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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, dem 3.9.99 bis Donnerstag, dem 7.9.99 Verantwortlich: P. Eberhard v. Gemmingen SJ

 

Vatikan

Zusammenfassung bisheriger Statements der Sondersynode für Europa:

Bei der Sonder-Bischofssynode für Europa hat Kardinal Joachim Meisner von Köln die Unterschiede zwischen Katholiken und Protestanten in Fragen der Sexualmoral und der Abtreibung beklagt. Dies sei kein gutes Signal im Bereich der Ökumene. Theologische Annäherungen seien begrüßenswert. Wenn die christlichen Konfessionen wieder eine gemeinsame Stimme in der Moral fänden, wäre dies jedoch wichtiger als noch so fundamentale dogmatische Konsensdokumente. Indes hat der Bischof von Hildesheim Josef Homeyer den besonderen Einsatz der Kirche für die Schwachen gefordert. Diese Rolle müsse in der Gesellschaft auch deutlich vermittelt werden. Der Bischof von Augsburg, Viktor Dammertz, konzentrierte sich auf die Arbeit der Priester. Bei allem Engagement dürften sie nicht überfordert werden, so dass das geistliche Leben Schaden leide.Der Bischof von Dresden-Meißen, Joachim Reinelt betonte gegenüber Radio Vatikan, er sei voller Bewunderung für die Kirchen, die auch nach der kommunistischen Unterdrückung in den letzten zehn Jahren noch so viel Leid zu tragen hatten. Im Vergleich dazu gehe es der katholischen Kirche in den östlichen Bundesländern sehr gut. Der deutschstämmige Bischof aus dem südrussischen Saratow, Klemens Pickel, erklärte gegenüber Radio Vatikan, er höre mit tiefer Anteilnahme die Beiträge der Synodalen. Er sei der Jüngste unter allen Bischöfen und bewundere die Versammlung. Der Generalobere des Jesuitenordens, Peter-Hans Kolvenbach, zeigte sich erfreut gegenüber Radio Vatikan seine Freude darüber aus, dass die Synodenbischöfe jetzt den Mut hätten, über die neuen geistlichen Gemeinschaften zu sprechen. Vor acht Jahren sei dies noch nicht der Fall gewesen. Trotz aller Schwierigkeiten mit diesen Bewegungen seien sie doch ein Zeichen der Hoffnung. Kolvenbach drückte auch seine Freude darüber aus, dass die Bischöfe von West- und Osteuropa sich heute gegenseitig verstünden. Das sei bei der ersten Europasynode im Jahr 1991 noch nicht so gewesen. Der französische Bischof Bellino Ghirard schlug vor der Versammlung vor, die Kirchen Europas sollten ein gemeinsames Fernsehprogramm starten. Für den Bischof von Brixen-Bozen, Wilhelm Egger, hat die Europa-Synode ihre gute biblische Begründung in dem Ruf, den der Apostel Paulus aus Mazedonien gehört habe, da ihn eine Stimme in einer Vision gebeten hatte, über das Meer von Kleinasien nach Griechenland zu kommen. Heute legt der Südtiroler Bischof Wert auf das richtige Gleichgewicht zwischen Dezentralisierung und Zentralismus. Die örtliche Identität sei zu respektieren. "Eine starke Ortskirche ist eine guter Gesprächspartner". Der Bischof von St.Gallen, Ivo Fürer, hat sich gegen eine vereinfachende Sicht der gesellschaftlichen und kirchlichen Veränderungen in Europa gewandt. Man müsse den Wandel richtig analysieren, bevor man bestimmte Erscheinungen beklage. Die gegenwärtige Zeitenwende solle nicht nur negativ gesehen werden, sondern als einen Augenblick der Heilsgeschichte, in dem Gott gegenwärtig sei. Vereinfachende Begriffe wie "Konsumismus" seien zu vermeiden; sie eigneten sich nicht zur Erfassung komplexer Phänomene, warnte der Bischof von St.Gallen eindringlich.

Am Sonntag, den 3. Oktober hat Papst Johanes Paul II. in Rom sechs Christen selig gesprochen. Es sind die beiden italienischen Priester Fernado Baccilieri und Angelo Tardini und der belgische Priester Eduard Poppe. Die drei weiteren sind Ordensbrüder aus der franziskanischen Familie. Darunter der Kapuziner Nicola da Gesturi und die beiden Franziskaner Mariano da Roccacale und Diego Oddi. Die Seligen lebten zwischen 1800 und 1958.

Der Präsident des päpstlichen Rates Cor Unum , Erzbischof Paul Josef Cordes, hat den Christen im Kosovo am 3. Oktober 1999 einen Solidaritätsbesuch abgestattet. Er nahm die Arbeit der Caritas in Augenschein, die bis jetzt Hilfe in Höhe von über 30 Millionen Dollar in der Region geleistet hat. Cordes feierte eine Messe in Bishtazhin, an der auch Vertreter der muslimischen Gemeinde teilnahmen.

Genaue Informationen über eine möliche Reise Papst Johannes Pauls II. in den Irak wird der Apostolische Stuhl in den kommenden Tagen bekannt geben. Fraglich ist nicht nur, wann sie stattfindet, sondern auch, ob sie verschoben oder der Plan vorerst aufgegeben wird. Das meldet die italienische Nachrichtenagentur ansa unter Berufung auf den vatikanischen Pressesaal.

Der Vatikan wird im nächsten Jahr ein Handbuch zur katholischen Soziallehre eröffentlichen. Das kündigte am 7. 10. 1999 der Präsident des Päpstlichen Rates Justitia et Pax, Erzbischof Francois Xavier Nguyen Van Thuan, vor der Europasynode an.

 

Deutschprachiger Raum

Wiesbaden

Am 3.Oktober 1999 fand in Wiesbaden eine ökumenischer Gottesdienst zum Tag der Deutschen Einheit statt. An ihm nahmen Bundespräsident Johannes Rau, Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und andere herausragende Politiker teil. In seiner Predigt warnte der Limburger Bischof Franz Kamphaus vor sozialer Kälte. Es bestehe die Gefahr, dass man nur einmal im Jahr die deutsche Einheit feiere und das ganze Jahr über die Einheit vergesse, so der Bischof.

München

Kardinal Friedrich Wetter, Erzbischof von München und Freising, sieht keine Gefahr einer Kirchenspaltung durch die Gründung von "Donum Vitae". In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung meinte der Oberhirte, katholische Laien dürften sich privatrechtlich zusammenschließen. Die Gefahr einer Kirchenspaltung sei nicht gegeben. In München wirbt unterdessen der Diözesanrat des Bistums für den Verein "Donum Vitae".

Speyer

Die Äußerungen des Fuldaer Erzbischofs Johannes Dyba zum Engagement katholischer Laien in der Schwangerenkonfliktberatung stoßen auch in der evangelischen Kirche auf Kritik. Das Diakonische Werk Pfalz wies am 4. 10. 1999 Dybas Position zum Verein "Donum Vitae" als "respektlos und skandalös" zurück. Mit seinem Wort vom "Donum mortis" - Geschenk des Todes - verunglimpfe Dyba die katholische Laieninitiative, erklärte das Diakonische Werk in Speyer.

Paderborn

Der Paderborner Weihbischof Reinhard Marx ist neuer Vorsitzender der deutschen Kommission Justitia et Pax. Das teilte die katholische Entwicklungshilfeorganisation am 6. 10. 1999 in Bonn mit. Marx ist Nachfolger des Trierer Bischofs Leo Schwarz, der nach 11 Jahren im Amt nicht mehr kandidiert hatte.

Köln

Gegen die Ausgrenzung von Homosexuellen hat sich die Kolpingjugend gewandt. In einer am 4. Oktober 1999 in Köln veröffentlichten Erklärung heißt es, die reale Situation müsse zur Kenntnis genommen werden. Auch im Kolpingwerk gebe es Homosexuelle.

Wien

Die östrreichischen Jesuiten wollen in Afrika und Asien Bildungsprogramme energischer unterstützen. Bei einem Treffen der Europäischen Missionsprokuren in Wien sagten Mitglieder der Gesellschaft Jesu am 3. Oktober 1999, dass vor allem China in das Interesse des Ordens gerückt sei.

Innsbruck

Der Insbrucker Bischof Alois Kothgasser hat zu einer verantwortungsbewussten Konsumhaltung aufgerufen. In einem Begleitwort zu der Aktion "Juwelen des Waldes - Vorboten des Paradieses" schreibt der Bischof: "Wir müssen Direktvermarkter fördern, auf Bauernmärkten einkaufen, Energie sparen, heimische Hölzer bevorzugen, dezentrale Molkereien und Schlachthöfen eine Chance geben."

Graz

Der Bischof von Graz, Johann Weber, hat die Bedeutung von Kirchenbauten hervorgehoben. "Kirchenbauten sind nicht nur Nebensache", sagte der steirische Bischof am 3. Oktober bei einem Gottesdienst mit Verantwortlichen der diözesanen Bauämter Österreichs. Die große Aufgabe aller am Bau beteiligten sei, eine Verbindung zwischen Intimität und Zeugnis des Glaubens zu schaffen, das eine Kirche darstelle, so Bischof Weber.

Wien

Simon Wiesenthal, Leiter des Jüdischen Dokumentationszentrums in Wien, hat erneut den Einsatz von Papst Johannes Paul II. gegen den Antisemistismus hervorgehoben. In einem am 6.10. 1999 veröffentlichten Zeitungsinterview erklärte Wiesenthal, dass kein Papst die Judenfeindschaft so vehemt bekömpft habe wie Johannes Paul II.

Bern

Der sogenannte Bistumsartikel wird aus der Schweizer Verfassung zunächst nicht gestrichen. Das entschied am 5. Oktober der Ständerat in Bern. Der Bistumsartikel sieht vor, dass in der Schweiz Bistümer nur miit Zustimmung der Bundesregierung errichtet werden dürfen.

Europa

Bulgarien

Die orthodoxe Kirche des Landes hat am 3. Oktober 1999 bekanntgegeben, dass sie sich aus der Konferenz europäischer Kirchen zurückziehen werde. Wie der Weltrat der Kirchen in Genf meldet, habe Sofia keine Begründung für den Ausstieg angegeben. Im vergangenen Jahr hatte sich die bulgarische Kirche bereits vom Weltrat der Kirchen in Genf getrennt.

Russland

Patriarch Alexij II. vom Moskau und ganz Russland hat davor gewarnt, alle Monumente, die an die kommunistische Zeit erinnern, zu zerstören. Vor Journalisten sagte er, die Russen müßten ihre Geschichte annehmen, ob sie sie liebten oder nicht. Hingegen sei die Vernichtung von Kirchen in kommunistischer Zeit die Zerstörung der eigenen Vergangenheit gewesen, so der Patriarch.

Lettland

Die erste Katholische Akademie des Landes wird am 1. Dezember 1999 in Riga gegründet. Wie Renovabis in Freising mitteilt, soll die Edith-Stein-Akademie das Gespräch der verschiedenen Konfessionen untereinander fördern. Darüber hinaus soll in der Bildungseinrichtung die Diskussion zwischen katholischer Kirche und Gesellschaft gefördert werden.

Moskau

Der Moskauer Patriarch Alexij II. hat die ökumenischen Fortschritte zwischen der russisch-orthodoxen und der katholischen Kirche gewürdigt. Es sei jedoch viel zu leisten, bis zu einer vollen Gleichberechtigung und gegenseitigem Respekt, heißt es in einem Grußwort des Patriarchen an die derzeit im Vatikan tagende Bischofssynode.

Albanien

Der Erzbischof von Tirana, Rrok Mirdita, erwartet, dass der Vatikan das Kosovo zur selbsttändigen Diözese erhebt. Gegenüber der US-amerikanischen katholischen Nachrichtenagentur CNS erklärte er am 5.10.99, dass dies ein logischer Schritt wäre. Nach Ansicht Mirditas wäre eine solche Entscheidung als Hinweis des Vatikan zu verstehen, das Kosovo von Serbien abzutrennen. Derzeit werden die 60.000 Katholiken im Kosovo von der Diözese Skopje betreut.

Amerika

Venezuela

Die Kirche des Landes befürchtet, dass die neue Verfassung die Abtreibung legalisieren wird. Wie der Bischof von Maturmn, Freddy Fuenmayor am 4. Oktober 1999 sagte, würden einige von der Nationalversammlung vorgelegte Pläne Formulierungen enthalten, die das Tor zur Legalisierung von Abtreibung, Euthanasie und Eheschliessung unter gleichgeschlechtlichen Paaren öffneten.

USA

Das Washingtoner State Department hat insgesamt sieben Ländern mit Sanktionen gedroht, weil sie teilweise die Religionsfreiheit schwer verletzen. Das geht aus einer am 6. Oktober 1999 in Washington veröffentlichten Liste hervor. Neben China sind Afghanistan, Burma, Iran und Irak sowie Serbien und der Sudan von den möglichen Sanktionen betroffen.

Asien

Ost-Timor

Bischof Carlos Belo von Dili hat die Bevölkerung seines Landes zur Rückkehr in die Heimat aufgefordert. Belo selbst befindet sich seit dem 6. Oktober 1999 wieder in Ost-Timor. Der Friedensnobelpreisträger plädiert dafür, zunächst eine UN Verwaltung zu errichten. Als zweiter Schritt sollte ein Nationalrat des Widerstandes die Gesellschaft Ost-Timors nach rechtsstaatlichen Prinzipien organisieren. Die Kirche ist nach Belo bereit, dabei mitzuwirken.

ISRAEL:

Im Streit um den Bau einer Moschee in Nazareth haben christliche Kirchenführer gedroht, an Weihnachten alle Gotteshäuser zu schliessen. Muslime in Nazareth hatten auf einen Parkplatz, der für christliche Besucher des Jahres 2000 vorgesehen war, eine Zelt-Moschee errichtet und zum Heiligen Bezirk erklärt. Wie die israelische Zeitung Haarez am 6.10. 1999 berichtet, habe der ehemalige israelische Aussenminister, Ariel Sharon, Papst Johannes-Paul II. bei einem vier-Augen-Gespräch zugesichert, den Status Quo vor Errichten der Moschee wiederherzustellen.

 

Afrika

Nigeria

Präsident Obsanjo hat jetzt einen religiösen Friedensrat gegründet, der für ein friedliches Zusammenleben von Christen und Muslimen sorgen soll. Unter der Bevölkerung Nigerias gibt es nach Ansicht von Beobachtern seit Jahren gewaltsame Konflikte.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Dienstag:"Radioakademie: Gerhard Lohfink: Braucht Gott die Kirche?"

Mittwoch:" Römische Woche"

Donnerstag:"Jugendmagazin: Schreiben der deutschen Bischöfe an die Verantwortlichen in der Jugendpastoral zu Sexualität und Sexualtpädagogik

Freitag:"Prisma-Magazin"

Samstag:"Sonntagsbetrachtung über das Sakrament der Ehe"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A durch

Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog)

und ZDF (7.56 MHz - digital).

World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr

Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog)

und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eberhard v.Gemmingen

Redaktion dieser Ausgabe : Carol Lupu

Tel.:0039 06 6988 4101, Fax: 0039 06 6988 3844

Post:Radio Vatikan-sezione tedesca,I-00120 Citta del Vaticano

E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten:

Mittwoch 11. 10. 99

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