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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag dem 18.11.99 bis Samstag dem 20.11.99

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Redaktion: Gabi Verbeek

Aus unserer Berichterstattung:

Klare und deutliche Worte hat der Papst am Samstag der dritten deutschen Bischofsgruppe mit auf den Weg in die Heimat gegeben: "Ich hoffe, dass die Beratung und Hilfe für schwangere Frauen in Deutschland bald endgültig neu geordnet wird" - so steht es u.a. unmissverständlich in der Ansprache, die die Bischöfe nach der Frühmesse von Johannes Paul II. überreicht bekamen. "Die Kirche als Mysterium" steht als geistliches Leitthema über dem Text, aber dahinter verbergen sich konkrete Aussagen auch zum aktuellen kirchlichen Geschehen in Deutschland.

Das zweite Vatikanische Konzil sei nicht richtig verstanden, wenn man die Kirche ihres Geheimnisses beraube, so der Papst. Genau dazu neigten aber besonders manche Laienorganisationen, wenn sie das Recht beanspruchten, die Kirche selber zu organisieren. Die Kirche sei jedoch kein Weltkonzern und deshalb auch nicht der rein menschlichen Gestaltungskompetenz unterworfen.

Wer die Kirche erneuern wolle, müsse im Gegenteil genau aus diesem Geheimnis leben und handeln, das nur mit den Augen des Glaubens gesehen werden könne, betont das Kirchenoberhaupt. Konkret heisst das: "Nicht die Pfarrei mit dem vollsten Terminkalender ist die lebendigste, sondern die Gemeinde, die als innere Mitte ihres Tuns (…) das Hören auf das Wort Gottes und die Teilhabe an den Sakramenten (…)" hat - so der Papst wörtlich.

Und weiter: Die Kirche sei in ihrem Wesen mystische Mutter, die ihre Kinder gebiert, nährt - und auch erzieht. In unserer Gesellschaft sei heute viel von Mündigkeit die Rede, genauso in der Kirche. Man glaube, erst zur Freiheit zu gelangen, indem man sich von der Kirche abnabele. Die Heiligen hätten jedoch eine ganz andere Lebensmaxime gehabt, so der Papst: Auch in persönlich schwierigen Situationen hätten sie sich niemals vom Schoß der Mutter Kirche getrennt, weil sie wussten, dass sie gesondert nicht leben und nicht atmen konnten.

Auch die Bischöfe, so Johannes Paul II. weiter, müssten immer wieder erfahren, wieviel Kraft das Leitungsamt kosten kann. Und wörtlich: Besonders "wenn einzelne Gruppen versuchen, durch konzertierte Aktionen und permanenten Druck in der Kirche Veränderungen herbeizuführe, die nicht dem Willen Jesu Christi entsprechen." Aufgabe der Bischöfe sei es da, "voranzugehen, den Weg zu weisen, zu beschwichtigen und immer wieder zu sammeln - alles mit den Mitteln des Dialogs."

Anschließend geht der Papst noch auf die Aufgabe der Laien ein. Er ruft sie dazu auf, den Priestern mit Vertrauen, Ehrlichkeit und Mut gegenüberzu-treten, aber immer auch in Ehrfurcht und Liebe. Die Einheit mit dem Bischof sei die wesentliche und unerlässliche Grundhaltung des Katholiken. Denn, so der Papst: "man kann nicht vorgeben, auf der Seite des Papstes zu sein, ohne auch zu den mit ihnen verbundenen Bischöfen zu stehen."

Dann geht er noch einmal - und diesmal deutlicher als bisher - auf die Schwangerenkonfliktberatung ein. Wörtlich sagt er: "Hier kommt es wesentlich darauf an, dass das Zeugnis aller Bischöfe eindeutig und einmütig ausfällt. Den Schreiben, die von mir selbst oder in meinem Auftrag verfasst wurden, könnt ihr entnehmen, wie sehr mit die Beratung und Hilfe der schwangeren Frauen am Herzen liegt. Ich hoffe, dass diese bedeutsame Tätigkeit der Kirche in eurem Land gemäß meiner Weisung bald endgültig neu geordnet wird."

Auch auf die Stellung der Frau in der Kirche geht Papst Johannes Paul II. ein: Er bedauert, dass die Würde der Frau noch nicht in allen Teilen der Welt und der Kirche genügend erkannt sei. Aber das heiße nicht, dass Frauen ein Anrecht auf alle Dienste in der Kirche hätten. Zum Thema Frauenordination betont der Papst noch einmal:

In dem Dokument Ordinatio sacerdotalis habe er ein klares Wort gesprochen. Darin heiße es ausdrücklich - Zitat: "dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben." Dieser Lehre komme Kraft des ordentlichen und allgemeinen Lehramtes jener Charakter der Unfehlbarkeit zu, wie er vom Zweiten Vatikanum folgendermaßen definiert wurde - Zitat: "wenn die einzelnen Bischöfe (…) gemeinsam und mit dem Nachfolger Petri autentisch in Glaubens- und Sittenfragen lehren, und eine bestimmte Lehre als endgültig verpflichtend vortragen, verkündigen sie auf unfehlbare Weise die Lehre Christi".

Und abschließend meint er: Er sei sich dessen bewußt, dass seine Worte in diesen Tagen klar und deutlich gewesen seien. Aber sie seien aus Liebe gesprochen, und aus wirklicher innerer Anteilnahme.

Kardinal Georg Sterzinsky von Berlin hat als Leiter der dritten Ad-limina-Gruppe dem Papst für seinen Beitrag zum Mauerfall gedankt. Wenn es derzeit in Deutschland Probleme mit dem Zusammenwachsen der beiden Teile Deutschlands gebe, dann weil der Umsturz so rasant schnell von statten gegangen sei. Hier liege auch für die Kirche eine große Herausforderung. Der Glaube müsse im Osten wie im Westen überzeugend gelebt werden, ohne sich dem säkularen Zeitgeist anzupassen, so Sterzinsky. Auch die Frage des Schutzes ungeborener Kinder bleibe schwierig.

Die dritte Bischofsgruppe ist am Samstag Nachmittag zurück in die Heimat-Diözesen geflogen.

 

Die Nachrichten:

Vatikanstadt

Der vatikanische Pressesaal hat eine britische Pressemeldung dementiert, wonach der Heilige Stuhl der kroatischen Regierung Geld für Waffen im Krieg gegen Serbien gegeben haben soll. Weitere Erklärungen gab der Vatikan nicht. Die britische Zeitung «The Guardian» hatte in ihrer Internet-Ausgabe berichtet, daß entsprechende Aussagen über den Vatikan bei einer Gerichtsverhandlung in Johannesburg vorgebracht worden seien.

 

Europa

Deutschland

Der Bamberger Erzbischof Karl Braun hat von "deutschen Sonderwegen" in der Frage der Schwangerenkonfliktberatung gewarnt. Es wäre, so Braun, ein großer Schaden für die Kirche, wenn Wege beschritten würden, die "nicht die Einheit mit dem Papst und dem Zentrum der Weltkirche wahren". Er werde gemäß der Weisung des Papstes handeln, sei aber gleichzeitig offen für "alle Lösungsversuche in Bayern, die im Rahmen der päpstlichen Vorgaben bleiben", betonte der Erzbischof.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZDK) hat weitere Schritte zur Familienförderung sowie Reformen bei Rente und Altersabsicherung von Frauen gefordert. Die von der Bundesregierung bisher unternommenen Schritte, um die wirtschaftliche Benachteiligung von Familien zu beseitigen, reichten nicht aus, sagte ZDK-Präsident Hans Joachim Meyer bei der Herbsvollversammlung des obersten Laiengremiums der Katholiken.

Als eine der größten Herausforderungen bezeichnete er die Fortführung der Schwangerenkonfliktberatung in Verantwortung der Laien. Auch wenn zwischen dem Verein Donum Vitae und dem Zentralkommitee zu unterscheiden sei, so sei Donum Vitae doch eine Initiative "aus der Mitte des katholischen Lebens".

Weiter hat das ZDK vor einer Isolierung und einer drohenden Uniformität kirchlicher Gemeinden gewarnt. Die Pfarrgemeinden dürften sich nicht auf die vermeintlichen pflegeleichteren regelmäßigen Gottesdienstbesucher beschränken, heißt es in einem Thesenpapier, dem die rund 230 Delegierten bei der Herbstvollversammlung zustimmten. Gefordert wird auch eine starke Mitbestimmung der Laien bei kirchlichen Entscheidungen und eine Aufhebung des Pflichtzölibats. Das Papier soll in den ZDK-Gremien weiter

Deutschlands Katholiken müssen dem Papst in der Frage der Schwangerschaftskonflikt-beratung Gehorsam leisten, sonst drohen ihnen Kirchenstrafen. So die Meinung des Passauer Kirchenrechtlers Helmuth Pree. Katholischen Laien und Geistlichen sei es nicht erlaubt, Vereine zur Fortführung der bisherigen Beratungsarbeit im staatlich geregelten System zu gründen und zu betreiben. Die Gründung eines neuen Trägervereins wie Donum Vitae ist aus der Sicht des Kirchenrechtlers illegitim und gehorsamswidrig.

Der Hildesheimer Bischof Josef Homeyer hat der Bundesregierung vorgeworfen, die Armen zu vernachlässigen. Auf einer SPD-Veranstaltung in Hannover kritisierte er das Sparpaket der Regierung und bezeichnete es als einen Skandal, dass es in einem reichen Land wie Deutschland Armut gebe. Mit den Sparmaßnahmen werde nur innerhalb der Mittelschicht umverteilt. Bundeskanzler Gerhard Schröder verteidigte seine Politik.Die soziale Gerechtigkeit müsse sich der Wirtschaftspolitik unterordnen, sagte er.

Wichtige Kirchenfragen sollten verstärkt auf kontinentalen Bischofstreffen diskutiert werden - dafür hat Kardinal Franz König plädiert. Konzilien sollten nur in großen Abständen stattfinden. Es müsse sich das Bewußtsein durchsetzen, dass Kirche Volk Gottes sei, so der Wiener Alterzbischof. In einer Gemeinschaft solle nicht nur die Spitze entscheiden, sondern das gelebte Zeugnis der Gläubigen müsse verantwortlich einbezogen werden.

König sprach bei den "Polnischen Wochen" in Passau.

Ebenfalls in Passau hat der Wiener Pastoraltheologe Paul Zulehner für starke Ortskirchen plädiert. Wörtlich sagte er: "Bischöfe sind keine Kapläne des Vatikans". Das Zweite Vatikanische Konzil fordere zu mehr Synodalität und Kollegialität in der Kirche auf. Bischofssynoden müssten in Fragen der Weltkirche mitentscheiden können.

Gleichzeitig wurde bei den Polnischen Wochen die Bedeutung des Papstamtes als Garant der Einheit unterstrichen. Sowohl König als auch Zulehner würdigten Papst Johannes Paul II. als Wegweisend für das neue Jahrtausend: Er habe sich nicht nur für Ökumene und den interreligiösen Dialog eingesetzt, sondern auch die gemeinsame Verantwortung aller Gläubigen für die Kirche vorangetrieben.

Vor einer totalen Herrschaft des Kapitalismus hat der Münsteraner Fundamentaltheologe Johann Baptist Metz gewarnt. Wenn nicht frühzeitig Widerstand einsetze, käme es zu Entwicklungen, die uns noch erstaunen werden, sagte Metz. Dabei ermahnte er die Kirchen und Religionen nachdrücklich, sich gegen ungerechtes Leid und eine «Weltgesellschaft, in der der Mensch im leeren System der Wirtschaft verschwindet», zu engagieren. Die Kirchen sollten die Autorität der Leidenden als Kriterium einbringen.

Die Evangelische Kirche hat ihr erstmals verliehenes Siegel "Arbeit plus" an 13 Unternehmen für ihren hervorragenden Einsatz gegen die Arbeitslosigkeit vergeben. Die Jury sei vom sozialen Engagement der Firmen beeindruckt, sagte der EKD-Ratsvorsitzende Manfred Kock bei der Verleihung am Freitag in Köln.

Schweiz

Der Ökumensiche Rat der Kirchen und die Konferenz Europäischer Kirchen haben, ihre Sorge über das Vorgehen russischer Streitkräfte in Tschetschenien zum Ausdruck gebracht. In einem Schreiben an den Patriarchen von Moskau und ganz Rußland, Aleksij II, beklagen sie den unverhältnismäßigen und unverantwortlichen Einsatz von Gewalt seitens der russischen Militärs.

Der Presserates des Schweizer Verbandes der Journalistinnen und Journalisten hat die Klage der «Universalen Kirche» zurückgewiesen. Eine stark hierarchisch organisierte religiöse Gruppierung dürfe als «antisemitische Sekte» bezeichnet werden, wenn namhafte Exponenten wegen Verstoßes gegen das Antirassismusgesetz verurteilt worden seien. Das sei berufsethisch zulässig, zumal gegen dem im Ausland lebenden geistigen Führer der Universalen Kirche eine Einreisesperre wegen antisemitischer Äußerungen erlassen worden sei. Die Organisation hatte sich im April diesen Jahres beim Presserat über die journalistische Hetze beschwert, mit der in den Schweizer Medien über deren Aktivitäten berichtet werden.

Europäische Union

Die Kommission der Bischofskonferenzen hat am Freitag in Brüssel einen Brief an die finnländische Regierung veröffentlicht. Dort ist derzeit eine "Jahrtausenderklärung" über die Entwicklung Europas in Arbeit. Dieses Papier soll beim nächsten Europarat in Helsinki verabschiedet werden. Gemeinsam am Frieden zu bauen, im Geist von Solidarität in der Wirtschafts- und Sozialpolitik zu handeln, sowie Themen wie Gerechtigkeit, Sicherheit und Erweiterung der Europäischen Union seien fundamentale Werte, die für die Zukunft des Kontinents unverzichtbar seien, erklärte der Vorsitzende der Kommission, Bischof Josef Homeyer.

Frankreich

Das umstrittene Gleichstellungsgesetz für nichteheliche Paare ist von Staatspräsident Jaques Chirac unterzeichnet worden und damit in Kraft getreten. Von nun an können nichteheliche Partnerschaften sich beim Amtsgericht eintragen lassen und Vergünstigungen erhalten, die sonst nur Eheleuten gewährt werden. Die eingetragene Partnerschaft kann durch eine einfache Willenserklärung mindestens einer der beiteiligten Personen aufgelöst werden. Das Gesetz gilt auch für homosexuelle Paare. Die Kirche und Familienverbände hatten vergeblich gegen das Gesetz protestiert.

Russland

Die russisch-orthodoxe Kirche will sich auf einem viertägigen Kongreß mit dem Eindringen von Sekten in ihr Land befassen. Das berichtet die russische Nachrichten-Agentur Itar-Tass. Bei dem Treffen gehe es, nach den Worten von Erzbischof Ioann von Gelgorod, um verschiedene Sekten aus Übersee, die von ausländischen Mächten unterstützt werden. Der Erzbischof kritisierte gleichzeitig die katholische Kirche, die bei ihrer Missionierung zu aggressiv vorgehe. Insbesondere gebe es ein Abwerben orthodoxer Gläubiger durch Katholiken. Unter diesen Umständen sei kein Übereinkommen mit der katholischen Kirche zu erreichen, meinte Ioann.

Irland

Der Friedenspreis 1999 der internationalen katholischen Friedensbewegung Pax Christi geht nach Nordirland. Ausgezeichnet wird die Clonard-Fitzroy-Fellowship in Belfast, wie die Organisation mitteilte. Dabei handelt es sich um eine gemischtkonfessionelle Gruppe von Katholiken und Prespyterianern. Der Preis soll am 30. November in Dublin vergeben werden.

 

Afrika

Senegal

Wegen strömendem Regen ist in dem afrikanischen Land der Ausnahmezustand ausgerufen worden. Bis jetzt könne noch keine Bilanz des Unwetters gezogen werden, melden Nachrichtenagentur. Es betreffe jedoch den größten Teil Senegals. Bisher sind 103 Menschen gestorben, 20 werden noch vermißt und 23.000 wurden obdachlos.

 

Asien

Israel

Führer verschiedener Religionsgemeinschaften haben sich am Sonntag am See Genezareth getroffen, um an die Mitglieder ihrer Glaubensgemeinschaften zu appellieren, Religion im nächsten Jahrhundert nicht weiterhin zur Quelle von Konflikten und Auseinandersetzun-gen zu machen. Zu dem dreitägigen Treffen, das gestern mit einer Rede des Dalai Lama eröffnet wurde, sind jüdische Rabbis, muslimische Imams, christliche Priester und buddhistische Mönche erschienen.

Die Palästinenser-Regierung hat die katholische Kirche gebeten, ihre Gebiete nicht in die Protestschließungen von Kirchen einzubeziehen. Sie hat eine Abordnung zum lateinischen Patriarchen Michel Sabbah geschickt, um ihn davon zu überzeugen, dass die Gotteshäuser in der West Bank offen bleiben sollten. Die Palästinensergebiete sollten nicht für den Streit um die Moschee in Nazareth bestraft werden, sagte ein Regierungssprecher. Auch an andere Kirchenoberhäupter sind Delegationen gesandt worden.Die christlichen Gemeinschaften wollen am Montag und Dienstag die Kirchen geschlossen halten, um gegen den Bau einer Moschee nahe der Verkündigungsbasilika zu protestieren.

China

Amnesty International hat die internationale Staatengemeinschaft zur Solidarität mit dem tibetischen Volk aufgefordert. Außerdem müsse verstärkt Druck auf die chinesische Regierung ausgeübt werden. Grund: Die Menschenrechtsorganisation vermutet, daß der tibetische Junge, Genduns Choekyi Nzima, der als elfte Reinkarnation Panchen Lama verehrt wird, tot ist. Amnesty International reagiert damit auf jüngste Meldungen von chinesischen Dissidenten, daß eine Leiche von einigen Zeugen als die des elfjährigen Gendun identifiziert worden sei.

Indonesien

Militär und Milizen hindern nach Erkenntnissen des bischöflichen Hilfswerkes Misereor einen Teil der ost-timoresischen Flüchtlinge an der Rückkehr in ihre Heimat. Wer nach Ost-Timor zurückkehren wolle, müsse sich regelrecht freikaufen, so ein Sprecher von Misereor in Aachen. "Nachdem die Weltöffentlichkeit sich von der Tragödie abgewandt hat, versuchen die gedemütigten Militärs und Milizen, aus der wehrlosen Bevölkerung herauszupressen, was geht", erklärte der Sprecher wörtlich.

Phillipinen

Bischof Francisco San Diego von San Pablo ist aus Protest gegen die Todesstrafe aus dem Presidential Conscience Committee (PCC) ausgetreten. Dieser Ausschuß war von Staatspräsident Estrada eigens für die Überprüfung von To9desurteilen eingerichtet worden und kann den Präsidenten um Begnadigung des Verurteilten oder um die Bestätigung des Todesurteils bitten. Bisher wurden insgesamt fünf Fälle dem PCC zum Examen vorgelegt. Vier Revisionsvorschläge waren vom Präsidenten angenommen worden. Im Fall eines 27jährigen hatte sich der Ausschuß für die Bestätigung des Urteils ausgesprochen, was von Bischof San Diego nicht akzeptiert wurde. Das Urteil war Ende Oktober vollstreckt worden.

Bangladesch

Der diesjährige Friedenspreis «Indira Ghandi» geht an Muhammad Yunus, dem Begründer der Grameen Bank. Diese ist eine «Bank der Armen», die es besonders Bedürftigen möglich macht, kleine Geldgeschäfte zu tätigen, um sie aus ihrem Abhängigkeitsverhältnis zu lösen.Yunus hatte 1976 die Grameen-Bank ins Leben gerufen, die inzwischen weltweit in über 50 Ländern kopiert wurde.

Indien

Hunderte von Hindu-Priestern und -Mönchen haben sich am Freitag am Geburtsort Buddhas in Lumbini getroffen, um über die "Herausforderung" zu diskutieren, die der Besuch des Papstes ihrer Religion gebracht hat. Johannes Paul II. hatte dazu aufgerufen, das Christentum in Asien zu stärken und zu verbreiten. "Wenn Kultur und Religion bedroht sind, ist es ganz normal, daß man sich darum kümmert, sie zu schützen", so eine Teilnehmerin des Gespräches.

 

Amerika

Vereinigte Staaten

Die katholische Bischofskonferenz der USA hat die Rechte der katholischen Universitäten und Hochschulen beschnitten. In Zukunft müssen alle dort angestellten Theologen ein Mandat des jeweiligen Ortsbischofs haben. Das beschlossen die Bischöfe mit 223 gegen 31 Stimmen bei ihrer Herbstvollversammlung in Washington. Nach dem Beschluß müssen die Hochschulen außerdem ihre katholische Identät in ihren Rahmenrichtlinien festschreiben sowie mehrheitlich Katholiken beschäftigen.

Das oberste Gericht der USA will sich erneut mit der Zulässigkeit von Gebeten an Schulen befassen. 1962 hatte der Supreme Court alle religiösen Akte an Schulen als nicht verfassungskonform verboten. Jetzt ist in Washington die Klage gegen ein Urteil in Texas eingegangen, das Schülern das Gebet vor einem Fußballspiel verbietet. Die Schule vertritt die Ansicht, daß das Gebet die in der Verfassung verankerte Trennung von Staat und Kirche nciht verletzt. Das Gebet der Kinder sei darüberhinaus eine freiwillige Aktion. Der Gouverneur des Bundesstaates Texas, George W. Busch schloß sich dieser Auffassung an.

Mit einer Entscheidung des Supreme Court wird nicht vor Juni nächsten Jahres gerechnet.

Die Mehrheit der US-Bürger fordert eine Verschärfung der Waffengesetze. Im Angesicht der jüngsten Vorfälle von Jugendgewalt sind einer Umfrage im Auftrag des Wissenschafts-magazins "Sience" zufolge 87,9 Prozent der Befragten für "kindersichere" Waffen. 72 Prozent halten auch eine Registrierung des Waffenbesitzes für notwendig.

Kolumbien

Amnesty international fürchtet um die Sicherheit einer Mitarbeiterin der kirchlichen Organisation «Justitia et Pax». Wie die Menschenrechtsorganisation in Bonn mitteilte, wird Diana Salamanca Martinez seit dem 10. November vermißt. Nach Augenzeugenberichten wurde sie bei einer Fahrt mit einer Gruppe von Binnenflüchtlingen in der Region Alto Bonito von mutmaßlichen Paramilitärs entführt. Amnesty zufolge werden sowohl Binnenflüchtlinge als auch Mitarbeiter humanitärer Organisationen in Kolumbien immer wieder von Sicherheitskräften und paramilitärischen Verbündeten bezichtigt, Guerillamitglieder oder Sympathisanten zu sein. In den vergangenen Jahren seien tausende Zivilisten allein von Paramilitärs getötet worden.

Man hört Radio Vatikan täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A, durch Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog) und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Tel.:0039 06 6988 4101, Fax: 0039 06 6988 3844

Post:Radio Vatikan-sezione tedesca,I-00120 Citta del Vaticano

E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten: Donnerstag, 25.11.99

 

 

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