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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 22. August bis Dienstag, 24. August 1999.
VATIKAN Papst Johannes Paul II hat am 22. August beim sonntäglichen Angelusgebet an die Erdbebenopfer in der Türkei erinnert. Er versprach sein Gebet für die Toten, die Verletzten und alle, die großen Schaden erlitten hätten. Er sei ihnen im Gebet nahe. Gleichzeitig gedachte der Papst des Bürgerkrieges in Angola. Dort stehe der Egoismus der Einen den Interessen der Anderen gegenüber. Dadurch entstehe die größte humanitäre Katastrophe auf dem schwarzen Kontinent, die die ganze Region bedrohe. Eingangs hatte der Papst an seinem Sommersitz in Castelgandolfo erklärt, der Papst sei immer Diener der Diener Gottes, Servorum omnium. Er bezog sich dabei auf das Sonntagsevangelium, in dem die Übergabe der Schlüsselvollmacht von Jesus an Petrus beschrieben wird. Johannes Paul II. hat in einer Botschaft der offiziellen Anerkennung der Marienerscheinungen im belgischen Banneux vor 50 Jahren gedacht. Maria habe dort kurz vor dem zweiten Weltkrieg die Menschen zu Frieden und Versöhnung aufgerufen. Vor allem sollten sie sich der Kleinen und Schwachen annehmen. Die Banneux-Pilger sollten bei den Wallfahrten Kraft aus dem Gebet schöpfen. Papst Johannes Paul II. hat den bisherigen diplomatischen Vertreter des Apostolischen Stuhls in Taiwan zum Nuntius in der Zentralafrikanischen Republik ernannt. Das gab der vatikanische Pressesaal am 24.8. bekannt. Dadurch ist die einzige diplomatische Vertretung des Apostolischen Stuhls im geteilten China vorübergehend unbesetzt. Ein Vatikansprecher erklärte dazu, es sei durchaus üblich, daß Nuntiaturen über einige Wochen vakant bleiben, bis ein Nachfolger ernannt werde. Der bisherige Vertreter des Vatikan in Taiwan, Joseph Chennoth, hatte nur den Rang des "Geschäftsführers ad Interim". Wegen der schwierigen Beziehungen des Vatikans zu Peking hat der Apostolische Stuhl 1979 seine Nuntiatur in Taiwan heruntergestuft und seither keinen Diplomaten im Rang eines Nuntius mehr dorthin entsandt. DEUTSCHSPRACHIGER RAUM Deutschland Bundeskanzler Gerhard Schröder steht der sonntäglichen Ladenöffnung zurückhaltend gegenüber. In einem Interview mit der Bild am Sonntag meinte der Kanzler nach dem Ende seines Urlaubs, Deutschland habe hier eine sehr andere Tradition als andere Länder. Schröder ergänzte, er habe Wirtschaftsminister Müller beauftragt, Kontakt zu allen Betroffenen aufzunehmen. Deutschland Nach Polizeiangaben haben am 21.8 rund 6000 Personen an den angeblichen Marienerscheinugnen in Marpingen teilgenommen. Es handelt sich nach Angaben der Katholischen Nachrichtenagentur um die neunte Veranstaltung dieser Art in dem 5000-Einwohner zählenden saarländischen Ort. Als nächste Erscheinungstermine wurden der 5. und 6.September angegeben. Vor wenigen Tagen hatte der zuständige Trierer Bischof allen Verkündigern verboten, von "Marienerscheinungen" oder "Visionen" zu sprechen. Er lasse die Vorgänge kirchlich untersuchen. Deutschland Für das umstrittene brandenburger Pflichtfach «Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde» wird es im nächsten Schuljahr erstmals Noten geben. Zudem wird das Fach für die Jahrgangsstufen sieben bis zehn weiter ausgebaut, teilte das Bildungsministerium am 23.8. in Potsdam mit. Die Zahl der Schüler werde im kommenden Jahr auf rund 55.000 steigen. Unterdessen wird das Bundesverfassungsgericht voraussichtlich im kommenden Jahr über Klagen von Kirchen, Eltern und der CDU gegen das Unterrichtsfach entscheiden. Deutschland Prominente Musiker unterstützen die Kampagne des internationalen katholischen Missionswerks Missio in Aachen gegen Sextourismus und Kinderprostitution. Wie Missio am 23.8. mitteilte, haben mehrere Gruppen Lieder für eine Benefiz-CD zur Verfügung gestellt, die jetzt erschienen ist. Fünf Mark von jeder verkauften CD fließen in Projekte der Aktion "Schutzengel". Deutschland Die vom Deutschen Orden in Augsburg und Dillingen geplante private Elite-Universität erhält keine staatliche Anfangsunterstützung. Die Konzepte für Finanzen und Unterrichtsinhalte seien nicht ausreichend fundiert, teilte das bayerische Wissenschaftsministerium am 24.8. mit. Zudem bestehe kein Bedarf an den geplanten zusätzliche Studienplätzen in Gesundheitswissenschaften. Das vorhandene Geld würde dringend für die staatlichen Universitäten gebracht. Schweiz Die Europameisterschaften der Homosexuellen, die im Juni 2000 in Zürich stattfinden werden, sollen abgesagt werden. Das hat jetzt nach Angaben des Zürcher Tagesanzeigers vom 21.August eine Initiativgruppe verlangt. Das Komitee will die Eurogames mit rechtlichen Mittel verhindern. Es gehe darum, normale intakte Familien als Grundlage einer Gesellschaft zu fördern. Homosexuelle sollen nicht augegrenzt, aber ihr Lebensstil auch nicht gefördert werden. Dabei gehe es um eine Neuorientierung aus dem Glauben. EUROPA Griechenland Orthodoxe Christen haben am 22.8. in Larissa gegen eine Konferenz von 3000 Zeugen Jehowas demonstriert. Gemeinsam mit dem Metropoliten Ignazius hielten sie vor dem Kongreßgebäude einen orthodoxen Gottesdienst ab. Bereits im Vorfeld waren Unterschriften gegen die Zeugen Jehowas gesammelt worden. Die Begründung: die Gemeinschaft bedrohe das Christentum und greife die nationale Würde Griechenlands an. Russland Im ostsibirischen Irkutsk soll mit Hilfe der katholischen Solidaritätsaktion «Renovabis» ein Diozesanzentrum entstehen. Die Unterstützung mit 600.000 Mark ermöglicht neue Räume für den Bischof, für seine Mitarbeiter und für die Kirchenzeitung, teilte Renovabis am 23.8. in Freising mit. Das Gebäude soll im Oktober 2000 gemeinsam mit der neuen Kathedralkirche eingeweiht werden. ASIEN Indonesien Am 22.August haben in Jakarta rund 10.000 Muslime dafür demonstriert, daß der Islam in dem Inselstaat ein größeres Gewicht erhält. Bisher war die Politik weitgehend vom Einfluß der Religionen frei. Die Front der "Verteidigung des Islam" erklärte zu der Demonstration, sie habe keine politische Zielsetzung. Rund 90 Prozent aller Indonesier sind Muslime. Indien Christliche Aktivisten haben dem Bundesstaat Gujarat vorgeworfen, er manipuliere Schulbücher zu Ungunsten nicht-hinduistischer Religionen. Das Unterrichsmaterial stelle Christen und Moslems als Ausländer und Verräter dar, erklärte Jesuitenpater Cedric Prakash gegenüber einer asiatischen Nachrichtenagentur. Das Klima wachsender Intoleranz mache auch vor dem Bildungssystem nicht Halt. Philippinen Präsident Joseph Estrada hat die Kirchenkritik an seinen Plänen zur Verfassungsänderung zurückgewiesen. Die philippinischen Kirchenführer sollten sich um die Rettung der Seelen kümmern, statt Demonstrationen anzuführen, sagte Estrada am 23.8. in Manila. Er zeigte sich wenig beeindruckt von einer Protestkundgebung am vergangenen Freitag, zu der sich 50 000 Menschen eingefunden hatten. An ihr hatte der auch Manilas Erzbischof Kardinale Jaime Sin teilgenommen. Vietnam Eine Delegation katholischer Kirchenvertreter aus den USA wird in dieser Woche dem Land eine historische Visite abstatten. Das meldete die Nachrichtenagentur Reuters am 24.8. unter Berufung auf Kirchenquellen. Diesen Angaben zufolge wird ein Erzbischof gemeinsam mit drei Bischöfen Vietnam den ersten offiziellen Besuch des US-Episkopats abstatten. Obwohl die Verfassung des asiatischen Staates die Religionsfreiheit garantiert, beklagen Menschenrechtsgruppen immer wieder Einschränkungen religiöser Aktivitäten. In der vergangenen Woche dementierte die Regierung Nachrichten, denen zufolge Soldaten in einer südlichen Provinz vier Kirchen zerstört hatten. AFRIKA Zentralafrikanische Republik In Ouando sind Mitglieder einer Ordensgemeinschaft überfallen und körperlich mißhandelt worden. Wie der Missionsnachrichtendienst MISNA am 23.8. mitteilt, sind sechs bewaffnete Banditen bei der Kongregation «Töchter des heiligen Paulus» eingedrungen, haben drei Ordensfrauen mit Gewehrkolben geschlagen und das Auto der Schwestern gestohlen. Anschließend überfielen sie das benachbarte Pfarrhaus. Der örtliche Bischof hat die Behörden aufgefordert, entschiedener gegen die Verbrecher vorzugehen. Senegal Staatspräsident Abdou Diouf hat Angriffe auf die Laizität des Staates durch Gewalt und religiöse Intoleranz scharf verurteilt. Brandanschläge auf eine Moschee in Dhakar und die Wohnung eines Journalisten durch eine muslimische Bruderschaft hatten Anfang des Monats großes Aufsehen erregt. Auch der Erzbischof der Hauptstadt hatte das Feuer in der Moschee als inakzeptabel bezeichnet. Die Justiz werde ihre Pflicht tun, so der Staatspräsident. Gleichzeitig forderte er die Bevölkerung auf, die Laizität des senegalesischen Staates zu verteidigen. AMERIKA Vereinigte Staaten Die Lutherische Kirche der USA hat am 21.August die Ordination von Männern abgelehnt, die ihrer homosexuellen Neigungen nachgehen. Sie wies einen entsprechenden Antrag zurück. Wer zölibatär zu leben verspricht, kann aber ordiniert werden, heißt es. Die Frage soll aber weiter studiert werden, da nicht klar sei, ob Homosexualität angeboren ist und wie die Bibel sie beurteilt. Brasilien Die katholische Kirche im Bundesstaat Pará hat den Freispruch für drei Polizisten scharf verurteilt, die angeklagt waren, ein Massaker an landlosen Bauern befohlen zu haben. Neben der Kirche hat auch Staatspräsident Enrique Cardoso Kritik an dem Gerichtsurteil von Belem geübt. Die Richter befanden, daß die Beweise für die Anklage nicht ausreichend seien. Über die Vorwürfe gegen 150 weitere Polizisten, die den drei Freigesprochenen unterstanden, wird noch verhandelt. Kolumbien Die linksgerichtete Volksbefreiungsarmee EPL hat sich zur Entführung des Bischofs von Tibu bekannt. Jose des Jesus Quntero Diaz sei in der Gewalt der Guerillias, erklärte ein Anführer am 23.8. in einem nordkolumbianischen Dorf vor Journalisten. Konkrete Forderungen äußerten die Geiselnehmer nicht. Die Regierung in Bogota hatte tags zuvor die sofortige Freilassung des Bischofs gefordert. Die maoistische Volksbefreiungsarmee sei für das Leben und die Unversehrtheit des Kirchenmannes verantwortlich, hieß es in einer Regierungserklärung. Hinweise auf unser Wochenprogramm
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