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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie Nachrichten von Radio Vatikan aus der Zeit von 10.bis 13.12.99

Redaktion: P:Eberhard v.Gemmingen SJ

Die Botschaft von Papst Johannes Paul II. zum nächsten Weltfriedenstag steht unter dem Thema "Friede auf Erden den Menschen, die Gott liebt." Am 1. Januar, also direkt nach dem 2000. Geburtstagsfest Jesu, will der Papst damit den Blick auf das Geschehen in Betlehem lenken - die Krippe als Ausgangspunkt aller christlichen Friedensbemühungen. Am 13.12.99 ist die Botschaft zum Weltfriedenstag veröffentlicht worden.

Im ausgehenden Jahrhundert ist die Menschheit von einer endlosen Folge von Kriegen, Völkermorden und Zerstörungen heimgesucht worden, schreibt der Papst - und ist so ein Mahnmal für die Zukunft. Gleichzeit hat dieses Jahrhundert auch unzählige Zeugen des Friedens hervorgebracht, die mitten in den Kriegsszenarios für die Menschlichkeit eingetreten sind.

Die Zukunft, so der Papst weiter, können wir zwar nicht voraussehen. Aber ein Prinzip lasse sich feststellen: "Friede wird in dem Maße herrschen, in dem die ganze Menschheit ihre Berufung, eine einzige Familie zu sein, wiederentdeckt." Die Globalisierung berge deshalb - neben den Gefahren - auch große Chancen für den Frieden. Allerdings, sagt der Papst: dafür sei eine völlige Umkehr der Sichtweise nötig. Man müsse davon wegkommen, eine bestimmte Gemeinschaft im Blick zu haben - etwa ein Land, eine Rasse oder eine Kultur. Statt dessen müsse es allen um das Wohl der gesamten Menschheit gehen.

Es folgt dann in der Botschaft eine längere Passage, in der JP II. darauf drängt, Konflikte auf dem Verhandlungsweg beizulegen und besonders den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten. Anschließend geht er auf das Armutsgefälle zwischen einem übersättigten und vielfach überalteten Norden und den jungen, oft chancenlosen Generationen im Süden der Welt ein. Wenn die derzeitigen Wirtschaftsmodelle nicht überdacht würden, ist jeder scheinbare Frieden auf lange Sicht trügerisch und brüchig, warnt der Papst.

Grundlage für den Frieden sei zunächst das allgemeine Sittengesetz, das jedem Menschen ins Herz geschrieben sei. Die Christen hätten jedoch zudem eine besondere Verantwortung für den Frieden. Abschließend wendet der Papst sich noch an die Jugendlichen und läd sie erneut zum Weltjugendtreffen im kommenden August nach Rom ein: Sie seien es, die den Frieden in Zukunft bauen müssten, und das Erbe der Unversöhntheit überwinden.

Bei der Vorstellung der Friedensbotschaft vor der Presse hat der Sekretär des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, Diarmud Martin, erläutert, wie die Botschaft vor dem Hintergrund des aktuellen politischen Geschehens zu lesen sei: PJPII erwarte von der UNO ein neues Konzept für Maßnahmen zur humanitären Einmischung, so Martin. Und ohne irgendeinen der derzeitigen Konflikte beim Namen zu nennen sagte er: Verbrechen gegen die Menschlichkeit könnten in keinem Fall als interne Angelegenheit einer Nation angesehen werden. JPII fordere die Vereinten Nationen auf, Grenzen und Bedingungen der humanitären Einmischung deutlich zu definieren. Ebenso unumgänglich seien eine Erneuerung des internationalen Rechts und eine Reform der Weltorganisation. Es gehe dem Papst darum, ein "internationales Gewissen" zu schaffen, sagte Bischof Martin.

Papst Johannes Paul II. hat am 13.12. den armenisch-katholischen Patriarchen von Cilicien in Audienz empfangen. Er war vor einigen Monaten von seiner Synode gewählt und vom Papst im Amt bestätigt worden.

Papst Johannes Paul II hat die weltweite Abschaffung der Todesstrafe gefordert. Beim Angelusgebet am 12.12. wies er darauf hin, daß das Heilige Jahr 2000 eine besonders gute Gelegenheit für diesen Schritt sei.

In aller Welt müsse der Respekt vor dem leben und der Würde der Person gefördert werden.

Papst Johannes Paul II. hat Gewalt gegen Kinder in vielen Teilen der Welt verurteilt. Vor allem in ärmeren Regionen der Erde, sowie in Kriegs- und Hungergebieten seien Kinder vielfach von schwerem Leid betroffen. So der Papst vor dem Personal der römischen Kinderklinik "Bambin Gesu". Auch litten die Kleinen oft unter dem Egoismus der Eltern, die sich mitunter mehr um materiellen Wohlstand kümmerten als um die Erziehung der Kinder.

Der Präsident des lutherischen Weltbundes, Bischof Christian Krause, hat nach seinem Besuch im Vatikan eine positive Bilanz gezogen. Die Kirchen hätten nach der Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigung ein besseres Verständnis für einander. Krause warnte auch vor einer weiteren Zersplitterung des Christentums in immer mehr Kirchen. Vor allem die historisch gewachsenen Kirchen müßten diesem Trend steuern.

Papst Johannes Paul II. hat die Sixtinische Kapelle nach ihrer vollständigen Renovierung am 11.12. eingeweiht. Während der letzten 5 Jahre waren die Fresken an den Seitenwänden restauriert worden.

Papst Johannes Paul II. hat die Hoffnung ausgesprochen, daß auch nach dem Tod des kroatischen Präsidenten Franjo Tudjman Stabilität in dem Land herrschen möge. Kroatien solle einen Beitrag für Stabilität, Gerechtigkeit und Frieden in der Region leisten. So der Papst in einem Beileidstelegramm an den Parlamentspräsidenten.

Während des Heiligen Jahres findet täglich auf dem Petersplatz ein öffentliches Abendgebet statt. Die interessierten Pilger und Römer sollen sich beim Obelisken versammeln. Ausdrücklich werden Pilger eingeladen, die kurz zuvor in Rom angekommen sind oder die kurz vor ihrer Abreise stehen.

Deutschland

Das Erzbistum Freiburg schließt die Hilfe für den Verein "Donum Vitae" aus. Der Generalvikar erklärte in einer Stellungnahme, es sei unmöglich, Stellen zu fördern, die gegen den Willen des Papstes Scheine ausstellen, die Abtreibung ermöglichen.

Österreich

Der langjährige Weihbischof von St.Pölten, Alois Stöger ist am 12.12 im Alter von 96 Jahren gestorben. Er war von 1967 bis 1986 Weihbischof von St.Pölten und befaßte sich dabei unter anderem mit der Weiterbildung des Klerus, mit Caritas und Erwachsenenbildung.

Rußland

In Moskau ist am 12.12. die Bischofskathedrale der Maria Immcolata feierlich wieder eingeweiht worden. Sie war seit rund 70 Jahren zweckentfremdet und seit 10 Jahren retauriert worden. Ebenfalls wurde ein Studienkollegium der Jesuiten eröffnet. An den Feiern nahm auch

Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano teil. Er hat am 13.12. in Moskau mit Patriarch Alexi von Moskau und ganz Rußland Gespräche geführt. Dabei ging es auch um gemeinsame Feiern der katholischen und der orthodoxen Kirchen im Heiligen Jahr 2000. Sodano traf auch mit dem russichen Außenminister Putin zusammen.

Rußland

Die internationale Friedensbewegung Pax Christi hat an die russich-orthodoxe Kirche appelliert, sich für eine Beendigung des Krieges in Tschetschenien zu engagieren. Die Art der Kriegführung sei völlig unangemessen, auch wenn man die Angst vor Terrorismus verstehen könne, hieß es am 13.12. in einem Schreiben an das Moskauer Patriarchat.

Asien

Israel

Das sogenannte Grab Mariens im Jerusalemer Kidron-Tal ist durch schwere Regenfälle völlig überflutet worden. Taucher untersuchen das Gebäude, ob vielleicht noch Personen zu finden sind. Seit Monaten hatte es im Nahen Osten wesentlich zu wenig geregnet.

Indonesien

Staatspräsident Wahid hat Christen und Muslime auf den Molukkten zum Frieden aufgerufen. Ohne die Mithilfe der beiden Religionsgemeinschaften könne die Regierung keine Abhilfe gegen Gewalt schaffen. So Wahid am 11.12. bei einem Besuch in der Unruheregion, wo seit Jahresbeginn etwa 7oo Personen durch Gewalttätigkeiten umkamen.

 

Man hört Radio Vatikan täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

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