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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag dem 25.11.99 bis Montag dem 29.11.99

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Redaktion: Gabi Verbeek

 

Vatikanstadt

Papst Johannes Paul II. hat die Kirche zu besonderem Bemühen um junge Menschen aufgerufen. Angesichts der schweren Krise beim Priester- und Ordensnachwuchs solle jeder Gläubige Erzieher in der Berufung werden, ohne Furcht, radikale Entscheidungen vorzuschlagen. Das schreibt der Papst in seiner am Wochenende veröffentlichten Botschaft zum Weltgebetstag für geistliche Berufe im Jahr 2000. Die Botschaft steht unter dem Thema: "Die Eucharistie, Quelle der Berufung und jedes Dienstes in der Kirche". Die Eucharistie stelle jenen Augenblick dar, in dem Jesus seine identität offenbart und den Sinn der Berufung jedes Gläubigen angibt, so der Papst. Jeder Gläubige finde in ihr nicht nur den Schlüssel zum Verständnis der eigenen Existenz. Sondern er findet darin auch den Mut, diese in die Tat umzusetzen, um dadurch in der Verschiedenheit der Charismen und Berufungen den einen Leib Christi in der Geschichte aufzuerbauen. Das Kirchenoberhaupt mahnt, nach der Kultur des Menschen ohne Berufung, bedürfe es dringend der Männer und Frauen, die an das Leben glauben und es als Anruf von oben auffassen. Nach soviel Gewalt und Unterdrückung braucht die Welt junge Leute, die Brücken bauen können, um zu einen und zu versöhnen, betont der Papst. Ein Klima der Verdächtigungen und des Misstrauens habe die zwischenmenschlichen Beziehungen vergiftet. Nur mutige junge Leute mit offenem Sinn und Herzen für hohe Ideale und Freigiebigkeit könnten die Schönheit und Wahrheit des Lebens und der zwischenmenschlichen Beziehungen wiederherstellen. Angesichts der schweren Krise beim Priester- und Ordensnachwuchs müsse die Kirche gerade an der Wende zum dritten Jahrtausend besondere Anstrengungen in der Berufungspastoral unternehmen.

Der nächste Weltttag für geistliche Berufe wird am 14. Mai 2000 begangen.

Papst Johannes Paul II. hat nach dem Sonntäglichen Angelus alle Gläubigen zum Gebet für die Katholiken in Sri Lanka aufgefordert. Er erinnerte an den Anschlag auf das Heiligtum unserer Frau von Madhu in der vergangenen Woche und die vielen Opfer, die dort Zuflucht gesucht hatten. In Gedanken sei er bei den Bischöfen, Priestern und Gläubigen, die um die Toten weinen, sagte der Papst. Viele könnten nicht verstehen, wie ein Heiligtum, das nicht nur von den Katholiken verehrt wird, entwürdigt und eine Todesfalle werden konnte. Eindringlich rief der Papst folglich die kämpfenden Parteien auf, entschieden nach dem Frieden zu suchen, der sicher nicht mit der Waffe in der Hand gefunden werden könne.

Beim Angelus selbst rief der Papst die Christen auf, sich auf die Jahrtausendwende vorzubereiten, sich auf Weihnachten und die Wiederkehr der Geburt Christi einzustimmen. Das bedeute in diesem Jahr besonders, sich vorzubereiten auf die Öffnung der Heiligen Pforte, dieses Symbol des Übergangs zu einem neuen und ewigen Leben, die Pforte die Jesus Christus vor jedem einzelnen Menschen öffne. Gleichzeitig warnte er aber vor falschen Endzeitvorstellungen.

Am Montag hat im Vatikan die letzte Vollversammlung der internationalen Theologen-Kommission vor der Jahrtausendwende begonnen. Vier Themen sollen während des fünftägigen Turnus´ diskutiert werden: die Offenbarung, die Schöpfung, das sakramentale Diakonat der Frau und die Entschuldigung der katholischen Kirche für Sünden und Fehler in der Vergangenheit. Heute morgen, so der Münchner Dogmatiker Gerhard Ludwig Müller, vor allem um die Entschuldigungs-Frage. Doch werden die Theologen unter Vorsitz von Kardinal Joseph Ratzinger in den nächsten Tagen auch das Thema Frauendiakonat behandeln.

Der für die Beziehungen zu den Staaten zuständige Sekretär, Erzbischof Jean Louis Tauran, ist am Samstag zu einem Besuch nach Kuba aufgebrochen. Er wird dort an einer internationalen Konferenz teilnehmen, die sich mti den Auswirkungen der Bischofssynode für Amerika von 1997 auf den Inselstaat beschäftigt. Das dreitägigen Treffen wird von der kubanischen Kirche veranstaltet. Wie Vatikansprecher Joaquin Navarro Valls mitteilte, bietet die Reise dem vatikanischen Aussenminister auch gelegenheit zu Kontakten mit Regierungvertretern Kubas.

Am Rande des Ad-Limina-Besuches der portugiesischen Bischöfe im Vatikan hat der Bischof der Diözese Leiria-Fatima mitgeteilt, dass Papst Johannes Paul II. im Mai nächsten Jahres möglicherweise nach Fatima reisen wird. Er solle dort am 13. Mai die beiden Kinder Francesco und Giacinta seligsprechen. Von Seiten des Vatikans gibt es bisher keine offizielle Erklärung zu einer möglichen Reise des Papstes nach Fatima. In Portugal löste die Äußerung des Bischofs während eines Radiointerviews große Begeisterung aus.

Papst Johannes Paul II hat dazu aufgerufen, öffentliche Gelder richtig und ehrenhaft zu verwenden. Diese Botschaft richtete der Papst an Jean Boissonnat, den Präsidenten der Sozialen Wochen in Frankreich, die noch bis morgen in Paris stattfinden. Der Papst schreibt weiter: Die Regierung habe dafür zu sorgen, daß die Staatsstrukturen gut funktionnierten und daß Unparteilichkeit in der Verwaltung herrsche. Unlautere Mittel um an der Macht zu bleiben seien zu unterlassen. Die Mitbürger müßten das Vertrauen in die Werte politischer Handlungen wiederfinden. Diese müßten einen Wall bilden gegen Finanz-Totalitarismus und Wirtschaft, so Johannes Paul II..

Papst Johannes Paul II. hat die Einwohner Roms zu Gastfreundschaft und Solidarietät im kommenden Heiligen Jahr 2000 aufgerufen. Die christliche Stadt Rom sollte nicht zögern, seine Pforten und Häuser Besuchern und Pilgern zu öffnen. Die Römer sollten "mit Freude brüderliche Gastfreundschaft" üben, sagte der Papst bei einem Pfarreibesuch am Stadtrand Roms.

 

Europa

Deutschland

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland hat ein "Gemeinsames Wort der christlichen Kirchen zur Jahrtausendwende" verabschiedet. Es wurde am Samstag vor der Eröffnungsfeier der beiden großen Kirchen für das Kirchenjahr 2000 in Dresden veröffentlicht. Darin gestehen die Kirchen ein, dass im vergangenen Jahrtausend - so wörtlich - "viel Elend von der Spaltung der Christenheit ausging und viel Ausbeutung und Unterdrückung im Namen des Christentums geschehen ist". Zugleich betonen die Kirchen, dass das vergangene Jahrhundert nicht nur von Krieg und Leid gekennzeichnet ist, sondern auch von geistlichen und kirchlichen Aufbrüchen.

Die Christen sollen im Geist Jesu die arme, alte und zugleich so liebenswerte und faszinierende Welt erneuern. Dazu hat der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, am Samstag bei der ökumenischen Feier der beiden großen Kirchen in Dresden zum Beginn des liturgischen neuen Jahres aufgerufen. Die Kräfte der neuen Welt, besonders Verträglichkeit und Friedfertigkeit Gerechtigkeit und Nächstenliebe können uns bereits heute verwandeln, sagte der Mainzer Bischof. Der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche Deutschlands, Präses Manfred Kock verwies auf die Bedeutung des Kindes von Bethlehem, das für die Christen aller Konfessionen die endgültige Gewähr für Gottes Treue sei.

Mit feierlichen Gottesdiensten haben die kirchlichenHilfswerke Adveniat und Brot für die Welt ihre bundesweiten Weihnachts-Spendenaktionen eröffnet. Das katholische Hilfswerk Adveniat stellt in diesem Jahr die Probleme der Jugendlichen Lateinamerikas in den Mittelpunkt. Auch bei der Aktion der evangelischen Kirchen Brot für die Welt steht das Schicksal von Kindern in der sogenannten Dritten Welt im Zentrum. So haben etwa Jugendliche in Lateinamerika eine wesentlich geringere Lebenserwartung als in den USA oder Europa. Außerdem werde die Jugend in Brasilien immer stärker ihrer elementaren Rechte beraubt. Diese Klage erhob der brasilianische Kardinal Aloisio Lorscheider, der die Predigt im Essener Münster hielt. Über zwei Millionen Jugendliche hätten keine Arbeit und 34 Prozent aller Minderjährigen konsumierten Drogen. Der Kardinal rief deshalb die deutschen Katholiken auf, auch bei dieser Weihnachtskation Lateinamerika großzügig zu unterstützen.

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, will bis spätenstens Ende des Jahres 2000 geklärt haben, ob ein Verbleib der katholischen Einrichtungen im staatlichen System auch ohne Ausstellung eines Scheins möglich ist - das hat er in einem Interwiev gegenüber der Bild am Sonntag erneut erklärt.Außerdem will er die Möglichkeit einer Eidesstattlichen Erklärung prüfen.

Der bundesweit erste Landesverband von Donum Vitae ist am Wochenende in Bayern gegründet worden. Er will sich für den Fortbestand katholischer Schwangerschaftskonflikt-beratung im gesetzlichen System einsetzen. Das betonte der Initiator und Vizepräsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Walter Bayerlein, in München. Er hofft, dass die freiwerdenden öffentlichen Fördermittel nach dem Ausstieg aus dem staatlichn System auf den Verein übergingen. Damit ließen sich 90 Prozent der Kosten decken. Für den Rest sei der Verein auf Spenden angewiesen. Hier hält es Bayerlein für angebracht, dass dafür auch Kirchensteuern zur Verfügung gestellt werden.

Jugendbischof Franz Josef Bode hat die jungen Menschen aufgefordert, zuversichtlich in das neue Jahrtausend zu gehen. Nur glaubwürdige Persönlichkeiten würden Menschen in Zukunft ermutigen und zur Menschfreundlichkeit anstiften, heißt es in einem am Sonntag veröffentlichten Brief Bodes an die Jugendlichen in Deutschland. Weiter ermunterte der Osnabrücker Bischof die Jugend, sich als aktive Christen an der Gestaltung von Kirche und Gesellschaft zu beteiligen.

Die Wirkungsmöglichkeit von Frauen ist in der Kirche noch längst nicht ausgeschöpft - das hat der Osnabrücker Bischof Franz-Joseph Bode der Zeitschrift Herder-Korrespondenz gesagt. Zugleich rief Bode, der in der deutschen Bischofskonferenz auch für die Jugend zuständig ist, die Kirche zum Dialog mit Jugendlichen auf. Kirchenvertreter dürften sich nicht scheuen, auch heiße Eisen wie das Thema Sexualität aufzugreifen, so Bode. Gerade in diesem Punkt vielen die Wirklichkeit der Jugendlichen und die Normen der Kirche so weit auseinander, dass fast kein Gespräch mehr möglich sei.

Neue Chancen für die Seelsorge sieht Militärgeneralvikar Jürgen Nabbefeld in der Verlegung des Militärbischofsamtes nach Berlin. Nicht nur im Osten Deutschlands sei die Militärseelsorge für viele Soldaten der erste bewußte Kontakt mit der Relgion, sagte Nabbefeld in Köln. Deshalb müßten Seelsorgeeinrichtungen in ostdeutschen Standorten geschaffen werden. Durch die Auslandseinsätze der Bundeswehr seien die Belastungen und Gefährdungen der Soldaten gestiegen. Nicht nur die Militärseelsorge, auch die örtlichen Pfarrgemeinden müßten die sich daruas ergebenden Aufgaben ernst nehmen.

Eine Rückkehr der deutschen Asylpolitik zu internationalen Standards hat die Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge "Pro Asyl" in Frankfurt gefordert. Bundesinnenminister Otto Schily sei nicht bereit, Konsequenzen aus den kürzlich beim Gipfel der Europäischen Union im finnischen Tampere gefassten Beschlüssen zu ziehen. Dort hatten sich die EU-Regierungschefs zu einer uneingeschränkten Anwendung der Genfer Flüchtlingskonvention verpflichtet.

Das Hildesheimer Dommuseum zeigt bis zum 13. Februar 2000 kostbar verzierte Handschriften aus dem 9. bis 12. Jahrhundert. Die Ausstellung "Buch und Bild" beinhaltet unter anderem auch die Bernward-Bibel, die einzige erhaltene Vollbibel aus ottonischer Zeit oder den Albani-Psalter aus dem 12. Jahrhundert.

Österreich

Die verschiedenen österreichischen Diözesen haben an diesem Wochenende ihren ersten Christentag gefeiert. Höhepunkt war ein großer ökumenischer Gottesdienst in Wien. Bereits am Donnerstag abend ging es in der Diözese Kärnten los, mit einer Lichtfeier und einem Wortgottendiest im Klagenfurter Dom. «Die Schwelle in ein neues Jahrtausend überschreiten» lautete das Motto. Bei den Feierlichkeiten wies der Kärntner Diözesanbischof, Egon Kapellari, darauf hin, daß die Unterschiede zwischen den christlichen Kirchen nicht leichtfertig eingeebnet werden dürften. Alle Christen müßten sich für die Fülle der Wahrheit, die von Jesus Christus ausgehe offenhalten. Jedoch, unterstrich Kapellari weiter, hätten die christlichen Kirchen viel mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.

In der Diözese Feldkirch wurde, zum Christentag, eine Ökumene-Kommission eingerichtet. Diese hatte es bisher nicht gegeben. Die Kommission besteht aus sieben Mitgliedern - darunter Frauen, Männer, Geistliche sowie Laien. Sie soll die ökumenische Arbeit in Voralberg fördern. Damit will die Diözese Feldkirch ein Zeichensetzen, daß ihr die Versönhung zwischen den christlichen Kirchen ein ernstahaftes Angliegen ist. Anläßlich des Christentages findet im Wiener Kardinal-König-Haus ein mehrtägiges Ökumenisches Symposion statt. Am Donnerstag stand das Treffen unter dem Motto «Erlaßjahr 2000". Hunger, Krankheit und Armut könnte nicht mit den Gesetzen des Profits bekämpft werden, erklärte der Wiener Alterzbischof Kardinal Franz König. Jeder müsse sich bewußt machen, daß wir in einer einswerdenden Welt mehr als früher aufeinander angewiesen seien. Deshalb müßte man gemeinsam überlegen, wie ungerechte Verhältnisse beseitigt werden könnten.

Von einer Entfremdung zwischen Politikern und Bürgern hat der stellvertretende Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz, der Grazer Bischof Johann Weber, gewarnt. Es wäre nicht gut, wenn sich der derzeitige Zustand der Ungewissheit lange hinziehen würde, erklärte Weber in der Sonntagsausgabe der Grazer Kleinen Zeitung. Besorgt äußerte sich Werber über das Tempo gesellschaftlicher Entwicklungen, die offenbar viele Menschen überfordere.

In Graz hat sich das «Ökumenische Forum christlicher Kirchen in der Steiermark» gebildet. Dieses Forum vereinigt katholische, altkatholische, evangelische, methodistische, orthodoxe sowie koptische Christen und ist die Nachfolgeorganisation des «Interkonfessionellen Arbeitskreises Ökumene in der Steiermark».Vorsitzender ist der methodistische Pastor Wilfried Nausner, Stellvertreter der Grazer katholische Dogmatik-Ordnarius Bernd Körner.

Ökologie sollte ein Schwerpunkt der wachsenden ökumenischen Zusammenarbeit sein. Dafür plädierte die «Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung» in Wien. Ein sichtbares Signal für das Umweltbewußtsein der Kirchen sollte die konfessionsübergreifende offizielle Einführung eines «Schöfungstages» alljährlich am 1. September sein. Daran könne sich jeweils eine «Schöpfungsepoche» bis zum Festtag des heiligen Franziskus am 4. Oktober anschließen.

«Aktive Lebenshilfe statt aktiver Sterbehilfe» - so lautet der Slogan des Dachverbandes Hospiz Österreich und der neuen Kardinal König-Akademie. Verbandsvorsitzende und neue Leiterin der Kardinal König Akademie, Schwester Hildegard Teuschl, nannte diese Ziele beim jüngsten Palliativtag zum Thema «Menschenwürdig sterben». Außerdem informierte die Leiterin über Ausbildungsangebote der Akademie im Sozialbereich. Dort seien Ausbildungsgänge im Sozialmanagement und Palliative-Care eingerichtet worden.

Der Westen müsse durch beständige Zusammenarbeit beim Aufbau der pastoralen Strukturen in den ehemals kommunistischen Staaten Ost- und Südosteuropa helfen. Das wurde zum Abschluß des Symposions «Zehn Jahre Ostöffnung» gefordert. Bei dem Symposion von der Sektion «Ost- und Südeuropa» der Grazer Diözesankommission für Weltkirche und Entwicklungsförderung veranstaltet, waren auch etwa 90 Teilnehmer aus den Reformstaaten anwesend. In ihrem Abschlußbericht sprach sich die Arbeitsgruppe auch dafür aus, die osteuropäischen Staaten bei der Integration der Romas nicht alleine zu lassen. Im Westen würde würden diese Probleme jedoch nicht ernst genommen.

Zum gewaltfreien Gesinnungsaufstand gegen die Ausländer-Politik der FPÖ hat der Wiener Moraltheologe P. Augustin Pötscher aufgerufen. Der Rassismus der Freiheitlichen Partei habe einen neuen Tiefpunkt erreicht. Pötscher wörtlich: «Die Assoziation mit dem Judenstern drängt sich für mich geradezu auf.» Damit bezog sich der Theologe auf Aussagen von FPÖ-Chef Jörg Haider über TBC-Impfungen an ausländischen Kindern und die Forderung von Helene Partik-Pable nach einer «A-Card» für Ausländer.

 

Schweiz

«Das Jubiläum soll nicht bloss durch das Wallfahren nach Rom oder ins Heilige Land gefeiert werden, es soll auch das religiöse Leben einer jeden Diözese erstarken lassen» - das hat Bischof Amédée Grab an sein Bistum Chur geschrieben. Angesichts des Jahres 2000 sollten sich die Gläubigen nicht in ängstliche Spekulationen verlieren, sondern freudig das Jubiläum mitfeiern.

 

Spanien

Die spanische Bischofskonferenz hat am Montag einen Friedensappell an die baskischen Terrororganisation ETA gerichtet. Die baskischen Nationalisten hatten am Wochenende angekündigt, ihren Kampf für die Unabhängigkeit des Baskenlandes gewaltsam fortzusetzen. Über ein Jahr lang hatten die ETA-Terroristen ihre Angriffe auf Autos, Telephonzellen und ähnliches beschränkt. Vom 3. Dezember an wollen sie jedoch auf Menschenleben keine Rücksicht mehr nehmen. Die spanischen Bischöfe haben, so der Appell, diese Ankündigung mit Trauer und Enttäuschung vernommen und die ETA gebeten, ihr Vorhaben zu überprüfen. Sie sollten das Leid bedenken, das 25 Jahre Terror über das Baskenland und ganz Spanien gebracht habe. Gerade vor dem Fest der Geburt Jesu und dem Jubiläumsjahr hoffen die Bischöfe, dass die ETA die Waffen ganz und endgültig niederlegt.

 

Italien

Mit einem feierlichen Gottesdienst ist die vor zwei Jahren durch ein Erdbeben schwer beschädigte Franziskus-Basilika in Assisi wiedereröffnet worden. Im Auftrag von Papst Johannes Paul II zelebrierte Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano die Messe, an der mehrere hohe Vertrerter von Kirche und Politik teilnahmen. Sodano würdigte in seiner Predigt, dass der Welt nun ein Kulturerbe zurückgegeben worden sei. Zugleich gedachte er der Menschen, die bei der Katastrophe ums Leben gekommen waren. Die Basilika ist wieder intakt, sie wurde sogar einen Monat fürher als geplant eröffnet. Doch viele Menschen leben noch heute vor allem in den Bergdörfern in Wohncontainern, weil sie nicht in ihre Häuser zurück können und der Wiederaufbau schleppend vollzieht. Sie werden somit das dritte Weihnachten in Behelfsbauten feiern.

Die Bischöfe des Landes haben an die Bürger appelliert, der fallenden Geburtenrate Einhalt zu gebieten. In einer Botschaft zum Tag für das Leben, der am 6. Februar 2000 begangen wird, fordern sie zudem die öffentliche Verwaltung in Italien auf, die Familienförderung und Geburtenregelung zu ihrer Priorität zu machen.

 

Großbritannien

Das Vaterunser stürmt die britischen Hitparaden - allerdings nicht in der musikalischen Papst-Version sondern von dem Popsänger Cliff Richard unter dem Titel "Millenium-Prayer" - also "Jahrtausendgebet". Am Sonntag landete der Song auf Platz eins der britischen Top Ten. Er sei überwältigt, sagte der 59-jährige Popveteran. Viele Rundfunksender hatten den Titel gar nicht erst ausgestrahlt, weil sie ihm keine Publikumswirkung zugetraut hatten.

 

Polen

Die Bischöfe sehen für ihr Land keine Alternative zu einem EU-Beitritt. Nur in einem vereinigten Europa könne Polen seine Zukunft finden, erklärte die Bischofskonferenz zum Abschluß ihrer jüngsten Vollversammlung in Tschenstochau. Der europäische Integrationsprozeß dürfe sich aber nicht nur auf wirtschaftliche Aspekte beschränken, sondern müsse auch eine kulturelle Entwicklung bringen, betonte der Danziger Erzbischof Tadeusz Goclowski.

 

Jugoslawien

Der serbisch-orthodoxe Bischof von Raska-Prizren Artemije hat sich positiv zu seinem Gespräch mit US-Präsident Bill Clinton geäußert. Wir konnten einen Dialog führen, erklärte der Kirchenmann nach der Begegnung. Artemije hatte bei dem Treffen mit Clinton dem US-amerikanischen Präsidenten ein Schreiben übergeben, in dem eine Rückkehrstrategie für vertriebene Serben, Roma und Türken sowie mehr Schutz durch die K-For-Truppen gefordert wird. Ethnische Säuberungen nach dem Krieg dürften nicht legalisiert werden, erklärte Artemije dazu im Anschluss.

Präsident Clinton hatte in der vergangenen Woche das Kosovo besucht.

 

Afrika

Südafrika

Kapstadt bereitet sich auf den Besuch von bis zu 6000 Vertretern östlicher und westlicher Religionen vor: Von Mittwoch an wird dort das Weltparlament der Religionen tagen - zum dritten Mal innerhalb von 106 Jahren. Am Vorabend des neuen Jahrtausends wollen Christen, Juden, Muslim, Hindus, Buddhisten und Vertreter vieler anderer Glaubensgemeinschaften über drängende Fragen der Erde sprechen. Als Themen stehen u.a. an: Religion und Friede, Rechte von Frauen, das Aids-Problem und der Schuldenerlass für die ärmsten Länder. Erstmals hatte das Weltparlament der Religionen 1893 in Chicago getagt.

 

Libanon

Kardinal Achille Silvestrini, der Präfekt der Kongregation für die Orientalischen Kirchen, hat einen zweitägigen Besuch in Beirut beendet. Anlaß seiner Reise war das 50-jährige Bestehen der Päpstlichen Mission, die sich um palästinensische Flüchtlinge kümmert. Nach dem Bürgerkrieg im Libanon von 1975-1990 hat diese ihre Aktivitäten auch auf Flüchtlinge des Landes ausgedehnt und beim Wiederaufbau des Landes und seiner Infrastruktur mitgeholfen, um die Heimkehr der Betroffenen zu erleichtern.

 

Kenia

Die Regierung des Landes hat AIDS als ein nationales Disaster bezeichnet, nachdem mehr als eine halbe Million Kenianer bereits an der Immunschwächekrankheit gestorben sind. Präsident Daniel arap Moi gab bei einem Kongreß bekannt, seine Regierung wolle einen nationalen AIDS-Kontroll-Rat gründen, der den Kampf gegen die Krankheit in Kenia koordinieren soll. AIDS und der HIV-Virus seien nicht nur ein soziales und wirtschaftliches Problem, sie gingen die Existenz der Menschen seines Landes an, erklärte der Präsident in Nairobi.

 

Asien

Jordanien

In Amman ist am Montag früh die siebte Weltkonferenz der Religionen für den Frieden zuende gegangen. Beschlossen wurde u.a., mit weiteren Treffen auf regionaler Ebene im Gespräch zu bleiben. Außerdem ist der ständige Ausschuss der Konferenz ausgebaut worden, um in internationalen Krisen besser eingreifen zu können.

 

Israel

Während des Heiligen Jahres wird es für Touristen freie Fahrt zwischen Jerusalem und Bethlehem geben. Reisebusse würden durch die Straßenkontrollen der Armee "praktisch durchgewinkt", erklärte der israelische Tourismusminister in Jerusalem. Die Check-Points vor dem auf palästinensischem Gebiet liegenden Bethlehem hätten entsprechende Anweisungen erhalten, so der Minister.

Die griechische Regierung hat 1,5 Millionen Dollar bereitgestellt, um die Ausgrabung der Ruinen der "Kathisma-Basilika" bis Ostern zu beenden. Die Kirche des "Stuhls der Heiligen Maria" liegt auf halbem Weg zwischen Jerusalem und Bethlehem. Einst war sie eine der bedeutendsten Kirchen des Heiligen Landes gewesen. Der Überlieferung nach steht sie an der Stelle, wo Maria auf dem Weg nach Bethlehem ausgeruht hat.

 

Vietnam

In dem asiatischen Staat werden jährlich etwa eine Million Abtreibungen durchgeführt. Das sei angesichts der 77 Millionen Einwohner des Landes eine der höchsten Abtreibungsraten der Welt, so das Nationale Statistikamt in einer in Hanoi veröffentlichten Erklärung. Zu dieser Zahl komme noch eine unekannte Anzahl illegaler Abtreibungen hinzu. Rund 20 Prozent aller Abtreibungen würden bei minderjährigen Mädchen durchgeführt, ließ das Statistikamt verlauten.

 

Indien

Mutter Teresa wird in Indien nicht nur von Katholiken, sondern auch von Anhängern des Jainismus verehrt. In allen Gebetszentren der Jainisten im Süden Indiens gibt es ein Bild der Gründerin des Ordens der Missionarinnen der Nächstenliebe. Dies teilte der italienische Ordensinformationsdienst VID mit. Der Jainismus ist eine streng asketische Erlösungslehre aus dem fünften Jahrhundert vor Christus, deren oberstes ethisches Gebot es ist, kein lebendiges Leben zu töten.

 

Australien

Muslime dürfen nach einer Entscheidung des australischen Bau- und Planungsministeriums eine leer stehende christliche Kirche nutzen. Bestehende Bestimmungen der australischen Gesetzgebungen seien entsprechend geändert worden, erklärte das Ministerium nach einer Meldung der Tageszeitung "Sydney Morning Herald" von heute. Noch im Oktober hatte ein Richter den Antrag einer muslimischen Gruppe zurückgewiesen, die eine Kirche als Moschee nutzen wollte.

 

Amerika

Vereinigte Staaten

Vierzig Stunden dauert ein Gebet für Aids-Infizierte, das von Montag an bis zum 1. Dezember in den USA stattfindet. Die Aktion geht auf eine Initiative der "Missionare von Maryknoll" der Vereinigten Staaten zurück. Das Gebet fällt mit dem von den Vereinten Nationen ausgerufenen "Welt-AIDS-Tag" zusammen, der am 1. Dezember sein wird.

Brasilen

Keinen Grund für Jubelfeiern aus Anlaß der "Entdeckung Brasiliens" vor 500 Jahren sehen Verteter der indigenen Völker. Wie vor 500 Jahren würden ihre Völker auch heute noch unterdrückt, erklärte der Generalsekretär des Indianermissionsrates CIMI, Egon Heck, in Köln. Insbesondere beklagte er, daß die von den G7-Staaten geförderte Kennzeichnung indianischen Landes von der brasilianischen Regierung nur auf das Amazonasgebiet beschränkt werde und andere Regionen unberücksichtigt blieben.

 

Mexiko

Die Kirche des Landes hat Papst Johannes Paul II. für den kommenden Mai zu einem Besuch eingeladen. Wie die Lokalpresse berichtete, soll der Papst am nationalen Eucharistischen Kongress teilnehmen. Er war bereits viermal in dem lateinamerikanischen Land.

Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Mary Robinson , hofft mit ihrem Besuch in der Unruheprovinz Chiapaz zur Eindämmung der Menschenrechtsverletzungen beizutragen. Die Uno-Vertreterin befindet sich derzeit in der Region um den Dialog für einen Frieden und ein Ende der Gewalt voranzutreiben. Sie war unter anderem auch mit zwei der vier Chiapaz Bischöfe zusammengetroffen. Über den Inhalt der Unterredung wollte Robinson gestern nichts sagen.

 

Kolumbien

Zwei entführte Deutsche und fünf kolumbianische Schüler sind auf Vermittlung von Bundespräsident Johannes Rau von der Guerilla freigelassen worden.

Dies teilte der deutsche Bischof in Ecuador, Emil Stehle, in Essen mit.

Man hört Radio Vatikan täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A, durch Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog) und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Tel.:0039 06 6988 4101, Fax: 0039 06 6988 3844

Post:Radio Vatikan-sezione tedesca,I-00120 Citta del Vaticano

E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten: Donnerstag dem 02.12.99

 

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