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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie Nachrichten von Radio Vatikan aus der Zeit von 03.01.00 bis 06.01.00

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Redaktion: Gabi Verbeek

Aus unserer Berichterstattung:

Zusammenstöße zwischen Christen und Muslimen auf den Molukken haben in den letzten zwei Wochen 700 Menschen das Leben gekostet. Ein islamischer Studentenverband droht nun in der indonesischen Hauptstadt Jakarta mit einem "Heiligen Krieg". Damit sollen angebliche Massaker an Muslimen auf dem Inselarchipel gerächt werden. Der Papst forderte am Mittwoch bei seiner ersten Generalaudienz im neuen Jahr ein Ende der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen auf den Molukken.

Möge der Friedensappell von Bethlehem, den die Kirche in den vergangenen Tagen der gesamten Welt gemacht hat, in den von Unglück und Krieg geprüften Regionen widerhallen, und besonders auf den Molokken, wo der ethnische und religiöse Konflikt erneut zu blutigen Zusammenstößen geführt hat. Christen und Muslime auf der zu Indonesien gehörenden Inselgruppe sollten einander als Mitglieder der einen Menschenfamilie respektieren und Gerechtigkeit und Verzeihung üben. So der Papst vor mehreren Tausend Pilgern in der vatikanischen Audienzhalle. Die Christen in dem mehrheitlich von Muslimen bewohnten Land hatten die internationale Gemeinschaft zur Entsendung einer Friedenstruppe aufgerufen. Der indonesische Präsident Abdurrahman Wahid lehnte anfangs der Woche jede ausländische Vermittlung ab.

Die Nachrichten:

Vatikanstadt

Mehr als drei Millionen Besucher haben seit Weihnachten an den Veranstaltungen des Heiligen Jahres in Rom teilgenommen. Das teilte die Agentur für das Jubiläum mit. Allein zu den zentralen Veranstaltungen wie den Pfortenöffnungen, den Weihnachtsmessen und dem Jubiläum der Kinder seien insgesamt rund 1,4 Millionen Menschen gekommen.

Im Petersdom sind am Donnerstag 12 Priester zu Bischöfen geweiht worden. Papst Johannes Paul II folgte damit seiner Tradition, am Hochfest der Erscheinung des Herrn Bischofsweihen vorzunehmen. Damit ist die Zahl der von ihm geweihten Bischöfe auf 290 gestiegen. Die neuen Bischöfe kamen aus sieben Ländern in vier Kontinenten, darunter Moldawien, dem Kaukasus, Angola, Peru und den USA.

 

Europa

Deutschland

Bischof Walter Kasper hat deutsche Medienberichte dementiert, die ihn mit harter Kritik an der römischen Glaubenskongregation und deren Präfekten Kardinal Joseph Ratzinger zitiert hatten. Kaspar hatte als Sekretär des päpstlichen Einheitsrats bei einem wissenschaftlichen Symposion einen Vortrag über Theologie und Praxis des Bischofsamts gehalten. Eine bekannte deutsche Zeitung faßte Kaspers Worte zusammen und machte daraus einen Generalangriff auf die Glaubenskongregation. Bischof Kasper stellte klar, daß dies nicht seine Absicht war.

Der Jahreswechsel hat nach Einschätzung des Mainzer Bischofs Karl Lehmann gezeigt, daß viele Menschen offen sind für religiöse Fragen und ein Nachdenken über den Sinn des Lebens. Die Angebote von Pfarreien und Kirchen zu Besinnung und Stille in der Silvesternacht seien zahlreich wahrgenommen worden. Das zeige, daß die Kirche Chancen habe, die Menschen anzusprechen. Jetzt komme es darauf an, diese wahrzunehmen. So Lehmann in einem Beitrag seiner Bistumszeitung "Glaube und Leben".

Die Sternsinger sind wieder im deutschen Sprachraum unterwegs. Mit dem Dreikönigssingen hat das Päpstliche Kindermissionswerk im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis von 55, 4 Millionen Mark erzielt. Damit wird derzeit drei Millionen Kindern in 115 Ländern geholfen.

Bundesfinanzminister Hans Eichel hat am Mittwoch in seinem Ministerium in Berlin die Sternsinger empfangen. Eichel dankte diesen für ihren Einsatz. Unter Hinweis auf den Schuldenerlass für die ärmsten Entwicklungsländer erkärte der Bundesfinanzminister, das Anliegen der Dreikönigsaktion sei in der Politik angekommen.

Am Nachmittag besuchten die Sternsinger das Familienministerium. In den folgenden Tagen machten sie im Arbeits-, Justiz und Verkehrsministerium sowie bei Bundespräsident Rau Station.

Mit einer Veranstaltungsreihe über die 10 Gebote wollen die Katholischen Akademien in Ostdeutschland der Wertediskussion Nahrung geben. Ziel des bis Mai laufenden Projektes ist es, die Bedeutung des biblischen Grundgesetzes für aktuelle gesellschaftliche Fragen aufzuzeigen. Dabei soll es z.B. auch um den Sonntagsschutz gehen, und um die Solidarität zwischen den Generationen. Der Dresdner Bischof Joachim Reinelt sagt bei der Vorstellung, die 10 Gebote sollten als Grundmaßstäbe vorgestellt werden, die den Freiheitsraum des Menschen sicherten.

Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hat den katholischen Pfarrer Hubertus Janssen von dem Vorwurf des Aufrufes zur Fahnenflucht freigesprochen. Ein von dem Geistlichen unterzeichneter Aufruf vom April 1999 an die deutschen Soldaten zur Verweigerung des Dienstes im Kosowo-Krieg sei eine zulässige Meinungsäußerung gewesen, so das Gericht. Dem Angeklagten sei es im Eigentlichen nicht darauf angekommen, Soldaten zu erreichen, sondern seine Empörung über den Krieg kundzutun.

Österreich

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ist am Montag der Feldkircher Bischof Bruno Wechner beigesetzt worden. Altbischof Wechner verstarb am 28. Dezember 1998 im Alter von 91 Jahren. Zur Trauerfeier erschienen auch zahlreiche Bischöfe aus dem benachbarten Ausland.

In einem Kondolenztelegramm würdigte Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano das vielfältige Wirken Wechners für die Kirche in Österreich. Bischof Wechner war der erste Bischof der erst 1968 gegründeten Diözese Feldkirch.

Entwicklungshilfe und globale Gerechtigkeit sind in der österreichischen Innenpolitik so gut wie kein Thema - das hat der Universitätsseelsorger Helmut Schüller in seinem neuesten Kommentar für die Zeitschrift Standard kritisiert. Schüller bezog sich auf die laufende Sternsingeraktion:

Es sei grotesk, daß in diesen Tagen Zigtausende Kinder und Jugendliche für Solidarität und Hilfe unterwegs seien, während die Politik kein Wort zu diesem Thema verliere. Wichtiger scheine zu sein, dass man weltweit unter den Reichtsten bleibe, so Schüller.

 

Die "Aktion Leben" hat zum 25. Jahrestag des Inkrafttretens der Fristenregelung zu einer kritischen Bilanz aufgerufen. Es gehe vor allen Dingen um ein konstruktives Miteinander zum Wohl von Eltern und Kindern und nicht um eine Verschärfung des Strafrechts.

"Aktion Leben" präsentierte auf einer Pressekonferenz in Wien einen umfangreichen Forderungskatalog. Darin schloß sich "Aktion Leben" der Forderung der Ärztekammer an, die räumliche und personelle Trennung von Beratung und Abtreibung in die Standesrichtlinien der Ärzte aufzunehmen. Besonders wichtig sei auch die Schaffung eines Bundesfonds, um schwangeren Frauen in Not wirksam helfen zu können.

Zu einem verstärkten Dialog der Theologie mit den Naturwissenschaften hat der Ordinarius für Christliche Philospohie an der katholischen Fakultät Graz, Anton Kolb aufgerufen. Das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Theologie habe sich in der Neuzeit deutlich verschlechtert, so Kolb gegenüber der "Kleinen Zeitung". Kolb forderte, daß die Kirche die Wissenschaft verstärkt anspricht, denn der Trend zeige, daß Wissenschaftler sich zunehmend der Esotherik statt der Theologie zuwenden.

1,7 Millionen Menschen weltweit - davon allein 50.000 in Österreich - haben die Kampagne "Moratorium 2000" zur Aussetzung der Todesstrafe unterzeichnet. Das erklärten die österreichischen Verantwortlcihen der Kampagne. Die Unterschriften, die inzwischen UNO-Generalsekretär Kofi Annan überreicht wurden, sollen die UNO-Menschenrechtskommission in ihrer Arbeit gegen die Todesstrafe unterstützen.

Frankreich

Bisher sind weit weniger nichteheliche Lebensgemeinschaften einen zivilen Solidaritätspakt geschlossen worden als erwartet. Das berichten französische Tageszeitungen. Sechs Wochen nach Inkrafttreten des Gleichstellungsgsetzes seien im ganzen Land nur rund 1.500 Paare registriert worden. Offizielle Stellen hatte mit bis zu 200.000 Anträgen gerechnet.

Das Gesetz erlaubt nichtehelichen Paaren, ihre Partnerschaft im Amtsgericht eintragen zu lassen und Vergünstigungen zu erhalten, wie sie Eheleuten gewährt werden.

Jugoslawien

In seiner Botschaft zum orthodoxen Weihnachtsfest hat Patriach Pavle in Belgrad die Nation zu einer Rückkehr zu regligiösen Werten und einer Öffnung gegenüber dem Christen aufgerufen.

Rückblickend auf das vergangene jahrhundert beklagte er die großen menschlichen Opfer und warnte vor einem falschen Weg in die Zukunft.

 

Afrika

Ägypten

Nach den Zusammenstößen zwischen Muslimen und koptischen Christen vom vergangenen Wochenende ist wieder Ruhe eingekehrt. Das sagte am Mittwoch der koptische Bischof Wissa gegenüber der Presse. Die Regierung habe versprochen, die Wahren Täter ausfindig zu machen und zu verhaften, sagte Wissa weiter. Nach einem Streit zwischen einem chrisltichen Landenbesitzer und einem moslemischen Kunden war es am vergangenen Freitag zu gewaltätigen Auseinandersetzungen gekommen, die 20 Todesopfer und mehrere Verletzte forderten.

 

Asien

China

An diesem Donnerstag hat die katholische patriotische Vereinigung ohne Zustimmung des Vatikans fünf neue Bischöfe geweiht. Die Weihe vollzog der Vorsitzende der vom Staat- nicht aber von Rom - anerkannten Bischofskonferenz, Lui Yuaren in Peking. Wie der vatikanische Nachrichtendienst Fides berichtet hätten eigentlich 12 Bischöfe geweiht werden sollen, einige hätten dies jedoch abgelehnt. Auch eine Gruppe von patriotischen Priestern hat die Entscheidung des chinesischen Religionsministeriums laut Fides kritisiert. Sie bringe die Kirche in die Nähe eines Schismas, heißt es. Beobachter sehen in den Bischofsbesetzungen einen Versuch, der chinesischen Regierung, vor einer eventuellen Einigung mit dem Vatikan, möglichst viele Stellen mit regimetreuen Bischöfen zu besetzen.

 

Philippinen

Die katholische Kirche hat heftig gegen die erste Hinrichtung des neuen Jahrtausends protestiert. Der 41-jährige Alexandro Bartolome war am Dienstag durch eine Giftspritze getötet worden. Er hatte seine damals 14-jährige Tochter über Jahre zu sexuellen Handlungen gezwungen. Es handelt sich um die siebente Hinrichtung in dem mehrheitlich katholischen Land seit Wiedereinführung der Todesstrafe 1994.

 

Australien

Katholische Schulen auf dem fünften Kontinent dürfen Lehrer im Arbeitsvertrag nicht dazu verpflichten, die Lehre der katholischen Kirche zu unterstützen. Wie die lokale Presse berichtet, habe die zuständige Behörde im australischen Bundesstaat Neusüdwales entsprechende Klauseln als nicht haltbar und diskriminierend zurückgewiesen. Nach Zeitungsberichten handelt es sich bei dem Vorgang um eine einmalige Entscheidung, da in Streitfällen bislang die Schulen Recht bekommen hätten.

Man hört Radio Vatikan täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A, durch Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog) und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

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