Stichwortsuche
Archiv
Programmvorschau
Freundeskreis
Real Audio
www.kath.de

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 22.September bis Samstag,25. September 1999.

Deutschland

Die Deutsche Bischofskonferenz hat bei ihrer Herbstvollversammlung keinen gemeinsamen Beschluß zur Schwangerenkonfliktberatung gefällt. Die Mehrheit der Bischöfe wird - so scheint es - in Zukunft keinen Beratungsschein mehr ausstellen. Es liegt jedenfalls an jeden Bischof, für seine Diözese zu entscheiden. Eine Minderheit von Bischöfen möchte vor einer endgültigen Entscheidung noch ihre Bedenken gegen den Wunsch des Papstes mit diesem selbst beim kommenden Ad-Limina-Besuch in Rom besprechen.

Bischof Karl Lehmann, der von der Versammlung erneut zum Vorsitzenden der Konferenz gewählt wurde, erklärte vor der Presse, die Entscheidung vom Juni dieses Jahres sei jedenfalls hinfällig.

Aus dem Vatikan gibt es keine Kommentare zu der Frage, jedoch befaßt sich die italienische Presse jetzt auch mit der Diskussion um die Schwangerenberatung in Deutschland.

Kardinal Joachim Meisner erklärte, in der Erzdiözese Köln werde keine Beratungsstelle geschlossen und keine Beraterin entlassen, aber es werde keine Beratungsscheine mehr geben, die Straffreiheit bei Abtreibung garantieren. Er bedauerte, daß in der Seelsorge Verwirrung entstanden sei.

Mehrere Bischöfe kündigten an, sie würden sich zunächst mit den zuständigen Gremien ihrer Diözese beraten und dann einen langsamen Ausstieg planen.

Indes hat das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken eine Initiative gestartet, einen Verein zu gründen, der nach katholischen Prinzipien Beratungsstellen führen, aber nicht katholisch heißen werde. Mehrere katholische Organisationen und Persönlichkeiten haben die Entscheidung der Bischöfe bedauert.

Bischof Karl Lehmann äußerte unterdessen den Wunsch, die Laieninitiative, eine Schwangerenberatungstruktur aufzubauen nicht als Widerstand gegen Papst und Kirche aufzufassen. In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" erklärte Lehmann zudem, mit der Entscheidung, sich aus dem staatlichen Beratungssystem zurückzuziehen, sei auch ein bestimmtes Kirchenbild gewählt worden.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat die Jugend Israels und Palästinas zum Einsatz für einen dauerhaften Frieden aufgerufen. Echter Friede entstehe nicht nur durch Verträge, sondern müsse auch aus den Herzen der Menschen kommen, so Johannes Paul II. in einer Botschaft, die er bei der Generalaudienz drei Jugendlichen aus dem Nahen Osten - einem Juden, einem Christen und einem Moslem - überreichte. In der Botschaft äusserte der Papst erneut die Hoffnung, demnächst eine Pilgerreise auf den Spuren der Heilsgeschichte in den Nahen Osten machen zu können.

Mehrere Popstars habe ihre Solidarität mit Papst Johannes Paul II. bezüglich eines Schuldenerlasses zum Jubiläumsjahr 2000 bekundet. Die Künstler, darunter Bono von U2, Bob Geldof, Quincy Jones und Willy Colo, waren am 23.09. in Castelgandolfo vom Papst in Audienz empfangen worden. Bei der Gelegenheit unterstrich Johannes Paul II. erneut das Anliegen der Kirche, dass die finanziellen Gewinne beim Schuldenerlass auch wirklich den Bedürftigen zugute kommen. Der Papst äusserte die Überzeugung , dass die Schuldenkrise gelöst werden kann, auch wenn die Kirche selbst keine Modelle anbieten könne. Die Popstars engagieren sich für die Kampagne Jubiläum 2000, in der mehrere humanitäre Einrichtungen für einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder plädieren.

Priester und Laien ergänzen sich gegenseitig mit ihren je spezifischen Aufgaben und sie bilden zugleich eine Gemeinschaft. Das betonte Papst Johannes Paul II. am 25.09. bei seiner Ansprache zum Abschluss des Ad-Limina-Besuchs der kanadischen Bischöfe in Castelgandolfo. Dabei hob der Papst hervor, dass die Priester zwar ein besonderes Amt ausüben, dieses aber ein Dienstamt sei. Entsprechend sollten sie auch dafür Sorge tragen, dass sich die Laien aktiv am kirchlichen Leben beteiligen können.

Der erste gesamtamerikanische Missionskongress ist ein bedeutendes Kirchenereignis und ein Zeichen der christlichen Erneuerung. So definierte Papst Johannes Paul II. das 28.09. in der argentinischen Stadt Paranà beginnende Treffen, zu dem er den Präfekten der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Kardinal Josef Tomko, als Delegaten entsandt hat. Der Kongress, der erstmals Missionsvertreter des gesamten Kontinents vereint, soll den Kirchen in Amerika neue Impulse geben.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Am 27.09. beginnt die Woche der ausländischen Mitbürger. Sie steht unter dem Motto "Verschiedene Menschen, gleiche Würde". In einer jetzt von den Kirchen in Deutschland veröffentlichten gemeinsamen Erklärung wird betont, dass die Migration zukunftsorientiert gesteuert und sozial gestaltet werden müsse. Europa braucht ein einheitliches Asylrecht , das sich an der Würde der bedrohten Menschen orientieren muss, so die Forderung der katholischen, evangelischen und griechisch-orthodoxen Kirche. Der Abwehrgedanke dürfe in Deutschland nicht mehr im Mittelpunkt stehen. Mit Blick auf das 50jährige Bestehen des Grundgesetzes unterstreichen die Kirchen, es sei ein zentraler, wenn nicht der zentrale Artikel der Verfassung, dass jedem Menschen unabhängig von Sprache, Nationalität, Hautfarbe und Religion eine unveräusserliche Würde zukomme. Es sei nötig, alles zu unterlassen, was andere Menschen herabsetze, erniedrigere oder diskriminiere.

Deutschland

Die Unionsparteien lehnen eine von bündnisgrünen Politikern geforderte Amnestie für Gefangene mit kurzen Haftstrafen aus Anlass der Jahrtausendwende ab. Wie dazu ein Sprecher der CDU/CSU Bundestagsfraktion am 23.09. in Bonn mitteilte, sei die Jahrtausendwende keine Rechtfertigung um Straftäter vorzeitig aus der Haft zu entlassen. Im Vergleich zu anderen Nationen würden Haftstrafen in Deutschland seltener ausgesprochen. Darüberhinaus bestehe im Fall erfolgreicher Resozialisierung die Möglichkeit, Straftäter vorzeitig aus der Haft zu entlassen.

Österreich

Der Wiener Kardinal, Christoph Schönborn, hat zur Überwindung der Teilung Europas aufgerufen. In einem Zeitschrifteninterview mahnte Schönborn, es dürfe keinen Vorhang zwischen einer "Wohlstandsfestung Westen" und einer "Armutslandschaft Osten" geben. In Bezug auf die am kommenden 1.10. im Vatikan beginnende Europasynode kündigte der Wiener Kardinal an, er wolle insbesondere die Gemeinsamkeit in der Verschiedenheit von Ost-und Westkirche in Europa ansprechen.

Österreich

Für ein besseres Verhältnis zwischen Theologen und Bischöfen hat sich der Wiener Weihbischof, Helmut Krätzel, ausgesprochen. In Wien erklärte er jetzt, er vermisse das gegenseitige Zuhören von Theologen und Bischöfen, wie er es noch während des Zweiten Vatikanischen Konzils als sehr fruchtbar erlebt habe. Heute sei das Verhältnis eher von gegenseitigem Kritisieren geprägt, obwohl Bischöfe und Theologen voneinander lernen könnten, so Krätzel.

Schweiz

Die Vereinigung Katholischer Ärzte lehnt aktive Sterbehilfe als gewaltsamen Tod ab. In einer am 25.09. in Thun veröffentlichten Erklärung heisst es, durch Euthanasie werde es dem Kranken unmöglich gemacht, sich mit seiner Lebenssituation und seinem Leiden weiter auseinanderzusetzen. Ein Arzt müsse dem Patienten "Lebenshilfe im Sterben" bieten. Für den Leidenden sei besonders die Sinnfrage von grosser Bedeutung. Aufgabe des Arztes und aller Betreuer sei es, sich dem Patienten zuzuwenden und ihm so ein menschliches Sterben zu ermöglichen.

E U R O P A

Portugal

Der Bischof von Dili, Carlos Belo, hat Indonesien vorgeworfen, in Osttimor das grösste Verbrechen gegen die Menschlichkeit in dieser Region der Welt begangen zu haben. Der Friedensnobelpreisträger rief im portugiesischen Porto die Menschen seiner Heimat zur Versöhnung und zum gemeinsamen Wiederaufbau des Landes auf. Viele Osttimoresen seien bereits in den Westteil der Insel geflohen, um den Gewalttaten zu entkommen. Deshalb forderte Belo die UNO erneut auf,ihr Einsatzgebiet auf Westtimor auszuweiten.

Belgien

Ein gemeinsames Sozialwort der christlichen Kirchen in Europa hat der österreichische Bischof, Maximilian Aichern, in Brüssel gefordert. Eine ökumenische Sozialverkündung, wie sie in einzelnen Ländern des Kontinentes bereits stehe, sei auch auf Europaebene überlegenswert, so der Linzer Oberhirte. Zu den sozialen Problemen, die von den Kirchen besonders wahrgenommen werden, zählt der Sozialbischof die Ausgrenzung von Armen sowie Flüchtlingen und Migranten innerhalb der Europäischen Union. Dazu gehört auch die Abschottung der Union nach aussen gegen Zuwanderer und gegen die Interessen der Entwicklungsländer. Die Entschuldung der armen Staaten müsse in diesem Zusammenhang ein zentrales Anliegen der Kirchen und Christen sein. Grosse Bedeutung misst der Linzer Oberhirte der Sonntagsfrage zu. Zusammen mit anderen Gruppierungen müssten sich die Kirchen auf EU-Ebene für den Schutz der Feiertagsruhe einsetzen, so seine Forderung. Dabei seien sich die Christen bewusst, dass Ausnahmen beim Sonntagsschutz notwendig seien. Darüber, welche Sonderregelungen berechtigt sind, müsse mit der Wirtschaft ein sachlicher Dialog geführt werden, mahnte Aichern.

Frankreich

Das "Teilen der Güter mit den Armen" steht im Mittelpunkt der Jubiläumsbotschaft, die die französischen Bischöfe zum Heiligen Jahr 2000 an ihre Gläubigen richten. Dabei fordern sie vor allem die jungen Christen auf, ihre armen und alten Mitmenschen zu unterstützen. Ausserdem schlagen die Bischöfe für das Jubiläumsjahr zwölf Einkehrtage vor. Jeder soll unter einem dem laufenden Kirchenjahr angepassten Bibelabschnitt stehen.

A S I E N

Osttimor

Der Ständige Beobachter des Vatikan bei den Genfer UNO-

Organisationen, Erzbischof Giuseppe Bertello, hat vor Passivität gegenüber dem Leid der Inselbevölkerung gewarnt. Bei der Sondersitzung der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen, sagte Bertello am 23.09., Überlegungen ohne praktische Konsequenzen könnten den Ruf der Kommission aufs Spiel setzen. Bertello begrüsste daher die Forderung der Institution nach einer internationalen Untersuchungskommission über die Verbrechen in Osttimor. Die Kirche setze sich für Dialog und Versöhnung ein. Dies gelinge aber nur, wenn die Justiz die Vorfälle unparteiisch untersuche.

Osttimor

In der Region werden 18 katholische Seminaristen vermisst. Das meldete am 24.09. der Vatikanische Fidesdienst unter Berufung auf örtliche Quellen. Eine Gruppe von Theologie-Studenten aus dem Seminar von Malang auf Java sei zur Volksabstimmung in ihre Heimat Ost-Timor gereist. Nur fünf von ihnen seien zurückgekehrt, die übrigen würden vermisst. Die Zurückgekehrten berichteten von Folter, Morden und Vergewaltigungen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk - UNHCR - hat unterdessen seine Ansicht bekräftigt, die Vertreibungen auf Osttimor seien von langer Hand vorbereitet worden. In Genf erklärte am 24.09. ein Sprecher, bei den Vertreibungen seien Familien nach einem klaren Muster getrennt worden. Das Welternährungsprogramm hat am 24.09. mit dem Abwurf von Lebensmitteln für die Vertriebenen begonnen. Angesicht der angespannten Sicherheitslage sei dies im Moment alles, was die Organisation tun könne, erklärte eine Sprecherin des Welternährungprogramm.

A F R I K A

Ruanda

Am 23.09. ist der Völkermordprozess gegen den ruandischen Bischof, Augustin Misago, fortgesetzt worden. Wie der Vatikanische Informationsdienst FIDES berichtet, hätten internationale Beobachter bei den vorherigen Sitzungen "eine Lawine von übler Nachrede in einer Wüste von Fakten " gehört. Der Apostolische Nuntius in Ruanda, Erzbischof Salvatore Pennacchio, sieht in der Gerichtsverhandlung auch eine Chance für die katholische Kirche. Die letzten Sitzungen vom 14.09. und 15.09. haben keine Beweise gegen Bischof Misago gebracht. Ein Anklagepunkt bezieht sich auf die unterlassene Hilfeleistung beim Tod von drei Priestern. Misago hat dies anschaulich widerlegt. Der zweite Vorwurf ist die Beteilgung am Genozid. Hier hat der Bischof erklärt, dass der Fall verbunden ist mit einem Treffen der lokalen Caritas, die Flüchtlingen Hilfe leistete. Dies ist bislang von der Öffentlichkeit ignoriert worden. Man sprach von der Hilfe für die Opfer sowie von den Vermittlungsbemühungen der Kirche. Erzbischof Pennacchio sieht dies als einen bedeutenden Augenblick für die Kirche, ihren Standpunkt zu erklären.

A M E R I K A

Vereinigte Staaten

Die katholischen Bischöfe wollen die Lerninhalte der katholischen Schulen und Universitäten des Landes strenger kontrollieren. Über einen diesbezüglichen Vorschlag sollen alle Bischöfe in den Vereinigten Staaten im November gemeinsam abstimmen. Demnach sollen Theologie-Lehrer künftig nur mit einer Zulassung vom zuständigen Bischof unterrichten dürfen. Im Fall von Meinungsverschiedenheiten könnten sie also ihre Zulassung verlieren.

V E R E I N T E N A T I O N E N

Frauen und Mädchen sind nach Einschätzung des UNO-Kinderhilfwerks - UNICEF - die Verlierer des Wandels in Osteuropa und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Seit dem Zusammenbruch des Kommunismus verschlechterte sich die Situation der Frauen kontinuierlich, heisst es in einem am 22.09. in Genf und Köln veröffentlichten Bericht des UN-Kinderhilfwerks. Demnach litten Frauen und Mädchen am stärksten unter Arbeitslosigkeit und Gewalt.

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Sonntag:"Aktenzeichen"

Montag:"Weltkirchen-Magazin"

Dienstag:"Radioakademie"

 

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A durch

Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital) verbreitet wird.

World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr

Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog)

und ZDF (7.56 MHz digital)

Das Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

Tel.:0039 06 6988 4101, Fax: 0039 06 6988 3844

Post:Radio Vatikan-sezione tedesca,I-00120 Citta del Vaticano

E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Dienstag,28.09.1999

top