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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 5. September bis Dienstag, 7. September 1999

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat am 5.09. Palästinenserpräsidenten Yassir Arafat in Audienz empfangen. Bei der Begegnung in Castelgandolfo unterstrich das Kirchenoberhaupt die Bedeutung des Friedens für Palästinenser und Israelis. Wie der Vatikansprecher nach der Unterredung mitteilte, bekundete der Vatikan seine "Zufriedenheit und Hoffnung" über das neue Friedensabkommen zwischen Israelis und Palästinensern. Der Apostolische Stuhl appelliere zugleich an beiden Seiten, den Friedensprozess fortzusetzen. Der Vatikan und die PLO würden demnächst ein Rechtsabkommen unterzeichnen, das die Rolle und die Aktivitäten der katholischen Kirche in den Gebieten unter palästinensischer Kontrolle regeln sollte. Arafat habe dem Papst die Vereinbarung erläutert, die er mit den Israelis unterzeichnet habe, so der Sprecher weiter.

Papst Johannes Paul II. hat sich besorgt über die "schweren Zwischenfälle mit Einschüchterungen und Gewalt" auf Ost-Timor geäussert. Der Papst rief nach dem Angelusgebet am 5.09. in Castelgandolfo zu "echtem Frieden und konstruktivem Respekt" gegenüber dem Referendum auf. Der Wille, den die Timoresen in den vergangenen Tagen bekundet hätten, müsse geachtet werden. Ebenfalls beim Angelusgebet gedachte der Papst der am 5.09. vor zwei Jahren verstorbenen Mutter Teresa. Sie war eine grosse und geschätzte Lehrerin des Lebens, besonders für die jungen Menschen. Sie erinnerte sie an die Pflicht Frieden zu schaffen, auch in den eignen Familien, und das Leben zu verteidigen, besonders das schwache. Möge ihr Zeugnis viele Jungen und Mädchen anregen und ermutigen, so Papst Johannes Paul II.

Papst Johannes Paul II. hat die Bischöfe des südafrikanischen Staates Malawi aufgerufen, ihrem Land beim Übergang zur Demokratie zu helfen. Das Volk dürfe nicht von seinem Kurs zu einer gerechten, stabilen und dauerhaften Demokratie abkommen, warnte der Papst am 6.09. die Kirchenführer, die sich zu ihrem Ad-Limina-Besuch in Rom aufhalten. Grundlage für eine funktionierende Demokratie sei das richtige Bild vom Menschen und vom Gemeinwohl.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Papst Johannes Paul II. hat dazu aufgerufen, den Sonntag gegen den "Kult des Konsums" zu verteidigen. Wer ihn als "Tag des Herrn" nicht schütze, verliere ihn auf Dauer auch als Tag des Menschen, heisst es in einem Schreiben des Papstes an den Essener Bischof, Hubert Luthe. In dem von Kardinalstaatssekretär Sodano unterzeichneten Schreiben des Kirchenoberhauptes heisst es, die Tische der Warenangebote schienen attraktiver zu sein, als die Altäre der Kirchen. Johannes Paul II. fordert die Gläubigen auf, sich mutig und ohne Kompromisse für die prophetische Dimension des Sonntags einzusetzen. Diese bestehe auch darin, die Würde des Menschen gegenüber den Forderungen der Wirtschaft zu bekräftigen.

Deutschland

Wie am 6.09. aus Bonn gemeldet wurde, hat die deutsche Sektion von Justitia et Pax die Bundesregierung aufgefordert, Druck auf die Regierung in Jakarta zu machen, um die Entscheidung der Bevölkerung von Ost-Timor zu respektieren und Demokratie aufzubauen. Auch Wirtschaftssanktionen dürften kein tabu sein, erklärte der Vorsitzende, der Trierer Weihbischof, Leo Schwarz,in Bonn.

Deutschland

Eine Kultur des Dialogs zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften hat der Interkulturelle Rat gefordert. Auf der Basis eines solchen Dialogs könnten Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen Glaubenstraditionen gefunden werden, heisst es in einer Erklärung des Rats zum "Tag der deutschen Einheit" am 3. 10. Aus den zu entdeckenden Gemeinsamkeiten könne ein "verbindendes Verantwortungsbewusstsein für gemeinsame und bewahrenswerte Grundwerte" entstehen, so die Erklärung.

Deutschland

Zur Überwindung der Kirchenspaltung hat der Würzburger Bischof, Paul-Werner Scheele am 5.September aufgerufen. Ein entsprechender Einsatz gehöre zur rechten Feier des Heiligen Jahres 2000 dazu. Ausserdem müssten Christen beitragen zur Versöhnung von Rassen und Klassen, Stämmen und Staaten, Religionen und Weltanschauungen. Das sagte Scheele bei einem Gottesdienst im Rahmen des 26. Fatima-Kongresses.

Österreich

Kirche und Kommunalpolitik haben eine gemeinsame Verantwortung im Dienst am Menschen. Das unterstrich der Wiener Weihbischof, Helmut Krätzel, am 5.09. Krätzel betonte, dass die Welt-und Europaprobleme an der Schwelle zum Dritten Jahrtausend nicht nur wirtschaftlicher, technischer und politischer Art seien. Der Mensch brauche vielmehr ein geistig-geistliches Fundament.

E U R O P A

Griechenland

Die griechisch-orthodoxe Kirche hat Papst Johannes Paul II. aufgefordert, sich für Fehler der römisch-katholischen Kirche gegenüber orthodoxen Christen zu entschuldigen. Dies sei eine Voraussetzung für ein kirchliches Willkommen in Griechenland. Wie die Nachrichtenagentur AP am 6.09. meldete, setze diese Forderung nicht die Einladung der Athener Regierung ausser Kraft. Doch sie reisse Gräben auf, die sowohl die politische Führung Griechenlands wie den Vatikan in Verlegenheit bringen. Bis jetzt hat der Vatikan noch keine offizielle Anfrage nach einem Papstbesuch in Griechenland gestellt.

Griechenland

Der serbisch-orthodoxe Bischof für das Kosovo, Artemje, hat bei Nato-Generalsekretär, Xavier Solana, die Aufteilung der Region in Kantone gefordert. Der Oberhirte ist einer der beiden Serben in dem "Provisorischen Rat der politischen Vertreter" der vom UNO-Beauftragten, Bernard Kouchner, einberufen wird. Die Kantonisierung sei die einzige Lösung gegen eine weitere Vetreibung der Serben und für eine Rückkehr der Vertriebenen, so die Begründung.

A S I E N

Ost-Timor

Bischof Carlos Belo von Dili ist am 6.9. aufgrund der Gewalttaten in seiner Heimat nach Australien geflogen. In der Nacht zum 6.09. wurden nach Angaben einer deutschen Beobachterin zahlreiche Menschen getötet, in der Hauptstadt Dili brenne es an viele Ecken. Auch die Residenz von Bischof Carlos Belo war gestürmt worden, er selber solle dabei aber unverletzt geblieben sein. Indessen wurde der Vatikan gebeten, zu intervenieren. Wie von Vatikansprecher Navarro-Valls bestätigt wurde, hat am 6.09. der portugiesische Regierungschef, Antonio Gutierres, bei Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano, telefonisch um Intervention auf Ost-Timor gebeten. Gutierres bat den Papst, bei wichtigen Ländern vorstellig zu werden, um Frieden und Sicherheit auf dem ehemaligen portugiesischen Gebiet wiederherzustellen. Unterdessen herrscht Beobachtern zufolge reine Anarchie. Bei dem Anschlag auf die Residenz des Bischofs, wo 6000 Menschen Zuflucht gesucht hatten, sollen etwa 40 getötet worden sein. Die Meldungen widersprechen sich jedoch. Bischof Belo selbst war zunächst in die östliche Stadt Baucau geflogen. Er stehe unter Schock. Zeugen berichten, das indonesische Militär versuche mit Waffengewalt UN-Mitarbeiter und Journalisten einzuschüchtern. Die Mitarbeiter der Hilfsorganisation Care haben die Insel wegen Lebensgefahr am 6.09. verlassen. Hilfsorganisationen könnten wegen der unsicheren Lage keine Nahrungsmittel zu den Notleidenden transportieren.

Irak

Papst Johannes Paul II. soll sich nach dem Willen kuweitischer Familien bei seinem geplanten Besuch im Irak für die Freilassung ihrer inhaftierten Angehörigen einsetzen. Seit der Besetzung Kuweits durch das Regime Saddam Husseins im August 1989 gelten noch rund 600 Kuweitis als vermisst oder verschleppt. Nach bislang unbestätigten Berichten soll der Papst Anfang Dezember eine Pilgerreise nach Ur im heutigen Irak unternehmen.

China

Die Polizei hat in der südlichen Provinz Guandong 30 Mitglieder einer protestantischen Sekte verhaftet. Das berichtete jetzt die Nachrichtenagentur Efe unter Berufung auf eine chinesische Tageszeitung. Bei der Festnahme wurden drei Kultgebäude zerstört. Nach Angaben der Behörden ist die Sekte für den Tod von Hunderten der zumeist armen Bewohner der Gegend verantwortlich. Sie glaubten an übernatürliche Kräfte eines dortigen Gewässers und mieden daher bei Krankheiten medizinische Therapien, so die Begründung für das Vorgehen der Polizei. In China sind in den letzten Jahren zahlreicher solcher Sekten entstanden.

A M E R I K A

Guatemala

Wie jetzt erst bekannt wurde, hat der Staatsanwalt im Mordfall

Gerardi, Celvin Galindo, telefonische Morddrohungen erhalten. Der Vorsitzende des zentralamerikanischen Menschenrechtsbüros fürchtet, dies könnte die Untersuchungen weiter behindern. Er forderte deshalb von der Regierung Sicherheitsgarantien für den Staatsanwalt.

Kolumbien

Die Guerilla-Bewegung ELN hat am 5.09. vier weitere Geiseln freigelassen. Ausserdem hatten sie die bevorstehende Freilassung von Bischof Jose' de Jesus Quintero angekündigt. Der Oberhirte ist seit drei Wochen in der Gewalt der Rebellen . Die freigelassenen Geiseln gehören zu einer seit Mai festgehaltenen Gruppe , die in einer Kirche in der Kali-Provinz überfallen worden war.

Brasilien

Die katholische Kirche des Landes hat die Straflosigkeit in dem Land beklagt. Die Oberhirten der Regionen Pará und Amapá kritisierten jetzt den Freispruch der Angeklagten wegen eines Massakers an 150 Landlosen von 1996. Sie forderten zugleich die Aufhebung des nach ihren Worten "skandalösen Urteils".

In den vergangenen Jahren habe es fast 450 Mordfälle, aber nur neun Gerichtsverfahren und lediglich sechs Verurteilungen gegeben, so die Bischöfe. Keiner der Mandanten der Verbrechen sei aber zur Rechenschaft gezogen worden.

 

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag,11.09.99

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