Stichwortsuche
Archiv
Programmvorschau
Freundeskreis
Real Audio
www.kath.de

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag dem 31.10.99 bis Mittwoch 03.11.99

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

Redaktion: Gabi Verbeek

 

Vatikanstadt

Papst Johannes Paul II. hat die internationale Gemeinschaft zur Hilfe für die Opfer des Wirbelsturmes im ost-indischen Staat Orissa aufgerufen. In einem am 2. November veröffentlichten Beileidstelegramm zu der Unwetterkatastrophe heißt es, der Papst übermittele den zivilen und religiösen Autoritäten sein Mitgefühl. Er sei solidarisch mit allen von dieser Tragödie Betroffenen.

Beim Angelusgebet an Allerheiligen hat der Papst zum Gebet für den Frieden in Tschetschenien aufgerufen. Vor mehreren Tausend Menschen auf dem Petersplatz gab er am 1. November seiner Hoffnung Ausdruck, dass die schwer geprüfte Bevölkerung in der Kaukasus-Republik die Gnade der Eintracht finde und dass die Spannungen friedlich gelöst werden können. Der Papst wird am kommenden Montag erstmals in die kaukasische Krisenregion reisen und das südlich von Tschetschenien gelegene Georgien besuchen.

Bei der Generalaudienz am 3. November hat der Papst erneut zu einem Schuldenerlass zu Gunsten der ärmeren Länder der Erde aufgerufen. Er erinnerte daran, dass der Schuldenerlass seit biblischer Zeit zum Kern eines Jubeljahres gehöre. Ein solcher Schritt sei auch im Hinblick auf das Heilige Jahr 2000 notwendig, um eine internationale Katastrophe zu vermeiden.

Einen eindringlichen Friedensappell hat Papst Johannes Paul II. an die Konfliktparteien in Burundi gerichtet. Bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz verurteilte er am 3. November die jüngste Gewaltwelle in dem zentralafrikanischen Land. Er forderte einen freien und sicheren Zugang von Hilfsorganisationen zu allen Regionen Burundis sowie eine gerechte Verteilung der Hilfe. Zudem müsse es den vertrieben Familien ermöglicht werden, wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Johannes Paul betonte, die katholische Kirche der Landes sei bereit, ihren Beitrag für eine friedliche Zukunft Burundis zu leisten. In den vergangenen Wochen hatte die von Tutsis dominierte Armee des Landes mehrere hundert Tausend Hutu-Zivilisten aus ihrer Heimat vertrieben und in Camps umgesiedelt.

In einen sehr persönlichen Brief hat der Papst sich an die Senioren gewandt. Darin blickt er auf sein Leben zurück, und lädt auch seine Altersgenossen ein, Rückschau zu halten. In einem Jahrhundert, das viel Leid gesehen hat, bittet der Papst, auch den positiven Entwicklungen Beachtung zu schenken. Etwa dem wachsenden Bewusstsein vom Selbstbestimmungsrecht der Völker, der zunehmenden Achtung vor den Minderheiten, der Anerkennung der Würde der Frau, dem Dialog zwischen den Religionen und anderen guten Entwicklungen mehr. Ausführlich befasst der Papst sich auch mit dem Tod und gesteht ein, dass man als alter Mensch Probleme hat, sich mit diesem, wie er sagt: "Übergang" abzufinden. Nach einer Reflexion über den Tod erklärt er aber: "Ich empfinde einen großen Frieden, wenn ich an den Augenblick denke, in dem der Herr mich zu sich rufen wird: vom Leben ins Leben." In seiner Rückschau schlägt der Papst auch mahnende Töne an und erklärt, dass es für die alten Menschen Zeiten gegeben habe, in denen sie nicht an den Rand der Gesellschaft gedrängt worden seien, in denen man ihnen größeren Respekt entgegenbracht hätte. Er warnt die jungen Menschen, die älteren Generationen als nutzlos anzusehen.

Europa

Deutschland

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hat in der Diskussion über die Rechtfertigunslehre ein manchmal schwer erträgliches Defizit an Theologie beklagt - und zwar sowohl bei Befürwortern als auch bei Gegnern. In einem Zeitungsbeitrag erklärte Bischof Karl Lehmann am 2. November, wer sich ohne theologisches Wissen in die Diskussion einmische, mache die Ökumene lächerlich. Am Sonntag war die gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre vom Lutherischen Weltbund und dem Vatikan unterzeichnet worden.

Die Abtreibungspille Mifegyne wird Ende dieses Monats in Deutschland auf den Markt kommen. Das teilte der Erfinder Edouard Sakiz am 2. November mit. Bis Ende des Jahres wird das Präparat weltweit in einem Dutzend Ländern vertrieben werden, darunter in acht europäischen Staaten. In Deutschland darf es nur von bestimmten Ärzten und Kliniken ausgegeben werden.

Österreich

Die Kirche soll für Familien Anwalt vor Staat und Gesellschaft sein. Daran erinnerte der Propst des Stiftes Herzogenburg, Maximilian Fürnsinn, bei der Jahrestagung des Katholischen Familienverbandes der Diözese St. Pölten. Zugleich plädierte er für neue Initiativen in der Familienpastoral. Diese sollten den Menschen Hilfe zum Gelingen des Lebens in Ehe und Familie geben. Die Familienpastoral muss nach Fürnsinn dabei künftig mehr Begleitung als Bevormundung sein.

Europäische Union

Die Lage der Menschenrechte in Weißrussland ist nach Ansicht der EU weiterhin besorgniserregend. Wie die finnische EU-Ratspräsidentschaft am Montag dem 1. November nach einem zweitägigen Besuch in Minsk erklärte, herrsche in dem Land immer noch keine Meinungsfreiheit. Außerdem sei das Schicksal verschiedener verschwundener Personen weiterhin unklar. Bei dem Besuch wurde ein Abkommen unterzeichnet, das Weißrussland EU-Gelder aus dem Osteuropa-Programm zusagt. Damit soll der Aufbau einer pluralistischen Gesellschaft gefördert werden.

Großbritannien

Der Primas der anglikanischen Kirche, Erzbischof George Carey hat den verstorbenen ehemaligen britischen Oberrabbiner Immanuel Jakobovits gewürdigt. An Allerheiligen bezeichnete er ihn als einen "mutigen Verteidiger der Überzeugung, dass alle Menschen Gottes Kinder seien". Jakobovits war am Sonntag im Alter von 78 Jahren gestorben. Als erster Rabbiner war der gebürtige Königsberger in den Stand eines Lords erhoben worden.

Katholiken werden auch weiterhin nicht den britischen Thron besteigen oder einen Herrscher der Insel heiraten dürfen. Das geht aus einem am Wochenende bekanntgewordenen Brief von Premierminister Tony Blair an einen konservativen schottischen Parlamentsabgeordneten hervor. Darin schließt Blair eine Änderung der aus dem Jahr 1701 stammenden Regelung aus. Der sogenannte "act of Settlement" schreibt vor, dass alle Personen von der Thronfolge ausgeschlossen werden, die papsttreu sind oder einen papsttreuen Menschen heiraten. Der schottische Abgeordete Lord James Douglas-Hamilton hält das für unvereinbar mit der multi-ethnischen und mulit-religiösen Wirklichkeit Englands.

Italien

Die erste offizielle Ausstellung zum Heiligen Jahr ist eröffnet. Sie handelt von den mittelalterlichen Pilgerfahrten nach Rom. Unter dem Titel "Romei e Giubilei" - Rompilger und Jubeljahre, wird das Pilgerwesen zwischen etwa 350 und 1350 dargestellt. Die Ausstellung ist noch bis zum 26. Februar 2000 im römischen Palazzo Venezia zu sehen.

 

Afrika

Nigeria

Die Bischöfe des Landes haben am Montag dem 1. November erneut gegen die Einführung des islamischen Strafgesetztes Sharia im Bundesstaaat Zamafara protestiert. Sie verlangen ein Treffen mit dem Präsidenten Die politischen Führer der Region haben inzwischen zugesichert, dass das Gesetz nur gegenüber Moslems angewendet werden wird. Bei Fällen, in denen Christen und Moslems vor Gericht stehen, sollen die Christen entscheiden dürfen, vor welchem Gericht die Verhandlung geführt wird. Die Scharia ist in Zamafara am 27. Oktober eingeführt worden.

Kenia

Der 67 jährige katholische Priester John Kaiser aus dem US-Bundesstaat Minnesota gilt seit über einer Woche in Kenia als vermisst. Der Angehörige der Mill Hill Kongregation hatte sich sehr in Angelegenheiten der Gemeinden engagiert. Dies führte soweit, dass er dieses Jahr auch als Zeuge vor einer Regierungskommision aussagte. Dabei beschuldigte er zwei Kabinetminister, Stammesauseinandersetzungen in den Jahren zwischen 1991 und 1997 im Rift-Tal angeheitzt und sich später der verlassenen Grundstücke bemächtigt zu haben. Niemand hat ihn nach Angaben einer lokalen Zeitung vom 31. Oktober gesehen. Die Behörden hatten ihm mit einem gerichtlichen Verfahren gedroht, da seine Arbeitserlaubnis erloschen war.

Benin

Eine lokale Menschenrechtsvereinigung hat gegen die Hinrichtungen ohne ordentliches Gerichtsverfahren protestiert. Seit Anfang des Jahres habe es über 100 Exekutionen von angeblichen Dieben und anderen Straftätern gegeben, so berichtet der vatikanische Informationsdienst Fides unter Berufung auf die Organisation. Ausführende sind Angehörige einer selbsternannten Verteidigungsmiliz, denen die Polizei nicht Herr wird. Die Bürgerwehr kennt als einziges Mittel gegen das Banditentum den Tod der Täter.

Angola

Die katholische Bischofskonferenz hat am Wochenende die Gründung einer Bewegung für den Frieden beschlossen. Diese soll an Universitäten und im Dialog mit den anderen Konfessionen zu Versöhnung und Frieden in dem bürgerkriegsgerüttelten Land beitragen.

 

Asien

Indien

Die indische Regierung will eventuellen Unruhen beim Papstbesuch am kommenden Wochenende vorbeugen - sie hat deshalb in den vergangenen Tagen auch Mitglieder der radikalen Hindupartei Shiv Sena von der Polizei überprüfen lassen. Anhänger der Hindu-Fundamentalisten hatten gegen die Papstvisite demonstriert. Sie wollen, dass Papst Johannes Paul der II. sich öffentlich für die einstige katholische Inquisition in Indien entschuldigt. Der Papst wird am Freitag für einen knapp viertägigen Besuch in Indien erwartet. Dabei will er auch die Ergebnisse der Asiensynode bekannt geben.

Die katholische Kirche ist mit den Sicherheitsvorkehrungen der Polizei zum Papstbesuch zufrieden und hält die Massnahmen für nicht übertrieben. Das sagte jetzt der Sprecher der indischen Bischofskonferenz, Emanuel Dominic. Er antwortete damit auf die Ankündigung der Polizei, wonach selbst Babyflaschen, Wasserkontainer und Handtaschen kontrolliert und der Träger vom Besuch der Papstmesse am Sonntag im Nerhu Stadion ausgeschlossen werden könnte.

Indiens Katholiken sehen dem Papstbesuch nach Einschätzung von Misereor mit gemischten Gefühlen entgegen. Die Leiterin der Asienabteilung im bischöflichen Hilfswerk, Irmgard Icking, sagte am Dienstag dem 2. November, man fürchte eine neue Eskalation der Gewalt gegen Christen. Deshalb werde der Besuch sehr vorsichtig vorbereitet, um jeden triumphalistischen Anschein zu vermeiden. Im vergangenen Jahr war es zu mehr als 100 - teils tödlichen - Übergriffen fundamentalistischer Hindus gegen Christen gekommen. Die radikalen Hindus sehen durch das christliche Menschenbild u.a. ihr Kastenwesen gefährdet.

Der Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, Kardinal Francis Arinze, hat aus Anlass des indischen Diwali-Festes eine Grußbotschaft an alle Hindus gerichtet. Der Beginn des Festes fällt auf den letzten Tag des Papstbesuchs. Diwali bedeutet Fest des Lichtes. Die Hindus feiern damit den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit, der Wahrheit über die Lüge, des Lebens über den Tod und des Guten über das Böse. Kardinal Arinze nimmt in seiner Botschaft vom Mittwoch dem 3. November die Feierlichkeiten zum Anlass, die Berührungspunkte des Hinduismus mit dem Christentum aufzuzeigen. Das, was in Indien vom Sonntag an gefeiert werde, sei für die Christen in Jesus Christus selbst verkörpert, schreibt er in der Grußbotschaft. Auch die Hindu-Tradition kenne ja eine höchste Gottheit mit den Eigenschaften eines Vaters. Für die Christen sei es der Sohn des Vaters, der den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit auf die Erde gebracht habe. Arinze erinnert auch an die christliche Tugend der Nächstenliebe, die Ähnlichkeiten mit der hinduistischen Dana hat, was so viel wie "Selbsthingabe" bedeutet. In einer Welt voller Egoismus müsse es für die Anhänger beider Religionen - trotz aller Unterschiede - erste Aufgabe sein, diese Botschaft der Selbstlosigkeit zu den Menschen zu tragen.

China

Sieben Mitglieder der verbotenen romtreuen Untergrundkirche Chinas sind am Montag dem 1. November zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. Die Anklage lautet auf: "unerlaubte religiöse Handlungen". In Haft ist auch Bischof Jia Zhigou. Er wurde am 15. August festgenommen. Der 65-Jährige hat wegen seiner Papsttreue bereits 20 Jahre in Gefängnissen verbracht. Von ihm gibt es zur Zeit keine Spur

Israel

Das Land hat am 1. November weitere christliche Sektenmitglieder abgeschoben. Die drei Amerikaner waren am Freitag zusammen mit 18 weiteren Personen festgenommen worden, die zum Großteil schon des Landes verwiesen worden sind. Ihnen wird vorgeworfen, während des Jubiläumsjahr 2000 einen Anschlag auf das muslimische Heiligtum der Al Aksa-Moschee geplant zu haben.

Irak

Der irakische Vizepräsident, Taha Yassin Ramadan, hat einen Besuch des Papstes begrüßt. Bei der Eröffnung einer Ausstellung sagte der Politiker am 1. November gegenüber Reportern, der Irak heiße jeden willkommen, der das Land besuchen wolle, und die Regierung verfolge keine politischen Ziele mit der Visite.

Amerika

Kolumbien

Die beiden größten Guerilla-Organisationen des Landes haben in diesen Tagen 17 Geiseln freigelassen. Politische Beobachter werteten das als Zeichen guten Willens für die Friedensgespräche zwischen Rebellen und Regierung, die am 24. Oktober wieder aufgenommen worden waren. Unter den Freigelassenen sind auch sieben Personen, die Ende Mai während eines Gottesdienstes in der Stadt Cali entführt worden waren.

Bei dem seit 1964 dauernden Bürgerkrieg in Kolumbien sind bislang nach Schätzungen mehr als 120.000 Menschen ums Leben gekommen.

Venezuela

Papst Johannes Paul II. hat den venezolanischen Staatspräsidenten um einen umfassenden Lebensschutz in der neuen Verfassung des Landes gebeten. In einer Botschaft vom Dienstag dem 2. November an Hugo Chavez drängt der Papst darauf, eine mögliche Legalisierung der Abtreibung durch sein Veto zu verhinden.

 

Man hört Radio Vatikan täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A, durch Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog) und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Tel.:0039 06 6988 4101, Fax: 0039 06 6988 3844

Post:Radio Vatikan-sezione tedesca,I-00120 Citta del Vaticano

E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten: 06.11.99

top