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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 11. August bis Samstag, 14. August 1999.

VATIKAN

Eine Verbesserung der Genfer Konventionen zum Schutz der Kriegsgefangenen und der Zivilbevölkerung hat Papst Johannes Paul II. gefordert. Zum 50. Jahrestag des Vertragswerkes betonte der Papst am 11.8. bei der Generalaudienz, die Genfer Konventionen garantierten ein Minimum an Schutz für die Menschenwürde durch das internationale Recht. Selbst dieses Minimum werde aber bis heute immer wieder aus militärischen oder politischen Motiven verletzt. Es sei notwendig, einen neuen Konsens über die humanitären Prinzipien zu finden und ihre Fundamente zu stärken, so Johannes Paul II.

Die Genfer Konventionen zum Schutz von Kriegsopfern waren am 12. August 1949 unter dem Eindruck der Schrecken des Zweiten Weltkrieges unterzeichnet worden.

In einem am 12.8. veröffentlichten Kommentar hat die Zeitung Osservatore Romano den Gesetzentwurf der niederländischen Regierung zur völligen Freigabe der Euthanasie ab zwölf Jahren scharf kritisiert. Überrascht zeigte sich die Vatikanzeitung darüber, daß die Niederlande zwar bekanntermaßen bei der Libralisierung der Bürgerrechte an der Spitze aller Nationen stünden, doch stelle der neue Entwurf eher einen Exzess dar.

Niemand könne mit Sicherheit sagen, dass ein schwer krankes Kind von zwölf Jahren seine tiefste und eigenste Überzeugung zum Ausdruck bringe, wenn es sich für den sogenannten sanften Tod entscheide. Es sei zu befürchten, dass es bei diesem neuen Recht in Wahrheit darum gehe, die Eltern von ihrer eigenen schweren Verantwortung zu entlasten, so das Vatikanblatt.

DEUTSCHSPRACHIGER RAUM

Deutschland

Der Tod Ignaz Bubis am 13.8. hat in Politik und Gesellschaft große Bestürzung ausgelöst. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, würdigte den Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland in einer ersten Stellungnahme am Abend des 13.8. als einen Menschen, der sich stets um Versöhnung bemüht habe. Bubis habe sehr viel mehr an Annäherung bewirkt, als er zuletzt selber von sich sagte. Lehmann bekundete Dankbarkeit für seine Offenheit und Gesprüchsbereitschaft. Zur katholischen Kirche habe Bubis sehr gute Beziehungen gepflegt. Den Dialog zwischen Juden und Christen habe Bubis entscheidend verbessert, erklärte Lehmann gegenüber Radio Vatikan.

Deutschland

Die evangelische und die katholische Kirche in Mecklenburg Vorpommern halten an ihrer Klage gegen die Bäderregelung zur Sonntagsarbeit fest. Zusätzlich wollen sie im vorläufigen Verfahren, die nächsthöhere Instanz anrufen, erklärten die Kirchenleitungen in Schwerin am 12.8. Das Verwaltungsgericht Schwerin hatte am 5. August fünf klagenden Arbeitnehmern die Außerkraftsetzung der Bäderregelung zur Sonntagsarbeit zugebilligt, jedoch nicht den ebenfalls klagenden Kirchengemeinden.

Deutschland

Die Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit haben sich gegen den verkaufsoffenen Sonntag ausgesprochen. Der Koordinierungsrat der Gesellschaften erklärte am 12.8. in Bad Nauheim, alle Menschen bräuchten einen wöchentlichen Ruhetag. Man müsse sich frei von Zwängen ökonomischer Rationalität zusammenfinden können, um zu feiern oder sich zu besinnen.

Deutschland

Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin will Gewalt in der Familie rechtlich stärker bekämpfen. Sie wolle im Herbst einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorlegen, kündigte Däubler Gmelin in einem am 14.8. veröffentlichen Zeitungsinterview an. In dem Gesetz solle festgeschrieben werden, daß Gewalt kein Mittel zur Erziehung ist. Zudem sollten Lebenspartner, die Opfer von Gewalt wurden, rechtlich bessergestellt werden.

Deutschland

Die Nordelbische evanglisch lutherische Kirche hat sich zum "schuldhaften Handeln" in der Zeit des Nationalsozialismus bekannt. Zudem setzt sie jetzt auch den Auftrag ihrer Synode um, die Erinnerung an dieses "dunkelste Kapitel der jüngeren Kirchengeschichte auf Dauer wachzuhalten". Wie der Pressesprecher der Kirche am 12.8. in Kiel ankündigte, werde eine Wanderausstellung vorbereitet, zu der diverse Forschungseinrichtungen zur Mitarbeit eingeladen wurden.

Deutschland

Dem Bayerischen Landeskriminalamt ist es gelungen, Heiligenfiguren, die in den vergangenen Jahren aus Kapellen, Kirchen und Museen in der Tschechischen Republik gestohlen wurden, sicherzustellen. Eine Prager Kunsthistorikerin hatte im Schaufenster eines Bamberger Antiquitätenhändlers eine sitzende Mutter Gottes mit Jesuskind wiedererkannt, die 1992 von einem Seitenaltar der Kirche Resanice im Bezirk Pilsen gestohlen worden war. Im Inventar des Händlers wurden weitere 15 Heiligenfiguren im Wert von 220 000 Mark als Diebesgut enttarnt. Wie das Kriminalamt am 13.8. in München mitteilte, befindet sich die Madonna ebenso wie die übrigen Stücke bereits wieder an ihrem angestammten Platz in der Kirche von Resanice.

Österreich

Eine Umfrage bestätigt die Ansicht der Kirchen, daß die Mehrheit der Bevölkerung den verkaufsoffenen Sonntag nicht will. Das Linzer "Market"-Institut hat herausgefunden, daß Ende Juli nur 28 Prozent der Österreicher offene Geschäfte am Sonntag befürworteten. 68 Prozent plädierten hingegen für die bisherige Lösung.

EUROPA

Jugoslawien

Der serbisch-orthodoxe Patriarch Pavle wird nicht an der Großkundgebung gegen Präsident Slobodan Milosevic am 19. August teilnehmen. Das gab die Kirchenführung am 10.8. nach einem Treffen der orthodoxen Bischofskonferenz in Belgrad bekannt. Nach Angaben der katholischen Nachrichtenagentur befürchten Kirchenkreise, daß im Falle gewalttätiger Auseinandersetzungen bei der Demonstration der Patriarch mitverantwortlich gemacht werden würde. Zudem wäre dann die Rolle eines Vermittlers verbaut, wenn es zu Eskalationen in der politischen Entwicklung des Landes kommen sollte.

Großbritannien

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat eine sofortige Abschaffung der Todesstrafe in Indien gefordert. Insbesondere solle die Regierung das Leben von vier im Mai verurteilten Personen verschonen, heißt es in dem am 12.8. in London veröffentlichten Appell.

ASIEN

Israel

Zum Jahr 2000 soll Jesu Taufstätte im Jordan dauerhaft für Pilger geöffnet werden. Das meldeten israelische Zeitungen am 11.8. unter Berufung auf die Zivilbehörde des Landes. Bisher konnte die Taufstätte nur drei Mal im Jahr besucht werden. Sie befindet sich in einer Gegend, die in Teilen seit dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 vermint ist. Ab Ende des Jahres sollen täglich acht Busse mit Pilgern dorthin fahren dürfen.

Vietnam

Mit einem Gottesdienst im Freien haben am 14.8. rund 200.000 Katholiken den 200. Jahrestag der Marienerscheinung in La Vang gefeiert. Kardinal Pham Dinh Tung rief die Menschen dazu auf, mehr zu beten. Die Gottlosigkeit hätte für die sozialen Mißstände gesorgt, unter denen vor allem Frauen und Kinder in vielen Erdteilen litten. Wer jedoch bete, dem helfe die Jungfrau Maria. Am 15.8. enden die Jubiläumsfeiern in La Vang mit einer festlichen Messe und dem sogenannten «Rosentanz» einer lokalen Frauenvereinigung.

AMERIKA

Vereinigte Staaten

Papst Johannes Paul II. hat vom Senator des Bundesstaates Texas, George Bush, die Begnadigung des zum Tode verurteilten Larry Keith Robinson gefordert. Robinson soll am Dienstag wegen vierfachen Mordes hingerichtet werden. In dem vom apostolischen Nuntius in den USA übermittelten Appell wird vor allem darauf hingewiesen, daß der Mann an Schizophrenie leide. In Texas wurden allein in diesem Jahr schon über 20 Menschen hingerichtet.

Brasilien

Die Bischöfe des lateinamerikanischen Landes haben in diesen Tagen ein Pastoralprogramm veröffentlicht. Es enthält die Planungen für die zweifache religiös-kulturelle Bedeutung des Jahres 2000: einerseits als Heiliges Jahr und andererseits als "rundes" Gedenkjahr an die Ankunft der portugiesischen Entdecker und Missionare im Jahr 1500. Höhepunkt des Großprogramms wird ein Eucharistischer Kongress im zweitgrößten Fußballstadion Brasiliens in Belo Horizonte im Juni nächsten Jahres sein. Im April will die Kirche in Santa Cruz de Cabralia einen großen Festgottesdienst anläßlich der 500 Jahrfeier der Entdeckung begehen. Denn am 26. April 1500 wurde auf dem neuentdeckten Territorium die erste Heilige Messe gefeiert. Gleichzeitig will sich die Kirche jedoch auch bei den Indianern und den Schwarzen in Brasilien für die gegen die Vorfahren dieser Minderheiten jahrhundertelang ausgeübte Gewalt entschuldigen.

Brasilien

Der geplante Bau neuer Kraftwerke betrifft rund 3000 Indianer-Familien im Bundesstaat Tocantins. Wie der katholische Indianer-Missionsrat CIMI am 13.8. in Brasilia mitteilte, würde die natürliche Flußlandschaft zerstört und die Region in einen großen See verwandelt. Gemeinsam mit anderen Organisationen der Region will CIMI nun in einer internationalen Kampagne auf die Gefährdung der ansässigen Urbevölkerung aufmerksam machen.

Mexiko

Der apostolische Nuntius, Justo Mullor, hat die im Chiapaz-Konflikt beteiligten Parteien zur Wiederaufnahme des Dialogs aufgefordert. Außerdem verteidigte der Vatikanvertreter die Vermittlerrolle der katholischen Kirche. Das berichtete am 13.8. die Lokalpresse. In seiner Erklärung lobte Mullor das Engagement des Bischofs von San Christobal de las Casas, Samuel Ruiz. Während Ruiz sich um Frieden in der Region bemüht habe, sei er von verschiedenen Seiten angegriffen worden, beklagte Mullor.

Derzeit bereisen neun Bischöfe die Region mit der Absicht, den Friedensprozess zwischen Regierung und Guerilla wieder in Gang zu bringen.

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm

Samstag: Kommentar der Woche und Sonntagsbetrachtung

Sonntag: Im Gespräch mit Wofgang Wagner, Intendant in

Bayreuth

Montag: Weltkirchen-Magazin

Dienstag: Radio-Akademie, Gerhard Lohfink - "Braucht Gott die Kirche?"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A durch

Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital) verbreitet wird.

World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr

Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog)

und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Dela Kienle

Tel.:0039 06 6988 4101, Fax: 0039 06 6988 3844

Post:Radio Vatikan-sezione tedesca,I-00120 Citta del Vaticano

E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten: Dienstag, 17. August 1999

 

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