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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen ! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Sonntag, 1. August bis Dienstag, 3. August 1999

V A T I K A N

Papst Johannes Paul II. hat beim Angelusgebet am 1.08. empfohlen, den Urlaub nicht nur zu körperlicher Erhohlung, sondern auch zu geistiger Besinnung zu nutzen. Im Hinblick auf die traditionelle Ferienzeit im August forderte er insbesondere die Familien auf, ein unbeschwertes Klima und eine entspannte Atmosphäre zu schaffen, um miteinander ins Gespräch zu kommen und die Notwendigkeiten und Projekte jedes einzelnen zu klären. Wenn diese Lücken an Menschlichkeit, Frieden und Zusammenleben geschlossen werden, erfüllen die Ferien ihren Zweck. Nach dem Angelusgebet richtete Papst Johannes Paul II. die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer auf einen Friedensprozess in Lateinamerika, der erneut ins Stocken geraten ist. In diesen Wochen habe er von Nahem die schmerzlichen Tatsachen des bewaffneten Konfliktes in Kolumbien verfolgt, mit Hunderten von Entführungen, Zerstörungen von Wohnungen und Kirchen, mit dem Mord an wehrlosen Menschen, so Johannes Paul II. Der Apostolische Stuhl, der entschieden alle Friedensbemühungen zwischen Völkern und innerhalb einzelner Völker fordert, ermutigt und unterstützt das Werk der Versöhnung, das die kolumbianischen Bischöfe und viele Menschen guten Willens unternommen haben.

Mit grosser Freude hat Papst Johannes Paul II. die vorzeitige Wiedereröffnung der Basilika Santa Maria degli Angeli in Assisi, knapp zwei Jahre nach dem schweren Erdbeben aufgenommen. Nachdem bereits am 1.08. mehrere tausend Gläubige am Festakt der Wiedereröffnung teilnahmen, feierte am 2.08. der Jerusalemer Patriarch Michel Sabbah, einen Gottesdienst in der Kuppelkirche der Portiunkula. Ebenfalls am 2.08. wurde die grosse Marienstatue, die bei den Erdstössen im September 1997 stark in Mitleidenschaft gezogen worden war, wieder auf die Spitze der Kirchenfassade gehoben. Papst Johannes Paul II. wies darauf hin, dass ihm die Botschaft der Portiunkula besonders am Herzen liege. Sie vermittle Vergeben und Versöhnung, Inhalt der Güte Gottes für alle die guten Willens sind.

Papst Johannes Paul II. hat den Angehörigen der Opfern des Zugunglücks in Indien sein Beileid ausgesprochen. In einem am 3.08. veröffentlichten Telegramm versicherte das Kirchenoberhaupt, dass er für die Toten und Verletzten bete. Den Angehörigen sei er in diesen Tagen geistig nahe, hiess es weiter.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Die Präsidentin der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, KFD, Magdalena Bogner, hat die in die Kritik geratenen Leitlinien ihres Verbandes verteidigt und die Bischöfe zum Dialog aufgerufen. In einem Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur räumte Bogner am 1.08. ein, dass die Forderung, alle Lebensformen von Frauen gleichwertig zu sehen, missverständlich formuliert sei. Es werde Präzisierungen geben. Die Präsidentin bekräftigte aber die Haltung des Verbandes zur grundsätzlichen Weihefähigkeit von Frauen. Dessen im Mai verabschiedete Leitlinien hatten deutlichen Unmut der Bischöfe hervorgerufen. Der Vorsitzende des Episkopats, Karl Lehmann, forderte den Frauenverband vor wenigen Tagen brieflich zu Korrekturen und Klärungen auf.

Deutschland

Mit Empörung haben die Bischofskonferenz und die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen auf die Sonntags-Öffnung von Warenhäusern und Geschäften in Ostdeutschland reagiert. Der Pressesprecher der Bischöfe, Rudolf Hammerschmidt, sagte am 2.08. der im Grundgesetz verankerte Sonntagsschutz werde mit Tricks ausgehebelt. Die Kirche lehne jede Sonntagsarbeit ab, die im Sinne des Gemeinwohls nicht unbedingt erforderlich sei. Hammerschmidt begrüsste, dass die Kirchen in Meckelenburg-Vorpommern Klage gegen die schrittweise Abschaffung des Sonntags vor dem Verwaltungsgericht Schwerin eingereicht hätten.

Deutschland

Der katholische Bischof von Hildesheim, Josef Homeyer, hat am 1.08. seinen 70. Geburtstag gefeiert. Der Oberhirte ist auch Präsident der Bischofskonferenzen der Europäischen Union und gehört dem Rat der Europäischen Bischofskonferenzen an.

Deutschland

Für eine verstärkte Beteiligung der Bundesrepublik an zivilen Friedensdiensten hat sich Bundesaussenminister Joschka Fischer ausgesprochen. Die Bundesregierung richte derzeit ein Ausbildungszentrum für ziviles Friedenspersonal ein, so Fischer am 1.08. Dort würden ehemalige Bundeswehr-Angehörige, Juristen, Verwaltungsfachleute, Politologen und Sozialwissenschaftler für zivile Auslandseinsätze vorbereitet. Sie würden im Auftrag der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa OSZE oder der Vereinten Nationen als Krisenmanager eingesetzt.

Österreich

Der Klagenfurter Diözesanbischof, Egon Kapellari, hat einen neuen Brückenschlag zwischen Glaube und Wissenschaft gefordert. Bei einem Festgottesdienst im Salzburger Dom am 2.08., richtete der Bischof einen nachdrücklichen Appell an die Katholiken. Viele alte Synthesen zwischen Glaube und Kultur seien heute schwach geworden, sagte Kapellari. Doch sollten Katholiken deshalb nicht die Brücken "voreilig abbrechen helfen, sondern versuchen sie tragfähig zu erhalten oder neu zu bauen". Der Bischof bedauerte, dass heute tragende Elemente der katholischen Identität rasch preisgegeben würden. Dieser Verzicht auf eine katholische Gestalt sollte nicht einfach unkritisch hingenommen werden. Kapellari forderte deshalb dazu auf, das eigene Haus Kirche für ein faires und kultiviertes Gespräch offen zu halten. Ausserden sollten die Katholiken auch die Häuser anderer Lebenskulturen unerschrocken betreten.

Österreich

Religion ist wieder im Aufwind, die Suche nach geistigen Werten wird intensiver. Dies erklärte der Jerusalemer Professor, Stephane Moses, am 1.08. bei den Salzburger Hochschulwochen. Die modernen westlichen Gesellschaften könnten das Bedürfnis der Menschen nach Orientierung und Lebenssinn nicht befriedigen. So gibt es laut Moses ein Neuaufleben in den drei monotheistischen Religionen, insbesondere im Islam.

Schweiz

Das fahrende Volk in der deutschsprachigen Schweiz hat zum ersten Mal eine eigene Wallfahrt durchgeführt. Etwa 300 Angehörige der Jenischen und der Manusch fanden sich vom 29.07. bis 1.08. in Einsiedeln ein. Als Vorbild dieser Wallfahrt zur Schwarzen Madonna von Einsiedeln diente die traditionelle Zigeunerwallfahrt von Saint-Marie de la Mer. Mit dieser neuen Bewegung der katholischen Fahrenden will die Kirche dem Wandervolk mehr Aufmerksamkeit schenken. Ein Erfolg war auch die Pilgerfahrt zur Kirche Notre Dame des Marches im friebourgischen Broc im vergangenen Jahr. Wie der Seelsorger der katholischen Fahrenden in der Schweiz, Dominikanerpater Jean-Bernard Dousse, betont, erfahren die Teilnehmer so die universale Kirche.

E U R O P A

Polen

Eine vorsichtige Annäherung zwischen katholischer und russisch-orthodoxer Kirche sieht das Oberhaupt der polnischen Katholiken, Kardinal Jozef Glemp. Es gebe Anzeichen für eine Belebung des Dialogs. Das sagte Glemp jetzt nach einem dreiwöchigen Russland-Aufenthalt, bei dem er auch mit dem Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Alexij II. zusammengekommen war. Zur Möglichkeit eines Besuches von Papst Johannes Paul II. in Moskau meinte Glemp, zuvor müsse sich das religiöse Klima im Land noch entwickeln. Für viele Menschen sei der Papst noch unbekannt. Eines der Haupthindernisse für eine offizielle Einladung seitens des Moskauer Patriarchats sei aber nach wie vor der Konflikt um die griechisch-katholische mit Rom unierte Kirche in der West-Ukraine.

A S I E N

Israel

Gemeinsam mit den Palästinensern wollen die Behörden des Landes den im Jubiläumsjahr 2000 erwarteten Pilgerstrom bewältigen. Bisher seien acht Koordinationskomitees für Fragen der Sicherheit, des Transportes und der Unterkunft geschaffen worden, berichtete die Tageszeitung "Jerusalem Post" am 2.08. Besorgt sei man vor allem um die Hauptpilgerstätten. Aber auch mangelnde Hotelplätze seien ein ungelöstes Problem.

China

Interpol wird den Behörden von Peking nicht dabei helfen, den Gründer der Falung-Gong-Sekte zu verhaften. Das erklärte die internationale Polizeiorganisation am 3.08. China hatte um eine derartige Zusammenarbeit gebeten.

 

A F R I K A

Angola

Die Kirche des Landes hat die neuen Kampfhandlungen beklagt. Gleichzeitig verurteilte sie diejenigen, die am Krieg verdienen. So heisst es in einem am 2.08. vom Vatikanischen Nachrichtendienst FIDES verbreiteten Appell. Beklagt wurde ausserdem der Rückgang humanitärer Hilfe.

Kongo-Kinshasa

Die katholischen Missionare im Land haben am 3.08. , ein Jahr nach Ausbruch des Bürgerkrieges einen dringenden Friedensappell lanciert. Wie der Comboni-Missionar, Venanzio Milano, erklärte, sollten alle beteiligten Parteien angesichts des menschlichen Dramas umgehend nach einer Lösung des Konfliktes suchen.

A M E R I K A

Chile

Kardinal Jorge Medina verlangt, dass der ehemalige chilenische Diktator, Augusto Pinochet, in seiner Heimat vor Gericht gestellt wird. In einer Erklärung vor Journalisten in Lima meinte der Kirchenführer, dies sei die gemeinsame Ansicht der Bischöfe Chiles.

Kolumbien

Der Erzbischof von Cali, Isaias Duarte, hat jetzt die ELN-Guerilleros exkommuniziert, die Ende Mai rund 150 Gottesdienstbesucher entführten hatten. Duarte hatte die ELN in den vergangenen Wochen aufgefordert, die noch verbliebenen rund 40 Geiseln bis Ende Juli freizulassen. Die Exkommunikation könne aufgehoben werden, wenn die Entführten freigelassen würden, sagte der Erzbischof am 1.08. Radioberichten zufolge.

Brasilien

Die Kirche des Landes hat der Regierung in Brasilia Wortbruch vorgeworfen. Vertreter der Kirche würden von Präsident Cardoso zwar immer respektvoll empfangen. Doch die gegebenen Versprechen würden fast nie eingehalten, klagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Jaime Chemello. Wie die französische Tageszeitung "La Croix" in einem am 2.08. veröffentlichten Interview berichtet, sei den kirchlichen Hilfswerken und Einrichtungen zu Jahresbeginn der Status der Gemeinnützigkeit aberkannt worden.

Vereinigte Staaten

Die US-amerikanischen Bischöfe haben die Regierung ihres Landes zu einer neuen Friedensinitiative in Kolumbien ermutigt. Die bisherigen Rückschläge stellten eine Gesprächslösung nicht in Frage, sondern verlangten einen noch grösseren Einsatz, Standfestigkeit und Kreativität. So der Inhalt eines Schreibens des Erzbischofs von Newark, Theodor McCarrick an US-Aussenministerin, Madeleine Albright. Die USA hatten ihr Engagement bei den Friedensgesprächen zwischen der kolumbianischen Regierung und der marxistischen Revolutionären Armee, FARC, nach dem erneuten Aufflammen der Gewalt im Frühjahr eingestellt.

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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Samstag,7.August 1999

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