Stichwortsuche
Archiv
Programmvorschau
Freundeskreis
Real Audio
www.kath.de

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 19. September bis Dienstag, 21. September 1999.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II, hat die deutschen Bischöfe aufgefordert, in Zukunft keine Schwangerenberatungsscheine mehr auszustellen, die Zugang zur legalen Abtreibung ermöglichen. Das wurde bei der Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe in Fulda bekannt.

Dort ist Bischof Karl Lehmann für weitere sechs Jahre im Amt des Vorsitzenden der Konferenz bestätigt worden. Dem Papst geht es bei seiner Aufforderung um die Klarheit, es dürfe keine Doppeldeutigkeit oder einen Mangel an Klarheit geben. Die Kirche müsse glaubwürdig sein und habe die Gewissen der Menschen zu bilden. Johannes Paul II. fordert in dem Schreiben von den Kardinälen Sodano und Ratzinger die deutschen Bischöfe auf, zu entscheiden, in welcher Weise sie die Beratungstätigkeit fortsetzen wollen. Der Beratungsschein der katholischen Beratungsstellen darf einzig und allein der Beratung zum Schutz des Lebens und als Garantie für die Gewähr der versprochenen Hilfe dienen. Der Papst bittet alle, auf polemische Äußerungen zu verzichten. Abtreibung sei nach dem 2.Vatikanum ein "verabscheungswürdiges Verbrechen". Ferner bittet der Papst eine entsprechende Entscheidung einmütig zu treffen, denn die Einheit des Episkopats sei von grundlegender Bedeutung für eine wirksame Verkündigung des Evangeliums. Der Papst spricht den Bischöfen sein Vertrauen und sein Wohlwollen aus.

Bischof Karl Lehmann ist im ersten Wahlgang für weitere sechs Jahre zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt worden. Er erhielt dazu die nötige Zweidrittelmehrheit. Stellvertretender Vorsitzender der Konferenz wurde der Bischof von Aachen, Heinrich Mussinghoff. Die Kommission für die Weltkirche wird ab jetzt von Bischof Franz Kamphaus geleitet, der an die Stelle von Bischof Walter Kasper getreten ist.

Papst Johannes Paul II. hat am 19.09. in Maribor den slowenischen Bischof Anton Martin Slomsek seliggesprochen. Es war der zweite Besuch Johannes Pauls II. in Slowenien innerhalb von drei Jahren. Am Morgen war der Papst auf dem Flughafen Maribors vom slowenischen Präsidenten, Milan Kucan, und dem Vorsitzenden der Slowenischen Bischofskonferenz, Erzbischof Franc Rodé, begrüsst worden. Anschliessend feierte Johannes Paul II. mit rund 250.000 Gläubigen die Heilige Messe unter freiem Himmel. In seiner Predigt würdigte er den neuen Seligen, Anton Slomsek, der Mitte letzten Jahrhunderts der erste Bischof in Maribor war. Das Kirchenoberhaupt erinnerte dabei besonders an die Leistungen des Bischofs im Bildungs-und Schulbereich. Der Papst betonte, dass Familie, Schule und Kirche ihre Kräfte bündeln müssten für eine gute Ausbildung. Auch in Bezug auf die politische Situation auf dem Balkan könne der Selige ein Beispiel sein. Nach den Worten Johannes Pauls II., habe Slomsek einen authentischen Patriotismus vorgelebt, ohne jemals in einen blinden Nationalismus zu verfallen. Einen deutlichen Appell richtete der Papst bei seiner Predigt auch an die Europäische Union, deren Mitgliedschaft Slowenien anstrebt. Der Prozess der europäischen Einigung dürfe sich nicht allein auf wirtschaftliche Interessen beschränken, warnte das Kirchenoberhaupt. Vielmehr müsse Europa den Respekt vor den Menschenrechten zum Ziel seiner Anstrengungen machen. Am Ende des Gottesdienstes forderte der Papst beim Angelusgebet die Gläubigen auf, dem Beispiel des neuen Seligen, Anton Slomsek, zu folgen. Auch wenn es heute immer wieder Stimmen gebe, die behaupten, der Mensch sei ein völlig unabhängiges und autonomes Wesen, ohne irgendeine Beziehung zu Gott. So habe das Beispiel Slomsek gezeigt, dass der Glaube Grundlage für das eigene Leben und jegliche soziale Erneuerung sei. Am späten Nachmittag besuchte Johannes Paul II. das Grab des neuen Seligen in der Kathedrale Maribors wo er mit den Gläubigen einen Wortgottesdienst feierte. Nach einem kurzen privaten Gespräch mit dem slowenischen Präsidenten, Milan Kucan, kehrte der Papst Johannes Paul II. am Abend zurück nach Rom.

Papst Johannes Paul II. hat am 20.09. Michael Gorbatschow sein tiefes Bedauern über den Tod seiner Frau Raissa ausgesprochen. In einem Beileidstelegramm versicherte der Papst dem ehemaligen Präsidenten der früheren Sowjetunion, für die Verstorbene zu beten.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Caritas-Präsident Hellmut Puschmann hat bei der Pflegeversicherung weniger Bürokratie und mehr Gerechtigkeit angemahnt. Die komplizierte Buchungsstruktur solle vereinfacht werden, forderte Puschmann am 20.09. im Südwestfunk. Wichtige Faktoren wie Zuwendung ud Zeit würden bei der Leistungserstellung völlig ausser Acht gelassen, so die Kritik Puschmanns.

Österreich

Auch katholische Radiosender müssen populär sein. Das erklärte am 19.09. der Präsident der Europäischen Konferenz Christlicher Radios, Magalhaes Crespo, zum Abschluss einer Tagung christlicher Radiomacher in Wien. Katholische Medien sollten versuchen, Freund und Begleiter zu sein, Freude zu verbreiten und Unterhaltung zu bieten. Eng religiöse Programme würden nur wenige Gläubige erreichen, so Crespo. Durch sogenannte "Nischenprogramme" würden solche Sender eher als etwas wahrgenommen, das völlig ohne Kontext zum Leben stehe.

E U R O P A

Grossbritannien

Die britische Regierung hat Vorbehalte gegen einen Besuch von Papst Johannes Paul II. im Irak. Wie ein Sprecher des Aussenministeriums am 20.09. vor Journalisten erklärte, befürchtet London, dass der irakische Staatschef, Saddam Hussein, eine solche Visite als Rechtfertigung seiner brutalen Politik missbrauchen werde. Die Regierung respektiere das pastorale Anliegen des Papstes, sie habe den Vatikan aber auf die historische Neigung des Iraks aufmerksam gemacht, den Besuch grosser Persönlichkeiten für Propagandazwecke zu nutzen.

Grossbritannien

Die anglikanische Kirche des Landes erwägt die Möglichkeit der Wiederheirat Geschiedener. Unter bestimmten Umständen sei es erlaubt erneut zu heiraten, erklärten die Bischöfe in einem Arbeitspapier. Eine einfache Lösung in dieser Frage wird es trotz der zahlreichen Scheidungen nicht geben. Die Kirche hält grundsätzlich an der Unauflöslichkeit der Ehe fest, heisst es in dem Schreiben.

Jugoslawien/Serbien

Die Bischöfe der serbisch-orthodoxen Kirche haben an die internationale Gemeinschaft appelliert , der ethnischen Säuberung im Kosovo ein Ende zu setzen. Zum Abschluss ihrer fünftägigen Sondervollversammlung kritisierte der Heilige Synod in Belgrad, dass sich die Gewalttaten in Anwesenheit von Schutztruppen aus Ländern ereigneten, die sich als christlich und zivilisiert bezeichneten. In einem Kommunique sprechen die Bischöfe von einer drohenden biologischen und geistlichen Ausrottung der Serben im Kosovo.

A S I E N

Taiwan

Nach dem Erdbeben in Taiwan hat Papst Johannes Paul II. seine tiefe Trauer und sein Mitgefühl für die Betroffenen ausgedrückt. In einem Telegramm an den Vorsitzenden der taiwanesischen Bischofskonferenz, Kardinal Paul Shan Khuosi erklärte er, dass er für die Toten beten werde und für die Überlebenden um Gottes Schutz und Kraft bitte.

China

Sieben Katholiken sind von einem Gericht wegen angeblicher Ruhestörung zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Sie hatten an einer Messe mit Priestern teilgenommen, die der Untergrundkirche zugerechnet werden. Wie die Agentur "Neues China" jetzt berichtete, hat das Regime in Vorbereitung auf die Feiern zum 50jährigen Bestehen der Volksrepublik am 1.10. über 100 Menschen verhaftet, angeblich um Peking "sauber zu halten".

A M E R I K A

Kolumbien

Der Bischof von Tibu, Jose de Jesus de Quintero, ist am 20.09. freigelassen worden. Der Bischof war vor einem Monat von Linksrebellen entführt worden. Weder die Motive der Entführung noch die Einzelheiten der Freilassung waren klar.

Vereinigte Staaten

Der Erzbischof von New York, Kardinal John O'Connor, hat sein Bedauern über die antisemitische Geschichte der katholischen Kirche ausgedrückt. In einem jetzt von Verantwortlichen der Juden verbreiteten Brief, den O'Connor anlässlich des Yom-Kippur-Tages geschrieben hatte, bat er persönlich für jedes Leid um Verzeihung. Der jüdische Friedensnobelpreisträger, Eli Wiesel, begrüsste die Geste des Kardinals und wertete sie als grosse Geste des Verständnisses.

Vereinigte Staaten

Der neue Erzbischof der griechisch-orthodoxen Kirche in den USA, Demetrios, ist am 18.09. offiziell in sein Amt eingeführt worden. Sein Vorgänger, Erzbischof Spyridion, war im vergangenen Monat nach innerkirchlichen Protesten gegen seine Amtsausübung zurückgetreten.

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Dienstag:"Radioakademie"

Mittwoch:" Römische Woche"

Donnerstag:"Kreuz des Südens"

Freitag:"Prisma-Magazin"

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A durch

Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital) verbreitet wird.

World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr

Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog)

und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

Tel.:0039 06 6988 4101, Fax: 0039 06 6988 3844

Post:Radio Vatikan-sezione tedesca,I-00120 Citta del Vaticano

E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag,25.09.99

top