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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 26. September bis Dienstag, 28. September 1999.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat bei seiner Ansprache zum Angelusgebet am 26.09. über die Rolle der Vernunft im Kontext des Glaubensweges reflektiert. Er betonte dabei, dass die Vernunft bereits eine wichtige Rolle spielt im Reifungsprozess der Zustimmung zum Glauben. Dieses "Ja" entwickelt sich in einer zutiefst vernünftigen Art in der Wahrnehmung der Zeichen, die Gott von sich aus in der Heilsgeschichte offenbart hat. Dabei handelt es sich nach den Worten des Papstes nicht um Beweise im Sinne experimenteller Wissenschaft. Die Hinweise Gottes zeigten sich vielmehr im Kontext der interpersonalen Kommunikation. Sie richteten sich daher nicht nur an die Vernunft, sondern es handele sich um ein tiefes existentielles Hineingenommensein.

Johannes Paul II. betonte, dass diese Zeichen der Heilsgeschichte unterstützt von der Gnade Gottes, seine Gegenwart in der Geschichte bezeugten. Sie trieben so den Menschen an, sich Gott mit ganzem Vertrauen hinzugeben. Auch der reife Glaube suche durch die Vernunft immer weiter in die Geheimnisse des Glaubens vorzudringen. Hier ist die Aufgabe, die die Theologie zu lösen hat: Die Ereignisse der Offenbarung aufzugreifen und eine systematische Reflexion anzustellen, sei es, um die verschiedenen Dimensionen zu vertiefen, sei es um eine Harmonie zu finden zwischen den verschiedenen Aspekten der Wahrheit oder sei es,um den Herausforderungen zu antworten, die von Kultur und Geschichte immer wieder gestellt werden. Nach dem Angelusgebet erinnerte der Papst an die Erdbebenopfer in Taiwan. Dabei bat er die internationale Gemeinschaft um Hilfe für die Opfer. Am 29.09. wird Papst Johannes Paul II. aus seiner Sommerresidenz in Castelgandolfo in den Vatikan zurückkehren. Am 1.10. wird er dann mit einem Gottesdienst in der Petersbasilika die Europasynode feierlich eröffnen.

Papst Johannes Paul II. hat die zentralafrikanischen Bischöfe aufgerufen, sich weiter mutig für die integrale Entwicklung des Menschen, für die Förderung der Gerechtigkeit und das Einvernehmen aller Gruppen der Nation einzusetzen. Wie er am 27.09. gegenüber den Bischöfen, die sich zu ihrem Ad-Limina-Besuch in Rom aufhalten, sagte, werde von der Kirche vor allem im Sozialbereich Engagement erwartet. Evangelisierung und sozialer Einsatz seien eng miteinander verbunden. Deshalb spiele die Kirche eine prophetische Rolle im Einsatz für den Menschen und seine Würde, meinte der Papst.

Die Restaurierungsarbeiten an der Fassade des Petersdoms sind abgeschlossen. Nach genau 30 Monaten der Säuberung und Restaurierung wird die Kirchenfront am 30.09. im Beisein des Papstes in einer feierlichen Zeremonie gesegnet. Am 28.09. wurde das Ergebnis der Presse vorgestellt. Sponsor der Arbeiten war der italienische Energiekonzern ENI. Wie ein Sprecher von ENI erklärte, sind an 7000 Quadratmeter grossen Fassadenfläche rund 50.000 Stukkaturen erneurte worden.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Der innerkirchliche Umgang mit der Schwangerenkonfliktberatung hat nach Auffassung des Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Karl Lehmann - so wörtlich - viel Porzellan zerschlagen. Die katholische Kirche habe nach allen Seiten Schaden davon getragen, schreibt Lehmann in einem jetzt vorab veröffentlichten Artikel der Mainzer Bistumszeitung. Das gelte sowohl politisch und gesellschaftlich als ökumenisch und in ihrem Innern. Derweil hat der Fuldaer Erzbischof, Johannes Dyba, die Laieninitiative zur Fortführung einer katholischen Schwangerenkonfliktberatung scharf angegriffen. In einem am 28.09. vorab veröffentlichten Beitrag für seine Bistumszeitung erklärte Dyba, dass der neugegründete Verein nicht "Donum Vitae" -zu deutsch "Geschenk des Lebens" , sondern besser "Donum Mortis" - "Geschenk des Todes".

Deutschland

Kardinal Georg Sterzinsky hat sich jetzt differenziert über die Ausbildung zur Diakonin geäussert. In einem KNA-Interview erklärte der Berliner Erzbischof, wenn die Frauen wirklich zum Dienst bereit seien, könne ihnen der dreijährige Kurs durchaus helfen. Aber sie dürften nicht erwarten, damit Zugang zu Entscheidungspositionen zu erhalten.

Deutschland

Der Glaube braucht die Wissenschaft nicht zu fürchten. Das erklärte der Berliner Kardinal, Georg Sterzinsky, beim Eröffnungsgottesdienst der Generalversammlung der Görresgesellschaft am 26.09. in Potsdam. Der Wissenschaftler bedürfe des Glaubens, denn niemand lebe von Kenntnis allein, so Sterzinsky. Wissenschaftler, die unvoreingenommen an ihre Aufgabe herangingen, würden etwas spüren von der Allmacht, die hinter allem steht.

Österreich

Offenheit gegenüber Ausländern hat der Wiener Kardinal, Christoph Schönborn, angemahnt. Die reicheren Nationen seien verpflichtet, soweit es ihnen möglich ist, Ausländer aufzunehmen, die auf der Suche nach Sicherheit und Lebensmöglichkeiten sind. Das erklärte Schönborn in einem Grusswort zum "Sonntag der Völker" das am 26.09. während des zentralen Gottesdienstes im Wiener Stefansdom verlesen wurde. Der Wiener Generalvikar, Franz Schuster, betonte in seiner Predigt, für das Verhältnis von Einheimischen und Zuwanderern sei eine Gesinnung der herzlichen Zuneigung und der wirklichen Verbundenheit in der Liebe zum Nächsten notwendig.

Österreich

Die Katholische Aktion hat den Stil des Wahlkampfes zum Nationalrat in einer Woche scharf kritisiert. In einer Erklärung zum "Kirchlichen Ausländersonntag" beklagt die Laienorganisation, dass der Wahlkampf zunehmend mit Angstparolen und Diffamierungen geführt werde. Die Lebensqualität einer Gesellschaft bemesse sich wesentlich an ihrem Umgang mit Minderheiten, Fremden und Randgruppen. Deshalb seien politische Parteien danach zu beurteilen, wie weit sie für ein solidarisches Zusammenleben in Freiheit, Toleranz und Gastfreundschaft eintreten, betonte die Katholische Aktion Österreichs.

E U R O P A

Griechenland

Der Erzbischof von Athen und Oberhaupt der orthodoxen Kirche Griechenlands, Christodoulos, hat zur friedlichen Koexistenz von Christen und Muslimen aufgerufen. Bei seinem ersten Treffen mit einem hohen Vertreter des Islam erklärte Christodoulos am 25.09., in den beiden Religionen müssten die extremistischen Kräfte beseitigt werden, die die Freundschaft zwischen den beiden Gemeinschaften zu untergraben versuchten.

Europäische Union

Die katholischen Bischöfe der Europäischen Union sind besorgt über ein Fehlschlagen des EU-Gipfels in der Frage einer gemeinsamen Asyl-und Einwanderungspolitik. Wie das Sekretariat der EU-Bischofskonferenzen am 27.09. in Brüssel erklärte, fordern die Bischöfe, Einwanderung in einem positiveren Licht zu sehen. Nicht nur angesichts des Geburtenrückgangs, sondern auch wegen der kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte, sei Einwanderung eine Bereicherung.

A S I E N

Osttimor

Bischof Carlos Belo von Dili hat am 28.09. ein rascheres Vorrücken der internationalen Friedenstruppen in seiner Heimat gefordert. Bei einem Besuch der kirchlichen Hilfswerke Missio und Misereor in Aachen, erklärte Belo: Nach acht Tagen hätten die Interfet-Truppen den grössten Teil der Insel unter Kontrolle haben müssen. Das sei bisher nicht der Fall. Bischof Belo dankte den deutschen Katholiken für ihre bisherige Unterstützung und forderte sie auf, den Wiederaufbau seiner zerstörten Heimat auch künftig mitzutragen.

Indien

Eine extremistische Hindu-Organisation hat Papst Johannes Paul II. davor gewarnt, bei seinem Besuch im November, für das Christentum zu werben. Das Papst sei in Indien willkommen, er müsse aber im gleichen Respekt für alle Religionen bekunden, erklärte der Sprecher der Hindu-Organisation. Sollte das Kirchenoberhaupt erklären, dass lediglich eine Religion das Heil habe, werde man sich gegen seinen Besuch wehren, sagte er weiter.

Indien

Ein US-amerikanischer Theologe ist ohne Angaben von Gründen aus Indien ausgewiesen worden. Wie der Vatikanische Nachrichtendienst FIDES am 28.09. berichtete, hat der Professor für Altes Testament, Raymond Ceresko, bereits am 16.09. das Land verlassen müssen. Sein persönlicher Einspruch sowie ein Protestbrief des Vorsitzenden der Indischen Bischofskonferenz, Alan de Lastic, seien unbeantwortet geblieben.

A M E R I K A

Mexiko

Der Erzbischof von Guadalajara, Kardinal Juan Sandoval Iniguez, hat sich entschieden gegen einen Vorschlag des Gesundheitsministeriums ausgesprochen, wonach Abtreibungsmedikamente legalisiert werden sollen. Iniguez berief sich auf die Auffassung der Kirche, wonach das individuelle menschliche Leben sofort nach der Befruchtung der weiblichen Eizelle beginnt. Mitglieder der Bewegung für das Leben haben sich dem Erzbischof von Guadalajara angeschlossen.

V E R E I N T E N A T I O N E N

Am 27.09. hat die Kulturorganisation der Vereinten Nationen

UNESCO den Welttag des Tourismus begangen. Zu diesem Anlass hat Papst Johannes Paul II. eine Botschaft geschrieben: Wenn der Tourismus intelligent organisiert ist, kann er zu einer Art Selbstbildung werden und die Person bereichern. Unter diesem Gesichtspunkt sei vor allem das Engagement christlicher Organisatoren nötig, die im direkten Kontakt mit Organisationen und Touristen, das Verantwortungsgefühl der Menschen beim Schutz von Natur-und Kulturgütern wecken. Der Ständige Beobachter des Apostolischen Stuhls bei der Welttourismusorganisation wies dabei auf die Position der Kirche hin, die vor allem ihre Stimme für die ethische Seite des Tourismus zu Gehör bringen will. Hierzu gehört etwa die Achtung vor den religiösen und geistigen Werten der verschiedenen Völker.

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Dienstag:"Radioakademie"

Mittwoch:" Römische Woche"

Donnerstag:"Kreuz des Südens"

Freitag:"Prisma-Magazin"

Samstag:"Sonntagsbetrachtung" und "Rosenkranzgebet"

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täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

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Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten :

Samstag, 2.10.1999

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