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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Freitag, dem 22.10.99 bis Montag, dem 25.10.99

Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ
Redaktion dieser Ausgabe : Carol Lupu

Vatikan

Am 22. 10.99 ist die Botschaft der Europabischofsynode an das Volk Gottes veröffentlicht worden. Das sechs-seitige Dokument steht unter dem Motto "Mit Freude bezeugen wir das Evangelium der Hoffnung für Europa". Das Dokument ist gleichzeitig Glaubens- und Schuldbekentnis, Ermutigung und Aufruf. Die Bischöfe nennen als Zeichen der Hoffnung: die vielen Märtyrer dieses Jahrhunderts, die wiedergewonnene Freiheit in Osteuropa, die neuen geistlichen Gemeinschaften, die Arbeit der Laien, insbesondere der Frauen in der Kirche.

Erstmals hat der apostolische Stuhl alle mit Rom unierten Ostkirchen aus der Neuen Welt zu einer Konferenz eingeladen. Sie findet vom 7. bis 12. November in Boston statt. Wie die römische Ostkirchen-Kongregation mitteilte, nehmen an der Tagung Vertreter der orientalischen Gemeinschaften aus allen Teilen Amerikas, Australiens und Neuseelands teil. Als ökumenische Geste ist dabei auch ein Vespergebet im byzantinischen Ritus mit Repräsetanten orthodoxer Kirchen geplant.

Der Vatikan zeigte sich befriedigt über den Freispruch des mehrmaligen italienischen Ministerpräsidenten Guilio Andreotti. Er war am 23.10.99 in Palermo von der Anklage der Zugehörigkeit zur Mafia freigesprochen worden. Die Vatikanzeitung Osservatore Romano und Sprecher Navarro-Valls zeigten sich befriedigt. Die Anklage hatte 15 Jahre Haft beantragt. Vor einem monat endete in Perugia ein Prozess gegen Andreotti ebenfalls mit einem vollen Freispruch.

Beim sonntäglichen Angelusgebet am 24.10.99 hat Papst johannes Paul II. den Missionarinnen und Missionaren in aller Welt für ihren Einsatz gedankt. Anlässlich des Weltmissionssonntages rief er die Christen auf, sich ihrer Berufung für das Evangelium bewusst zu sein.

Am 24.10.99 treffen 230 Vertreter verschiedener Religionen in Rom ein, die an einer interreligiösen Begegnung teilnhmen. Die Teilnehmer werden in Dialogen und Arbeitssitzungen gemeinsame Themen besprechen. Papst Johannes Paul II. hatte noch vor dem großen Jubiläum 2000 ein interreligiöses Treffen gewünscht.

Papst Johannes Paul lI. wünscht eine friedliche Lösung des Tschschenien-Konflikts. Das sagte der Papst gegenüber dem russischen Außenminister Ivanov, den er am 25.10.99 in Privataudienz empfing.

Deutschsprachiger Raum

Hannover

Der Rat der Evanglischen Kirche in Deutschland hat eine kritische Aueinander-setzung mit der Jugendweihe gefordert. Das Verhältnis von Jugendweihe und Konfirmation müsse neu bestimmt werden, heisst es in einem in Hannover am 22.10. veröffentlichten Thesenpapier. In Ostdeutschland hätten Jugendweihe und Jugendfeiernach wie vor eine hohe Akzeptanz, konfirmiert würden aber nur sehr wenige Jugendliche.

Berlin

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, sieht die katholische Kirche in Deutschland nicht in einer lebensbedrohlichen Krise. Gegenüber der Berliner Morgenpost erklärte Lehmann, die Auseinandersetzungen um den wirksamen Lebensschutz für ungeborene Kinder würden zwar viel Zeit kosten und auch Wunden hinterlassen. Die Kirche dürfe sich deshalb aber nicht in wohlige Nischen zurückziehen.

Würzburg

Der Präsident des diakonischen Werkes, Jürgen Gohde, hat die Hospizarbeit als Zeichen gelebter Solidarität gewürdigt. Bei der Eröffnung des zweiten Ökumenischen Hospizkongresses in Würzburg erklärte er am 22.10.99 gute Sterbearbeit will helfen, dass sich das Leben im Sterben rundet. Hospizarbeit edeute, so Gohde, den totkranken Menschen ein Stück Himmel auf Erden zu bieten.

Freiburg

Bundespräsident Johannes Rau ist am 23.10.99 in Freiburg die Reihold-Schneider Plakette verliehen worden. Rau wird damit für besondere Verdienste um das humanistisch-christliche Menschenbild in Europa geehrt.

Berlin

Der Erzbischof von Berlin, Kardinal Georg Sterzinsky hat die «Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre» als wichtigen Schritt zur Einheit der Kirche bezeichnet. Im Sender Freies Berlin sagte am 23.10.99 der Oberhirte, dennoch sei damit die Kirchenspaltung nicht überwunden. Die Einheit sei erst erreicht, wenn das Herrenmahl gemeinsam gefeiert werden könne.

Paderborn

Die Faksimile Ausgabe des Lorscher Evangeliars ist am 23.10.99 in Paderborn vorgestellt worden. Das Evangeliar ist vermutlich im Jahr 810 in der Schreibstube Karls des Großen entstanden. Es ist mit kostenbaren Malereien und Elfenbeintafeln versehen und gilt als eines der herausragenden Kunstwerke seine Zeit. Die Auflage der Ausgabe beträgt 333 Exemlare.

Köln

Der Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meissner, hat zehn Jahre nach dem Mauerfall eine kritische Bilanz der Entwicklung in Deutschland gezogen. In einem Interwiev mit der katholischen Nachrichtenagentur KNA sagte Meissner am 25.10.99 negativ seien vor allem die - so wörtlich: "schauderhaften Abtreibungsgesetze", die Diskussion um die Sonntagsöffung und der Rückgang des Religionsunterrichtes.

Berlin

Die Komponistin Sofia Gubaidulina hat den Preis der Stiftung "Bibel und Kultur" erhalten. Nach Angaben des Kuratoriums wird damit die von russisch-orthodoxer Frömmigkeit und vom Humanismus geprägte Musik der 68-jährigen ausgezeichnet. Gubaidulina stammt aus der Tatarischen Republik und gehört zu den führenden Vertretern neuer russischer Musik.

Wien

Nach Aussagen des Pressesprechers der Erzdiözese Wien, Erich Leitenberger, lebt die katholische Kirche und gibt täglich Lebenszeichen. Damit reagierte er auf eine am 23.10.99 veröffentlichte Umfrage der Zeitung «Kurier». Darin wird derzeit ein Stimmungstief in der katholischen Kirche Österreichs festgestellt. Nach Aussage Leitenbergers, müsse man einen großen Respekt vor Meinungsumfragen haben, dennoch gebe es eine Distanz zwischen der Realität und solchen Umfragen.

Wien

Der Ökumenische Rat Österreichs hat zu seiner Vorsitzenden erstmals eine Frau gewählt. Die katholische Ordensschwester, Christine Gleixner, wird Nachfolgerin des griechisch-orthodxen Metropoliten Staikos. Wie die Österreichische Nachrichtenagetur kathpress mitteilt, ist mit Gleixner erstmals auch eine katholische Christin Vorsitzende des Ökumenischen Rates in Österreich.

Wien

Der Erzbischof von Wien, Kardinal Christoph Schönborn, hat vor Ausländerfeindlichkeit gewarnt, die in Österreich seiner Ansicht nach zunimmt. Jeder Versuch, bestimmte Menschengruppen wegen ihrer nationalen oder religiösen Herkunft auszugrenzen, müsse entschieden zurückgewiesen werden, sagte der Erzbischof heute in einer Erklärung zum österreichischen Nationalfeiertag in Wien.

Einsiedeln

Der bisher unbekannte Schreiber von Drohbriefen, die seit Monaten regelmäßig im Benediktinerkloster Einsiedeln eingingen, konnte am 21.10.99 festgenommen werden. Der Mann befindet sich seit mehreren Jahren in psychatrischer Behandlung und hatte vor 20 Jahren im Kloster gearbeitet.

Hauterive

Zum Zisterzienserkloster Hauterive in der Nähe von Fribourg ist eine neue Publikation erschienen. Das Heft aus der Reihe «Freiburger Kulturgüter» würdigt die große Bedeutung Hauterives im Mittelalter und untersucht die in der Barockzeit errichteten Bauten. Das 1138 gegründetete Kloster ist das älteste im Kanton Fribourg.

Basel

Der Haushalt 2000 für das Bistum Basel ist von der Finanzkommission verabschiedet worden. Damit stehen die Einnahmen von 4,824 Millionen Franken knapp über den Ausgaben von 4,821 Millionen. Die größte Teil des Budgetes beläuft sich auf Personalkosten. Die Finanzkommision hat sich zum Ziel gesetz, die Ausgaben des Bistums auf einen Kernbreich zu beschränken. Zu den Finanzen der Diözese ist eine detallierte Mitteilung für die Medien erschienen.

Europa

Norwegen

Am 22.10. sind muslimische Schüler in dem Land aus Protest nicht in die Schule. Wie ein örtlicher Hörfunksender meldelt, sehen die Muslime den religiösen Frieden bedoht, weil in den Schulbüchern das Christentum zu sehr gefördert werde. Kultusminister Jon Lilletun sagte darauf, jeder in Norwegen lebende, sollte die tausensjährige Geschichte des Landes kennen. In Norwegen hat die lutherische Kirche den Status einer Staatskirche. Die Muslime werfen dem Land vor, gegen internationalen Gepflogenheiten das Christentum zu bevorteilen.

 

Großbrittanien

Etwa 400 anglikanische Priester in England haben gegen die tolerante Haltung ihrer Kirche gegenüber homosexuellen Geistlichen demonstriert. Sie forderten einen eigenen Bischof für die Pfarreien, die sich gegen homosexuelle Geistliche aussprechen. Damit würden diese Gemeinden aus der normalen territorialen Struktur der anglikanischen Kirche herausfallen. Wie die britische Tageszeitung "The Times" am25.10.99 meldet, gäbe es bereits drei solcher sogenannter "fliegenden Bischöfe", die für die Pfarreien zuständig sind, die gegen die Frauenordination sind. Von den demonstrierenden Priestern, die sich zu der Organisation "Reform" zusammengeschlossen haben, werden die homosexuellen Befürworter als "Herätiker" bezeichnet.

Asien

Pakistan

In der Stadt Lahore ist am 22.10. eine katholische Kirche niedergebrannt worden. Der 25 jährige Täter ist nach dem Anschlag von den Behörden gefangen genommen worden. Der Polizei sagte der Täter, er habe gegen die Pakistan-Politik der Vereinigten Staaten demonstrieren wollen. Die USA übten Druck auf Pakistan auf, weil der mehrheitlich muslimische Staat Kaschmir unter der seine Flagge vereinigen wolle. Seit 1947 ist Kaschmir zwischen Indien und Pakistan geteilt.

Die christliche Minderheit kritisierte hingegen die Polizei. Sie hätte den Brandstifter nur festgenommen, nachdem etwa 50 Christen vor der Polizeiwache demonstriert hatten.

Israel

Die Bauarbeiten für die Moschee an der Verkündigungskirche in Nazareth sollen nach Angaben lokaler Vertreter bereits im Dezember beginnen. Das meldet die französische Nachrichtenagetur afp.

Israel

Israelische Behörden haben heute 21 Mitglieder einer vermutlich amerikanischen Sekte festgenommen. Die Gruppe hat vor, den Jahreswechsel auf dem Ölberg in Jerusalem zu verbringen, in Erwartung, dass mit diesem Ereignis auch Christus erscheint. Der israelische Rundfunk meldete, dass die Behörden in dieser Gruppe Selbstmörder oder andere gefähliche Täter vermuteten. Israel hatte in der Vergangenheit mehreren Gruppen die Einreise verweigert.

Libanon

Am 24.10.99 ist der neugewählte armenisch-katholische Patriarch Nerses Bedoros Tarmouni in Beirut inthronisiert worden. Der offizielle Amtssitz der Patriarchen ist das Kloster Bzommar, allerdings residiert das Oberaupt meist in der Hauptstadt Beirut.

Amerika

USA

Der US Senat hat ein Gesetz zum Verbot von Spätsbtreibungen verabschiedet. Dabei wurde jedoch die notwendige Mehrheit verfehlt, um das von Präsident Bill Clinton angekündigte Veto zu überstimmen. Dieser hatte bereits wiederholt erklärt, dass er auf Ausnahmeregelungen bestehe. Die Senatoren wollen die Spätabtreibungen nur bei Lebensgefahr der Mutter zulassen.

Ecuador

Der ecuadorische Erzbischof Luis Alberto Luna Tobar hat eine Gruppe von Ureinwohnern exkommuniziert, weil sie Lynchjustuz betrieben hat. Der Bischof äußerte die Hoffnung, dass dieser Schritt ein Beispiel geben könne für alle anderen

Kolumbien

Im ganzen Land fanden am 24.10.99 Friedenmärsche statt, die von der katholischen Kirche unterstützt werden. Nach Pressemeldungen nahmen 9 Millionen Personen an den Märschen teil. Der Papst sprach beim Angelusgebet am 24.10. seine Unterstützung der Initiative aus. Mehrer Organisationen wollen mit dieser Demonstration Regierungs- und Guerillaorganisationen Farc drängen, ihre Waffenstillstandverhandlungen erfolgreich zu führen.

 

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm
Dienstag: G. Lohfink, Braucht Gott die Kirche
Mittwoch: Die Römische Woche
Donnerstag: .Kreuz des Südens, Leben in jungen Kirchen
Man hört Radio Vatikan täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
Mittelwelle : 1530 Khz
Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz
Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A, durch Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr
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Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen
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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten: Montag, 25.10.99

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