Stichwortsuche
Archiv
Programmvorschau
Freundeskreis
Real Audio
www.kath.de

Verehrte Internet-Benutzer und Benutzerinnen! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 7. Juli bis Samstag, 10. Juli 1999.

V A T I K A N

Die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" hat die Zulassung der Abtreibungspille Mifegyne in Deutschland scharf kritisiert. In einem am 7.07. veröffentlichten Kommentar wird Deutschland mit dem biblischen König Herodes verglichen. Eine Nation, die mit rascheren und effizienteren Mitteln zur Tötung der Ungeborenen ansporne, demonstriere eine grössere Grausamkeit als die des Herodes, so der Kommentator, der Vatikanische Moraltheologe, Gino Concetti. Das Mifegyne bereits in mehreren Ländern vertrieben werde zeuge von der Geringachtung des menschlichen Lebens, so Concetti.

Im Vatikan wurde am 8.07. Bilanz gezogen und zwar in finanzieller Hinsicht. Bei einer Pressekonferenz stellten die zuständigen Oberen der Präfektur für Wirtschaftliche Angelegenheiten des Apostolischen Stuhls die Jahresbilanz 1998 vor. Und es gab-zum sechsten Mal in Folge- ein postives Ereignis: unter dem Strich kam ein Plus von rund 2, 5 Millionen Mark heraus. Einnahmen von circa 338 Millionen standen Ausgaben von etwas weniger als 336 Millionen Mark gegenüber. Der Gesamthaushalt des Apostolischen Stuhls vereinigt sieben grosse Verwaltungsbereiche darunter die Ausgaben und Einnahmen der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, das Verlagshaus Editrice Vaticana und auch Radio Vatikan.

In der Kirche darf es keine Art von Karrierismus geben. Das betonte der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Josef Ratzinger, am 10.07. Das Bischofsamt dürfe nicht als eine Karriere mit verschiedenen Stufen angesehen werden, so Ratzinger. Der Kurienkardinal sprach sich zudem gegen eine Versetzung von Bischöfen von einer Diözese in eine andere aus. Ein solches Vorgehen müsse die Ausnahme bleiben.

D E U T S C H S P R A C H I G E R R A U M

Deutschland

Scharfe Kritik an der Gesundheitsreform 2000 hat der deutsche Caritasverband geäussert. In einer am 7.07. in Freiburg veröffentlichten Stellungnahme heisst es, dass die Einführung von Globalbudgets und Ausgaben und Ausgabenobergrenzen sich nicht am Bedarf der Bevölkerung orientiere. Im Vordergrund der Reform stehe bislang lediglich die Ausgabenseite. Für die Patienten und das Personal werde eine Folge der Reform zwangsläufig die Schliessung kleiner Krankenhäuser sein. Das führt zu langen Wartelisten und grossen Entfernungen zum nächsten Krankhaus, so der Caritasverband.

Deutschland

Die Beratungsorganisation "Pro Familia" will vom Freistaat Bayern mehr Geld für ihre Schwangerenberatung. Dafür wird gefordert, den katholischen Beratungsstellen in Bayern die staatliche Anerkennung zu entziehen. Als Begründung erklärte Pro Familia , der künftige Beratungsschein sei mit dem bischöflichen Zusatz rechtswidrig. Eine entsprechende Klage Pro Familias liegt dem Verwaltungsgericht Augsburg vor.

Deutschland

Der Bundesrat hat am 9.07. dem Gesetz über den Sondervertriebsweg für die Abtreibungspille Mifegyne mehrheitlich zugestimmt. Nach dem bereits am 24.06. von Koalition und PDS im Bundestag verabschiedeten Gesetz darf das Produkt nicht über Apotheken abgegeben werden.

Deutschland

Die kirchliche Bewegung "Comunione e Liberazione" sieht durch die Scheinlösung in der Schwangerenberatung die Glaubwürdigkeit der Kirche in Frage gestellt. Die grosse Mehrheit der Deutschen interessiere sich nicht mehr für Moral und den Sinn der Kirche, erklärte die Bewegung am 7.07. in Freiburg. Diese Tatsache lasse sich auch nicht dadurch verbergen, dass man sich ins staatliche System einfüge. Die Kirche habe jetzt die Aufgabe, auch als gesellschaftliche Minderheit exemplarische Orte zu schaffen, in denen für alle die Bestimmung des Menschen sichtbar werde.

Deutschland

Die Moral in Deutschland sinkt. Das beklagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, am 10.07. Dabei kritisierte er unter anderem das Verhalten des ausgeschiedenen deutschen EU-Kommissars, Martin Bangemann, scharf. Der Fall Bangemann stehe für den Verfall moralischer Massstäbe in Deutschland, so Lehmann. Dabei sei die Unverbindlichkeit individueller Verhaltensnormen ebenso gemeint, wie die Tatsache, dass Spielregeln in der öffentlichen Moral immer brüchiger werden, so der Bischof.

Deutschland

Rund 100.000 Teilnehmer werden beim Katholikentag im Jahr 2000 in Hamburg erwartet. Das Treffen findet vom 31. Mai bis 4. Juni statt. "Sein ist die Zeit"-das Motto des Heiligen Jahres ist 2000 ist auch Leitwort des Katholikentages. Im ganzem Programm sind starke ökumenische Akzente geplant, so der Vorsitzende des Trägervereins des Katholikentages, Christian Brenzen. Bei der Vorbereitung gebe es eine enge Zusammenarbeit mit der nordelbischen evangelisch-lutherischen Kirche. Im gesellschaftlichen Programm sind unter anderem Foren zu den Themen Sicherheitspolitik, Entwicklungszusammenarbeit und Umweltschutz geplant. Ausserdem werden Themen wie das Staat-Kirche -Verhältnis sowie die Zukunft der Arbeit und des Sozialstaates diskutiert.

Deutschland

Die katholische Kirche muss als Minderheit in der deutschen Hauptstadt Mut zum Profil haben. Das betonte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, am 7.07. bei der Besichtigung der Baustelle des neuen Kommissariats der deutschen Bischöfe in Berlin. Die im Vergleich zu Bonn pluralistische Umgebung sei nicht nur negativ zu bewerten, sondern auch als Chance , ein eigenes Gesicht zu zeigen. Das Kommissariat ist die Kontaktstelle der Kirche zum Bundestag, der Bundesregierung und den Parteien. Es wird voraussichtlich im Frühjar 2000 seine Arbeit in Berlin aufnehmen.

Deutschland

Berlins Ausländerbeauftragte, Barbara John, hat eine rechtliche Gleichstellung islamischer Religionsgemeinschaften mit den Kirchen gefordert. Die meisten christlichen Kirchen und jüdischen Gemeinden seinen als öffentlich-rechtliche Körperschaften stark privilegiert, so Frau John am 9.07. in Berlin. Der Rechtsstatus sei an den Organisationsstrukturen dieser Religion orientiert. Eine entsprechende Formierung der islamischen Gemeinden sei aber nicht zu erwarten. Daher müssten neue Ansätze zur Gleichstellung gefunden werden. Sonst fühlten sich die Muslime "an den Rand geschoben" so Frau John wörtlich.

Österreich

Das kirchliche Institut für medizinische Anthropologie und Bioethik hat das Urteil des Obersten Gerichtshofes kritisiert, das einen Schadenersatz wegen unterbliebenr Abtreibung eines behinderten Kindes zubilligt. Das Urteil zeige deutlich , dass in Österreich nicht allen Menschen die gleiche Würde zuerkannt und der gleiche Lebensschutz zuteil werde. Das betonte das Institut am 7.07. in einer in Wien veröffentlichten Erklärung. Darin wird zudem davor gewarnt, pränatale Diagnostik als Auswahl-Instrument gegen Behinderte zu missbrauchen.

Österreich

Die Sinnfrage des Menschen muss wieder mehr im Mittelpunkt der Kirche stehen. Das forderte der Wiener Alterzbischof, Kardinal Franz König, in einem am 10.07. veröffentlichten Zeitungsinterview. Die Kirche in Österreich habe sich in der letzten Zeit zu sehr mit kleinen Dingen beschäftigt, mahnte König. Die wesentliche Frage aller Völker und Kulturen sei aber, was hinter der vergänglichen sichtbaren Welt ist. Es gehe also letztlich um die Gottesfrage. Darauf müsse das Christentum eine Antwort zu geben versuchen.

Österreich

Eine Dokumentation unter dem Titel "Blutzeugen des Glaubens" ist jetzt in Wien vorgestellt worden. Sie ist der erste Teil eines auf drei Bände konzipierten "Martyrologiums des 20.Jahrhunderts". Darin wird in Wort und Bild über wenig bekannte moderne Märtyrer unter Österreichs katholischen Priestern, Ordensleuten und Laien informiert.

Schweiz

Das geistliche Oberhaupt der Buddhisten, der Dalai Lama, wird am 8. August in Genf predigen. Nach Angaben der ökumenischen internationalen Nachrichtenagentur ENI werden mehr als 10.000 Gottesdienstbeuscher in der Genfer St. Pierre Kathedrale erwartet. Die Veranstaltung ist laut ENI ein weiteres Zeichen für die wachsende Rolle der Kathedrale als einem Zentrum des interreligiöen Dialogs.

E U R O P A

Die christlichen Kirchen kritisieren Gewalt gegen Frauen in Europa und fordern ein stärkeres Engagement dagegen. Die Verantwortlichen aller christlichen Konfessionen sollten öffentlich erklären, dass jede Form von Gewalt gegen Frauen Sünde ist. Sie sei eine Beleidigung der menschlichen Würde. Das schreibt die Konferenz Europäischer Kirchen in einem Dokument gemeinsam mit dem Rat der Europäischen Bischofskonferenzen. Der Brief der beiden Gremien zeigt nicht nur auf Vergehen in Kriegssituationen, im Alltag und in den Medien. Auch mit der Gewalt gegen Frauen im kirchlichen Umfeld geht er ins Gericht. Diese Schuld habe man selbst viel zu lange verschwiegen, räumen die Autoren ein.

Jugoslawien

Der Wiener Kardinal, Christoph Schönborn, ist am 7.07. in das Kosovo gereist. Auf dem Programm stehen Treffen mit Vertretern aller Religionsgemeinschaften der Region, darunter der serbisch-orthodoxe Patriarch Pavle und der muslimische Mufti, Rexhep Boja. Mit dem Besuch möchte Schönborn nach eigenen Angaben im Dienst der Versöhnung die Zusammenarbeit der Religionen im Kosovo stärken. In den serbischen Regierungsmedien werden indessen die Angriffe auf den orthodoxen Bischof Artemije von Raska und Prizren verstärkt. In einer offiziellen Mitteilung heisst es, die Regierung in Belgrad sei erbittert und verurteile die Manipulation des serbischen Volkes im Kosovo durch den Bischof. Artemije hatte in den vergangenen Tagen gemeinsam mit Vertretern der albanischen Befreiungsarmee ein Abkommen über Zusammenarbeit im Kosovo unterzeichnet.

Frankreich

Der französische "Vater der Obdachlosen" Abbe' Pierre und der Ethnologe Theodore Monod fordern eine Änderung der französischen Nationalhymne. Das meldete die Nachrichtenagentur KIPA. Sie halten den ursprünglichen Text für skandalös, weil er zu Rassenhass aufwiegele. Sie schlagen ersatzweise einen "pazifistischen" Text des Schriftstellers und Staatsmannes Alphonse de Lamartine vor.

A S I E N

Armenien

Der am 29. 06. einem Krebsleiden erlegenen Katholikos Karekin, Oberhaupt der armenischen Kirche, ist am 8.07. beim Sitz des Patriarchats in Echmiadzin beerdigt worden. Zehlreiche kirchliche Würdenträger und Tausende von trauernden Armeniern erwiesen ihrem geistigen Führer die letzte Ehre. Als Vertreter des Vatikan waren der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates, Kardinal Edward Cassidy und Ratssekretär Bischof Walter Kasper angereist. Karekin war ein vermittelnder Katholikos, der in ständigem Kontakt mit den orthodoxen Kirchen und dem Vatikan stand. Aus westlicher Perspektive war sein grösstes Verdienst die gemeinsam mit Papst Johannes Paul II. unterzeichnete Erklärung von 1996, in der die Einheit beider Kirchen im Christusglauben bezeugt wurde.

Indien

Eine benutzerfreundliche Sprache in der Kirche haben die katholischen Bischöfe Asiens gefordert. So sollten etwa Journalisten in die Vorbereitung von Dokumenten einbezogen werden, betonten die Bischöfe bei der jüngsten Vollversammlung des Zusammenschlusses in Chennai. Kirchliche Dokumente seinen für viele Menschen oft nicht verständlich. Der Grund liegt für die asiatischen Bischöfe auf der Hand: es werde eine Sprache verwendet, die von der mediengesättigten Gesellschaft eben nicht mehr verstanden wird. Es müssten daher entsprechende Fachleute zu Rate gezogen werden, um die Dokumente benutzerfreundlich zu formulieren. Auch sollte die Kirche im Bereich Erziehung, Bildung und bei Predigten verschiedenartige Medien einsetzen, um ihre Botschaft verständlicher zu machen.

A F R I K A

Sierra leone

Der Caritas-Direktor der Diözese Makeni, Ibrahim Sesay, befürchtet eine Hungerkatastrophe in der Hauptstadt Freetown. Seit der "Eroberung" durch die Rebellen im Dezember 1998 leben die rund 20.000 Einwohner in unmenschlichen Verhältnissen. Die wenigen Lebensmittelreserven sind seit langem aufgebraucht und ärztliche Versorgung ist wegen des Mangels an Arzneimitteln kaum mehr möglich. So der Caritasdirektor bei seinem Appell an die Weltöffentlichkeit.

A M E R I K A

Kolumbien

Die katholischen Bischöfe haben die Wirtschaftspolitik von Präsident Andres Pastrana kritisiert. Sie vertiefe soziale Ungerechtigkeit und fördere die Subversion, erklärten die Bischöfe bei ihrer derzeitigen Vollversammlung in Bogota. Die radikalen Massnahmen der Regierung hätten zwar die Inflation gebremst, aber gleichzeitig mehr Arbeitslosigkeit und Armut verursacht, so die Bischöfe.

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm

 

Samstag:" Wochenkommentar" und "Sonntagsbetrachtung"

Sonntag:" Menschen in der Zeit"

Montag:"Weltkirchen-Magazin"

Dientag:"Radioakademie"

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr

Mittelwelle : 1530 Khz

Kurzwellen: 5880, 7250, 9645 Khz

Radio Vatikan ist ferner zu hören über Astra 1A durch

Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr

Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital) verbreitet wird.

World-Radio-Network um 1.00, 9.30, 16.00 und 19.30 Uhr

Tonunterträger von Sky Movies (7.38 MHz analog)

und ZDF (7.56 MHz digital)

Vier-Monatsprogramm kann angefordert werden bei:

Winfried Aufterbeck, Wiesenstr.9a,D-40 878 Ratingen

Tel.: 0 21 02/2 30 31 Fax: 0 21 02/ 2 14 13

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich: Eva Rohrmann

Redaktion dieser Ausgabe : Eva Rohrmann

Tel.:0039 06 6988 4101, Fax: 0039 06 6988 3844

Post:Radio Vatikan-sezione tedesca,I-00120 Citta del Vaticano

E-Mail:DEUTSCH@VATIRADIO.VA

Redaktionsschluss der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan-Nachrichten : Dienstag,13.07.1999

top