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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Donnerstag dem 11.11.99 bis Montag dem 15.11.99

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Redaktion: Gabi Verbeek

 

Aus unserer Berichterstattung:

Im Rahmen der Ad-Limina-Besuche der deutschen Bischöfe hat Papst Johannes Paul II. am Montag der ersten Gruppe seine Ansprache überreicht. Nach einem Dank an die Oberhirten erwähnt er den Fall der Berliner Mauer vor genau 10 Jahren sowie die Hoffnungen und Enttäuschungen, die mit der deutschen Einheit verbunden waren, er fragt nach dem Umgang mit dem Massenmedien und befasst sich ausführlich mit dem Prozess der Säkularisierung und den Entscheidungen, vor die die Kirche dadurch gestellt wird. PEG hat die Rede für uns gelesen.

Um es gleich vorweg zusagen: zur Zukunft der Schwangerenkonfliktberatung äußert sich der Papst nicht, lobt aber ausdrücklich die Arbeit der Beratungsstellen. Wörtlich schreibt er: Als Beispiel für das viele Gute, das die Kirche in Deutschland tut, möchte ich an dieser Stelle den wichtigen Dienst nennen, den die kirchlichen Beratungsstellen auf zahlreichen Gebieten, insbesodnere für die Schwangeren in Not, leisten." In diesem Zusammenhang dankte JPII auch den deutschen Diözesen für die finanzielle Hilfe an den Bischof von Rom. Ausführlich setzt er sich mit dem Zusammenwachsen von Ost- und Westdeutschland auseinander. Im Osten habe es geradezu einen Konsumschock gegeben, künstlich seien Bedürfnisse geschaffen worden und hätten die Sehnsucht nach religiösen und moralischen Werten überdeckt. In diesem Zusammenhang lobte der Papst das kirchliche Engagement für die Erhaltung des Sonntags.

Ebenso gründlich setzt sich der Papst mit den Massenmedien auseinander. Zuviele Informationen verhinderten bei vielen die Urteilsbildung. Die Bischöfe sollten die Medien zwar als Kanzel nutzen, sich aber gleichzeitig vor jedem Fernsehauftritt fragen, ob es sich lohnt, vor der Kamera zu stehen.

Dann stellt sich der Papst dem Verhältnis von Kirche und Staat in Deutschland. Durch die Wiedervereinigung sei das Land unchristlicher geworden. Der gesellschaftliche Grundkonsens auf der Basis christlicher Werte bröckle. Daher müsse sich die Kirche nach ihrer Rolle in einer Gesellschaft fragen, in der die Bezüge zu Gott immer seltener werden. Der Papst lehnt ausdrücklich den freiwilligen Weg zu einer "kleinen Herde" von Christen ab. Die Kirche müsse sich kritisch und durch Argumente mit der Gesellschaft auseinandersetzen. Wörtlich sagte er: "Sich aus der Gesellschaft zurückzuziehen, ist keine Lösung. Die Kirche müsse sich laut zu Wort melden in der Gesellschaft."

Damit das alles aber gelingen kann, muss sich die Kirche in Deutschland - nach Überzeugung von Papst Johannes Paul II. - nach ihrer eigenen Wahrhaftigkeit fragen. Daher sollten die katholischen Einrichtungen ein wirklich christiches Profil haben, das kirchliche Personal soll entsprechend vorbereitet sein. Denn - so der Papst - Deutschland ist nicht einfach religiös indifferent. Die Menschen gäben sich aber nicht mit reiner Menschlichkeit zufrieden, sie hätten Sehnsucht nach Gott. Daher sollen auch die Kirchentüren im übertragenen Sinn offenstehen.

Die Nachrichten:

Vatikanstadt

PJPII hat zur Hilfe für die Erdbebenopfer im Nordwesten der Türkei aufgerufen. In einem Beileidstelegramm an den türkischen Ministerpräsidenten versprach der Papst außerdem den Überlebenden der Katastrophe sein Gebet.

Bei dem zweiten schweren Erdbeben dieses Jahres in der Türkei waren in der Nacht zum Samstag mindestens 270 Menschen ums Leben gekommen. Bei eisigen Temperaturen suchen die Hilfskräfte nach Überlebenden.

Zufrieden über seine Begegnung mit Papst Johannes Paul II. im Rahmen des Ad-Limina-Besuchs in Rom hat sich der Limburger Bischof Franz Kamphaus geäußert: "Es war ein gutes Gespräch mit ihm", sagte der Bischof anschließend gegenüber der deutschen Abteilung von Radio Vatikan. Der Papst habe sich über eine halbe Stunde lang Zeit genommen und sich "sehr aufmerksam und wach den Fragen und Problemen, die ich ihm vorgetragen habe, gestellt", berichtete Kamphaus. Insofern habe die Begegnung seine Erwartungen erfüllt, und er kehre "nicht ohne Hoffnung; in seine Diözese zurück". Die Konfliktberatung sei ein ungelöstes Problem für die Kirche in Deutschland, erklärte Kamphaus, "und das Thema wird uns auch weiterhin begleiten". Es werde weitere Gespräche darüber geben, zunächst im Vatikan mit den beiden nächsten Gruppen deutscher Bischöfe, die in dieser Woche ihren Ad-Limina-Besuch beim Papst und den Kurienbehvrden durchführen. Dann werde sich aber auch der Ständige Rat der Bischofskonferenz mit dieser Frage beschäftigen, so Kamphaus.

Die Kongregation für das katholische Bildungswesen hat einen neuen Präfekten: Der Papst hat den polnischen Bischof Zenon Grocholewski mit dem Leitungsamt betraut. Grocholewski war bisher Sekretär der Apostolischen Signatur. Sein Vorgänger, Kardinal Pio Laghi, war aus Altersgründen aus dem Amt geschieden.

König Karl VI. von Schweden war am Samstag früh mit seiner Frau zu Besuch beim Papst. Anlass der Visite war die Einweihung einer Statue der Heiligen Birgitta von Schweden, die seit dem Wochenende ihren Platz in einer Nische an der Außenwand von Sankt Peter hat. Erst Anfang Oktober hatte der Papst die Heilige Birgitta zur Patronin Europas erhoben. Am Abend wurde im Petersdom eine feierliche ökumenische Vesper gefeiert, an der außer dem schwedischen Königspaar auch Vertreter der evangelisch-lutherischen Kirche teilnahmen.

Alfons Nossol, seit 1977 Bischof im polnischen Oppeln, ist am vergangenen Freitag von Papst Johannes Paul II in den Rang eines Erzbischofs erhoben worden. Nossol, in dessen Diözese zahlreiche deutsch-stämmige Katholiken leben, hat sich maßgeblich für die deutsch-polnische Verständigung und Aussöhnung eingesetzt. Im Vatikan gehört er dem, für Fragen der Ökumene zuständigen, Einheitsrat an.

Seeleute und Matrosen, die im Heiligen Jahr keine Gelegenheit zu einer Wallfahrt nach Rom, Jerusalem oder in eine Kirche ihrer Heimat haben werden, können auch auf hoher See einen Jubiläums-Ablass gewinnen. Wie der Päpstliche Migranten-Rat mitteilte, hat der Großpönitentiar der Kirche, Kardinal William Baum, ein entsprechendes Dekret erlassen.

Papst Johannes Paul II. hat am Sonntag eine mit ostkirchlichen Mosaiken ausgeschmückte Kapelle im apostolischen Palast des Vatikan eingeweiht. Die Mosaiken zeigen Szenen aus der Heiligen Schrift sowie Darstellungen morderner Märtyrer, etwa von Edith Stein oder der Protestantin Elisabeth von Thadden. Die Kapelle "Redemptoris Mater" sei ein Begegnungspunkt zwischen Ost und West, betonte der Papst in seiner Predigt. In der Kapelle werden unter anderem die Advents- und Fastenpredigten für die römische Kurie gehalten. Die Gestaltung ist ein Geschenk des Kardinalskollegiums an den Papst zu dessen 1996 begangenem goldenen Priesterjubiläum.

Zum ersten Mal seit 130 Jahren ist ein bislang verschlossener Grenzübergang zwischen Italien und dem Vatikan wieder geöffnet worden. Der Weg liegt auf der alten Fluchtmauer der Päpste, die den Vatikan mit der Engelsburg verbindet. Seit Ende des 14. Jahrhunderts existiert dieser Gang. Im nächsten Jahr sollen auch Touristen die Möglichkeit haben, die ehemalige Fluchtmauer zu benutzen.

 

Europa

Deutschland

Kritische Unicef-Bilanz nach 10 Jahren Kinderrechtskonvention: Jedes Jahr sterben nach Angaben der Kinderhilfsorganisation zwölf Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag an leicht vermeidbaren Krankheiten. Immer noch würde weltweit Millionen Kindern das Grundrechte auf Überleben vorenthalten, sagte der Vorsitzende von Unicef-Deutschland, Reinhard Schlaginweit. 130 Millionen Kinder gingen nicht zur Schule, weil es in ihrem Land keine Schulpflicht gebe - zwei Drittel von ihnen seien Mädchen. Schlagintweit beklagte, Kinder litten besonders unter bewaffneten Konflikten. Oft würden sie als Soldaten eingesetzt. Die Kinderprostitution sei ebenfalls ein wachsendes Problem, vor allem in Asien - dort gebe es eine Million Kinderprostituierte. Auch in den Industrieländern litten immer mehr Kinder unter Armut und Missbrauch, sagte Schlagintweit. Er betonte jedoch, die Kinderrechtskonvention habe in den vergangenen zehn Jahren in zahlreichen Staaten auch positive Veränderungen bewirkt. So habe etwa Brasilien die Kinderrechte in der Verfassung verankert. Tunesien habe die Schulpflicht gesetzlich festgeschrieben. Nepal, Portugal und die Philippinen hätten das Mindestalter f|r eine Erwerbsarbeit erhöht. - Die UN-Kinderrechtskonvention wurde am 20. November 1989 von der UN-Vollversammlung verabschiedet. 191 Staaten ratifizierten sie, nicht jedoch Somalia und die USA. Zum zehnten Jahrestag veranstaltet Unicef eine "Woche der Kinderrechte".

Der Bundestag hat am Freitag mit den Stimmen von Vertretern aller Parteien das Familienförderungsgesetz verabschiedet. Damit wird ab dem Jahr 2000 das Kindergeld für das erste und zweite Kind von 250 auf 270 Mark erhöht und ein Betreuungsfreibetrag für jedes Kind bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres von 3.024 Mark eingeführt.

Der Familienbund der Deutschen Katholiken hält das neue Familien-Förderungsgeestz für unzureichend. Familien mit niedrigen Einkommen würden mit 20 Mark mehr Kindergeld für die ersten beiden Kinder zu wenig entlastet. Gut verdienende Familien profitierten dagegen stärker von einer monatlichen Steuerentlastung von rund 120 Mark. Der Familienbund reagiert damit auf das vom Bundestag verabschiedete Familien-Förderungsgesetz. Dieses beinhaltet, neben der Kindergelderhöhung, die Einführung eines Betreuungsfreibetrages für jedes Kind bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres von gut 3.000 Mark.

Der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky hat den abnehmenden politischen Einfluss der Kirche beklagt. Für die rot-grüne Bundesregierung sei die Kirche offenbar weniger wichtig als für ihre Vergängerin, kritisierte Sterzinsky in einem Zeitungsinterview. Stellungnahmen etwa zur Familienpolitik würden kaum noch gewünscht.

Der Wuppertaler Theologe Thomas Söding hat dem Spiegel-Herausgeber Rudolf Augstein Unwissenschaftlichkeit vorgeworfen. Dabei bezieht er sich auf den neu aufgelegten Bestseller Augsteins, «Jesus Menschensohn». Wer heue noch die These vertrete, der Auferstehungsglaube sei mit Mitteln der historischen, naturwissenschaftlichen oder psychologischen Vernunft als haltlos zu erweisen, ist blind, so Söding.

Caritas international hat zu Spenden für die Opfer des erneuten Erdbebens in der Türkei aufgerufen. Der erste Konvoi mit Hilfsgüter sei schon unterwegs und werde noch heute in der Katastrophenregion eintreffen, teilte das Hilfswerk heute in Freiburg mit.

Der Sozialdienst Katholischer Frauen will nicht aus dem staatlichen System der Schwangerenkonfliktberatung aussteigen. Mit einem Brief an die deutschen Bischöfe bekräftigte der Verband heute in Augsburg diese Position. Als Verein katholischer Laien fühle sich der Verband verpflichtet, die Arbeit im gesetzlichen System fortzusetzen, heißt es in dem Schreiben.

Das Schmerz- und Hospiztelephon der Deutschen Hospizstiftung wird zunehmend häufiger genutzt. In diesem Jahr haben bereits rund 22.500 Menschen bei der Servicenummer angerufen, wie heute in Dortmund mitgeteilt wurde. Das sind etwa 6.000 Anrufe mehr als letztes Jahr.

Schwester Cornelia Bührle, Beauftragte des Berliner Erzbischofs für Migrationsfragen, hat Bundesinnenminister Otto Schily gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur KNA scharf kritisiert. Schily habe durch seine Äußerungen zur Asylpolitik gezeigt, dass er - so wörtlich - "die Beziehung zur Wirklichkeit verloren habe in rechtlicher, tatsächlicher und historischer Hinsicht". Schily hatte erklärt, 97 Prozent aller Asylsuchenden in Deutschland kämen als Wirtschaftsflüchtlinge und seien nicht wirklich politisch verfolgt.

 

Österreich

Die Ankündigung eines «ökumenischen Sozialwortes» ist von der Katholischen Aktion Österreichs (KAÖ) als wichtiges Signal gewertet worden. Die katholische Kirche zeige mit diesem Schritt, dass sie ihre gesellschaftliche Präsenz wieder verstärken und konfessionsüberschreitend zusammenarbeiten wolle. Der Vorsitzende der österreichischen Bischofkonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, hatte am Donnerstag zum Abschluss des Herbsttreffens erklärt, dieses gemeinsame Grundsatzpapier der christlichen Kirchen nehme Gestalt an und werde im Jahr 2001 fertiggestellt.

Auf die Bedeutung des Papsttums als starkes Zentrum der katholischen Kirche hat der Kärntner Diözesanbischof Egon Kappellari hingewiesen. Vor dem Diözesanrat des Bistums Gurk betonte er, die Kirche lebe inmitten der Gesellschaft in jeder Epoche auch mit Spannungen und Schwierigkeiten. Diese könnten aber nur im Verbund mit der Weltkirche konstruktiv bewältigt werden, so Kappellari.

Mit Blick auf die gegenwärtige kirchliche Situation sei vor nicht erfüllbaren Erwartungen an die Kirche ebenso zu warnen wie vor einer Haltung der Gleichgültigkeit, mahnte Kappellari.

 

Luxemburg

Der österreichische Kardinal Franz König ist mit der Medaille "Merite europeen" ausgezeichnet worden. Der Wiener Alt-Erzbischof wurde für seine Verdienste um das Zusammenwachsen Europas geehrt. Der Dompropst und Präsident der gleichnamigen Stiftung "Merite europeen", Andre Heiderscheid, nannte König "einen der bedeutensten lebenden Österreicher überhaupt". Der Kardinal habe sich in den Dienst einer völkerversöhnenden Union zwischen Ost und West gestellt.

Im Leben Europas gibt es trotz der Säkularisierung noch immer tiefe christliche Wurzeln und ein großes Verlangen nach Religiösem - das hat der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Donato Squicciarini bei einem Gottesdienst zum Fest des heiligen Leopold betont. Jeder einzelne Christ sei berufen, der Sehnsucht nach dem Heiligen durch das Zeugnis des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zu entsprechen. Der Erzbischof würdigte in der Wallfahrtskirche Maria Jeutendorf in Niederösterreich, den heiligen Leopold. Als Mann der Kirche und der Politik sei dieser ein wahrhaft europäischer Heiliger gewesen.

Die Brückenfunktion der Kirche zwischen Ost und West hat das Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, Kardinal Myroslaw Lubatschiwskyj, gewürdigt. Bei den Feiern zum 100. Jahrestag der Ankunft erster urkrainischer Theologiestudenten im internationalen Priestersemiar «Canisianum» in Innsbruck , hob der Kardinal die Hilfe bei der Schaffung einer Atmosphäre der Versöhnung und Zusammenarbeit unter den Völkern Osteuropas hervor. Besonders dankte er in diesem Zusammenhang für den Einsatz der österreichischen Jesuiten.

 

Schweiz

In Genf hat am Sonntag der zweite Welt-Familien-Kongress begonnen. Unter den rund 1000 Delegierte sind auch hohe Vertreter des Christums, des Islam und des Judentums. Von vatikanischer Seite nimmt an der viertätgigen Konferenz der Präsident des Päpstlichen Familienrates, Kardinal Alfonso Lopez Trujillo, teil. Bei den Beratungen wird es unter anderem darum gehen, wie die Familie als natürliche Keimzelle der Gesellschaft angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Situation geschützt und unterstützt werden kann.

Die Theologische Fakultät der Universität Fribourg hat am Montag dem südafrikanischen anglikanischen Erzbischof Desmond Tutu die Ehrendoktorwürde verliehen. Tutu habe es geschafft, theologische Grundüberzeugungen in konkreten, äußerst schwierigen gesellschaftlichen und politischen Prozessen zur Geltung zu bringen, begründete der Dekan der Fakultät, Adrian Holderegger, die Ehrung. Der Friedensnobelpreisträger war bei der Feier nicht anwesend, weil er zur Zeit in den USA wegen eines Krebsleidens behandelt wird.

Eine Stärkung der interkulturellen Beziehungen und Öffnung der Gesellschaft für interkulturelle Fragen - das hat das Institut für Pastoraltheologie der Universität Freiburg gefordert. Das Resultat der vergangenen Parlamentswahlen zeuge von einer Tendenz der Abschottung in der Schweiz. Auch die Kirche sei davor nicht gefeit. Das Institut sicht das Wahlergebnis vom vergangenen Oktober als Zeichen für eine Überforderung vieler Menschen durch komplexe Weltprobleme. Die Menschen suchten rasche Problemlösungen und würden anfällig für Schlagworte. Solidarisches Handeln sei dann nicht mehr möglich.

 

Niederlande

Edward Schillebeeckx, einer der bedeutendsten katholischen Theologen der Gegenwart, ist am vergangenen Freitag 85 Jahre alt geworden. Der Dominikaner hat mit seinen Werken der Theologie wichtige Impulse gegeben; als Berater beim Zweiten Vatikanischen Konzil hatte er nachhaltigen Einfluss auf zentrale Dokumente. Schillebeeckx selbst bezeichnet sich als einen "glücklichen Theologen, der in loyaler Opposition zur katholischen Kirche steht".

 

Griechenland

In Athen hat bis Sonntag die Vollversammlung der europäischen Bischofskonferenzen getagt. Am Samstag ging es vor allem um die sogenannte Charta Oecumenica. Das Dokument soll die Zusammenarbeit der christlichen Kirchen in Europa fördern. Der Entwurf, den die Bischöfe in Athen bearbeiten, muss dann noch der Konferenz Europäischer Kirchen vorgelegt werden, zu der alle nicht-katholischen Kirchen gehören. Bischof Karl Lehman, Ökumene-Experte und Vizepräsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen, rechnet deshalb damit, dass die Charta Oecumenica frühestens in einem Jahr spruchreif wird. Erfreut zeigte sich Lehmann über eine leichte Entspannung im Verhältnis zur griechischen Orthodoxie. So ist am Samstag eine Delegation von sechs katholischen Bischöfen von Monsignor Christodoulos, dem orthodoxen Erzbischof von Athen, zu einer sogenannten "Privatvisite" empfangen worden.

 

Polen

Mehr als 1.500 polnische Katholiken reisen vom 16. bis 24. November ins Heilige Land. Diese Pilgerfahrt soll die größte werden, die jemals von Polen aus organisiert wurde. Mit der Reise wollen die Polen ein Zeichen der Solidarität für die Christen in Nazareth setzten, die wegen dem Bau einer Moschee in der Nähe der Verkündigungsbasilika in schwierige Zeiten zu überstehen hätten.

 

Belgien

Die Zahl von Scheidungen und Eheschließungen gehen zurück. Nach Angaben des belgischen Statistikamtes wurden 1998 250 Ehen weniger geschieden als im Jahr zuvor. Gleichzeitig ist aber auch die Zahl der Eheschließungen von rund 50 000 im Jahr 1996 auf etwa 44.400 gesunken, wie das Amt mitteilte.

 

Großbritannien

Rund 100.000 Kinder unter 16 Jahren laufen jährlich von zu Hause weg. Ein Fünftel vaon ihnen haben das elfte Lebensjahr noch nicht erreicht. Das gab der britische Rundfunksender BBC unter Berufung auf jüngste Umfragen bekannt. Als Gründe werden vorwiegend emotionale Motive genannt.

 

Vereinte Nationen

«Bethlehem muss ein offener Ort bleiben und sicher im Hinblick auf das Jubiläum» - das haben die Vereinten Nationen bei ihrer Vollversammlung in New York bekräftigt. Bereits im letzten Jahr hätte die UNO die palästinensische Stadt als Geburtsort Jesus Christus erklärt. Erzbischof Renato Martino, ständiger Beobachter des Heilgen Stuhls bei der UNO, hat seine Freude Ausdruck verliehen, gleichzeitig aber an die ungelösten Probleme der Region erinnert. Die Resolution zu «Bethlehem 2000" ist einstimmig verabschiedet worden, auch mit Zustimmung Israels.

 

Afrika

Nigeria

Mit einem Brief an den Generalstaatsanwalt des westafrikanischen Landes haben die nigerianischen Bischöfe erneut ihre Sorge über die Einführung des islamischen Rechts im Bundesstaat Zamfara zum Ausdruck gebracht. In ihrem Schreiben mit dem Titel "Verfassung und Religion" kritisieren die Bischöfe vor allem die Untätigkeit der Bundesregierung Nigerias in der Angelegenheit. Der Hinweis des Präsidenten, die Anwendung des islamischen Rechts sei in Nigeria nicht verfassungsgemäß reicht nach Ansicht der Bischöfe nicht aus.

In Nigeria sind knapp die Hälfte der Bevölkerung Muslime, rund 40 Prozent bekennen sich zum Christentum.

 

Elfenbeinküste

Mindestens 500 Menschen haben sich vor Verfolgungen durch den Stamm der Kromènes in Kirchen geflüchtet. Sie selber gehören zu Volksgruppen, die aus Burkina Faso in die Elfenbeinküste eingewandert sind. Die Kromènes betrachten sie als Eindringlinge. Ihren Attacken sind bereits mehrere der Einwanderer zum Opfer gefallen.

 

Asien

China

Zum vierten Mal innerhalb eines Monats hat die Polizei den prominenten Führer der christlichen Untergrund-Kirche, Li Dexian, in Süden Chinas verhaftet. Auch drei andere Christen werden nach Angaben einer britischen Gruppe festgehalten. Die Polizei habe zunächst sechs Mitglieder der Untergrund-Kirche festgenommen, drei dann aber wieder freigelassen.

 

Kasachstan

Der Präsident Kasachstans, Nursultan Nasarbajew, wünscht sich einen Besuch von Papst Johannes Paul II in seinem Land. Das habe ein muslimischer Regierungssprecher auf einer Konferenz der katholischen Priester des Landes mitgeteilt, so das Hilfswerk «Kirche in Not». Außerdem freue sich die Regierung Kasachstans, dass die katholische Kirche wachse, wird der Regierungssprecher weiter zitiert. Die Ausführungen des Beauftragten seien als sensationell empfunden worden.

Israel

Der Schweizer Dominikanerpater Jean-Michel Poffet ist zum Direktor der berühmten "Ecole Biblique et Archeologique Francaise" in Jerusalem gewählt worden. Der aus dem Kanton Freiburg stammende Ordensmann ist der erste Nicht-Franzose, der die 1890 gegründete Schule leitet. Die "Ecole Biblique" ist das älteste Zentrum für biblische und archäologische Forschungen im heiligen Land.

 

Amerika

Brasilien

In Recife hat am Montag eine UN-Konferenz über den Kampf gegen das Wüstenwachstum begonnen. Rund 2000 Teilnehmer aus 159 Nationen wurden zu dem Treffen erwartet. Es soll sich mit den Problemen befassen, die aus dem Wachsen der Wüstengebiete der Erde entstehen. Etwa 110 Staaten mehrerer Kontinente sind direkt von der Wüstenbildung betroffen, am schnellsten geht sie in Afrika vor sich.

 

El Salvador

Zum zehnten Jahrestag der Ermordung von sechs Jesuiten in San Salvador hat der Orden am Sonntag die Bedeutung dieses Martyriums gewürdigt. Der Generalobere der Jesuiten, Peter-Hans Kolvenbach, betonte, die weltweite Empörung über den Mord am 16. November 1989 habe den Friedens- und Verständigungsprozess in El Salvador gefördert. Zugleich nannte er den Einsatz der Jesuiten für die Armen in Lateinamerika ein Beispiel gelebten Evangeliums.

 

Peru

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF hat eine neue Kampagne gegen Kinderarbeit in dem lateinamerikanischen Land gestartet. Dazu wurden im ganzen Land Zentren eingerichtet, die sich für die Rechte der Kinder einsetzen sollen. Nach UN-Angaben arbeiten in Peru rund 400.000 Kinder zwischen sechs und elf Jahren in Peru täglich rund 11 Stunden. Sie kommen meist aus den ärmsten Bevölkerungsschichten und werden vor allem in der Landwirtschaft sowie dem Bergbau eingesetzt.

 

Man hört Radio Vatikan täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A, durch Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog) und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten: 18.11.99

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