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Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 28.Juli bis Samstag, 31. Juli 1999.

V A T I K A N

Den Sommer verbringt der Papst in seiner Residenz in Castelgandolfo und reduziert seine Verpflichtungen auf ein Minimum. Für die Generalaudienz am 28.07. reiste er aber eigens nach Rom, wo er den Pilgern aus aller Welt erklärte, was es mit der Hölle auf sich hat. Die Verdammnis sei eine reale Möglichkeit, so Papst Johannes Paul II. Aber die Bilder von Höllenqualen und Verdammnis in der Heiligen Schrift müssten interpretiert werden. Sie sollten die Menschen nicht in Angst versetzen. Vielmehr, rief der Papst die Pilger auf, sollten sie frohen Mutes sein, denn Christus selbst habe Satan und den Tod auf immer besiegt. Der Glaube der Hoffnung sei Kern der christlichen Verkündigung, so Johannes Paul II.

Die Kapelle der Schweizer Garde wird derzeit für rund eine Million Schweizer Franken renoviert. Grösster Einzelposten ist die neue Orgel, die allein knapp 200.000 Franken kosten wird. Die Renovierung soll bis zum 11.11. - dem Martinstag - abgeschlossen sein.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Der Berliner Kardinal, Georg Sterzinsky, hat zu einem stärkeren Kampf gegen Kinderprostitution aufgerufen. Diese sei eine moderne Form der Sklaverei. Es gebe jährlich 400.00 Sextouristen, allein aus Deutschland. Der Kardinal forderte, den Opfern müsse beim Wiedereinstieg in das normale Leben mehr geholfen werden. Auch sei es nicht genug, die Täter nur zu bestrafen. Ihnen müsse auch eine Therapie vorgeschrieben werden.

Deutschland

Ein dramatisches Bild von der Lage in Zentralafrika hat der Limburger katholische Bischof, Franz Kamphaus, gezeichnet. Wenn man das Ausmass des Elends und der Zerstörung sehe und die Ratlosigkeit bei der Suche nach Lösungen erfahre, könne man schier verzweifeln. Das sagte Kamphaus am 28.07. nach einer Reise durch Ruanda, Burundi, Kongo und Sudan. Kamphaus prangerte skrupellosen Kampf kleiner Eliten um Macht und Pfründe an, der auf Kosten der Bevölkerungen ausgetragen werde. Der Bischof widersprach der Auffassung, ethnische Probleme seien die entscheidende Ursache von Konflikten. Richtig, sei vielmehr, dass Stammesdenken für politische Zwecke instrumentalisiert werde. Den Kirchen bescheinigte er, sie seien häufig als unabhängige Instanzen die einzige Möglichkeit zur Hilfe.

Deutschland

Der jüdische Historiker, Michael Wolffssohn, hat Ignaz Bubis den Rücktritt von seinem Amt als Präsidenten des Zentralrats der Juden nahegelegt. In einem jetzt veröffentlichten Interview erklärte Wolffsohn, Bubis sei zunehmend an der Vergangenheit orientiert. Das sei für einen Politiker jedoch falsch. Der Historiker reagierte mit seiner Forderung auf ein Interview Bubis im Magazin Stern. Dort hatte der Zentralratspräsident erklärt, er habe in seiner Amtszeit fast nichts bewirkt. Es sei ihm nicht gelungen, die Ausgrenzung der Juden in Deutschland zu beenden.

Deutschland

Der Berliner Kardinal, Georg Sterzinsky, hat das Bundesverfassungsgericht scharf kritisiert, weil es noch nicht über Brandenburgs Schulfach "Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde- LER " entschieden hat. In einem am 29.07. veröffentlichten Zeitungsinterview äusserte Sterzinsky sein Unverständnis darüber, dass das Gericht eine so wichtige Frage mit Signalwirkung auch für andere Bundesländer immer weiter hinauszögere. Ausserdem, könne das Erzbistum Berlin mit dem Land Brandenburg erst dann einen Staat-Kirche-Vertrag abschlieseen, wenn es einen Spruch aus Karlsruhe gebe, erklärte der Kardinal.

Österreich

Bei der Kritik des Salzburger Weihbischofs, Andreas Laun, zur Schwangerenkonfliktberatung in Deutschland handelt es sich um eine persönliche Stellungnahme Launs. Das erklärte ein Sprecher der Bischofskonferenz des Landes am 28.07. in Wien. Die Aussagen Launs lägen ausschliesslich in seiner Verantwortung. Das Engagement des Salzburger Weihbischofs in dieser Frage sei dessen Privatangelegenheit, der er als Herausgeber der Zeitschrift "Kirche Heute" nachkomme. Laun hatte die Modifizierung des Paragraphen 218-Beratungsscheins der deutschen Bischöfe unter anderem als Ungehorsam gegenüber dem Papst bezeichnet.

Österreich/Deutschland

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der Wiener russisch-orthodoxe Metropolit, Irinej, am 26.07. an den Folgen einer langen, schweren Krankheit gestorben. Der 81-jährige galt als grosser Freund Österreichs und war Ehrenmitglied der Wiener ökumenischen Stiftung "Pro-Oriente". Irinej war seit 1975 Erzbischof der russisch-orthodoxen Metropolie Österreichs.

Österreich

Der russisch-orthodoxe Patriarch Alexij II. hat erneut das Schicksal der orthodoxen Kirche im Kosovo beklagt. In einem in Wien veröffentlichten Schreiben warf er zugleich der NATO Unverständnis in dieser Frage vor. Alexij betonte, auch die russisch-orthodoxe Kirche verurteile die Gewalttaten des Milosevic-Regimes gegen die Kosovo-Albaner. Der Westen habe aber dem Aspekt des Zugangs der Serben zu ihren heiligen Stätten im Kosovo keine Bedeutung beigemessen. Gerade dies habe aber zur heutigen Verwirrung im NATO-Lager geführt.

Schweiz

Um die Zahl der Kirchenaustritte zu stoppen, hat der Luzerner Kirchenrechtler, Adrian Loretan-Saladin, "mehr Kundenorientiertheit" gefordert. Strukturell und in der Mentalität lebten die Kirchen noch so, als besässen sie eine Monopolstellung. Ihre Monopolstellung hätten die Kirchen länsgt eingebüsst. Daher müssten sie sich auf dem "Markt der Sinnfindung" einbringen. Bei einem Menschen, der nicht erfahren habe, dass die Kirche den Weg in die Gottesbeziehung öffne, sei die Gefahr gross, dass er ihr den Rücken kehre und - so wörtlich - "religiösen Kaufleuten" aufsitze. Loretan-Saladin warnte davor, die Beziehungspflege nur auf diejenigen zu beschränken, die am Sonntag die Messe besuchen. Vielmehr sollte auch jenen ein Angebot gemacht werden, die am Rande bzw. der Kirche stünden.

Schweiz

Der Schweizer Theologieprofessor, Hans Jörg Auf der Mauer, ist in dieser Woche nach einer kurzen, schweren Krankheit im Alter von 66 Jahren gestorben. Das berichtete die Österreichische Katholische Nachrichtenagentur. Seit 1985 war Auf der Mauer Professor für Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie an der Universität in Wien.

Schweiz

Joseph Rodouit hat am 31.07. in Saint Maurice die Abtweihe empfangen. Rodouit tritt die Nachfolge von Abtbischof Henri Salina an, der im Frühjahr aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war.

E U R O P A

Frankreich

In Strassburg wurden am 28.07. die Kandidaten für das Amt des europäischen Menschenrechtskommissars benannt. Es ist das erste Mal, dass diese Funktion vergeben wird. Zuständig dafür ist der Europarat. Bei seiner parlamentarischen Versammlung soll er aus drei Kandidaten den Menschenrechtskommissar wählen. Der neue Kommissar soll die Mitgliedsstaaten für Menschenrechtsfragen sensibilisieren. Zudem soll er vorbeugend tätig werden, um Klagen vor dem Europäischen Menschengerichtshof schon im Vorfeld zu vermeiden. Seine Amtszeit dauert sechs Jahre.

Frankreich

Nachdem das Land vom Europäischen Menschengerichtshof wegen Folter verurteilt wurde, hat der Leiter der Anti-Folterkommission des Europarates, Ivan Zakine, unabhängige Untersuchungskommissionen gefordert. Frankreich müsse sich seine Ethik und eine Untersuchungskommission für die Sicherheitskräfte geben. Das Urteil des Menschengerichtshofes bezieht sich auf einen Fall aus dem Jahr 1991: damals war ein inzwischen verurteilter Drogenhändler während der Untersuchungshaft mehrere Tage lang schwer misshandelt worden.

Italien

Angehörige der verschiedenen Weltreligionen können unter bestimmten Umständen gemeinsam beten. Das erklärte Jacques Dupuis von der Päpstlichen Gregoriana- Universität, wie der italienische Ordens-Pressedienst am 28.07. mitteilte. Ein gemeinsames Gebet,insbesondere bei Christen, Juden, Muslimen und orientalischen Religionen sei möglich und wünschenswert. Allerdings müsse man, so Dupuis, den jeweiligen Umständen Rechnung tragen und die Texte sorgsam auswählen.

Bosnien-Herzegowina

Der serbisch-orthodoxe Bischof für das Kosovo, Artemije, ist am 30.07. zu Gesprächen am Rande der Balkan-Konferenz in Sarajevo eingetroffen. Nach Angaben der orthodoxen Kirche ist auch eine Begegnung mit dem US-amerikanischen Präsidenten, Bill Clinton, geplant.

Spanien

Mehr als 30.000 Jugendliche aus allen Teilen Europas werden in der kommenden Woche zur Europäischen Jugendwallfahrt in Santiago de Compostela erwartet. Auf den Spuren der einstigen Jakobsweg-Pilger wollen die jungen Leute zum Aufbau eines "freien und demokratischen " Europa beitragen. Papst Johannes Paul II. bestimmte Kardinal Staatssekretär Angelo Sodano zu seinem persönlichen Vertreter in Santiago de Compostela. Die grössten Teilnehmergruppen kommen aus Spanien, Italien, Portugal und Polen.

A S I E N

Indien

Die Seligsprechung von Mutter Teresa wird nach Ansicht des zuständigen Erzbischofs, Henry D'Sousa von Kalkutta, kaum im Jahr 2000 möglich sein. Mehr als 100 Zeugen unter anderem aus Rom, New York und London wie auch aus der indischen Metropole müssten angehört werden. Dazu brauche man mindestens ein Jahr, so der Erzbischof. Anschliessend muss der Prozess bei der Vatikanischen Seligsprechungskongregation fortgeführt werden.

Philippinen/Indonesien

Der Erzbischof von Manila, Kardinal Jaime Sinn, hat sich nach einem Treffen mit dem ost-timoresischen Freiheitskämpfer und Friedensnobelpreisträger, Ramos Horta, für eine Volksabstimmung über die Zukunft Ost-Timors ausgesprochen. Gewalt gehöre zum Alltag auf Ost-Timor, jetzt müsse man das Volk entscheiden lassen, erklärte Sinn am 28.07. in Manila. Der Kardinal war eine der Schlüsselfiguren beim philippinischen Volksaufstand von 1986, bei dem Diktator Ferdinando Marcos abgesetzt worden ist. Indessen hat die UNO den Termin für das Referendum auf den 30.08. festgelegt. An diesem Tag müssen die Bewohner der besetzten Inselhälfte entscheiden, ob sie mit einem erweiterten Autonomiestatus weiterhin zu Indonesien gehören oder in die Unabhängigkeit entlassen werden wollen.

Philippinen

Die ehemalige Staatspräsidentin, Corazon Aquino, und der Erzbischof von Manila, Kardinal Jaime Sin, wollen nächsten Monat zu einer Demonstration zur Erhaltung der Demokratie einladen. Wie dazu Frau Aquino jetzt in Manila mitteilte, sei eine derartige Veranstaltung notwendig. Die derzeitige Regierung unter Präsident Joseph Estrada, bedrohe vor allem die Meinungs-und Pressefreiheit und sei durch ihre zunehmende Vetternwirtschaft eine Bedrohung der Demokratie auf den Philippinen.

Nepal

Die Jesuiten weiten ihre Tätigkeit im Himalaja-Staat aus. Zusätzlich zu seinen Einrichtungen in der Hauptstadt Kathmandu, hat der Orden im Südosten von Nepal zwei Landwirtschaftsschulen gegründet. Das erklärte der zuständige Ordensobere am 29.07. gegenüber dem italienischen Nachrichtendienst VID. Neben der Vermittlung von neuen Anbautechniken, soll der Schulbetrieb Gelegenheit zur Missionierung bieten.

Indonesien

Die Regierung in Jakarta will jede Form von Zensur für die Medien abschaffen. Der Gesetzentwurf, der derzeit dem Parlament vorliegt, sieht die Aufhebung aller aus der Suharto-Zeit noch verbliebenen Einschränkungen für die Presse vor. Konservative Moslems engagieren sich vor allem aus Angst vor der Verbreitung von Pornographie gegen die Pressefreiheit in Indonesien.

A F R I K A

Kongo-Brazzaville

In der zentralafrikanischen Republik werden sechs katholische Priester vermisst. Darunter befindet sich auch der jüngst ernannte Generalsekretär der kongolesischen Bischofskonferenz. Beobachter gehen davon aus, dass sie sich auf der Flucht in den Wäldern befinden. Die Geistlichen hätten wegen der Kämpfe zwischen den Einheiten von Präsident Denis Sassou Nguesso und Ex-Präsident Pascal Lissouba aus ihren Gemeinden im Süden des Landes fliehen müssen. Das berichtete der Vatikanische Nachrichtendienst FIDES am 30.07.

Kongo-Kinshasa

Eine Zensur der Informationen über Verletzungen der Menschenrechte hat die protestantische Kirche des afrikanischen Landes kritisiert. Das berichtete die Missionsnachrichtenagentur MISNA. Demnach habe die Demokratische Koalition Kongos die Informationsfreiheit in der Region Kivu im Süden des Landes. Sie wolle damit verhindern, dass Menschenrechtsverletzungen durch Mitglieder der Koalition öffentlich werden. Seit Beginn des Konflikts in Kongo vor fast genau einem Jahr, wird die Region Kivu von ruandischen Truppen kontrolliert. Diese sympatisieren mit der Demokratischen Koalition Kongos.

Kenia

Eine afrikanische Bibel ist jetzt bei der Vollversammlung der Gemeinschaft ostafrikanischer Bischofskonferenzen in Nairobi vorgestellt worden. Die englische Übersetzung soll gemeinsam mit den Illustrationen einen Beitrag zur Neuevangelisierung im Hinblick auf das Heilige Jahr 2000 leisten.

A M E R I K A

Peru

Die Bischofskonferenz des Landes hat kritisiert, dass die Regierung in Lima das interamerikanische Menschenrechtsabkommen von S.Jose aufgekündigt hat. In einer jetzt veröffentlichten Erklärung befürchten die Bischöfe, dass diese Entscheidung Peru international isolieren könnte. Der Ausstieg aus dem Abkommen provoziere eine rechtliche Unsicherheit in der Gesellschaft. Zudem könnten die Bürger jetzt kein internationales Gericht mehr anrufen, wenn sie ihre Grundrechte verletzt sähen.

Chile

Die " Wahrheit über die Desaparecidos - die Verschwundenen " aus der Zeit der Militärdiktatur hat der Erzbischof von Santiago de Chile, Francisco Javier Errazuriz Ossa, gefordert. Ohne eine Kenntnis dieser Wahrheit sei eine Versöhnung in der chilenischen Gesellschaft nicht möglich, betonte Errazuriz Ossa gegenüber der Nachrichtenagentur KIPA. In Chile müsse ein Klima der Versöhnung, der gegenseitigen Anerkennung und der Offenheit geschaffen werden, erklärte der Erzbischof von Santiago. Das gelte nicht nur für die Familien der Opfer des Pinochet-Regimes, sondern besonders auch für die Militärs. Damit die betroffenen Familien den Verantwortlichen verzeihen könnten, sei zum einen die Offenlegung der Wahrheit über die Verschwundenen zur Zeit der Diktatur notwendig. Zum anderen müssten aber auch alle anderen Verbrechen dieser Zeit eingestanden werden, forderte Errrazuriz Ossa. Die Schuldigen für die Folterungen, die Morde und das Verschwinden müssten ihre Fehler bekennen und selbst um Vergebung bitten.

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Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"
Sonntag:" Sie schreiben-Wir antworten"
Montag:"Weltkirchen-Magazin"
Dienstag:"Radioakademie"

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täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
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Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann
Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann
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Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Dienstag,3.August 1999

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