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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 1.September bis Samstag, 4. September 1999.

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat bei der Generalaudienz am 1.09. die Kirche zu einem Schuldbekenntnis und einer Vergebungsbitte für Fehler der Vergangenheit aufgerufen. Das Heilige Jahr 2000 sei eine gute Gelegenheit ein neues Kapitel der Geschichte aufzuschlagen und die Feindschaften und Spannungen der Vergangenheit zu überwinden. Ausdrücklich verwies das Kirchenoberhaupt dabei auf die Spaltung der Christenheit und die Methoden der Intoleranz und Gewalt. Zugleich nannte er aber auch Menschenrechtsverletzungen durch Christen. Natürlich müssten die Versäumnisse und Fehler der Vergangenheit offen und vorurteilsfrei aufgearbeitet und historisch gewichtet werden, führte der Papst aus. Die Kirche habe keine Angst vor der historischen Wahrheit und sei gern bereit, eventuelle Fehler anzuerkennen. Doch es liege ihr fern, generelle Verurteilungen auszusprechen, so der Papst wörtlich. Offizieller Termin für die kirchliche Vergebungsbitte dürfte der Aschermittwoch des Heiligen Jahres 2000 sein.

Sein Beileid für die Opfer des Flugzeugunglücks in Argentinien hat Papst Johannes Paul II. in einem Telegramm an den Erzbischof von Buenos Aires zum Audruck gebracht. Darin bittet er die Oberhirten den Hinterbliebenen der Opfer seine Anteilnahme zu übermitteln.

Papst Johannes Paul II. hat auf die dramatische Lage Sambias hingewiesen. Beim Ad-Limina-Besuch der sambischen Bischöfe erinnerte er an seine eigene Visite vor zehn Jahren. Angesichts der aktuellen Situation forderte er die Bischöfe zu verstärkter Hilfe für die Familien auf. Dieses Engagement umfasse sowohl die katholischen Schulen wie die Ehevorbereitung und die Unterstützung von Familien in Not. Ausserdem unterstrich der Papst, den Zölibat zu wahren und den interreligiösen Dialog fortzusetzen.

Papst Johannes Paul II. hat am 4.09. ein Priesterseminar im süditalienischen Salerno eingeweiht. Er rief die Priesteramtskandidaten auf, die Stimme Jesu Christi zu hören und sich grossmütig ihrem Dienst hinzugeben. Auch sollten sie bereit sein, die Opfer ihres Berufes zu tragen. Alle, die in der Priesterausbildung tätig sind, bat Johannes Paul II. alles dafür zu tun, dass die Priester der Zukunft wirklich Männer Gottes werden. In seiner Ansprache nannte das Kirchenoberhaupt die geistliche Ausbildungsstätte eine Investition für die Zukunft. Zu der Papstvisite kamen auch die Bischöfe der Region Kampanien unter der Leitung des Erzbischofs von Neapel, Kardinal Michele Giordano, nach Salerno.

Vatikansprecher Joaquin Navarro- Valls hat am 4.09. gegenüber Pressevertretern in Salerno bestätigt, dass der Papst auf seinem Rückflug von Indien im November einen Besuch in Georgien machen könnte. Das Land hatte ihn mehrfach eingeladen. Zu den Gerüchten über einen Besuch des Papstes im Irak meinte Navarro- Valls, der Vatikan betreibe keine Sonderdiplomatie, um die Gegner des Besuches zu beschwichtigen. Der Papst habe von vornherein davor gewarnt, dass die Visite, von wem auch immer, politisch missbraucht werde.

Am 4.09. hat der ehemalige Präsident des Päpstlichen Einheitsrates für die Einheit der Christen, Kardinal Jan Willebrands, sein 90. Lebensjahr vollendet. Er leitete seit dem Tod von Kardinal Augustin Bea die damals neu geschaffene Einrichtung, die sich für den Dialog unter den christlichen Konfessionen einsetzt. Seit zehn Jahren ist er im Ruhestand.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

In knapp drei Wochen beginnt das Herbsttreffen der deutschen Bischöfe - noch vorher stehen Gesprächsrunden an, bei denen es wieder um die kirchliche Schwangerenkonfliktberatung geht. Daran beteiligt werden nicht nur die katholischen Einrichtunegn , sondern auch die politischen Instanzen, vor allem die Familienministerien.

Deutschland

Frauen haben nach Ansicht des Berliner Kardinals, Georg Sterzinsky, in der Kirche "ihren Plaz noch nicht gefunden". In der Gesellschaft sei manches in Bewegung geraten und erreicht, in der Kirche noch nicht. Das sagte der Kardinal am 1.09. in einem Interview mit der Berliner Katholischen Kirchenzeitung. Zwar müsse die Verschiedenheit zwischen Mann und Frau gewahrt werden, es müsse aber eine "grundsätzliche Ebenbürtigkeit" geben. Wie das konkret aussehe, könne noch niemand genau sagen.

Deutschland

Die evangelische und die katholische Kirche haben in Berlin ihr Programm für die Weltausstellung, EXPO 2000, vorgestellt. In dem eigens für die Ausstellung konzipierten Christus-Pavillon, solle der Besucher "Spiritualität als intensive Erfahrung in verschiedenen Facetten erleben", erklärte der Leiter des katholischen EXPO-Büros, Michael Brandt.

Deutschland

Eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Weihbischof Felix Genn wird die angeblichen Marienerscheinungen im saarländischen Marping prüfen. Dies teilte am 2.09. das Bistum Trier mit. Seit Mai haben vermeintliche Marienerscheinungen Tausende von Besuchern angelockt. Bei ihrem ersten Zusammentreffen am 14.09. werde die Gruppe über ihr Vorgehen beraten.

Österreich

Die Holocaust-Erfahrungen dürfen nie in Vergessenheit geraten. Aus diesem Grund bemühten sich die österreichischen Roma und Sinti auf einer Holocaust-Tagung die am 3.09. zu Ende ging, die Erfahrungen an die nicht betroffenen Nachkommen zu vermitteln. Jährliche Gedenkveranstaltungen in den ehemaligen KZs sollen die Erinnerung wachhalten.

Schweiz

Eine vom Weltrat der Kirchen eingesetze Sonderkommission zur Beilegung von Meinungsverschiedenheiten zwischen Protestanten und Orthodoxen wird ihre Tätigkeit voraussichtlich Anfang Dezember aufnehmen. Die Kommission wurde aufgrund der Proteste einiger orthodoxer Kirchen eingesetzt, die sich als Minderheit von den Protestanten überstimmt fühlen.

Schweiz

Alle orthodoxen Patriarchen und die Oberhäupter der übrigen christlichen Gemeinschaft haben den Weltkirchenrat gebeten, sich für einen politischen Sonderstatus von Jerusalem einzusetzen. Das hat am 3.09. der Pressedienst des Weltrats bekanntgegeben. Es sei das erste Mal gewesen, dass sich alle Kirchenführer des Heiligen Landes zu einem gemeinsamen Schreiben entschlossen hätten, heisst es in Genf. Im vergangenen Jahr hatte der Weltkirchenrat in Harare erklärt, Jerusalem müsse vereinigt bleiben, aber eine Stadt zweier Völker und dreier Religionen sein.

E U R O P A

Irland

Die Regierung in Dublin strebt eine erneute Volksbefragung zur Abtreibungsgesetzgebung an. Das erklärte ein Regierungssprecher am 2.09.. Das irische Parlament hatte vor zwei Jahren eine Kommission zur Änderung der Gesetzgebung eingesetzt. Sie sollte die rechtlichen,medizinischen, sozialen und ethischen Aspekte der geltenden Regelung prüfen. Die Ergebnisse sollen in der kommenden Woche im Parlament vorgelegt werden.

Frankreich

Seit 2.09. sind in Chambley rund 30.000 Mitglieder fahrender Völker aus ganz Europa versammelt. Organisiert wird die Zusammenkunft von der charismatischen Gemeinschaft "Vie e lumiere". Sie hat sich seit Jahren um die Menschen gekümmert, die im deutschen Sprachraum meist Sinti und Roma genannt werden. Es geht darum, den versprengten Gruppen auf Europas Strassen durch das Evangelium neue Würde und Anerkennung zu geben.

Jugoslawien

Der serbisch-orthodoxe Patriarch, Pavle I. , hat dem Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, dafür gedankt, wieder ein Gespräch zwischen den Religionsvertretern des Kosovo veranstalten zu wollen. Wegen der augenblicklichen Lage im Kosovo und der Metohija lasse sich eine derartige Begegnung im Moment jedoch kaum verwirklichen. Sollten aber "bessere" Zeiten kommen, sei die serbisch-orthodoxe Kirche zum Dialog mit allen Menschen guten Willens bereit, so der Belgrader Patriarch in seinem Dankesschreiben an Kardinal Schönborn.

Mazedonien

Am 4.09. beginnt in Verna ein ökumenisches Symposion über Amt und Charisma in der westlichen und östlichen Tradition. Es wird von der theologischen Fakultät in Saloniki und der Päpstlichen Universität der Franziskaner in Rom organisiert. Beobachter halten das Verhältnis zwischen katholischer und orthodoxer Kirche derzeit für schwierig, auch wenn es gewisse Fortschritte gibt. Bei der Veranstaltung hält der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Edward Cassidiy, ein Referat. Im Hintergrund der Veranstaltung steht die Diskussion der griechisch-orthodoxen Kirche über einen möglichen Papstbesuch in Athen. Dieser wird von einigen Orthodoxen strikt abgelehnt.

A F R I K A

Ruanda

Als "direkte Kampagne gegen die Kirche" hat der französische Konzilstheologe, Rene' Laurentin , das Verfahren gegen Bischof Augustin Misago bezeichnet. Der Prozess wegen angeblicher Mitverantwortung des Kirchenführers am Völkermord in dem ostafrikanischen Land sei "eine tödliche Mischung aus Gerechtigkeit und Rache". Das erklärte Laurentin am 31.08. gegenüber dem Vatikanischen Nachrichtendienst FIDES. Es sei skandalös, dass Staatspräsident Pasteur Bizimungo, den Bischof bereits vor Beginn der Untersuchungen beschuldigt habe, so der Theologe, der die Verhältnisse in Ruanda aus langjähriger Arbeit vor Ort kennt.

Angola

Die Caritas wird der Notsituation im Land nicht mehr Herr. Wie der katholische Rundfunk, Radio Ecclesia, meldete, spitzt sich die Lage der Flüchtlinge zu. Die Nichtregierungsorganisation World Vision, teilte mit, sie sei nicht mehr in der Lage, ausreichend Hilfe zu leisten. Der Bischof von Uije hat deshalb einen dringenden Hilfsappell an die Welt gerichtet.

Südafrika

Die Bischöfe des Landes haben sich in einem Pastoralbrief für einen verstärkten Umweltschutz ausgesprochen. Das Schreiben, das am 5.09. in allen Pfarreien verlesen wird, beklagt vor allem, dass die Ärmsten die ersten Opfer des ökolgischen Niedergangs seien. Die Bischöfe erkennen die von der Regierung eingeleiteten Umweltschutzinitiativen an, heisst es in einer am 3.09. von der Missionsagentur MISNA verbreiteten Meldung. Sie rufen alle Südafrikaner zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur auf.

A S I E N

Indien

Ein katholischer Priester, Arul Doss, ist im östlichen Bundesstaat Orissa getötet worden. Wie am 2.09. Kirchenkreise bekanntgaben, sei der Geistliche am 1.09. in der Jamabani angegriffen worden. Nach Polizeiangaben sei der Priester von einem halben Dutzend unbekannter Männer überfallen worden. In einem am 3.09. veröffentlichten Protestschreiben ruft der Erzbischof von Neu Delhi, Alan de Lastic, Premier Atal Behari Vajpayee, zu einem raschen Einschreiten auf. Der Einschüchterung friedlicher Minderheiten muss ein Ende gesetzt werden, heisst es in dem Bischofsschreiben. Derweil verhaftete die Polizei von Orissa am 4.09. zwei Männer, die des Mordes an Arul Doss, beschuldigt werden. Zwölf weitere Personen wurden nach Verhör wieder freigelassen.

Ost-Timor

Bischof Carlos Belo hat seine Landsleute aufgerufen, das Ergebnis des Referendums anzunehmen. Die überwältigende Mehrheit der Bewohner von Ost-Timor hatte für die Unabhängigkeit von Indonesien gestimmt. Im Referendum zeige sich die Stimme Gottes, sagte der Friedensnobelpreisträger - Agenturmeldungen zufolge. Zudem forderte Belo seine Landsleute auf, die Bitterkeit und Trauer der Vergangenheit zu vergessen und voll Vertrauen in die Zukunft zu schauen.

Iran

Das Recht auf Vergeltung und die Todesstrafe hat der religiöse Führer der Republik, Ayatollah Ali Khamenei, gerechtfertigt. In einer Ansprache am 1.09. kritisierte er ausserdem die moderate, der Regierung nahestehende, Presse. Seit mehreren Tagen attackiert der Shiitenführer die Zeitung Nechat, die die Abschaffung der Todestrafe sowie des Vergeltungsgesetzes gefordert hat.

Vietnam

Human Rights Watch hat am 3.09. bei Aussenministerin Madeleine Albright aufgefordert, sich bei ihrem Besuch in Saigon für die gefangenen Oppositionellen einzusetzen. Die Menschenrechtsorganisation verwies auf das Grundsatzabkommen zwischen den USA und Vietnam, wonach für den Handel Offenheit und Transparenz nötig seien.

A M E R I K A

Kolumbien

Die Guerilla-Bewegung , ELN, hat am 3.09. der Kirche des Landes Vorkehrungen für die Freilassung von Bischof Jose' de Jesus Quintero angekündigt. Der Oberhirte ist seit rund drei Wochen in der Gewalt der Rebellen.

Guatemala

Ein Anwalt, der sich um die Aufklärung des Mordes an Bischof Juan Gerardi bemüht, ist- Pressemeldungen zufolge- in diesen Tagen festgenommen worden. Er hatte hohe Militärs angeklagt, den Mord veranlasst zu haben, unter ihnen auch den derzeitigen Verteidigungsminister.

Mexiko

Die Bischofskonferenz des Landes hat vor einer ernsten Verschlimmerung der Lage in der Krisenprovinz Chiapas gewarnt.

Die Situation gleite ab und die Gewalt drohe erneut die Oberhand zu gewinnen, heisst es in einem Schreiben der Oberhirten. Darin warnen sie die Regierung vor "falschen Lösungen zugunsten des Stärkeren" und kritisieren die wachsende Präsenz von Armee und Sicherheitskräften.

Brasilien

Die katholische Kirche des Landes hat die Straflosigkeit in dem lateinamerikanischen Land beklagt. Die Oberhirten der Region Para' und Amapa' kritisierten jetzt den Freispruch für die Angeklagten im Prozess über ein Massaker an 150 Landlosen von 1996. Sie forderten zugleich die Aufhebung des nach ihren Worten "skandalösen Urteils". In den vergangenen Jahren habe es fast 450 Mordfälle gegeben, neun Gerichtsverfahren und sechs Verurteilungen gegeben, so die Bischöfe. Keiner der Mandanten der Verbrechen sei aber zur Rechenschaft gezogen worden.

Vereinigte Staaten

Der australische Medienzar, Rupert Murdoch, hat 10 Millionen DOllar für den Bau der Notre-Dame-Kathedrale in Los Angeles gestiftet. Das wird jetzt aus den USA gemeldet. Die kalifornische Diözese teilte ferner mit, der Betrag werde für die Konferenzräume verwandt, die zum Gotteshaus gehören. Der gesamte Bau kostet nach offiziellen Angaben 165 Millionen Dollar und soll im Jahr 2001 abgeschlossen sein.

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Samstag: "Sonntagsbetrachtung" und "Rosenkranzgebet"
Sonntag:"Sie schreiben-wir antworten"
Montag:"Weltkirchenmagazin"
Dienstag:"Radioakademie"

Man hört Radio Vatikan
täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

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Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann
Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Dienstag,7.09.99

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