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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie Nachrichten von Radio Vatikan aus der Zeit von 31.12.99 bis 03.01.00

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Redaktion: Gabi Verbeek

 

Vatikanstadt

Mit an die 150 000 Kindern und Jugendlichen hat Papst Johannes Paul II. am Sonntag auf dem Petersplatz das Heilig-Jahr-Fest der Kinder gefeiert. Die meisten Kinder waren aus den rund 180 italienischen Diözesen gekommen, rund 2000 Kinder kamen aus über 40 weiteren Ländern der Erde. Der Papst sprach in fünf Sprachen zu ihnen: "Eure Gegenwart erinnert daran, dass das Jubiläum eine Zeit der Freude ist", sagte er. Aber es dürften auch die Kinder nicht vergessen werden, die unter Hunger oder Krieg leiden, oder denen bereits das Recht, geboren zu werden, abgesprochen werde.

Das Fest der Kinder bildete den Auftakt einer langen Reihe von Spezialjubiläen einzelner Altersgruppen udn Berufsstände. Dass es am Anfang der Heilig-Jahr-Feiern stand, ist nach Ansicht des für das Fest Verantwortlichen Erzbischofs Superbo kein Zufall: Es ist genauso als würde der Heilige Vater sagen: "Seht ihr diese Kinder? Wenn ihr nicht lebt wie sie, dann hat das Heilige Jahr keine Gültigkeit - dann ist das Jubiläum für alle weder wichtig noch gültig."

Mehr als drei Millionen Besucher haben seit Weihnachten an den Veranstaltungen des Heiligen Jahres in Rom teilgenommen.Das teilte die Agentur für das Jubiläum mit. Allein zu den zentralen Veranstaltungen wie den Pfortenöffnungen, den Weihnachtsmessen und dem Jubiläum der Kinder seien insgesamt rund 1,4 Millionen Menschen gekommen.

Mit dem Segen von Papst Johannes Paul II ist am Samstag der internationale Milleniumsmarathon der Stadt Rom auf dem Petersplatz gestartet. Beim Angelusgebet segnete der Papst die 4.500 Läufer, die zum ersten großen Marathon Europas in den Vatikan gekommen waren. In einer kurzen Ansprache verglich der Papst das menschliche Leben mit einem Marathonlauf, den alle mit je eigenem Tempo aber mit einem gemeinsamen Ziel absolvieren. Die Läufer bezeichnete Papst Johannes Paul II als Botschafter der Geschwisterlichketi und des Friedens.

 

Europa

Italien

Die für Ende März geplante Reise von Papst Johannes Paul II. ins Heilige Land wird möglicherweise in Ägypten beginnen. Das berichtet die Tageszeitung "La Stampa" unter Hinweis auf entsprechende technische Reisevorbereitungen von vatikanischer Seite. Demnach will der Papst seine Nahost-Reise in Kairo beginnen, und dann auf den Spuren von Moses zum Berg Sinai reisen. Von dort aus gehe es weiter in die jordanische Hauptstadt Amman und schließlich nach Tel Aviv, von wo der Papst sich ins palästinensische Bethlehem, die Geburtsstadt Jesu begeben wolle. Daran würden sich laut "La Stampa" einige heilige Stätten in Israel anschließen, darunter auch Nazareth, wo der Papst eine Messe feiern wolle.

Deutschland

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Bischf Karl Lehmann und der Vorsitzende des Rates evangelischer Kirchen, Präses Manfred Kock haben zum Jahresabschluß die Christen zur aktiven Mitgestaltung der Gesellschaft aufgerufen. Lehmann betonte im Mainzer Dom, daß der gemeinsame Wertebestand schmelze, die Demokratie Mängel zeige und die Gewaltbereichtschaft wachse. Präses Manfred Kock mahnte den Schutz der Menschenwürde an und forderte die Integtration von Menschen aus anderen Kulturen.

Der Limburger Bischof Franz Kamphaus rief zu einem realistischen Umgang mit der Zeit auf. Viele lebten so, als sei alles wiederholbar, erklärte er in Frankfurt. Christen hingegen, so Kamphaus, müßten im Bewußtsein der Einmaligkeit leben.

Nach Einschätzung des Berliner Kardinals Georg Sterzinsky wächst die Bedeutung der neuen geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen in der Kirche. Und zwar besonders in der Jugendarbeit. Neuartige Gemeinschaften, so Sterzinsky, hätten immer beunruhigend gewirkt. Sie müßten sich selbstverständlich der Kritik stellen und sich daran messen lassen, welche Früchte ihre Gruppen hervorbrächten. Als überzeugende Früchte der neuen Gemeinschaften bezeichnete der Kardinal die Hingabe an Gott, den sozialen Einsatz, die Förderung der Einheit, die Gewinnung von fern Stehenden sowie Friede und Freude.

Der Sozialdienst katholischer Frauen, SKF, im Erzbistum Paderborn, stellt ab dem neuen Jahr keine Beratungsscheine mehr aus, die für einen straffreien Schwangersschaftsabbruch notwendig sind. Wie der SKF-Vorstand gestern erklärte, entspricht der Verband damit einer Vorgabe von Erzbischof Johannes Joachim Degenhard, der den Ausstieg aus dem staatlichen System zum Jahresbeginn verfügt hat.

Mehr Geschlossenheit bei der Verteidigung christlicher Grundwerte hat der Vorsitzende des Rates evangelischer Kirchen in Deutschland, Präses Manfred Kock gefordert. Insbesondere wenn es um den Schutz der Menschenwürde und ethische Grundfragen, wie etwa die genetische Manipulation von Erbmaterial gehe. Christen aller Nationen müßten in ihrer Sorge um Frieden und Gerechtigkeit sowie die Bewahrung der Schöpfung vor allem denen verbunden bleiben, denen es am Nötigsten fehle, so Kock in einer Erklärung.

 

Die Kampagne Erlaßjahr 2000 hat der Bundesregierung Untätigkeit vorgeworfen. Im Vergleich zu den anderen G7-Staaten sei Deutschland das Schlußlicht, und das einzige Land, das den Beginn des symbolträchtigen Jahres 2000 tatenlos verstreichen lasse, so die Sprecher der Aktion. In der Kampagne Erlaßjahr 2000 sind rund 2000 kirchliche und entwicklungspolitische in Organisationen zusammengeschlossen. Sie fordern eine Entschuldung der Entwicklungsländer und beziehen sich dabei auch auf einen alten Brauch, demnach alle 25 Jahre ein Jubeljahr ausgerufen wird, in dem jegliche Schulden erlassen werden.

 

Wegen Aufrufen zu Fahnenflucht muss ein katholischer Priester aus dem Bistum Limburg sich jetzt vor Gericht verantworten. Hubertus Jansen hatte im Frühjahr 1999 die deutschen Soldaten zu Gehorsamsverweigerung im Kosowo-Krieg aufgerufen. In einem Aufruf bezeichnete er damals die NATO-Angriffe auf Jugoslawien als völkerrechtswidrig.

 

 

Österreich

Der ehemalige Feldkircher Bischof Bruno Wechner ist am Montag unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt worden. Anwesend waren auch zahlreiche Bischöfe aus dem Ausland. Wechner verstarb am 28. Dezember im Alter von 91 Jahren. Er war der erste Bischof der 1968 gegründeten Diözese Feldkirch.

Erstmals übernimmt eine Frau den Vorsitz im ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRKÖ): Die Ordensoberin Christine Gleixner. In einem Interview gegenüber der Zeitung "Die Presse" hat Gleixner erklärt, dass sie für offene Gespräche auch bei innerkirchlich umstrittenen Themen wie Zölibat und Frauenpriestertum eintreten will. Es sei wichtig, die aktuellen Realitäten wahrzunehmen. So müsse geprüft werden, was der Zölibat an Wert habe, wenn er die Berufung so vieler Menschen beeinträchtige, so Gleixner.

Die "Aktion Leben" hat zum 25. Jahrestag des Inkrafttretens der Fristenregelung zu einer kritischen Bilanz aufgerufen. Es gehe vor allen Dingen um ein konstruktives Miteinander zum Wohl von Eltern und Kindern und nicht um eine Verschärfung des Strafrechts.

"Aktion Leben" präsentierte auf einer Pressekonferenz in Wien einen umfangreichen Forderungskatalog. Darin schloß sich "Aktion Leben" der Forderung der Ärztekammer an, die räumliche und personelle Trennung von Beratung und Abtreibung in die Standesrichtlinien der Ärzte aufzunehmen. Besonders wichtig sei auch die Schaffung eines Bundesfonds, um schwangeren Frauen in Not wirksam helfen zu können.

Dem Christentum steht im 21. Jahrhundert nach Ansicht von Kardinal Franz König ein einschneidender Wandel in seiner äußeren Gestalt bevor. Denn, so König gegenüber den Salzburger Nachrichten, die Religion werde nicht mehr von der öffentlichen Meinung und der Staatsräson getragen. Vielmehr müsste das Beispiel des einzelnen Christen eine tragende Rolle einnehmen. Das Zeugnis der Gläubigen werde dann wieder so wichtig wie in den ersten Jahrhunderten, erklärte König weiter.

Die Gefahr am beginnenden Jahrtausend geht nach Ansicht des Salzburger Bichofs Georg Eder nicht von den Gestirnen, sondern vom Menschen aus. Wie er bei der Jahresabschlußfeier im Salzburger Dom erklärte, lebe der moderne Mensch nicht mehr im Einklang mit der Natur, sondern im Konflikt mit ihr. Eder forderte einen radikalen Gesinnungswechsel und endete mit den Worten des Apostels Paulus: Legt den alten Menschen ab, ändert euer Leben.

Belgien

Mit Jahresbeginn ist auch in Belgien ein Gleichstellungsgesetz für nichteheliche Lebensgemeinschaften in Kraft getreten. Damit werden zusammenlebenden Paaren unabhängig von ihrem Geschlecht verschiedene Vergünstigungen gewährt, in deren Genuß bisher nur eheliche Lebensgemeinschaften kamen. Allerdings geht das belgische Gesetz nicht so weit, wie der sogenannte "zivile Solidaritätspakt" im benachbarten Frankreich. So gibt es in Belgien keine Vergünstigungen im Steuer- und Erbschaftsrecht, bei der Erteilung von Aufenthaltsgenehimgungen und der Sozialversicherung.

Frankreich

In Frankreich ist das Jahr 2000 mit dem altbewährten Wort der "Brüderlichkeit" überschrieben. Eine eigens gegründete "Jahr-2000-Kommission" hat dafür 72 Projekte ausgewählt, die sich mit dem Wort "Fraternité 2000 - Brüderlichkeit 2000" schmücken dürfen. Diese Bezeichnung ist wie ein Spendensiegel - sie bürgt für Seriosität und bringt eine beachtliche Publizität für die engagierten Geldgeber. Frankreich erhofft sich mit der Aktion eine gewisse Sogwirkung, die zur Verbesserung des sozialen Klimas beiträgt. Ausgewählt wurden Initiativen, die "innovativ" und "exemplarisch" sind. Sie bemühen sich z.B. um die Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, um die Unterstützung von Familien, alleinstehenden Senioren oder Behinderten.

Spanien

In der Kathedrale von Valencia hat am Neujahrstag eine Bibellesung begonnen, die bis zum Jahresende ununterbrochen andauern soll. Das Projekt von Pfarrgemeinden, religiösen Gemeinschaften und Vereinen ist bereits beim Guiness-Buch der Rekorde angemeldet. So ein Veranwortlicher für die Veranstaltung am Wochenende in Valencia.

Polen

Beim 22. Internationalen Jugendtreffen der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé haben in Warschau über die Stadt verteilt 70.000 Jugendliche den Jahreswechsel gefeiert. In 200 Gemeinden zelebrierten sie Gottesdienste und bekräftigten ihren Wunsch nach einem friedlichen Jahrhundert. Am Samstag endete das Treffen. Es hatte 5 Tage gedauert.

Rußland

Der scheidende Präsident Boris Jelzin und Ministerpräsident Putin wollen gemeinsam nach Jerusalem reisen, um dort den Feiern des orthodoxen Weihnachtsfestes beizuwohnen. Daran teilnehmen wird auch der russische Patriarch Alexej II. Am Silvestermorgen hatte Jelzin in seiner traditionellen Neujahrsansprache seinen Rücktritt erklärt und die Amtsgeschäfte an Ministerpräsident Putin übergeben. Präsidentschaftswahlen sind voraussichtlich in drei Monaten.

 

Afrika

Ägypten

Bei Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen sind in den letzten Tagen 25 koptische Christen ums Leben gekommen. Begonnen hatte der Konflikt in Al Kushe 440 km südlich von Kairo. Dort waren ein muslimischer Händler und ein christlicher Ladenbesitzer in Streit geraten, weil sie nicht handelseinig wurden. Durch die anschließende Schießerei eskalierte der Konflikt. Noch immer stehen über 40 Häuser in Flammen.

Asien

Israel

In Israel und Palästina ist der Jahreswechsel weitgehend ruhig verlaufen. In Bethlehem hatten sich etwa 20.000 Menschen auf dem Platz vor der Geburtskirche versammelt. Als Symbol für den Frieden ließen sie um Mitternacht 2000 Tauben fliegen. In Jerusalem fand das Ereignis wenig Beachtung. Im Vordergrund standen der 4. Rammadan-Freitag und der jüdische Sabbath. Lediglich von der Kirche der Nationen im Garten Gethsemani aus. wanderten etwa 3000 Menschen zur Feier des Jahreswechsels durch die Altstadt. Der Tempelberg war scharf bewacht, weil die Sicherheitsbehörden mit Anschlägen religiöser Fanatiker rechneten. Zuvor waren rund 30 Personen in Schutzhaft genommen worden. Mit Rücksicht auf die jüdische Bevölkerung wurde auch in den Medien wenig Notiz von den Feierlichkeiten zur Jahrtausendwechsel genommen.

Der russisch-orthodoxe Patriarch Alexi II hat am Sonntag seine Pilgerreise ins Heilige Land begonnen, wo er das orthodoxe Weihnachtsfest begehen will. Auch der serbisch-orthodoxe Patriarch Pavle ist seit Sonntag im Heiligen Land. Begleitet wird er von einer Delegation jugoslawischer Politiker. Unter den vom griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jeruslaem, Diodor, eingeladenen offiziellen Vertretern Jugoslawiens befand sich eigentlich auch Premierminister Momir Bulatovic. Allerdings hat ihm Israel aufgrund seiner Nähe zum jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic, das Visum verweigert. Milosevic steht unter Anklage des Kriegsverbrechertribunals in Den Haag.

Indonesien

Der indonesische Präsident Wahid hat trotz anhaltender Religionsunruhen auf den Molukkeninseln jede ausländische Vermittlung abgelehnt. Die Niederlande hatten als ehemalige Kolonialmacht angeboten, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Neue Gewalttaten zwischen Christen und Muslimen forderten am Montag mindestens 13 weitere Menschenleben. Die Zahl der Toten, die 1999 bei religiösen Auseinandersetzungen auf den Gewürzinseln ums Leben gekommen sind steigt damit auf über 1500.

Arabische Emirate

Die Regierung von Katar hat erstmals den Bau einer Kirche gestattet. Wie der italiensiche Botschafter in Doha erklärte, seien lediglich noch finanzielle und technische Details zu klären. Die Bauerlaubnis sei dem Bischof des apostolischen Vikariats von Arabien mit Sitz in Abu Dhabi, vom katarischen Außenmisiterium bereits mitgeteilt worden. Es würde sich um den ersten Kirchenbau in Katar seit 1300 Jahren handeln.

Amerika

Vereinigte Staaten

Gegen eine Beschleunigung der Hinrichtung durch Giftspritzen in Florida, haben sich die zehn katholischen Bischöfe des US-Bundesstaates ausgesprochen. In einem offenen Brief an alle Volksvertreter Floridas bekräftigten die Bischöfe ihre grundsätzliche Ablehnung der Todesstrafe. Die Verwendung tötlicher Injetionen sei ein Mißbrauch medizinischer Erkenntnisse, um Hinrichtungen akzeptaber zu machen, heißt es in dem Schreiben. Die Abgeordneten sollen im Januar über einen entsprechenden Gesetzesentwurf entscheiden.

Die Mehrheit der US-Bürgern bezeichnet sich als religiös. So das Ergebnis einer heute veröffentlcihten Umfrage des Gallup-Institutes in Princeton. Demnach erklärten 54 % der Befragten, sie seien religiös, 30 % empfanden sich als spirituell und nur 9 % empfinden sich als weder religiös noch spirituell

 

Man hört Radio Vatikan täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

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Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A, durch Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog) und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

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