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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 8. September bis Samstag, 11. September 1999.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat in ungewöhnlich scharfer Weise die Gewalt auf Ost-Timor verurteilt. Nichts und niemand könne den gegenwärtigen Terror rechtfertigen, schreibt der Papst am 10.09. an die beiden katholischen Bischöfe der ehemaligen portugiesischen Kolonie und durch sie an die Katholiken Ost-Timors. Er verdamme die Gewalt, die sich auch gegen Personal und Einrichtungen der katholischen Kirche richte. An die Verantwortlichen für die Untaten appellierte der Papst, von ihren - so wörtlich - "mörderischen und zerstörerischen Absichten " abzulassen. Ausdrücklich wendet sich das Kirchenoberhaupt in dem Schreiben auch an die Regierung in Jakarta. Indonesien und die internationale Gemeinschaft müssten dem Abschlachten sobald wie möglich ein Ende setzen und Wege finden, den legitimen Ansprüchen der timoresischen Bevölkerung zu entsprechen.

Der von der Insel geflohene Bischof von Dili, Carlos Belo, forderte unterdessen den UNO-Sicherheitsrat auf, den Völkermord auf Ost-Timor zu stoppen. Wirtschaftssanktionen genügten nicht, um den Frieden wieder herzustellen. Das Volk sei auch berechtigt, sich mit Waffen gegen ungerechte Gewalt zu wehren. Der indonesische Verteidigungsminister, Wiranto, müsse vor ein internationales Gericht gestellt werden, forderte Belo in einem Interview mit dem britischen Radiosender BBC. Der Bischof wird voraussichtlich am 13.09. beim Papst in Audienz empfangen.

Papst Johannes Paul II. hat am 9.09. die Bischöfe aus Burundi, die sich zu ihrem Ad-Limina-Besuch in Rom aufhalten in Audienz empfangen. In einem Interview mit dem Vatikanischen Nachrichtendienst, Fides, wies der Präsident der Burundischen Bischofskonferenz, Simon Ntamwana, auf die noch immer kritische Lage des afrikanischen Landes hin. Obwohl die Bevölkerung den Frieden wolle, werde sie immer wieder in die Konflikte zwischen Rebellen und Regierungstruppen hineingezogen. Die Lage verschlimmere sich immer mehr,beklagte der Erzbischof von Gitega. Hinzu komme die wirtschaftliche Misere. Das grösste Problem des vom Bürgerkrieg gezeichneten Burundi sei jeodch die Wiederversöhnung. Der Kirchenführer vermisst bei der internationalen Staatengemeinschaft den Willen zur Hilfe. Eine Lösung der vielen afrikanischen Krisenherde sieht Ntamwana allein in einer konzertierten Aktion. Entweder gebe es Frieden in der ganzen Region oder nirgendwo. Leider hätten sich auch Christen in die Gewalt verwickeln lassen, beklagt der Erzbischof. Dennoch sei es der katholischen Kirche in Burundi gelungen,die Gemeinschaft zusammenzuhalten. Nun gehe es darum, die jungen Initiativen der Versöhnung, weiterzuführen.

Papst Johannes Paul II. hat am 9.09. in einem Beileidstelegramm an die griechische Regierung seine Trauer und Betroffenheit über die Opfer des Erdbebens in Athen zum Ausdruck gebracht. Gleichzeitig schrieb der Papst, er bete für verstärkte Solidarität der Staatengemeinschaften zum Wiederaufbau der zerstörten Häuser.

Papst Johannes Paul II. wird vom 5.11. bis 8.11. nach Indien reisen, um die Synode der asiatischen Bischöfe offiziell zu beenden. Das erklärte am 10.09. Vatikansprecher Navarro Valls . Auf dem Rückweg wird das Kirchenoberhaupt Station in der georgischen Hauptstadt Tiflis machen, so der Sprecher weiter.

Der Historiker und Jesuit Pierre Blet hat die Ansicht scharf kritisiert, Papst Pius XII. habe Hitlers Machtergreifung gefördert. Diese These vertritt der britische Schriftsteller, John Cornwell, in seinem Buch "Hitler's Pope", das demnächst erscheinen wird. Blet erinnert in einem italienischen Zeitungsbeitrag daran, dass der Pacelli-Papst schon als Nuntius in Berlin scharf vor Hitler gewarnt und wesentlich an der Enzyklika gegen den Nationalsozialismus mitgearbeitet habe. Pater Blet fügt an: Cornwell verschweige das alles und berufe sich nur auf Dokumente, die gegen den Papst ausgelegt werden können. Ausdrücklich verweist der Historiker darauf, dass Pius XII. den US-amerikanischen Katholiken erlaubt habe, mit den Kommunisten gegen Hitler zu kämpfen.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, hat zu einem menschlicheren Umgang mit Patienten in den Krankenhäusern aufgerufen. In den kirchlichen Kliniken müssten Errungenschaften medizinischer Wissenschaft und Technik mit einer ganzheitlichen Sicht des Menschen verbunden werden. Die Person des Kranken brauche Zuwendung, so Bischof Lehmann am 9.09.

Deutschland

Stabwechsel beim Zentralkomitee der Deutschen Katholiken. Das Laiengremium hat seit ein paar Tagen einen neuen Generalsekretär. Stefan Vesper tritt an die Stelle von Friedrich Kronenberg. Der 66jährige stand genau die Hälfte seines Lebens, nämlich 33 Jahre im Zentrum der katholischen Laienvertretung und galt als graue Eminenz und Strippenzieher.

Deutschland

Scharfe Kritik an der Rot-Grünen- Bundesregierung hat der katholische Sozialethiker, Friedhelm Hengsbach, geübt. In einem am 9.09. veröffentlichten Zeitschrifteninterview sagte er,die Regierung Kohl sei abgewählt worden, weil man ihr die Lösung sozialer Probleme nicht mehr zutraute. Diese von der jetzigen Regierung übernommenen Themen seien in der rot-grünen-Politik kaum mehr sichtbar. Als Beispiel nennt Hangsbach dabei den Abbau der Arbeitslosigkeit, den Umbau der sozialen Sicherungssysteme und die Gleichstellung der Frauen.

Deutschland

Die frühere Bundestagspräsidentin, CDU-Politikerin, Rita Süssmuth, hat sich gegen die Absicht ihrer Partei gewandt, die Abtreibungspille "Mifegyne" gesetzlich verbieten zu lassen. Wenn man die Abtreibungspille verbiete, müsse man auch alle andere Formen des medizinisch-technischen Schwangerschaftsabbruchs untersagen. So Frau Süssmuth in einem am 9.09. vorab veröffentlichten Zeitungsartikel.

Deutschland

Die "Kampagne Erlassjahr 2000" hat die Bundesregierung aufgefordert, bei der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank für die Einführung eines internationalen Insolvenzrechts einzutreten. Die internationalen Finanzbeziehungen zwischen hochverschuldeten Entwicklungsländern und Gläubigern müssten völkerrechtlich neu gestaltet werden. Bisher seien die Gläubiger zugleich auch Kläger, Richter und über den Internationalen Währungsfonds auch Gutachter in eigener Sache. Das erklärte die "Kampagne Erlassjahr 2000".

Österreich

DIe katholischen Bischöfe des Landes haben die Einmischung in den Nationalratswahlkampf abgelehnt. Hinsichtlich des Familien-Volksbegehrens bezogen sie unterschiedliche Positionen. So die Katholische Österreichische Presseagentur am 11.09. Bischof Klaus Küng unterzeichnete das Volksbegehren. Der steirische Bischof, Johann Weber, sprach sich dagegen aus. Er wolle am "Vorabend von Wahlen" keinen politischen Akzent setzen.

Schweiz

In ihrem letzten Hirtenbrief vor dem Jahr 2000 halten die Bischöfe des Landes zu "Gewissenserforschung" an. Das Ende eines Jahrtausends sei Zeit zum Nachdenken. In dem Schreiben mit dem Titel "Leben in Fülle" beschäftigt sich der Episkopat mit der Haltung des Menschen zum Leben. In Anbetracht von Umweltzerstörung, Abtreibung und ethischen Säuberungen, fragen die Bischöfe nach dem Stellenwert des Lebens in der heutigen Gesellschaft. Dabei kommen sie zu dem Schluss, dass es nicht genug geschätzt werde.

E U R O P A

Bulgarien

Das Oberste Gericht des Landes hat fast 50 Jahre nach der Hinrichtung des seligen Bischofs Eugen Bossilkov sein Todesurteil aufgehoben. Das hat am 10.09. der Passionistenorden in Sofia bekanntgegeben. Ihm gehörte der Märytrer an, der wegen angeblicher Spionage für den Vatikan im Jahr 1952 erschossen worden war.

Grossbritannien

Der anglikanische Primas, George Carey, hat die Verwendung der sogenannten Pille "danach" wegen der wachsenden Zahl von Schwangerschaften Minderjähriger nicht ausgeschlossen. Diese Pille könne nur aber ein Teil der Antwort auf das Problem sein. Das sagte der Erzbischof von Canterbury am 9.09. gegenüber der Londoner Zeitung "The Times".

Frankreich

Die Europäische Bischofssynode im Oktober soll einen Beitrag dazu leisten, dass Europa nicht nur von Wirtschaft und Politik geprägt wird, sondern von Kultur. So Kardinal Paul Poupard, der im Vatikan für kulturelle Fragen verantwortlich ist. Der Franzose hat am 9.09. im elsässischen Klingenthal eine Konferenz der Bischöfe eröffnet, die in den europäischen Ländern für Kulturfragen zuständig sind. Sie soll einen Beitrag zur Vorbereitung der Bischofssynode leisten. Poupard nannte vor allem den Bereich des Films, durch den kulturelle Werte verbreitet würden.

Frankreich

Ein Verbot von "Scientology" erwägt die Pariser Justizministerin, Elisabeth Guigou. Wie sie dazu jetzt in einem Rundfunkinterview betonte, nütze diese extrem mächtige Sekte die Schwächen der Menschen aus. Deshalb müsse ihr die Möglichkeit genommen werden,weiterhin Schaden anzurichten. Derweil erwartet die Scientology-Organisation eine Entschuldigung von Justizministerin Guigou. Sie haben im Bezug auf das Verschwinden von Gerichtsunterlagen in Marseille eine Inspektion der Kanzlei angeordnet und eine eventuelle Beteiligung von Scientology an dem Diebstahl nicht ausgeschlossen.

A S I E N

Indonesien

Gewaltsame Zusammenstösse zwischen Muslimen und Ordnungskräften haben auf der Molukkeninsel Ambon am 10.09. mindestens neun Todesopfer gefordert. Das meldete die Nachcrichtenagentur AP. Marinesoldaten schritten diesen Angaben zufolge ein, als eine Gruppe von Muslimen eine katholische Kirche mit Granaten angriff. Es handelt sich um den jüngsten Vorfall von religiös motivierter Gewalt auf Ambon. Seit Juli kamen bei Kämpfen zwischen Muslimen und Christen knapp 200 Menschen ums Leben.

Georgien

Papst Johannes Paul II. wird der Kaukasus-Republik am 8.11.und 9.11. einen Besuch abstatten. Das hat am 8.09. ein Sprecher der diplomatischen Vertretung des Vatikan in Tiflis erklärt. Demnach werde der Papst sich unter anderem mit dem georgischen Präsidenten, Edward Shevarnadtze und dem orthodoxen Patriarchen, Ilja II., treffen. Ein genaues Programm stehe aber noch nicht fest, heisst es weiter.

 

A F R I K A

Angola

Der katholische Sender "Radio Ecclesia" muss auf Befehl des Informationsministeriums in Luanda sein Programm über kirchliche Aktivität in Afrika einstellen. Es habe nicht die nötige staatliche Erlaubnis hiess es dazu aus der angolanischen Hauptstadt. Das Programm wurde seit zwei Jahren täglich ausgestrahlt und informiert über aktuelle Vorgänge in den Ortskirchen auf dem schwarzen Kontinent.

 

A M E R I K A

Kolumbien

Der Vatikan soll Mitglied in der Ländergruppe aus Lateinamerika und Europa sein, die zwischen Regierung und Guerilleros vermittelt. Das hat am 10.09. der liberale Oppositionspolitiker und Senator, Luis Guillermo Velez, gefordert. Um Frieden in Kolumbien zu schaffen, müsse auch der Vatikan eingeschaltet werden.

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Sonntag:"Menschen in der Zeit"

Montag:"Weltkirchen-Magazin"

Dienstag"Radioakademie"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

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und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

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Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Dienstag,14.09.1999

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