: Fast alle großen Tageszeitungen berichteten am Montag auf der Titelseite über die Geschichte, man kommentierte die Neuigkeit als brutal und voreilig. Auch im Rundfunk wurde das Thema breit behandelt: Bischöfe und sonstige Persönlichkeiten kamen zu Wort. Die meisten äußerten sich zuversichtlich über die weitere Amtszeit Papst Johannes Pauls II.

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner ist den Medien-Spekulationen um einen krankheitsbedingten Rücktritt des Papstes entgegengetreten: Die Glaubens- und Lebenserfahrung von PJP II seien unverzichtbar, sagte er. Der Papst sei nicht Manager, sondern Hirte. Für dieses Amt sei Weisheit erforderlich, die mit dem Alter eher zu- als abnehme.

Der römische Kardinal Camillo Ruini hat die Klarstellungen von Bischof Lehmann begrüßt: Genauso wie Lehmann sei er sicher, dass der Papst nach wie vor in der Lage sei, sein Leitungsamt mit voller Verantwortung wahrzunehmen - so Ruini.

Auch der deutsche Kurienerzbischof Paul Josef Cordes hat versichert, er erlebe im vatikanischen Dienst den Papst als sehr präsent und klar.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann hat sich gegen Vorverurteilungen in der CDU-Spendenaffäre ausgesprochen. In der öffentlichen Meinung werde zu viel Wertung vorausgenommen, kritisierte Lehmann am Wochenende in einem Rundfunkinterview. Er wäre froh, wenn auch über andere Gesetzesbrüche in der Gesellschaft so viel diskutiert würde, so beispielsweise die Abtreibung, gab der Bischof zu Bedenken.

Im Südwestrundfunk erklärte Lehmann, die katholische Kirche brauche sowohl einen starken Papst, um eine Weltkirche von 1 Milliarde Menschen und vielen Differenzierungen zusammenzuhalten. Zugleich brauche man aber auch starke Ortskirchen, die mutig ihre Fragen und Probleme in Rom anmelden.

Der Dresdner Bischof Joachim Reinelt hat sich für neue Alternativangebote zur üblichen Jugendweihe in Ostdeutschland ausgesprochen. Reinelt begrüßte den Vorschlag eines CDU-Politikers, auch Vertreter bürgerlicher Parteien sollten Feiern für den Übergang Jugendlicher ins Erwachsenenalter veranstalten. Der Bischof erklärte, es wäre gut, wenn diese nicht nur von bewußt atheistischen Gruppierungen ausgeführt würden. Zugleich wandte sich Reinelt aber grundsätzlich gegen pseudo-religiöse Formen einer solchen feier.

Der evangelische Berliner Bischof Wolfgang Huber hat sich gegen ein Kirchliches "Schmalspurangebot" als Alternative zur Jugendweihe ausgesprochen. Er bezog sich auf einen Vorschlag aus Reihen der CDU, ein bekenntnisfreies Alternativangebot zu den Jugendweihen des Humanistischen Verbandes oder der PDS zu entwickeln. Hubers Kommentar dazu: "Eine Konfirmation light unter Mitwirkung der evangelischen Kiche wird es nicht geben."

Paul Spiegel ist neuer Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland. Das Präsidium des Gremiums wählte ihn am Sonntag in Berlin zum Nachfolger des im August vergangenen Jahres verstorbenen Ignatz Bubis. Spiegel war bereits seit 1993 stellvertretender Präsident des Zentralrats der Juden, der rund 80.000 deutsche Juden vertritt. Der 62-Jährige ist Inhaber einer Künstler-Agentur in Düsseldorf und Leiter der dortigen jüdischen Gemeinde sowie des Landesverbandes von Nordrhein. Nach seiner Wahl erklärte Spiegel, drängendste Aufgabe sei nun die Integration der russischen Zuwanderer. Zu Stellvertretern Spiegels wurden der Frankfurter Rechtsanwalt Michel Friedman und die Präsidentin der Münchner Israelitischen Kultusgemeinde, Charlotte Knobloch, gewählt.

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Manfred Kock, hat sich für ein intensives Miteinander von Juden und Christen ausgesprochen. Der Zentralrat der Juden sei nicht nur in der Politik, sondern auch für den Dialog mit den krichen von großer Bedeutung. Das unterstrich Kock in einem Glückwunschschreiben aus Anlass der Wahl Paul Spiegels zum neuen Präsidenten des Zentralrats der Juden.

Die Zahl der Sozialhilfeempfänger in Deutschland ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Das teilte das Bundesministerium für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik in Berlin mit. Laut Umfragen hätten 1999 nur noch 2,73 Millionen Menschen Sozialhilfe erhalten, im Gegensatz zu 2,9 Millionen Empfänger imVorjahr.

Uncicef hat die Bundesregierung aufgefordert, sich für das Verbot der Rekrutierung von Kindersoldaten einzusetzen. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen möchte bei den in Genf beginnenden Verhandlungen zur UN-Kinderrechtskonvetion durchsetzen, dass das Mindesalter für den Soldatendienst von derzeit 15 auf 18 Jahre hinaufgesetzt wird. Laut Unicef werden weltweit rund 300.000 Minderjährige als Soldaten missbraucht. Auch in der Bundeswehr dienten jährlich etwa 250 17-Jährige.

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat den Muslimen in seiner Heimat die gute Wünsche zum Fest al-Fitr übermittelt: Das Ende des Ramadan liege ganz nahe am christlichen Weihnachtsfest und Jahreswechsel, schreibt er. Er freue sich, dass für das Jahr 2000 eine Revolution im deutschen Staatsbürgerschaftsrecht anstehe: Das alte "Gesetz des Blutes", so Schröder, werde durch ein völlig neues Verständnis der nationalen Zugehörigkeit zu Deutschland ersetzt

Scharfe Kritik an der Ökosteuer hat der Präsident des Deutschen Familienverbandes, Günter Koolmann, geübt. Familien würden über die Ökosteuer zum dritten Mal zur Rentenkasse gebeten, erklärte Koolmann gegenüber dem Magain "Focus". Sie leisteten aber bereits durch Beitragszahlungen und Kindererziehung am meisten für die Altersversorgung. Wie die katholische Nachrichtenagentur meldet, will eine Familie aus Heidelberg gegen die Ökosteuer vor dem Verfassungsgericht klagen.

 

Österreich

Wissenschaftler haben in Wien die älteste Handschrift des Hebräerbriefs entdeckt. Der kleine ägyptische Papyrus aus der Zeit vor dem Jahr 500 wurde in der Papyrussammlung der Wiener Nationalbibliothek gefunden. Auf dem Schriftstück sind sieben Verse aus dem zweiten und dritten Kapitel des neutestamentliches Buches im griechischen Original zu lesen.

Der Geschäftsführer der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung in Linz, Hans Riedler, hat Kritik an der vom Sozialministerium herausgegebenen positiven Arbeitslosen-Statistik geübt. Die Zahlen in der Aufstellung seien durch "statistische Maßnahmen" verfälscht. Arbeitslose, die beispielsweise an einer Umschulungsmaßnahme teilnehmen, tauchten in der Statistik nicht mehr als arbeitslos auf, so Riedler.

Schweiz

Am Samstag sind die grenzüberschreitenden und überkonfessionellen Veranstaltungen der Kirchen in der Baseler Region zur Jahrtausendwende beendet worden. An der abschließenden Dikussionsrunde nahmen Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Theologie teil. Über innerkirchliche Fragen hinaus ging es auch um die Notwendigkeit eines Engagements der Kirche in Wirtschaft und Politik.

Der Bischof von Basel, Kurt Koch, hat die Priester seiner Diözese dazu aufgerufen, als ein "durchsichtiges Fenster auf Gott hin" zu leben. Koch feierte am Donnerstag am vierten Jahrestag seiner Bischofsweihe mit emeritierten Priestern einen Gottesdienst. Die Kirche, so der Bischof in seiner Festpredigt weiter, sei nur dann wirklich glaubwürdig, wenn sie möglichst wenig von sich, dafür aber möglichst intensiv von Gott spreche.

Russland

Bis in die frühen Morgenstunden haben die orthodoxen Kirchen in der Nacht zum Samstag das Fest der Geburt Christi gefeiert. In der goldenen Kathedrale von Moskau leitete Patriarch Alexij II den in der alten Tradition der Orthodoxie sehr langen und feierlichen Gottesdienst. Er war gerade erst von den Festlichkeiten zu Heiligabend in Betlehem zurückgekehrt, von wo er eine Ikone der Geburt des Herrn mitgebrachte - ein neues Schmuckstück für die Moskauer Kathedrale. Die berühmte, frisch restaurierte Kirche gilt inzwischen als ein Symbol für das Wiederaufleben der Orthodoxie seit dem Zerfall des Sowjetimperiums, und für die enge Verbindung von Staat und Kirche in Russland. So waren bei den Weihnachtsfeiern dieses Jahr auch eine ganze Reihe von russischen Politikern und Offizieren anwesend, darunter der amtierende Präsident Vladimir Putin - der zuvor mit seinem Vorgänger Boris Jelzin an den großen orthodoxen Weihnachtsfeiern im Heiligen Land teilgenommen hatte. Zur Blütezeit des Kommunismus wäre ein Kirchenbesuch der hohen Politik in Russland undenkbar gewesen.

Rumänien

Papst Johannes Paul II. ist der Mann des Jahres 1999 in Rumänien. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von "Radio Rumänien International". Die Hörer wurden gefragt, welche Person im vergangenen Jahr am meisten für den Fortschritt der Menschheit getan habe. Die meisten Nennungen erhielt Johannes Paul II., der im Mai Rumänien besucht hatte.

Italien

Als letzte der vier Patriarchalbasiliken Roms hat auch die Kirche S. Paul vor den Mauern eine neu gestaltete Umgebung erhalten. Rings um die zweitgrößte Kirche Roms wurde in den letzten Monaten eine parkähnliche Anlage mit einer Fläche von rund 7 Hektar angelegt.

Am 18. Januar wird der Papst mit der Öffnung der Heiligen Pforte an der Basilika S. Paul vor den Mauern die Gebetswoche für die Einheit der Christen eröffnen. Zu der ökumensichen Feier wurden die geistlichen Führer von über 30 christlichen Kirchen und Patriarchaten eingeladen.

Am Sonderjubiläum für die Kranken Mitte Februar wird auch der Schauspieler Christopher Reeve teilnehmen. Das berichtet die italienische Presse. Der einstige Supermann-Darsteller sitzt seit einem Reitunfall vor fünf Jahren im Rollstuhl. Reeve hat seine Karriere jedoch auch als Behinderter energisch fortgesetzt.

Zu dem Jubiläum für die Kranken werden am 11. Februar rund 10 000 Kranke und Behinderte aus 72 Ländern erwartet.

 

Afrika

Sudan

Zwei Mitarbeiter einer US-amerikanischen Hilfsorganisation sind von Rebellen im Süden des Landes getötet worden. Zwei weitere Personen werden seit dem Überfall rund 750 Kilometer Südlich der Hauptstadt Karthoum vermisst. Nach Agenturberichten ereignete sich der Vorfall bereits am 2. Januar, wurde aber erst jetzt bekannt.

Seit 1983 kämpfen Christen und Animisten im Süden des Sudan für eine größere Autonomie vom islamisch-dominierten Norden des Landes.

Mosambique

Ein neues Zentrum zur Bekämpfung der Immunschwächekrankheit AIDS ist in der Haupstadt Maputo eröffnet worden. Im Rahmen eines Pilotprojektes sollen hier erstmals vorbeugende Behandlungen während der Schwangerschaft das Infektionsrisiko der Kinder reduzieren. Neben der römischen Basisgemeinschaft S. Egidio beteiligt sich das italienische Aussenministerium mir rund 2,5 Millionen Mark an der Finanzierung des Projektes.

Nach Schätzungen sind in Mosambik bisher rund 250.000 Menschen an AIDS gestorben.

Ägypten

Für die meisten der koptischen Christen in Ägypten ist das Weihnachtsfest ohne jeglichen Gottesdienst vergangen: Zwar fand in der überwiegend christlichen Region El-Kusheh im Süden des Landes eine mitternächtliche Christmette statt - aber kaum einer der Gläubigen traute sich nach Anbruch der Nacht noch hinaus auf die Straße - und so blieb die Kirche leer. Die Angst vor weiteren tödlichen Kämpfen mit den muslimischen Nachbarn hat die Kopten in Ägypten fast gelähmt. Inzwischen soll die ägyptische Polizei 15 Muslime verhaftet haben, die an dem Massaker Schuld sein sollen. Bisher galt das Verhältnis zwischen den verschiedenen Religionsgruppen in Ägypten als entspannt. Staatliche Stellen betonen auch weiterhin, dass es nicht eigentlich die Religion sei, die die Menschen in El-Kusheh gegeneinander aufbrachte, sondern mehr die Rivalität zwischen einzelnen Familien.

Die Staatsführung in Kairo hat 1.500 Gefangene aus Anlass des muslimischen Festes al-Fitr zum Ende des Ramadan auf freien Fuß gesetzt. Voraussetzung für die Amnestie war vorbildliches Verhalten im Gefängnis. Außerdem musste mindestens die Hälfte der Strafe abgesessen sein.

 

Asien

Israel

Mit einer Fest-Liturgie in der Geburtskirche von Betlehem haben die orthodoxen Kirchenführer am Freitag ihr Weihnachtsfest gefeiert. Die Ostkirchen folgen in der Liturgie dem alten Julianischen kalender, nach dem das Weihnachtsfest auf den 7. Januar fällt. Neben den Patriarchen und Oberhäuptern fast aller orthodoxen Kirchen nahmen viele Staatsoberhäupter an der orthodoxen Weihnachtsfeier teil. Palästinenserpräsident Yasser Arafat nahm ebenso an der Zeremonie in Betlehem teil, wie der ehemalige russische Präsident Jelzin und die Regierungschefs von sechs weiteren mehrheitlich orthodoxen Ländern wie Georgien, Rumänien und die Ukraine. Bereits in der vergangenen Nacht hatten die Patriarchen und Kirchenführer der Orthodoxie in Betlehem feierlich die Mitternachtsliturgie gefeiert. In den Tagen zuvor hatten sich die orthodoxen Würdenträger - zum ersten Mal seit 60 Jahren - zu einer gemeinsamen Synode im Heiligen Land getroffen. Die Patriarchen und Erzbischöfe hätten kirchliche Probleme in den einzelnen Ländern und der ganzen Welt besprochen, erklärte ein Sprecher des orthodoxen Patriarchats in Jerusalem. Zudem hätten sie sich mit der politischen Lage in Nahost befaßt und betont, das Frieden, Stabilität und Brüderlichkeit zwischen den Völkern wichtig sei. Ob bei der Versammlung auch Beschlüsse im Hinblick auf ein panorthodoxes Konzil gefasst wurden, war zunächst nicht bekannt. Das Gleiche gilt für die Frage zum Dialog mit dem Vatikan und dem Weltkirchenrat

Indonesien

Der Konflikt zwischen Christen und Muslimen in Indonesien verschärft sich weiter. In der Hauptstadt Jakarta versammelten sich am Freitag mehrere 10.000 Demonstranten - die Veranstalter sprechen gar von 300 bis 400.000 Personen - und riefen zum Heiligen Krieg gegen die Christen auf. Auslöser dieser Protestwelle sind die Unruhen auf den Mollukkeninseln, bei denen nach offiziellen Angaben in den letzten beiden Wochen mehr als 700 Menschen getötet wurden. Doch der Konflikt schwelte schon lange und reicht weit in die Geschichte des Landes zurück. Fast genau vor einem Jahr wurde ein kleiner Streit unter Jugendlichen am Festtag der Muslime zum Ende des Fastenmonats Ramadan zum Auslöser für die offene Gewalt.

Wie die Demonstration vom Freitag zeigt, droht der Konflikt erneut auf die Hauptstadt Jakarta überzugreifen, wo es vor einem Jahr schon einmal zu schweren Religionsunruhen kam.

In einem Flüchtlingscamp auf der Mollukeninsel Ambon haben Christen und Muslime eine Versöhnungsfeier abgehalten. Laut Meldungen der Nachrichtenagentur AP haben am Sonntag mehrere Tausend Menschen beider Religionsgemeinschaften zusammen ein großes Fest gefeiert. Anlass sei das Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan sowie das christliche Weihnachtsfest gewesen. Dieses konnte auf Grund der blutigen Unruhen auf den Molluken von den Gläubigen bisher nicht gefeiert werden. Bei den Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen sind auf den Molluken in den letzten Wochen mehrere Hundert Menschen ums Leben gekommen.

Osttimor

Als langsam und nicht ausreichend genug hat Bischof Carlos Belo das Engagement der Vereinten Nationen in Westtimor kritisiert. In Ruanda hätten die Hilfskräfte in einer Woche eine Million Menschen gerettet, in Westtimor säßen nach vier Monaten immer noch 100 000 Flüchtlinge fest. Außerdem warf er der UNO vor, ihre eigenen Aufgaben auf die katholische Kirche abwälzen zu wollen.

Iran

Zehntausende von Menschen haben sich am Samstag in Teheran zum großen Gebet al-Fitr versammelt. Alle führenden Persönlichkeiten von Staat und Gesellschaft nahmen an dem von Ayatollah Khamanei geleiteten Treffen teil. Jeder muslimische Gläubige war aufgefordert, an diesem Festtag Spende für die Armen zu machen. Hunderte von Kassen wurden zu diesem Zweck in der Stadt herumgereicht.

China

Mindestens einer der fünf neu geweihten Bischöfe der katholischen patriotischen Vereinigung hat bei der Feier am Donnerstag in Peking den Treueeid auf den Papst abgelegt. Das berichtete jetzt die asiatische katholische Nachrichtenagentur UCA-News. Der Treueid sei ein wichtiger Bestandteil der Zeremonie, habe einer der Neugeweihten gegenüber der Agentur erklärt. Die vier anderen hätten entsprechende Fragen nicht beantwortet.

Die Bischofsweihen für die regimenahe chinesische katholische patriotische Vereinigung waren vom Vatikan mit Verwunderung kommentiert worden. Sie wurden ohne Erlaubnis des Papstes durchgeführt.

Amerika

Vereinigte Staaten

Das FBI ermittelt gegen eine Flut von rassistischen Drohbriefen gegen Vertreter der Menschenrechte, wie Jesse Jackson und Martin Luther King Junior. Anonyme Briefe mit rassistischen Symbolen erhielten auch der Basketballstar Michael Jordan und die Boxlegende Muhammed Ali. Abgeschickt wurden sie im US Bundestaat North Carolina. Auch Gewalttaten gegen Schwarze und Juden seien in den vergangenen Wochen eskaliert, teilte ein Sprecher des FBI mit. Vermutet wird ein Zusammenhang mit der sogenannten Curch of Creator. Ihr Gründer, Ben Klaasen, hat 1993 Selbstmord begangen.In seinen Reden propagierte er die weiße Rasse als Herrenrasse und wies die jüdischen Wurzeln des Christentums zurück.

Bolivien

Die Bischöfe des Landes haben zum Heiligen Jahr 2000 eine Amnestie für zahlreiche Häftlinge gefordert. Gleichzeitig setzte die Bischofskonferenz eine Sonderkommission ein, um entsprechende Verhandlungen mit der Regierung zu führen. Nach Angaben eines Sprechers der Bischofskonferenz, gehe es den Oberhirten vor allem um ältere Gefangene sowie um Jugendliche unter 21 Jahren. Bei einer ähnlichen Initiative im vergangenen Jahr wurden in Bolivien 27 Häftlinge freigelassen.

Man hört Radio Vatikan täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A, durch Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog) und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Tel.:0039 06 6988 4101, Fax: 0039 06 6988 3844

Post:Radio Vatikan-sezione tedesca,I-00120 Citta del Vaticano

E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

top